Bandscheiben-Forum

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> Berufsunfähigkeit ausgehebelt
Tigerente
Geschrieben am: 15 Jan 2007, 10:58


Erfahrene Spondy, Rückenschraubstock & Bandscheibenprothese
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Hallo Rimona,

Deinen Ärger und Deine Wut kann ich sehr gut verstehen!!

Trotzdem möchte ich Dich bitten, den guten Ton des Forums zu wahren!
Wenn wir hier alle im Gassenjargon schimpfen und fluchen, werden wir kein Gehör finden....egal ob bei Gericht, Gutachtern oder Politikern..... :z

Nichts für ungut :winke

LG

die Tigerente

Marlies
PM
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ipdet
Geschrieben am: 27 Feb 2007, 14:45


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Hi,

frag mich langsam wie das alles weitergehen soll. Der VDK sagte mir ca. 8o%
der Weiterführungsanträge würden bisher genehmigt. Hört sich ja gar nicht so an.

Bin auch 1954 geboren, wenn das alles nicht mehr greift, was dann.

Unser Betriebsarzt hat mir schon lange bevor ich so krank wurde gesagt, daß ich diesen Beruf eigentlich nie hätte machen dürfen. ( Hab von Geburt an eine Ptosis am linken Auge ) bin bei PC-Arbeit immer gezwungen den Kopf voll in den Nacken zu legen, damit ich überhaupt richtig was sehe. Er würde aber der Geschäftsleitung nichts davon mitteilen.

Mit den beiden BSV an der HWS gehts jetzt überhaupt nicht mehr.

Na ich lasse mich mal überraschen mit der Antwort von der BfA.

Viele Grüße an alle.

Inge

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mazi
Geschrieben am: 06 Mär 2007, 20:00


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Zitat (Harro @ Donnerstag, 21.Dezember 2006, 12:00 Uhr)
Verschiedene Berufe geniessen dank eines "perfiden Systems" keinen Berufsschutz mehr.
Der Beruf des Elektrikers mit all seinen Varianten und im Prinzip viele Berufe in der Metallverabeitenden Industrie, zb. Dreher, Schlosser oder so ähnlich.

Hallo Harro,
hast Du vielleicht eine Idee, welchen Verweisungsberuf man einem Dreher (52J) noch aufdrücken könnte?

Ich bin Dreher und Programmierer, das bedeutet entweder nur sitzen oder nur stehen für 3 Tage bis zu 3 Wochen jeweils. Abwechselnd sitzen und stehen gibts nicht.
2 BSV in der HWS und mehrere Protrusionen der LWS (inzwischen wohl BSV) seit 2005 haben mir den Spass an der Arbeit genommen. Mein Ortho ist auch der Meinung dass dieser Beruf für mich keine Zukunft mehr hat. Sogar mein HA hat mir bescheinigt dass nur noch 3 bis unter 6 Std drin wären.
Im Moment weiß ich echt nicht wie das weitergehen / enden soll

Gruß
mazi :winke
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Joachim Scheidt
Geschrieben am: 07 Mär 2007, 18:14


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Hallo zusammen,
so ganz bin ich nicht Ihrer Meinung wegen der Verweisung im Allgemeinen und den vor dem 2.1.1961 Geboren im besonderen. Es ist zwar viel Text, aber trotzdem "leichte" Kost. Es geht auch um einen Elektriker im Erstberuf.


Zum Berufsschutz ein Urteil des BSG:
http://lexetius.com/1998,225


Weitere Urteile zum Berufsschutz:

http://www.google.de/search?source=ig&hl=d...gle-Suche&meta=


Eine interessante Urteilssammlung:

http://www.der-betrieb.de/pdf/Werdermann.pdf

Was das Gutachten eines nicht Arbeits- oder Sozialmediziner betrifft gibt es ein urteil vom BGH, dessen ich mich selbst schon einmal vor Gericht mit Erfolg bedient hatte, dass ein Gutachter aus genau der geforderten Facharztrichtung sein muss.
In meinem Fall hatte eine Neurologe ein Gutachten über die LWS-Beschwerden und die Ausfallerscheinungen erstellt. Das OLG hat das Urteil aufgrund des neurologischen Gutachten in der Berufung verworfen.
Ich suche es nochmals heraus oder frage meine Anwalt, ob ich da vielleicht etwas verwechseln mag?! Aber das müsste auch jeder Fachanwalt wissen wessen gutachten verwertbar sind.

