Bandscheiben-Forum

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> Urlaubsanspruch bei Krankheit, Resturlaub beantragen?
Michi1401
Geschrieben am: 02 Aug 2007, 18:47


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Juhuu Bandies :winke

weiss nicht ob ich hier richtig bin, aber versuche es mal einfach.
Ich bin ja seid November 2006 krankgeschrieben,und habe noch Resturlaub vom Jahr 206, wie ist es jetzt eigendlich mit meinem Urlaub?Verfällt der dieses Jahr?Bin noch mindestens bis zum Frühjahr 2008 wohl krank.Oder gibt es da diese Regelung mit der Auszahlung vom Arbeitgeber?

Gruss Michi
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falco
Geschrieben am: 02 Aug 2007, 18:52


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Hallo Michi,

der Anspruch aus 2006 ist leider verfallen. Den hättest Du zum Jahresende bei Deinem AG anmelden müssen, dann wäre dieser ausbezahlt worden.

Wenn Du in diesem Jahr nicht arbeitsfähig warst, hast Du auch keinen Urlaubsanspruch. Den haben eben nur AN, die auch gearbeitet und somit den Anspruch erworben haben.

Für 2008 hast Du dann aber, selbst wenn Du erst Mitte d.J. wieder arbeiten kannst (mal so spekuliert!), Anspruch auf den vollen Jahresurlaub!

Für 2006 kannst Du ja mal bei Deinem AG anfragen, wenn er sehr kulant ist, könnte er Dir Deine Resttage noch vergüten, aber muß es eben jetzt nicht mehr.

Alles Gute!
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Michi1401
Geschrieben am: 02 Aug 2007, 19:20


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Hi Falco,

schönen Dank für die schnelle Antwort, aber fragen ob er was nach bezahlt brauch ich nicht.Der hat sich seid dem ich krankengeld beziehe nicht mehr bei mir gemeldet leider.Es ist ein Familienbetrieb und hab alle 2-3 Monate mal eben ein kurzes Telefonat mit dem Sohn.Wie es eben halt so ist wenn man krankgeschrieben wird nehmen die Chefs es einem immer übel.Aber gut zu wissen was für 2008 anliegt zwecks Urlaub,das hilft schonmal.

Danke schonmal
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falco
Geschrieben am: 02 Aug 2007, 19:30


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Hallo Michi,

naja, fragen würde ich schon. Vielleicht ist sich der Chef selbst nicht so sicher und gesteht Dir zumindest einen Teil zu?

Aber rein rechtlich hast Du da keine Handhabe, den Termin hast Du leider verpasst!

Gute Besserung!
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Michi1401
Geschrieben am: 02 Aug 2007, 20:11


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Tja, sag ja leider brauch ich mir da keine Gedanken drum machen, der kennt sich genau aus mit allem,gerade wenn er nichts zahlen braucht.Jedes Jahr gabs immer eine Kleinigkeit zu Weihnachten, aber leider 2006 nicht.Aber egal, weiss jetzt was 2008 anliegt.Dir noch einen schönen Abend.
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Tine13059
Geschrieben am: 02 Aug 2007, 20:44


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Hallo falco,

gem. Bundesurlaubsgesetz kann der Urlaub bis zum 31.03. des Folgejahres genommen werden, wenn entsprechende Gründe vorliegen. Danach verfällt der Anspruch.
Woraus ergibt sich denn der Anspruch auf Abgeltung des Urlaubs, wenn ich ihn wegen AU nicht nehmen kann? :sch
Ich hab in meiner Ausbildung mal gelernt, dass der Urlaub nicht abgegolten wird, wenn ich ihn wegen AU nicht nehmen kann.

Viele Grüße Tine :winke
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falco
Geschrieben am: 02 Aug 2007, 20:56


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Hallo Tine,

den Paragrafen weiß ich nicht, soviel gleich vorweg.

Der Anspruch ergibt sich eben genau daraus, daß Du aus zwingenden Gründen nicht in der Lage warst, Deinen Dir zustehenden Urlaub in Anspruch zu nehmen. Als Grund wird eigentlich nur lange Krankheit anerkannt. Dann muß der Urlaub anderweitig abgegolten werden.

Sicher könnte der AG auch verlangen, daß man ihn eben im Folgejahr in Anspruch nimmt. Das wollte mein AG auf keinen Fall, denn ich hatte ja noch den gesamten Jahresanspruch, heißt, ich hätte 12 Wochen Urlaub gehabt. Also wurde es ausgezahlt. Gut so, denn ich war auch das Folgejahr AU und dann EU!

Habe mich selbst nicht durchs Gesetz gewühlt, aber unsere Lohnbuchhalterinnen (arbeite in einem Steuerbüro). Und die haben eben meine Chefin freundlich draufhingewiesen, daß die Verpflichtung besteht! Kann ja nä. Woche mal fragen nach den §§! Ich glaub, daß stand in den Durchführungsbestimmungen.

Übrigens, prinzipiell erlischt der Anspruch am 31.12. d.J. Nur wenn der AG zustimmt und wichtige Gründe vorliegen, kann der Rest bis 31.03. noch beansprucht werden!

