Bandscheiben-Forum

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> Klage wegen Anerkennung BK2108 abgewiesen?
cheops
Geschrieben am: 19 Mär 2014, 07:53


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Guten Morgen alle miteinander,

hatte gestern nach 2 Jahren hin und her einen Verhandlungstermin beim Sozialgericht zur Anerkennung einer BK2108.
Klage wurde abgewiesen da ich zwar im August 2010 bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses wegen Krankheit
einen Belastungswert von 15 MNH erreicht habe, aber nach Meinung der BG und des Gerichts schon eine Vorerkrankung seit dem Jahr 2002 habe.
Ich war 16 Jahre als Tischler und Monteur für Treppenanlagen (besonders körperlich schwer) tätig,
und es kam ab diesem Zeitpunkt immer mal wieder vor, dass ich wegen Rückenbeschwerden für einige Wochen arbeitsunfähig geschrieben wurde.
Ein Bandscheibenvorfall wurde aber nicht festgestellt, erst August 2010. BG und Gericht waren der Meinung des Gutachters,
dass dann zu dem früheren Zeitpunkt nur ein Wert von 7,5 MNH vorgelegn hat. Die legen den Stichtag einfach auf das Jahr 2002.
Da ich seit 3 Jahren eine Rente bekomme, habe ich natürlich viel Zeit mich mit der gesamten Materie eingehendst auseinander zu setzen.
Ich habe mich im Internet, Fachliteratur u.s.w. informiert, und ich finde nirgends einen Hinweis ab welchen Zeitpunkt die BK2108 greift.
Im BK-Report, hat auch dem Richter sowie der BG-Vertreterin vorgelegen, steht, es muss eine Aufgabe der Tätigkeit zwingend erforderlich sein,
sowie, für die Berechnung der Belastungsdosis sind alle Zeiträume mit unterschiedlicher Beschäftigung zu addieren.
Nach seiner Urteilsbegründung sagte mir der Richter, dass ich Recht hätte betreffend dem fehlenden Hinweis zum Tag X.
Er meinte, dass ich in keinem Gestzesbuch (und zeigte auf seine vielen Gesetzbücher vor ihm) oder sonstwo etwas finden würde,
aber die Gerichte hätten schon immer so entschieden und was solle er da machen. Er riet förmlich zu einer Berufung,
da dann das LSG sich damit auseinandersetzen müsste, und es vielleicht dort zu einem anderen Urteil kommen könnte.

HALLO???????????????? Nur weil das schon immer so gemacht wurde wird es weiter so gehandhabt?
Auch nach nochmaligem Nachfragen meinerseits, ich würde damit nicht leben können,
da mir keiner eine genaue Auskunft geben kann und nach welchem Gestz denn hier entschieden wurde,
da es ein solches nicht gibt, lächelte er nur und spielte die ganze Zeit mit einem Gummiband.

Liege ich hier falsch, oder ist es wirklich andem, dass diese Lücke im Gesetzblatt einfach noch keinem aufgefallen ist??

Bearbeitet von Harro am 19 Mär 2014, 09:03
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Harro
Geschrieben am: 19 Mär 2014, 09:11


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Moin moin cheops,

Zitat

Nur weil das schon immer so gemacht wurde wird es weiter so gehandhabt?

ja, da ist kein Einzelfall, es war damals auch so üblich bei den absurden Verweisungstätigkeiten
bei Berufsunfähigkeit. Sieh Verweisung auf die Pförtnertätigkeit.
Alle Gerichte hielten sich erstmal an diese Praxis bis irgendein LSG oder gar das BSG dem einen Riegel vorgeschoben hat.

Sieht also so aus, als wenn du der Riegel werden sollst, so hat es dir ja auch der Richter durch die Blume gesagt. :z

LG Harro :winke

PS. Bitte in Zukunft ab und zu die Returntaste drücken und einen Absatz machen,
diese Bandwurmschreiberei verursacht Augenkrebs :rolleyes:
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badfirst
Geschrieben am: 19 Mär 2014, 12:25


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Hallo cheops,

ich bin selber in der Situation mit der BK2108, nur das meine Sache schon seit 2009 läuft und ich noch keine Verhandlung vor dem SG hatte.

Also bis heute dachte ich immer bei der BK2108 das man wegen LWS Beschwerden bei den Ärzten Vorstellig werden muss, damit die BK anerkannt wird?
Was bei mir nicht der Fall war, und ich mir eigentlich deshalb Gedanken mache, das es keine Anerkennung bei mir geben wird. :hair

Im Bezug zu den Vorerkrankung, waren 2002 den irgendwelche Diagnosen gestellt, die dafür Sprechen?

Ich denke wäre ich jetzt auch in der Situation, würde ich in Berufung gehen aber nur mit Unterstützung, da es sonst an die Substanz geht!? :kinn

Schöne Grüße und drücke dir die Daumen!!

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cheops
Geschrieben am: 19 Mär 2014, 15:01


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Hallo Badfirst, hallo Harro, und all da draußen.

Augenkrebs? :roll Hab ich ja noch nie gehört.