Also mit der Verweisung sollten wir uns gegenseitig auf dem aktuellen Stand halten. Aus Insiderkreisen weiß ich,dass die Gerichte nicht unbedingt die Grundsatzurteile so streng berücksichtigen wie das die Obersten Richter beabsichtigen.

Bis dann.

JoS


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Harro
Geschrieben am: 07 Mär 2007, 19:28


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Moin Jos,
mein Urteil vom Landessozialgericht habe ich noch nicht, denn die Mühlen mahlen ja bekanntlich langsam :P
Wenn ichs bekomme setze ich die Passagen die die Berufsunfähigkeit beinhalten hier rein.

Ich setz mal was rein und dann wirds a bisserl ersichtlicher
Zitat
Ausnahmeregelung:

Wer jedoch bei Inkrafttreten des Gesetzes schon 40 Jahre alt war, erhält bei Berufsunfähigkeit weiter eine Teilrente.

Alle Versicherten ab dem Jahrgang 1961 sollten sich deshalb überlegen, ob sie sich gegen Berufsunfähigkeit privat versichern. Bei dieser Entscheidung sollte das Berufsbild genau betrachtet werden.

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die Leistungsfähigkeit des Versicherten auf unter sechs Stunden in seinem oder einem zumutbaren Beruf herabgesunken ist. Hierbei muss der Versicherte auch einen sozialen Abstieg in Kauf nehmen, berufsfremde Tätigkeiten sind zumutbar. Hierzu hat das Bundessozialgericht ein Mehrstufenschema entwickelt. Das Schema der Arbeitsberufe sieht wie folgt aus:

    * Stufe 1: ungelernte Arbeiter,
    * Stufe 2: Angelernte Arbeiter, die einen Ausbildungsberuf mit einer Regelausbildung bis zu zwei Jahren ausüben,
    * Stufe 3: Facharbeiter, die eine anerkannten Berufsausbildung mit einer Ausbildungszeit von mehr als zwei bzw. drei Jahren ausüben,
    * Stufe 4: Facharbeiter mit Vorgesetztenfunktion und

Eine Verweisbarkeit auf die nächstniedrigere Qualifikationsstufe bei Berufsunfähigkeit ist grundsätzlich zulässig.


Das heisst also, ein Facharbeiter kann durchaus noch Tätigkeiten ausüben die einem Anlernberuf entsprechen, das perfide dabei ist, eine Tätigkeit als Facharbeiter ist eigentverantwortlich, eine Anlerntätigkeit ist Weisungsgebunden ABER im Prinzip die GLEICHE Arbeit, nur die Verantwortung fällt weg.

Ist das nicht pervers, Berufsunfähig und trotzdem die gleiche Arbeit als Verweisungsberuf?
Dann noch eins, der soziale Abstieg, also der Verdienst darf durchaus nach neuesten Erkenntnissen weniger wie 50% des alten Lohns sein, aber höher wie Hartz 4.
Wenn das kein Abstieg ist dan weiss ich es nicht.

@mazi, wenn ich Ideen hätte würde ich dir helfen,aber siehe oben :sch

In diesem Sinne

Harro
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Joachim Scheidt
Geschrieben am: 07 Mär 2007, 21:12


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@Harro
Ist das nicht pervers, Berufsunfähig und trotzdem die gleiche Arbeit als Verweisungsberuf?


Kann das sein, dass ich da etwas falsch verstehe?

Wenn die gleiche Arbeit nach der Verweisung ausgeführt wird/würde ist eine Verweisung rechtlich nicht möglich...oder reden wir aneinander vorbei:-)


Bitte verstehen Sie mich richtig, ich suche nach einem Urteil oder Kommentar, also nach einer Lösung, die Ihnen und allen anderen Betroffenen helfen kann aus dem Dilemma einen rechtlich fundierten Ausweg zu finden. Da ich viel lese, insbesondere Urteile, finde ich vielleicht etwas Verwertbares. Ich kenne die Marotten der Sozialgerichte leider zu gut. Außerdem habe ich Zeit, zu viel Zeit:-)

Es grüßt Sie

JoS
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Harro
Geschrieben am: 07 Mär 2007, 23:24


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Moin Jos,
erstma, das "Sie" ist hier net so erwünscht, aber das nur nebenbei :D

Zitat
Wenn die gleiche Arbeit nach der Verweisung ausgeführt wird/würde ist eine Verweisung rechtlich nicht möglich...oder reden wir aneinander vorbei:-)


Es zählt hier, rechtlich, nicht was man man macht sondern das WO man eingestuft ist.
Die Definition dessen entzieht sich mir allerdings völlig, Politik eben, oder ganz fies gesagt, wie kann ich am besten dem normalen Bürger seine Rechte entziehen.
Es ist eben alles Politik in dieser Beziehung.
Nur? Wie kommen wir gegen so etwas an?

