Bandscheiben-Forum

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> Schmerzen bei Krankengymnastik, Krämpfe und heftiger Muskelkater
Erin
Geschrieben am: 20 Aug 2008, 18:04


Öfter dabei
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Durch eine Fehldiagnose habe ich 18 Monate nahezu nichts (körperlich) tun können. Dann kam eine Bandscheiben-OP (L5/S1 versteift und L4/L5 Prothese) und darauf folgende weitere 3 Monate Auszeit weil die Prothese erst mit den Knochen verwachsen soll.

Ich befinde mich im zweiten von den 3 Monaten. Schon im Krankenhaus wurden die Physiotherapeuten darauf aufmerksam dass ich untergewichtig bin (Veranlagung) und durch die lange bewegungsarme Zeit extrem wenig Muskulatur habe. Mir wurde daraufhin geraten, bereits vor der Reha die nach den 3 Monaten kommen soll, mit einer Physiotherapie anzufangen, die ein paar Muskeln aufbaut, da ich sonst die Reha körperlich nicht schaffen könne.

Bislang war ich auch hoch motiviert, doch das scheint nicht zu reichen. 2 Termine KG liefen gut. Zwar sehr anstrengend und am Tag danach auch mit Muskelkater, aber im erträglichen Bereich und ich dachte mir auch dass es wohl nicht ganz ohne Schmerzen gehen würde. Doch beim 3. Termin war es wie in einer Folterkammer! Ich habe dauernd Krämpfe in Beinen, Armen, Schultern bekommen, weil die Übungen für mich viel zu schwer waren. Und jedes einzelne Mal wurde es damit kommentiert, dass das schon eine ganz leichte Form der Übung sei, aber dann müsse es wohl für mich noch leichter gemacht werden. Hat meine Motivation total in den Keller gehauen. Ich habe mich wirklich angestrengt, aber als sie am Ende der Einheit dann auch noch wiederholte wie wenig Muskeln ich hätte und das ihr das mit jedem Termin deutlicher würde, war meine Motivation endgültig weg.

Damit nicht genug habe ich am nächsten Tag so extrem schlimmen Muskelkater in Beinen, Armen und Bauch bekommen, dass ich sämtliche Termine absagen und meinen Hund von einer Bekannten ausführen lassen musste. Trotz warmem Bad, versuchter Dehnung und allem was ich als Gegenmaßnahme gegen Muskelkater im Internet finden konnte, hielten die heftigen Schmerzen tagelang an.

Mag sein dass ich damit falsch liege, aber ich dachte in einer Physiotherapie und auch später bei der Reha müssten die Übungen an die Verfassung meines Körpers angepasst werden?
PM
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Zitrus
Geschrieben am: 20 Aug 2008, 19:03


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Hallo Erin,

ehrlich gesagt, halte ich die Vorgehensweise dieses Physios für mehr als fraglich. Ich bekomme nun schon seit fast vier Jahren durchgehend Physiotherapie in jeder erdenklichen Art und Weise. Inzwischen bin ich bei der vierten Praxis angelangt und seit dem mehr als glücklich.
Ich kann nur betonen, dass ich diese Art und Weise, die Du beschreibst nicht kenne. Jeder meiner Physios ist immer auf den momentanen Zustand des Körpers eingegangen und hat die Übungen entsprechend angepasst. Deshalb mache ich auch zur Zeit nur isometrische Übungen und etwas zur Koordination. Wenn man ehrlich ist, ist ja schon Muskelkater ein Zeichen der Überforderung!
Lass Dir das nicht gefallen! Entweder würde ich es mit einem anderen Physio in der Praxis versuchen oder schau, dass Du ein neues Rezept bekommst und die Praxis wechselst.

Auch die Aussage, dass Du die Reha körperlich nicht schaffst, kann ich so nicht unterschreiben. Du bist zwar auch bei der Reha selbst gefordert und darfst Dir nicht alles gefallen lassen, aber die Übungen müssen/sollen immer auf Dich und Deinen Trainingszustand abgestimmt sein. Aus eigener Erfahrung kann ich auch hier nur sagen, dass sich nach Anfangsschwierigkeiten immer ein guter Weg gefunden hat.

