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> Eingliederungsmanagement a. nach Krankheit Pflicht
Topsy
Geschrieben am: 23 Okt 2008, 08:47


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Eingliederungsmanagement auch nach Krankheit Pflicht

Ein betriebliches Eingliederungsmanagement muss nach §84 Abs. 2 SGB IX nicht nur für Schwerbehinderte durchgeführt werden, sondern für alle Mitarbeiter, die im Laufe eines Jahres mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig krank waren. Im Klartext heißt das, dass zusammen mit dem Mitarbeiter und seiner Interessenvertretung (Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung etc.) abgeklärt werden muss, was zur Überwindung der Arbeitsunfahigkeit nötig ist.

Vorbeugen und erhalten
Weiterhin gehört zum Eingliederungsmanagement die Vorbeugung gegen erneute Arbeitsunfähigkeit mit Leistungen und Hilfen sowie die Erhaltung des Arbeitsplatzes. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat nun geklärt, dass das betriebliche Eingliederungsmanagement für alle Arbeitnehmer geleistet werden muss, die mehr als sechs Wochen im Jahr krank waren (BAG, 12.07.2007, 2 AZR 716/06). Der Fall wurde allerdings wieder an das LAG Hamm verwiesen, das eine weitere Sachverhaltsaufklärung durchführen muss.

Was noch aus dem Urteil hervorgeht:
Wird einem Arbeitnehmer wegen Krankheit gekündigt, ohne ein Eingliederungsmanagement versucht zu haben, muss im Kündigungsschutzprozess bewiesen werden, dass keine leidensfähige Beschäftigungsmöglichkeit für den Arbeitnehmer vorhanden ist. Wurde die Eingliederung versucht, müsste der Arbeitnehmer erläutern, welche Möglichkeiten zur Beschäftigung er sieht. Das Eingliederungsmanagement erleichtert also in jedem Fall die Argumentation.
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