Bandscheiben-Forum

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> Spondylodese L3/L4 bei Pseudospondylisthesis, Keine Schmerzen/trotzdem Spondylodese?
Wintersonne
Geschrieben am: Mittwoch, 04.Januar 2017, 19:17 Uhr


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Hallo liebe Mitglieder,

ich bin medizinisch bewandert, habe 40 Jahre in der Krankenpflege gearbeitet.

Zu meiner Vorgeschichte:

Ich hatte Ende Juli einen Bandscheibenvorfall L4/L5 mitten im Leben sozusagen. Ich konnte plötzlich nach einer leichten Überstreckung der Wirbelsäule beim Herausheben eines kleinen (allerdings vollen Koffers) plötzlich nicht mehr gehen. Nur noch liegen, am nächsten Tag war auch Sitzen sehr gut möglich, beim Laufen bin ich zusammengesackt. Man tippte zunächst mehrfach auf ISG-Blockade (obwohl ich sitzen konnte! :frage ). Nach 5 Tagen bekam ich plötzlich einen krassen Schmerzschub, kam mit der Feuerwehr in Krhs., wo ich einen Schmerztropf erhielt und man ganz nebenbei feststellte, dass der Patellarsehnenreflex nicht auslösbar war. Wurde wieder nach Hause geschickt und nahm immer pünktlich meine Schmerz- u. Muskelrelaxants-Mittel ein (Höchstdosis). Erst nach ca. 4-5 Wochen ging der Schmerz langsam weg und ich konnte die Medikamente ausschleichen. Einmal wiederholte sich die Geschichte noch mal mit dem Schmerz, ich nahm dann nochmal 2 Wo. Schmerzmittel. Seitdem ist Ruhe, nur bei Bedarf nehme ich mal eine ab und zu (nach körperlicher Belastung - richtiger Hausarbeit, die ich jetzt auch bleiben lasse).

Der Neurochirurg, den ich etwas später aufsuchte, machte sofort Funktionsaufnahmen zusätzlich zum MRT. Mir wurde gesagt, dass das Segment 3/4 versteift werden müsse. Nach so vielen Monaten (bin jetzt im Monat 6) und einigen vorsichtigen Physiotherapiesitzungen, hat sich die Situation insgesamt nicht verändert. Nur noch ab und zu leichte Schmerzen etwa wie vor dem BSV, aber neurologisches Symptom (vom Neurologen über EMG bestätigt ist die Nervenwurzel L5 in Mitleidenschaft gezogen), welches sich durch Kraftverlust im rechten Bein äußert. Ich kann nur noch langsam gehen, wenn ich -wie früher- rennen möchte, klappt das nicht mehr. Über die Ampel schaffe ich gerade, aber es ist schon Rot. Ich kann "meine Beine nicht mehr in die Hand nehmen".

Nun meint der Doc "die Messe ist gelesen", Schmerzen ja oder nein wären ihm egal, allein die Beinschwäche würde ohne OP nicht besser und wenn ich noch länger warten würde, vielleicht nie mehr besser. Nun bin ich nicht sicher, ob ich mit einer Versteifungs-OP gut beraten bin, da das Segment L4/5 ja durch den BSV instabil ist, ob dann nicht bei Versteifung des nächst höheren Segmentes eine Anschlussinstabilität vorprogrammiert ist. Das ist hier meine Frage und auch, ob es hier Leute gibt, die allein wegen der motorischen Schwäche so eine OP bekommen haben und wie die Erfahrungen sind nach der OP. Hat sich die Schwäche im Bein nach einiger Zeit und nach intensivem Training/Muskelaufbau wirklich nach und nach gelegt? - Hat man nach der postoperativen Phase vielleicht Schmerzen zurückbehalten, die man vorher nicht hatte?? Dies wäre für mich ein wichtiger Punkt. Ich weiß zwar, dass sich bei Nichtoperieren u. U. die Schwäche im Bein über die Jahre weiter zunehmen wird, aber ob ich neue Schmerzen ertragen möchte - nein, habe ich nicht vor. Daher bin ich so dankbar über Erfahrungswerte von Leuten, die eine ähnliche Ausgangslage wie ich sie habe, hatten.