Also bis heute dachte ich immer bei der BK2108 das man wegen LWS Beschwerden bei den Ärzten Vorstellig werden muss, damit die BK anerkannt wird?
Ja natürlich bin ich Dauergast bei den Ärtzten, mein Orthopäde hat ja auch den Verdacht auf Anerkennung eingereicht.
Einen Anwalt habe ich und er meint, dass wir in Berufung gehen sollten, da ja eine Bandscheibenerkrankung erst im August 2010 mittels MRT nachgewiesen wurde. Vorerkrankungen waren immer mit fast einer Regelmäßigkeit Rückenbeschwerden. Ich weiß nicht was die mit dem Datum meines ersten augetretenen Rückenleidens 2002 anfangen wollen.
Auch hat mein ehem. Arbeitgeber falsche Angaben betreffend den körperlichen Tätigkeiten gemacht. Er gab an, dass alles eine relativ leichte Arbeit war. Könnt ich im nachhinein kot.... Der hat ja noch nie ne Treppe montiert.

Ich wollt mit meinem Beitrag ja nur mal nachfragen, ob jemand schon irgenwelche Erfahrung mit dem Sozialgericht hat. Vielmehr mit der nicht klar definierten Erstmanifestation einer BK2108.

Grüße und einen schönen Tag noch.

cheops
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badfirst
Geschrieben am: 19 Mär 2014, 15:36


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Hallo nochmal,

naja mein Verfahren wurde auch erstmal stillgelegt, weil es um Arztbesuche aus 2006 ging, wo ein Arzt mich trotz Beschwerden im BWS bereich den LWS behandelt hat.

Da ich aufgrund dessen ein Behandlungsfehler gesehen habe, wollte das Gericht die Klärung in der Sache haben, damit auszuschließen ist das ich zu diesem Zeitpunkt schon den Beruf aufgeben sollte /musste.

Seit das Ergebnis von der Ärztekammer vorliegt, das dieser Arzt und alle anderen zwar nicht den Schmerzhaften bereich behandelt haben, habe ich ein Beweis das ich zu dem Zeitpunkt keine Probleme mit der LWS hatte.
Seit dem regt sich auch wieder was bei Gericht.

Das mit dem Arbeitgeber und falsche Angaben machen, kenne ich auch, dadurch wurde mein MDD auch herabgesetzt. :tritt
Nur habe ich Arbeitskollegen angegeben, Bilder von der Arbeit die ich verrichtet habe sowie Bilder von den zu verarbeiteten Produkten an das Gericht geschickt, wie auch zu der BG.

Wäre schön wenn du weiter Schreibst was du weiter machst, da meins etwas länger dauert denke ich das Hilft vielleicht mir und anderen!! :rolleyes:

Schöne Grüße und viel Erfolg!!
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cheops
Geschrieben am: 19 Mär 2014, 17:09


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Wenns was neues gibt werde ich es berichten.

Jetzt warten wir erst mal auf die Urteilsbegründung vom Gericht, dann wird Berufung eingereicht und dann hoffe ich, dass endlich was ins Rollen kommt. Mein Anwalt hat ja vor dieser Verhandlung einen Antrag eingereicht, einen weiteren orthopädischen Guachter und einen Arbeitsmediziner von unserer Seite hinzu zu ziehen, zwecks Neuberechnung des MDD und Einschätzung des Erkrankungsverlaufs. Wurde aber vom Gericht jetzt nicht zugelassen.
Einen Gutachter haben wir schon gefunden, er ist sehr daran interessiert gegen die BG zu kämpfen. Hat auch schon viele erfolgreiche Gegengutachten erstellt.
Rechtsschutz hat heute auch ihr ok gegeben.


(diesmal besser zu lesen?)


cheops
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haensel
Geschrieben am: 02 Apr 2014, 17:51


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hallo cheops,

erstmal ne Frage: was heisst "Neuberechnen des MDD"? Ich kämpfe auch schon seit 12 Jahren für eine Anerkennung einer BK 2108. 2006 hatte ich schon eine Verhandlung am SG und habe dann meine Klage zurückgezogen. Der erste Gutachter, vom SG bestellt, hatte bei mir einen Morbus Scheuermann diagnostiziert und damit war der Schuld an meinen Bandscheibenschäden. 3 weitere Gutachter haben das Erste abgeschrieben und somit war vorerst Schluß. Weil die arbeitstechnischen Voraussetztungen fehlten, die Belastungsdosis hat die BG selbst berechnet, natürlich viel zu gering, und die Langjährigkeit war zu gering 8 Jahre und 4 Monate. Deshalb habe ich meine Belastungsdosis selbst berechnet und bekam von der BG eine Anerkennung für meine schlüssige und umfangreiche Berechnung und was für mich noch wichtiger ist: Die arbeitstechnischen Voraussetzungen sind zu bejahen, weil ich in dieser kurzen Zeit (8Jahre und 4 Monate) schon 55,8% meiner Lebensarbeitsdosis erreicht habe. Jetzt geht es nur noch um die Höhe des MdE.
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Busch38
Geschrieben am: 30 Jun 2014, 07:05


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Nach den Konsensempfehlungen ist ein Morbus Scheuermann in der Regel keine konkurrierende Ursache bei BK2108.
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