Bandscheiben-Forum

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> Anspruchsdauer Krankengeld
Ralf
Geschrieben am: 27 Jun 2006, 00:46


Admin
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Gruppe: Administrator † 29.05.2010
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Liebe Bandis,

da immer wieder die Frage nach der Berechnung des Krankengeldanspruchs gestellt wird, hier mal eine Erklärung dazu:

Krankengeldanspruch hat man von dem Tag an, der auf den Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit folgt. Natürlich wird zuerst einmal die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers in Anspruch genommen. Aber Achtung! Im Falle einer längerfristigen Krankheit mit Krankengeldzahlung wird die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers in die 78-Wochen-Frist mit eingerechnet.

Wenn wegen einer Krankheit erstmals Arbeitsunfähigkeit eintritt, wird für diese Krankheit - gerechnet vom Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit an - eine sogenannte Blockfrist gebildet, die drei Jahre umfasst. Innerhalb dieser Blockfrist haben Sie wegen dieser Krankheit für maximal 78 Wochen Anspruch auf Krankengeld.
An die Blockfrist schließen sich weitere Blockfristen von jeweils drei Jahren an, innerhalb derer sie wegen dieser Krankheit grundsätzlich wieder für maximal 78 Wochen Anspruch auf Krankengeld haben.
Zeiten, in denen das Krankengeld ruht, werden auf die Anspruchsdauer angerechnet.
Tritt während der Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, verlängert sich die Anspruchsdauer von maximal 78 Wochen nicht.

Wenn Sie in einer Blockfrist wegen derselben Krankheit für 78 Wochen Krankengeld bekommen haben, erhalten Sie nach Beginn einer neuen Blockfrist grundsätzlich erneut Krankengeld für diese Krankheit, wenn Sie

bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind
und in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig waren
und erwerbstätig waren oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung standen.

*****Ruhen des Krankengeldes*******

Das Krankengeld ruht, wenn Sie während Ihrer Arbeitsunfähigkeit Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen beziehen und hierfür Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Das Krankengeld ruht auch, wenn Sie von anderer Stelle eine der folgenden Entgeltersatzleistungen beziehen:

* Mutterschaftsgeld,
* Verletztengeld,
* Arbeitslosengeld,
* Arbeitslosenhilfe,
* Versorgungskrankengeld,
* Übergangsgeld,
* Unterhaltsgeld,
* Kurzarbeitergeld oder
* Winterausfallgeld.

Solange Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen oder eine andere Entgeltersatzleistung bezogen wird, kann kein Krankengeld ausgezahlt werden. Die Zeiten, in denen der Anspruch auf Krankengeld ruht, werden jedoch auf die Anspruchsdauer des Krankengeldes angerechnet.

Liebe Grüße

Ralf :winke

Weitere Infos auch in diesem Beitrag: Blockfristen

Bearbeitet von Ralf am 22 Sep 2009, 11:36
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mazi
  Geschrieben am: 31 Dez 2006, 09:48


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QUOTE (Ralf @ 27.06.2006, 00:46)
Wenn wegen einer Krankheit erstmals Arbeitsunfähigkeit eintritt, wird für diese Krankheit - gerechnet vom Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit an - eine sogenannte Blockfrist gebildet, die drei Jahre umfasst.


Hallo Ralf,
im großen und ganzen ist mir schon klar wie das geregelt wird. Nur, wie finde ich heraus, wann die Blockfrist(en) in meinem Fall beginnt.
Da ich in den letzten ca. 8 Jahren schon mehrfach längerfristig krankgeschrieben und auch 3x wegen meiner Rückenprobleme zur Reha war kann ich überhaupt nicht mehr nachvollziehen wann die erste Blockfrist angefangen haben könnte.
Die Diagnosen änderten sich im Laufe meiner Bandikarriere auch mehrfach.
Rezidivierendes Lumbalsyndrom, Arthrotendomyotisches LWS-Syndrom mit intermittierender linksseitig pseudoradikulärer Beschwerdesymptomatik / Bandscheibenprotrusionen linksseitig betont LWK3/4 mehr als LWK4/5 / deutliche Facetten-Symptomatik bei Spondylarthrose LWK3 bis LWK5 M54.5 u.a.