Auch wenn Du momentan gefrustet bist, gib Deine Motivation nicht auf! Ein gut stützendes Muskelkorsett ist eben, nicht nur für uns Bandis, sehr wichtig.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft aber auch viel Spaß fürs Training

Zitrus
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Erin
Geschrieben am: 22 Aug 2008, 10:28


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Danke für die Antwort. Dass beruhigt mich ein bisschen. Vor der KG war ich auch davon ausgegangen, dass beim Training etwas falsch läuft wenn man hinterher Muskelkater hat. So kenne ich es selbst von früher und auch aus Ratgebern. Doch da die Physiotherapeutin für mich der Profi ist, war ich davon aus gegangen dass sie es besser wissen wird als ich. Zudem weiß ich selbst wie wenig Muskulatur noch da ist und hatte befürchtet, der einzige Weg das zu ändern könnte evtl tatsächlich über reichlich Schmerzen gehen. Offen gestanden ein Weg den ich dann nicht mehr gehen würde, da ich durch meinen Rücken in den letzten Jahren genug Schmerzen hatte und sowas nicht mal nebenbei weg stecken kann.

Ich werde mal mit meinem Arzt sprechen und dann vor Beginn der Reha ein ausführliches Gespräch mit den Leuten dort führen. Denn dass ich nach kurzer Zeit abbreche weil ich nicht mit halten kann wird auch nicht in deren Sinne sein. Die Reha findet in einer anderen Einrichtung statt, vielleicht sind die dort sowieso anders ein gestellt.
PM
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Zitrus
Geschrieben am: 24 Aug 2008, 17:17


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Hallo Erin,

ich kann Dir gut nachfühlen, dass Du wirklich mehr als Angst davor gehabt hättest, wenn der Muskelaufbau nur über Schmerz funktioniert.
Ich kann dir aber versichern, dass dies nicht so ist. Ich habe inzwischen auf Grund der immer wieder kehrenden Zwangspausen schon dreimal (und ein viertes Mal steht bevor) wieder von Null begonnen. Jedes Mal ging es wirklich sehr klein los - und gar nicht mit Geräten (und wenn, dann ohne Gewicht), sondern oft mit gelbem Theraband oder sogar komplett ohne.
Du musst wirklich keine Angst davor haben!

Schlimm finde ich, dass die bei den Übungen nicht motiviert worden bist, sondern Dir die Motivation genommen wurde.
Ich kann Dir nur raten, Dich zu wehren, wenn Du wieder in so eine Situation kommen solltest. Sicherlich ist dies am Anfang nicht einfach, denn auch das muss man lernen - aber hier geht es um Dich und um Deinen Körper! Nur Du allein kannst beurteilen, wie es in Dir ausschaut, und wie die Übungen Dir bekommen!

Ich bin überzeugt, dass Du auf der Reha auch Erfolge erzielen wirst - und wenn eine Übung zu schwer ist, dann mache die leichte Form. Ich habe z.B. im Wasser alle Übungen ohne Hilfsmittel wie Brett oder Hanteln gemacht, da es mit für mich zu schwer war.

Schreibe doch wie es Dir auf der Reha ergangen ist! Ich wünsche Dir alles Gute
Zitrus
PM
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Erin
Geschrieben am: 05 Sep 2008, 12:34


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Hallo Zitrus,

danke für die aufmunternden Worte. Ich habe die Physio inzwischen abgebrochen. In einem Monat geht die Reha los. Ich habe mich nach einer guten Einrichtung in meiner Nähe erkundigt und auch eine gefunden. Dort findet erst eine Eingangsuntersuchung statt und ein Gespräch in dem ich dann alles anbringen kann. Ich denke damit werde ich mich erheblich wohler fühlen. Mein Hausarzt hat inzwischen bestätigt das die Übungen zuviel waren und ich nur die Hälfte des Schwierigkeitsgrades machen darf. Da ich mit Übungen im Wasser gute Erfahrungen gemacht habe, möchte ich mir dann auch den Schwerpunkt darauf legen. Hab mir schon sagen lassen, dass das in der neuen Einrichtung kein Problem ist, weil die sehr gut darauf eingehen was man kann und tun möchte.

Für die Zeit bis zur Reha habe ich mir für zu Hause ein Übungsprogramm zusammen gestellt, das auf den Übungen der Physio beruht, aber erheblich leichter für mich zu bewältigen ist. Anstrengend ist es trotzdem, aber ich merke auch schon Erfolge und damit kommt so langsam meine Motivation wieder.

LG Erin
PM
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Zitrus
Geschrieben am: 06 Sep 2008, 19:40


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Hallo Erin,

das hört sich jetzt ja (endlich) alles super an!!!
Toll, dass Du einen Hausarzt hast, der so auf Dich eingeht und eine Einrichtung gefunden hast, die im Vorfeld Deinen Erwartungen entspricht.

Viel Spaß noch bei Deinen Übungen - und übernimm Dich nicht! Vielleicht magst Du nach der Reha berichten, wie es Dir ergangen ist?

Liebe Grüße
Zitrus
PM
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