Im Voraus Danke für Eure Antworten -

Wintersonne
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Ronja
Geschrieben am: Mittwoch, 04.Januar 2017, 21:16 Uhr


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Hi wintersonne,

Nur mal schnell zwischendurch weil ich gerade unterwegs bin.

Ich an deiner Stelle würde mir eine Zweitmeinung einholen von einem anderen NC.
Es klingt für mich nicht unbedingt nach einer OP. Aber da gibt es so viel zu beachten und zu beurteilen, dass das für einen Laien gar nicht möglich ist.
Juli ist aber auch noch nicht soo lange her.

Eine Zweitmeinung wäre wirklich gut.

LG,
Ronja
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Wintersonne
Geschrieben am: Freitag, 06.Januar 2017, 18:28 Uhr


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Hallo Ronja und alle anderen,

danke, Ronja, für Dein Statement. Die Kasse nervt und zwingt mich zur Entscheidung. Ich fühle mich zur OP gedrängt, bin eigentlich verunsichert und möchte nicht, aber die rufen an, obwohl ich schon schriftlich darum gebeten hatte, dies sein zu lassen. Am Anfang hat man mich mit Engelszungen bekniet, keine OP durchführen zu lassen, haben mich zu einem ihrer Orthopäden geschickt für eine Zweitmeinung, jetzt wollen sie unbedingt, dass ich in die große OP einwillige... - Physiotherapie plus Zeit haben immerhin schon gebracht, dass der Hackengang nun schon wieder besser funktioniert. Daher hoffe ich auf weitere Besserung... will jetzt noch mal zu einer Osteopathin wechseln. - Ich habe letztens der Kasse leider (weil ich denen Bescheid geben sollte) mitgeteilt, dass ich in die OP einwillige, bin jetzt aber wieder "zu mir gekommen" und fühle mich einfach nicht gut dabei. Ein OP-Aufklärungsgesprächstermin habe ich übernächste Woche.. wie es aussieht, werde ich ihn wohl wieder absagen. Hole mir jetzt erst noch eine Zweitmeinung.

LG Wintersonne
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Ronja
Geschrieben am: Freitag, 06.Januar 2017, 18:56 Uhr


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Hi wintersonne,

Mal eines vorweg: du musst dich NICHT mit der Krankenkasse unterhalten und schon gar nicht dürfen die dich zu irgendwas drängen.
Dem Grunde nach sind in deine Ansprechpartner deine Ärzte. Wenn die KK etwas von dir möchte, kann sie über den MDK ein Gutachten in Auftrag geben. Ignoriere die Anrufe deiner Krankenkasse, am besten sperrst du die Nummer.
Wenn sie etwas möchten können sie dich immer noch per Brief kontaktieren. Diese Briefe habe ich immer (!) meinen Ärzten vorgelegt und diese haben gesagt was zu tun ist.

Konzentriere dich auf dich und folge deinem Gefühl. Zu einer OP würde ich mich nie im Leben drängen lassen. Du alleine bestimmst über deinen Körper - nicht irgendwelche Sachbearbeiter einer Krankenkasse.

Lese dir am besten auch mal den Leitfaden hier durch, den findest du auf dem Portal.
Dort wird alles wichtige erklärt und auch auf was du alles achten musst.

Ganz liebe Grüße und lasse dich ja nicht ins Bockhorn jagen!
Ronja
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Speedster
Geschrieben am: Freitag, 06.Januar 2017, 20:10 Uhr


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Zitat (Ronja @ Freitag, 06.Januar 2017, 18:56 Uhr) 

Ignoriere die Anrufe deiner Krankenkasse, am besten sperrst du die Nummer.

Ganz liebe Grüße und lasse dich ja nicht ins Bockhorn jagen!
Ronja


Hallo,

glaubst du das dies ein guter Rat ist? ???

Immerhin sind es die, die das Krankengeld zahlen!!!

