Bandscheiben-Forum

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> Versteifung der L4/5, in einer Woche Op
Gutti40
Geschrieben am: 28 Okt 2016, 11:45


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Hallo ihr Lieben
Nun ist es bald so weit nach jahrelanger konservative Behandlung ( nur in der ganzen Schwangerschaft hatte ich komischerweise keine Schmerzen). Ich kontaktierte einen 3. NC und dieser empfahl das es besser ist die Wirbel zu versteifen mit einem Platzhalter dazwischen. Eine Prothese ist nicht sinnvoll, da sich die Facettengelenke krallenartig verformt haben.
Nun meine Frage. Wie lange brauche ich danach um auf die Beine zu kommen? Habe eine zweijährige Tochter und sie wird mich sehr schnell wieder beanspruchen wollen.
Eine Reha ist erst sechs Wochen später. Was ist mir davor schon alles möglich?
Lieben Dank für eure Antworten.
Gruß Sandra
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Lulu
Geschrieben am: 28 Okt 2016, 13:37


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Hallo Sandra,

Du brauchst auf alle Fälle eine Hilfe für die Versorgung deiner Tochter....frag auch bei deiner KK nach, ob sie dir einen finanziellen Zuschuss geben kann.
Hast du Freunde oder Verwandte, die dir beim Kind helfen können?

Die Op ist kein Spaziergang und es bedarf im Anschluss viel Geduld und Spucke bis man auf die Beine kommt.

1 Tag nach der op wirst du zwar mobilisiert, musst vom Bett aufstehen..und die Physiotherapie wird dir täglich Sachen zeigen, wie du am Anfang besser zurande kommst.
Socken anziehen, Treppen steigen.. etc.

Die erste Zeit ist dein Rücken wie ein Betonklotz und er wird dir vorgeben was gut ist und was nicht.
Du wirst von nun an in die klassische Kniebeuge gehen, um etwas anzuheben...auch das dauert einige Wochen bis es wirklich geht.
Besorge dir eine Greif Zange.

Auch daheim wirst du die erste Zeit viel liegen muessen.
Das Implantat muss erst einmal einwachsen und verknöchern.. und dass kann mal locker 1 Jahr dauern.
Das Sitzen ist nur zum Essen und Toilettengang erlaubt,
Laufen kannst du solange es dir guttut....und ausruhen im Liegen.

Bei der REHA gehen die Meinungen sehr auseinander.
Nicht wenige Spondy s sind von der REHA mit gelockerten oder gebrochenen Schrauben gekommen, weil das alles zuviel war.

Nach meiner 1 Spondy fuhr ich erst ein Jahr nach der Op zur REHA.
Nach der 2. Spondylodese hatte ich die Wahl zwischen AHB, REHA oder intensiver Physiotherapie.
Ich entschied mich für das letztere...und begann die Physiotherapie erst ca. 6 Monate nach der Op...und das auch nur 1x die Woche.
Dabeim machte ich nur isometrische Spannungsuebungen, das reicht..sagte mir mein Doc.

Auch reagieren die Nerven nach der Op oft noch gestresst und tun manchmal noch mehr weh wie vorher. Die Nerven erholen sich pro Tag 1 mm. Also bis 2 Jahre kann es dauern, je nachdem wie weit diese geschädigt waren.

Ich wünsche dir für die Op alles Gute und
Viel Zuversicht und Geduld für die Heilungszeit!

LG
Lulu

Bearbeitet von Lulu am 28 Okt 2016, 13:38
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Harro
Geschrieben am: 28 Okt 2016, 17:00


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Moin moin Sandra,

Zitat

Wie lange brauche ich danach um auf die Beine zu kommen?

Solange wie es nötig ist, einiges zeigt dir der Ratgeber Postoperatives Verhalten klick den wir hier im Forum haben.
Halte dich bitte daran sonst landest du schneller wieder auf dem OP Tisch, was ja nicht nötig ist :z

LG Harro :winke
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Gutti40
Geschrieben am: 28 Okt 2016, 17:34


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Danke Lulu für deine ausführliche Beschreibung.
Macht mir ja etwas Bauchschmerzen. Die Reha sollte ich nach 6Wochen beginnen.
Das hätte ich lieber dann ambulant gemacht. Habe zu Hause noch Mann und eine 14jährige Tochter.

Aber meine Kleine hängt meistens an mir.
Na mal schauen wie ich das am besten hinkriege.