Harro :sch
PS. Hab hier so ein Stapel Akten neben mir liegen, die dieses Thema betrifft.
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Joachim Scheidt
Geschrieben am: 08 Mär 2007, 06:34


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Zitat (Harro @ Mittwoch, 07.März 2007, 22:24 Uhr)
Moin Jos,
erstma, das "Sie" ist hier net so erwünscht, aber das nur nebenbei :D

Zitat
Wenn die gleiche Arbeit nach der Verweisung ausgeführt wird/würde ist eine Verweisung rechtlich nicht möglich...oder reden wir aneinander vorbei:-)


Es zählt hier, rechtlich, nicht was man man macht sondern das WO man eingestuft ist.
Die Definition dessen entzieht sich mir allerdings völlig, Politik eben, oder ganz fies gesagt, wie kann ich am besten dem normalen Bürger seine Rechte entziehen.
Es ist eben alles Politik in dieser Beziehung.
Nur? Wie kommen wir gegen so etwas an?

Harro :sch
PS. Hab hier so ein Stapel Akten neben mir liegen, die dieses Thema betrifft.


Guten Morgen Harro,
ich wollte DIR und auch sonst keinem hier mit dem SIE zu nahe treten :-)!!!!!

Aber jetzt zurück. Ein wahrer Mist ist das mit den Gerichten.
Gestern gerade hatte ich meine Akte sortiert, da heute zum zweiten Mal Termin vor dem Berufungsgericht in meiner Sache ist.
Da hatte ich nochmals an Deinen Beitrag denken müssen. Ich kämpfe bereits seit acht Jahren gegen meinen Operateur, wegen Behandlungsfehler und einem Lagerungsschaden. Drei Gutachter wurden bereits gehört. Alles Müll von "Krähen". Das Gericht hat sich bereits zweimal auf die Gutachten gestützt und meine Klage abgewiesen.
Auf Grund von Verfahrensfehlern und dem Heranziehen von Grundsatzentscheidungen des BGH konnte ich mit meinem Anwalt das Urteil kippen.

Wegen dem Unfall meines mittlerweile verstorbenen Schwagers kämpfen wir seit über fünf Jahren vor dem Sozialgericht gegen Verursacher, BG und Unfallkasse. Das ist die hammerharte Gerichtsposse schlechthin.

Damit will ich nur sagen, dass die Gerichte trotz klarer Hinweise des BGH/BSG freie Entscheidungen nach ihrem "Rechtsempfinden" fällen.

Klar ist, dass bei Gericht die Uhren oftmals anders ticken. Und das Kapitel Recht und Politik zeigt sich in der Volksweisheit: wessen Brot ich ess' - dessen Lied ich sing.

Es grüsst

Jo :sonne

( das "S" im Kürzel JoS entfällt in der persönlicheren Variante)
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parvus
Geschrieben am: 08 Mär 2007, 09:57


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Hallole Jo :winke

für Deinen heutigen Gerichtstermin dann toi, toi, toi :up :up

:winke Grüßle parvus
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Joachim Scheidt
  Geschrieben am: 09 Mär 2007, 21:19


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Zitat (parvus @ Donnerstag, 08.März 2007, 08:57 Uhr)
Hallole Jo :winke

für Deinen heutigen Gerichtstermin dann toi, toi, toi :up  :up

:winke Grüßle parvus

Viele Dank für's Daumendrücken parvus!!

Die "weißen Götter" haben in der Berufungsverhandlung durch meinen Teilsieg (in der wichtigsten Sache - des Lagerunsschaden) einen riesigen "Einlauf" bekommen.

Ich werde noch separat (wenn ich die passende Rubrik im Forum finde) berichten, natürlich ohne Namensnennung:-)

Das war jetzt nach acht Jahren Prozess heute mein freudiges Ereignis vor Gericht. Von daher kann ich nur empfehlen vor den Gutachtern und weißen Göttern nicht zu kuschen, wenn sie dir das wertvollste das du hast beschädigen oder die Schäden verniedlichen- nämlich deinen Körper.

Jo
PM
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