Gehört das alles zusammen? Gilt hierfür ein und die selbe Blockfrist?
Ist die KK zur Auskunft über den aktuellen Stand der Blockfrist(en) verpflichtet?
Gibt es vielleicht sogar einen §§§ auf den man sich berufen könnte?
Hat meine neue KK alle Unterlagen von der vorherigen KK zur Verfügung? (Habe erst vor 4 Wochen gewechselt)

Guten Rutsch und ein Gutes Neues Jahr
wünscht Dir und allen Bandies
Mazi :prost
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Ralf
Geschrieben am: 31 Dez 2006, 14:12


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Hallo Mazi,

so wie man mir sagte, werden die Krankheiten der Wirbelsäule zusammengefasst und bilden die Grundlage für die Blockfrist. Doch gibt es praktisch wohl kleine, aber feine Unterschiede, welche wohl von KK zu KK anders gehandhabt werden.

Ob eine generelle Auskunftspflich der Krankenkassen besteht, weiß ich nicht, doch einer freiwilligen Auskunft hierüber sollte meiner Meinung nach nichts im Wege stehen.

Ob Deine neue KK die Unterlagen bekommt, weiß ich auch nicht, aber ich nehme es mal an.

Liebe Grüße und einen guten Rutsch wünscht Dir

Ralf :winke
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mazi
Geschrieben am: 31 Dez 2006, 20:13


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Hallo Ralf,
folgendes konnte ich bislang bei den Experten bei "wer weiss was" in Erfahrung bringen.

Nur die Krankenkasse kann Dir Auskunft über Deine Blockfrist erteilen. Hierzu ist diese verpflichtet.Die neue Krankenkasse hat die Vorerkrankungen bei der alten Krankenkasse angefordert und rechnet bei Beginn der Krankengeldzahlung einen vorläufigen 480. Tag für die Dauer der Krankengeldzahlung aus. Diesen kann man jetzt erfragen.Auf Wunsch kann die Kasse jedoch auf den tatsächlichen Tag des Leistungsablaufes errechnen und Dir mitteilen.
Ohne die ärztlichen Unterlagen kann ein Aussehstehender nicht diesen Tag errechnen.

Der 480. Tag wird von der Krankenkasse errechnet ( AU-Beginn plus alle Vorerkrankungen innerhalb 3 Jahre rückgerechnet vom Beginn der neuen AU). Wenn der 480. Tag erreicht ist, wird von der Krankenkasse der endgültige Leistungsablauf des Krankengeldes errechnet.
Danach wird das Mitglied informiert. Der 480. Tag ist somit nur ein Hilfsmittel für die KK und der Kranke wird fürhzeitig über das Datum des leistungsablaufes informiert.

Der Vollständigkeit wegen wäre es toll, wenn noch jemand genaueres dazu beitragen könnte

Noch 228 Minuten bis 2007
mazi :winke
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rolfi63
Geschrieben am: 01 Jan 2007, 15:02


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Hallo,

noch ne Frage, so ganz blicke ich das immer noch nicht.

"Solange Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen oder eine andere Entgeltersatzleistung bezogen wird, kann kein Krankengeld ausgezahlt werden. Die Zeiten, in denen der Anspruch auf Krankengeld ruht, werden jedoch auf die Anspruchsdauer des Krankengeldes angerechnet."

Ist das nun positiv oder negativ zu sehen?
Heißt das, wenn ich zwar weiter krank bin, aber Arbeitslosengeld erhalte, zählt das nun so, als ob ich weiter Krankengeld erhalten würde, oder beginnt so mein neuer 3-jahreszeitraum, als ob ich jetzt "eben wieder gesund wäre und arbeiten würde"?

Übrigens, zählen die 78 Wochen zu- innerhalb diese 3 jahreszeitraums oder beginnt die Zählerei nach den 78 Wochen? Ich stehe mit der Bürokratie etwas auf Kriegsfuß.

Ich stehe gerade auf dem Schlauch?

Noch ein Gutes Neues Ihr lieben Bandis!!!!! ;) ;) ;)

Gruß,
Rolfi
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mazi
Geschrieben am: 01 Jan 2007, 18:13


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Hallo Rolfi63,
hallo Ralf, und alle die mitlesen

Also ich verstehe das so:
Wenn ich z.B. heute AU geschrieben werde dann rechnet die KK 480 zurück und zählt alle AU Tage usw. zusammen. Und dann rechnet die KK wieder vorwärts und ermittelt das Ende der Zahlungen (78Wochen)
Ralf hat es weiter oben beschrieben, dass das KG bei Zahlungen u.a. von Arbeitslosengeld ruht. Ich verstehe das so, dass diese Zeiten dann nicht mitgerechnet werden. :frage

Heute erreichte mich folgende Antwort:
"...die neue KK fordert alle Unterlagen von der alten KK an. Gesetzliche Unterlagen über Blockfristen, Leistungsende sind im SGB V (Sozialgesetzbuch V) festgehalten.
Erkrankungen werden zusammengezählt, wenn sie in "ursächlichem Zusammenhang" stehen. In der Regel stehen Rückenerkrankungen meistens in ursächlichem Zusammenhang, da es die gesamte Wirbelsäule betrifft (BSG-Urteil). Die KK fragen aber bei Unklarheiten den Arzt zur schriftlichen Abklärung. Auch psychische Probleme werden oftmals angerechnet, da chronische Rückenerkrankungen oft auch psychische Ursachen oder Folgeerkrankungen sind".