Lg
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Bernd1309
Geschrieben am: 29 Okt 2016, 11:48


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Hallo Sandra,
meine Spondy ( L4-S1 ) war vor 9 Wochen, also kann ich mich noch sehr gut
an die vergangenen Wochen erinnern.
Die 10 Tage in der Klinik waren nach der OP , sieben Stunden im OP und ein Tag auf
der Intensiv, schon sehr heftig, aber wegen der Schmerzmittel und Betreuung erträglich.
Zuhause machts du die erste Zeit außer Liegen automatisch "nichts", es geht nicht.
Aufstehen, Anziehen,Zähneputzen und der Vormittag ist gelaufen. Dazu kommen die
Schmerzen bei jeder kleinen Bewegung denen du nur mit Medis und Ruhe entgegnen kannst.
Ich will dir bestimmt keine Angst machen, du wirst es aushalten wenn du dich nicht übernimmst.
Aber deine Familie muß mit dem Haushalt alleine klarkommen, du wirst es nicht schaffen.
Vergiss die Reha nach sechs Wochen ( im Vorfeld kann kein Arzt wissen wie es dir dann geht)
und komm erst einmal halbwegs auf die Beine.
Wenn du dir so etwas anschauen kannst empfehle ich dir eine Spondy OP auf you tupe damit
du weist was nach der OP im Rücken einwachsen muß und warum du Ruhe brauchst.
Ich wünsche dir viel Glück für die OP und wenn du noch Fragen hast, raus damit.
LG Bernd
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Stefan77
Geschrieben am: 29 Okt 2016, 19:34


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Hallo,

ich bin der gleichen Situation mit einem Kleinkind daheim.

Am Anfang braucht es Disziplin für das Kind damit es lernt sich anders zu verhalten.

Denn das Kind hochheben ist sehr schlecht, auch aus der Kniebeuge heraus. Ebenso wenn das Kind auf dem Sofa auf Dir sitzen oder hüpfen will.

Meine Tochter ist ein reines Papakind, hat aber gelernt dass ich nicht mehr das machen kann was andere können.

So spielen wir mit Klötzen am Wohnzimmertisch wo ich liegen kann.

Wie alle schon schreiben, höre auf Deinen Körper! Und nichts machen mit dem Gedanken "das geht schon".

Bekommst Du denn ein Mieder? Ich würde nach der kurzen Zeit definitiv keine Reha machen. Und wenn doch, nur das was keinerlei Schmerzen bringt.


Denk bei der ambulanten Reha dran dass Du selber nicht dahin fahren kannst. Meist gibt es einen Fahrdienst, würde ich vorab klären.

Grüße

Stefan
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Gutti40
Geschrieben am: 31 Okt 2016, 02:02


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Hallo ihr Lieben

Lieben Dank für euer Feedback. Es hat mir sehr geholfen. Ich habe mir auf youtube das angeschaut. Oh Gott sag ich nur. Jetzt bekomme ich langsam Bauchweh. Bin ja eigentlich hart im Leben aber das hat mich doch etwas erschreckt, obwohl ich auf der Chirurgie arbeite.
Eure Leidenswege hören sich ja auch sehr langwierig an. Ich hoffe es hat sich aber gelohnt. Ihr kennt es ja, wenn man es anderen erzählt, heißt es immer, ob es unbedingt sein muss. Die Hoffnung das es besser oder ein schmerzfreier Leben gibt ist stärker als die Angst davor. Also bis jetzt jedenfalls :braue.
Manchmal habe ich die Sorge, das durch die Veränderung der Wirbelsäulenstatik (durch das richten) neue BSV dazu kommen. Ich hoffe mal nicht.

Liebe Grüße
Sandra
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paul42
Geschrieben am: 31 Okt 2016, 18:49


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Hallo Guuti40

Meine Spondylodese L4/L5-S1 in PLIF liegt bereits 7 Jahre zurück und bisher gibt es glücklicherweise keinerlei Hinweise auf mögliche Anschlussinstabilitäten.

Du solltest dir die bisherige Antworten wirklich zu Herzen nehmen.

Die OP ist nur der Grundstein für einen Neuanfang.
Auch wenn der Heilungsverlauf recht langsam verläuft ist dieser Eingriff dafür gedacht das dir langfristig wieder besser geht.

Den Gedanken, dass du selbst mit Reha wieder fit bist solltest du dabei nicht in den Vordergrund stellen.

Dein Körper regelt das ganz allein und das erfordert Dissziplin und Geduld.

Je langsamer du es danach angehen lässt, desto besser.

alles Gute
paul42
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