Das man nicht bis ins Detail Rede und Antwort stehen muss ist klar. Aber so rigoros würde ich das nicht empfehlen. Am Ende gibt es mangels "Mitwirkpflicht" kein Geld mehr? (Klar könnte man es vor Gericht erstreiten, aber welcher Kranke hat den Nerv dazu?)

Ich würde mir es zweimal überlegen ob ich "bockig" mit dem agiere der mir den Lebensunterhalt zahlt.

Nur meine Meinung....

:kinn

Viele Grüße
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Ronja
Geschrieben am: Freitag, 06.Januar 2017, 20:50 Uhr


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Hi,

Nur meine Meinung: sie hat die KK schon angeschrieben (!), dass diese die Anrufe unterlassen sollen.
Manch einer fühlt sich davon gestresst. Ergebnis ist, dass dies missachtet wird.

Und das gleiche hatten wir hier letztes Jahr mit der AOK, bis es unsererseits einen offiziellen Beschwerdebrief gab. Seitdem gab es keine Anrufe mehr und plötzlich hatte mein Freund eine andere Sachbearbeiterin.

Man ist übrigens weder verpflichtet, ständig zuhause zu sein. Zudem muss man nicht mal seine Telefonnummer angeben. Alles freiwillig.

Wenn aber wie in diesem Fall Druck ausgeübt wird, kann ich nur anraten, die Telefonate nicht entgegen zu nehmen.

Ansonsten steht es jeder KK frei, einen Brief mit einem besprechungstermin zu senden. Zu diesem kann man sich vorbereiten und auch noch jemanden mitnehmen.

LG,
Ronja
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Speedster
Geschrieben am: Freitag, 06.Januar 2017, 21:00 Uhr


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Hallo Ronja,

ich habe mit meiner KK, trotz mehrfacher, monatelanger Krankheit nie ein Problem gehabt.
Bin aber auch immer von mir aus, offen, auf die zugegangen. (In Vor Ort Gesprächen)
Habe von mir aus immer den Sachverhalt und mein Wollen dargelegt.

Niemals kam auch nur ein Anruf..... :kinn

Viele Grüße

Bearbeitet von Speedster am Freitag, 06.Januar 2017, 21:01 Uhr
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Ronja
Geschrieben am: Freitag, 06.Januar 2017, 21:12 Uhr


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Hi speedster,

Dann hattest du Glück. Bzw haben sie sich einfach an ihre eigenen Regeln gehalten.
Das macht nicht jede KK und vor allem nicht jeder SB.

Mir geht es hier aber darum, dass wintersonne weiß, was ihre Rechte sind. Bzw. wie sie sich verhalten könnte. Klar man kann mit denen sprechen. Hauptaussage wäre dann aber: wenden sie sich an meinen behandelnden Arzt. Damit kann man nie etwas verkehrt machen.

Mein Freund hat auch immer die Telefonate entgegengenommen. Und er wusste schon immer genau was er sagt bzw sagen kann. Dennoch wurden ihm die Worte sozusagen im Mund rumgedreht.

Ab dem Zeitpunkt hat er mehr auf mich gehört und nicht mehr so sehr nach Gefühl gehandelt. Er meinte auch immer, die sei "nett".

@Wintersonne: darf ich fragen welche KK das bei dir ist?

LG,
Ronja
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Wintersonne
Geschrieben am: Samstag, 07.Januar 2017, 21:09 Uhr


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Hi,

ich bin in einer der größten Kassen.... soviel dazu!

Mein Neurochirurg hat nur das eine Thema: OP! Deshalb werde ich mir -vielen Dank nochmal für den Tip! - eine Zweitmeinung einholen. Habe diesbzgl. schon einen Facharzt ausgemacht...

LG Wintersonne
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Wintersonne
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2017, 18:11 Uhr


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Hallo Ihr Lieben,

ich bin ganz happy. Die heutige Zweitmeinung vom Neurochirurgen ist positiv für mich ausgefallen. Er hat sich alle Befunde und Bilder angesehen und meinte ganz einfach, wenn kein Leidensdruck bestehe, keine OP!

Nochmal vielen Dank für den Tipp, doch einfach noch mal einen anderen Fachmann zu fragen!

LG Wintersonne
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