Bandscheiben-Forum

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> Enorme Muskelverhärtung lösbar durch Massage?
Hansi H_
Geschrieben am: 14 Mai 2012, 22:56


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Hallo zusammen,

ich bin jahrelang erfolglos von mehreren Ärzten auf Bandscheibenvorfall L5/S1 behandelt worden. Trotz enormer Schmerzen und mehrerer Arbeitsausfälle (ich bin selbständig und erhalte keinen Cent, wenn ich ausfalle!) wollte mich bisher zum Glück niemand an der Bandscheibe operieren. Warum "zum Glück"? Weil mein Krankengymnast nun offenbar mein Hauptproblem gefunden hat: Durch eine spezielle Massagetechnik (ich liege stark "eingeigelt" - also zusammengerollt wie ein Igel - auf der Seite, damit die Dornfortsätze meiner Wirbelsäule möglichst weit voneinander gespreizt werden) kann er an sehr tiefliegende Muskeln gelangen und hat nun das "Nest meiner Schmerzen" ausfindig gemacht. Als er dort das erste Mal richtig tief ankam, jubelte ich trotz des Druckschmerzes - denn genau dort sitzt das Zentrum meiner ständigen "Hexenschüsse"! Die Bandscheibe scheint also tatsächlich nicht das Hauptproblem zu sein, auch wenn alle Orthopäden und Neurochirurgen mir das nach Sichten meiner MRT-Bilder weismachen wollten.

Mein Krankengymnast ist 53 Jahre alt, macht den Job seit 30 Jahren und sagte mir, dass er - ich zitiere seine Aussage vom Freitag - noch nie so dermaßen harte Muskelverspannungen in der Lendenwirbelsäule gefühlt hat wie bei mir. Beidseitig links und rechts ist diese enorme Verhärtung zu spüren. Er hat mir am Wirbelsäulenmodell gezeigt, wo diese Verhärtungen liegen und ich habe diese nun an dem folgenden Bild, das ich mir gegooglet habe, in Rot markiert:

Angefügtes Bild

Der KG meint, dass er diese Verspannungen vermutlich manuell lösen kann, wenn ich regelmäßig zu ihm komme. Er massiert immer 60 Minuten, da das Gewebe erst nach etwa 45-50 Minuten beginnt, zu reagieren. Vorher sind die beiden Muskelstränge - ich zitiere erneut - "so hart wie zwei Stahlseile". Weiter oben Richtung Brustwirbelsäule wird die Muskulatur deutlich weicher, aber da habe ich ja auch nie Probleme. Imme rnur von L5/S1 bis etwa L3/L4.

Hat vielleicht jemand das gleiche Problem oder kann Ähnliches berichten? Haltet Ihr es für möglich, dass ich durch die manuelle Therapie des Krankengymnasten wieder schmerzfrei werden kann? Ja klar, Ferndiagnosen sind unmöglich - aber vielleicht hat jemand ja einen nahezu identischen Verlauf wie ich erlebt und möchte darüber berichten...

LG Hansi
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Mellimaus21
Geschrieben am: 14 Mai 2012, 23:02


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Hallo Hansi
Ich habe zwar selber nicht das Problem, aber ggf wäre bei dir eine Kombination aus Massagen, Wärme und Muskelentspannenden Medikamenten eine Option.
Hat dein Physio auch gesagt warum das da so verspannt ist?
Sowas hat ja in den allermeisten Fällen eine Ursache.
Sprich deinen Arzt doch mal darauf an. ....
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parvus
Geschrieben am: 14 Mai 2012, 23:10


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Hallo Hansi,

ja ich halte es für möglich, dass er diese Verhärtungen der "Drahtseile" bearbeiten kann.

Diese Verhärtungen (Myogelosen) sind es oft, die Beschwerden auslösen. :z

vielleicht liest Du das mal :D

Meine "Drahtseile" (OT meines Physios, wie Du jetzt liest) liegen im HWS-Bereich.

Wendet er vorher Wärme an, also Wärmelampe/Rotlicht, oder Fango oder eine heiße Rolle? Das würde alles noch intensivieren :up

Nimmst Du auch einen Muskelentspanner als Medi ein? Wäre ggf. zusätzlich hilfreich.