Schönen Abend noch!
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rolfi63
Geschrieben am: 03 Aug 2007, 13:05


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Hallo Falco,
das mit dem Urlaub interessiert mich auch.
Denn auch ich habe immer die Auskunft erhalten, Urlaub der wegen AU nicht genommen werden kann, verfällt. Denn durch die AU hätte man keinen Anspruch auf Urlaub?
Bin gespannt auf Deine Antwort, bzw. den entsprechenden §en.
Gruß,
Rolfi
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Ralf
Geschrieben am: 03 Aug 2007, 13:34


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Hallo,

dann will ich mal ein wenig Licht ins Dunkle bringen:

Zitat
Urlaub und länger anhaltende Krankheit
1. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts kann der Urlaubsanspruch auch dann geltend gemacht werden, wenn der Arbeitnehmer während des gesamten Jahres keinen einzigen Tag gearbeitet hat. Dies wird damit begründet, dass das Bundesurlaubsgesetz lediglich auf das Bestehen des Arbeitsverhältnisses und die Erfüllung der Wartefrist abstelle.

2. Andererseits verfällt der Urlaub, aber auch der Abgeltungsanspruch nach § 7 Abs. 4 BUrlG, wenn der Arbeitnehmer bis zum 31.03. des Folgejahres krank bleibt oder ihm wegen der Krankheit gekündigt wird.

Beispiel: Der Arbeitnehmer erkrankt am 20.7. und hatte bis dahin auch noch keinen Urlaub genommen. Er bleibt bis zum 31.03. des Folgejahres arbeitsunfähig. Sowohl, wenn er weiter im Betrieb arbeitet, aber auch, wenn er gekündigt wird, verliert er jeden Urlaubsanspruch.

3. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz lässt das Bundesurlaubsgesetz nur zu, wenn die Arbeitsunfähigkeit vom Arbeitgeber zu vertreten war oder der Tarifvertrag günstigere Abgeltungsregeln enthält.

Quelle: http://www.internetratgeber-recht.de/Arbei...rlaub/eua08.htm



Bundesurlaubsgesetz

Liebe Grüße

Ralf :winke
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Harro
Geschrieben am: 03 Aug 2007, 13:44


Internet-Tramp
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Moin moin,
ich denke mal man sollte das mal klarstellen bevor falsche Hoffnungen aufkommen. :rolleyes:
Zitat
Urlaub und länger anhaltende Krankheit

1. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts kann der Urlaubsanspruch auch dann geltend gemacht werden, wenn der Arbeitnehmer während des gesamten Jahres keinen einzigen Tag gearbeitet hat. Dies wird damit begründet, dass das Bundesurlaubsgesetz lediglich auf das Bestehen des Arbeitsverhältnisses und die Erfüllung der Wartefrist abstelle.

2. Andererseits verfällt der Urlaub, aber auch der Abgeltungsanspruch nach § 7 Abs. 4 BUrlG, wenn der Arbeitnehmer bis zum 31.03. des Folgejahres krank bleibt oder ihm wegen der Krankheit gekündigt wird.

Beispiel: Der Arbeitnehmer erkrankt am 20.7. und hatte bis dahin auch noch keinen Urlaub genommen. Er bleibt bis zum 31.03. des Folgejahres arbeitsunfähig. Sowohl, wenn er weiter im Betrieb arbeitet, aber auch, wenn er gekündigt wird, verliert er jeden Urlaubsanspruch.

3. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz lässt das Bundesurlaubsgesetz nur zu, wenn die Arbeitsunfähigkeit vom Arbeitgeber zu vertreten war oder der Tarifvertrag günstigere Abgeltungsregeln enthält.


Ergänzend dazu:
Zitat
Will der Arbeitnehmer Teilurlaub auf das nächste Kalenderjahr übertragen, muss er dies noch im Urlaubsjahr verlangen. Dafür reicht jede Handlung des Arbeitnehmers aus, mit der er für den Arbeitgeber deutlich macht, den Teilurlaub erst im nächsten Jahr nehmen zu wollen. Nicht ausreichend ist es, dass der Arbeitnehmer im Urlaubsjahr darauf verzichtet, einen Urlaubsantrag zu stellen



So und jetzt zu dem ominösen Zahlen anstatt Urlaub nehmen :P
Zitat
EuGH 6.4.2006, C-124/05
Gesetzlicher Mindesturlaub darf nicht finanziell abgegolten werden
 


Der in der Arbeitszeitrichtlinie vorgeschriebene bezahlte Mindesturlaub von vier Wochen im Jahr darf außer im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht durch eine finanzielle Entschädigung ersetzt werden. Anderenfalls würde ein unzulässiger Anreiz für die Arbeitnehmer geschaffen, auf ihren Erholungsurlaub zu verzichten. Das gilt auch, wenn die finanzielle Abgeltung des Mindesturlaubs vertraglich vereinbart ist.


Ich hoffe jetzt sind alle klarheiten beseitigt.

Harro

PS.EU Recht geht vor Landesrecht :z
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