Will ganz ehrlich sein, auch ich bin hier selbst auf der Suche nach der korrekten Erläuterung zu diesem Thema. Was ich in Erfahrung bringen kann werde ich hier gerne weitergeben. Vielleicht findet sich aber auch noch ein Fachmann/Frau der/die uns die ganze Rechnerei so erklären kann, dass es wirklich jeder versteht.

Übrigens das Forum Wer Weiss Was kann ich euch wärmstens empfehlen. Da gibts Fachleute zu jedem erdenklichen Thema, die Euch gerne weiterhelfen. Die Mitgliedschaft im Forum ist umsonst - nur anmelden

ein Gutes Neues Jahr mit wenig Schmerzen und ohne Behördenstress
wünscht Euch allen
mazi :prost
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Ralf
Geschrieben am: 01 Jan 2007, 20:17


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Hallo Ihr,

QUOTE
Heißt das, wenn ich zwar weiter krank bin, aber Arbeitslosengeld erhalte, zählt das nun so, als ob ich weiter Krankengeld erhalten würde


Genau so ist es.

Die 78 Wochen Krankengeld zählen mit in den Dreijahreszeitraum (man ist ja wegen einer Krankheit AU geschrieben)

Die 480 Tage kommen wohl so zustande, daß 480 Tage + 78 Wochen ca. 3 Jahre ergibt.

Liebe Grüße

Ralf :winke
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barbie63
Geschrieben am: 16 Jan 2007, 14:09


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Hallo,

ich hab da mal einige Fragen, vielleicht kann mir ja einer helfen.
Ich war von Sep. 04- März 06 wegen der HWS (Op 05) krank. dann wurde ich ausgesteuert, bin auch im März 06 in die Wiedereingliederung (also Geld vom AA). Habe dann bis mitte April gearbeitet und wurde dann krank ( Kreuzdarmbeingelenk). Danach bin ich mitte Mai wieder in die Vollzeit gegangen. Nun bin ich wieder krank wieder das Kreuzdarmbein bekomme von der Firma kein Geld mehr seit Dez. und nun will die KK auch nicht zahlen sie meinte es ist die gleiche Krankheit wie 05-06. Worauf mein Arzt nur gesagt hat es hat das eine nix mit dem anderen zu tun. Nun weiß ich echt nicht mehr weiter, vielleicht kann mir ja einer von Euch weiter helfen. Ich bekomme seit Dez. kein Geld mehr. Ich danke Euch schon mal im vorraus. :frage
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Elke
Geschrieben am: 18 Jan 2007, 08:54


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Hallo Barbie,

Du müßtest erneut Krankengeld erhalten. Ich war mit der LWS ausgesteuert und erkrankte dann mit der HWS und habe erneut Krankengeld erhalten, da die HWS eine eigenständige Erkrankung ist. Da mußt Du Dich mit Hilfe Deines Arztes mit Deiner KK anlegen und Dir das Krankengeld erstreiten.

Tschau ;) Elke
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barbie63
Geschrieben am: 18 Jan 2007, 13:57


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Hallo Elke,

vielen Dank für deine Antwort.
Ich bin gerade dabei mich mit denen anzulegen, mein Arzt hat mir ein Artest ausgestellt, wo drinne steht das die Diagnosen nichts miteinander zu tun haben.
Aber die KK erkennt das nicht an, die sind immer noch der Meinung es ist eine dazu gekommene Krankheit.
Ich will jetzt in den Vdk eintreten, hoffe ja das die mir helfen.
Darf ich mal fragen wie Du es geschafft hast, gleich wieder Krankengeld zu bekommen. Hast Du es ohne Probleme gleich wieder bekommen??
Und hast Du zwischenzeitig wieder gearbeitet?? Bei welcher KK bist Du denn??
Würde mich über mehr Info freuen, bin schon echt verzeifelt.
L.G. von Barbie :heul
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