Viel Erfolg :winke parvus

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Hansi H_
Geschrieben am: 14 Mai 2012, 23:31


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Hallo mellimaus,

der KG hat keine Ahnung, wieso das so enorm verspannt sein kann. Woher auch, er kennt ja die "wichtigen Eckdaten" (Arbeitsplatz, über den Tag verteilte Sitzhaltungen, Fahrwerk meines Autos etc.) nicht. Ich vermute, dass der Patient selbst am besten beurteilen kann, woher so massive Verspannungen kommen können. Bei mir könnte es vielleicht die Kombination aus vielen Dingen sein (Übergewicht, Arbeit als Kameramann mit schwerem Arbeitsgerät, durch den Filmschnitt dann stundenlanges Sitzen am PC, tiefergelegtes Auto mit Niederquerschnittsreifen).

Hallo parvus,

vielen Dank für den sehr interessanten Link! Der Text ist wirklich hochinteressant!
Der Krankengymnast wendet vorher keine Wärme an, nein. Muskelentspannende Medikamente nehme ich auch keine ein; wohl seit nun wenigen Tagen Magnesium (400mg täglich), da mir dies empfohlen wurde. Welches muskelentspannende Mittel kannst Du empfehlen? Vermutlich sind die alle verschreibungspflichtig, korrekt?

LG Hansi
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parvus
Geschrieben am: 15 Mai 2012, 00:25


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Hallole :winke

die Medis solltest Du mit dem Arzt besprechen, da gibt es einige. :z

Hochdosiertes Magnesium habe ich eine zeitlang auch eingenommen, da ich immer mal Wadenkrämpfe hatte.

Ich habe gute Erfahrung mit der heißen Rolle vor einer Behandlungseinheit gemacht, dann ist die Muskulatur entspannter und es schmerzt auch nicht mehr ganz so.

Innerhalb der Schmerztherapie erhalte ich ein Biofeedback, d.h. mittels Elektroden wird meine Körperspannung aufgezeichnet. Da ich eine sehr hohe Spannung habe (vier-fünfach höher als die Norm) die auch unter der Therapie nicht weiter abgebaut wird, lerne ich mit Übungen hier Einfluss zu nehmen.

Eine Behandlung über die Osteopathie, oder wie ich sie seit Jahren mache, die Haptotherapie, kann ich nur empfehlen. :up

Wir befinden uns leider in dem Teufelskreis Schmerz drin und dazu zählt auch zum Großteil die muskuläre Anspannung dazu, die es heißt zu unterbrechen, damit auch die Beschwerden sich bessern können.

Ganz wichtig ist es auch, Stressfaktoren im Alltag zu erkennen und abzubauen, denn:
Stress -> Anspannung -> Verspannung -> Schmerz -> Stress -> -> -> der Teufelskreis schließt sich.

Hier wäre es sinnvoll auch Entspannungstechniken wie z.B. die PMR nach Jacobsen zu erlernen, Chi Gong, Thai Chi, Yoga oder ähnliches anzuwenden, ebenfalls Achtsamkeits-/Imaginationsübungen zu erlernen, um entspannter zu werden und sich auch mal wieder runter zu holen, wenn es stressig wird und der Beschwerdepegel hochschnellt. :z

Gruß parvus :winke



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Sab
Geschrieben am: 15 Mai 2012, 05:38


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Hallo,


ich würde Dir noch sehr warm Yoga ans Herz legen. Zum einen wird beim Yoga wert aufs Atmen gelegt - das entspannt ungemein - zum anderen wird viel gedehnt. Durch die statischen Dehnungen - das ist am Anfang sehr ungewohnt - lockert sich bei mir immer die verspannte Muskulatur. Falls Du an Yoga interessiert bist, schau Dir verschiedene Yogaarten, es wird dort auf unterschiedlcihe Schwerpunkte Wert gelegt.

LG

Sabine

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Hansi H_
Geschrieben am: 19 Mai 2012, 09:18


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Vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten! Nach der "Haptotherapie" musste ich erst mal googlen, das kannte ich noch nicht.

Gruß, Hansi
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