Bandscheiben-Forum

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> Probleme im Nacken/Hinterkopf
Caipi20
Geschrieben am: 13 Dez 2016, 09:39


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Hallo Leute,

ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Ich bin 23 Jahre jung und arbeite in der Informatikbranche, also viel am Computer.
Ich lege direkt mal los.

Symptome/Beschwerden (kurzfassung): oftmals extreme Nackenverspannung; Migräne/Kopfschmerzen seit der Kindheit;
seit neustem: Taubheitsgefühl am Hinterkopf, bis nach oben; bekomme oft so ein Gefühl wie Gänsehaut an der Kopfhaut bzw. gefühlt darunter, dazu ein komisches Gefühl im Kopf, als würde ich nicht genug Blut bekommen oder ähnliches.

Vorgeschichte:

Ich sitze seit dem Jugendalter viel vor dem PC und habe dementsprechend eine sehr schlechte Haltung. Ich mache zwar Sport, seit einigen Jahren Fitness und Fußball. Allerdings konnte ich bisher nie richtig meinen Rücken stärken!
Ich habe einen Rundrücken mit einer krummen Haltung. Beispiele dafür sind das beliebte Schulterblätter nach oben ziehen und den Kopf in den Nacken legen. Ich hatte all die Jahre keine gravierenden Probleme gehabt. Vor 1.5 jahren habe ich eine Ausbildung in der IT angefangen, dementsprechend sitze ich noch viel mehr vor dem PC.
Seitdem habe ich nur Probleme. Angefangen hat es mit regelmäßigen heftigen Nackenverspannungen die sich gehäuft haben. Seit diesen Sommer ist es besonder schlimmer geworden. Ich habe erstmal ein angsteinflösendes Taubheitsgefühl am ganzen Hinterkopf verspürt, dass sich über den Kopf bis in die linke Hälfte hinzog.
Das ging ca. 2 Wochen von Morgens bis Abends, bis es abgeklungen ist.
Davor hatte ich auch Probleme in der Brust. Ich habe an einem Tag, an dem ich heftige Migräne hatte den ganzen Tag rumgesessen bzw. auf meinen Stuhl zu hause rumgeeiert, d.h. ich saß die ganze Zeit da mit extremem Rundrücken, da es für mich die Migräne so erträglicher war (logisch, da ich nicht die Rückenmuskulatur anspannen musste).
Am nächsten Morgen stand ich auf mit einem extremen Engegefühl im Brustkorb bzw. direkt am Brustbein hatte ich einen stechenden Schmerz. Das ganze ging 2 Wochen, es fiel mir richtig schwer überhaupt zu atmen! Im liegen musste ich, wenn ich auf der Seite lag, den oberen Arm immer nach hinten legen an den Rücken, damit ich mehr Luft bekomme. Also quasi dem Brustkorb mehr Volumen ermöglicht.

Darauf habe ich immer wieder Probleme in dem Bereich. Stechende Gefühle aus der Gegend, auch im Rippen Bereich (Herzgegend) um die Brust und auch Ab und An auf der rechten Seite.
Ich war beim Arzt hab einen Sporttest machen lassen (Belastungs-EKG,Ruhe-EKG, Blut, etc.), da wurde mir gesagt, dass alles in bester Ordnung sei!
Oftmals kamen diese Beschwerden abends vor dem zu Bett gehen.
Aufgefallen ist mir auch, dass ich ab und an, beim Bücken ein komisches (Taubheits-)Gefühl da bekomme, welches aber auch nur Phasenweise auftritt.
Diese Beschwerden haben sich allerdings vermindert, seitdem ich jetzt wieder regelmäßiger ins Studio gehe.

Dann ist das Taubheitsgefühl im Kopf, wieder für etwa 2 Wochen aufgetreten. Ich war nun inzwischen beim Neurologen, diese hat mich untersucht und vermutet eine extreme Muskelverspannung am Nacken. Ein EEG wurde gemacht, hier wurde nichts festgestellt (also alles i.Ordnung).
Ich wurde zum MRT für die HWS geschickt, bei der auch nichts rauskam. Nur, dass ich einen Schlenker in der Wirbelsäule habe, u.a. bedingt durch die Fehlstellung. Davor war ich noch beim Orthopäden der den Bereich geröngt hat, dieser sagte mir, dass ich unbedingt meinen Rücken trainieren solle, da ich sonst relativ schnell Probleme mit den Bandscheiben bekomme. Eine von denen strahlte schon etwas aus dem normalen Wirkungsbereich aus, so erkannte ich es zumindest und so ähnlich wurde mir es erklärt.

In bezug auf meine Nacken: Ich habe immer wieder ein knacken im Nacken, wenn ich den Kopf bewege oder die Schultern kreisen lasse. Während einer starken Verspannung ist es am schlimmsten und sogar sehr laut!
Außerdem habe ich seit den ganzen Beschwerden, ein knacken im Rücken bei tiefem einatmen. Morgens nicht, allerdings entwickelt sich das im Laufe des Tages. Vorallem im Sitzen und abends im Liegen. Das knacken sitzt so etwa zwischen den Schulterblättern.
Ein knacken habe ich auch im Brustbereich, in der Region am Brustbein. Also ziemlich in der Mitte.

Das schlimmste für mich ist momentan diese Beschwerden im und um den Kopf. Zwar habe ich momentan kein extremes Taubheitsgefühl. Allerdings fühlt sich mein Kopf trotzdem etwas komisch an. Abends vor dem Einschlafen ist es wie gesagt am Schlimmsten. Ich hatte auch schon Nächte in denen ich aufgewacht bin und deswegen nicht mehr einschlafen konnte, habe da auch eine Art Schwindel bekommen, nicht so stark aber es hat sich so angefühlt. Auch plötzlichen Schüttelfrost! Jedesmal, wenn das kam musste ich auch direkt aufs Klo (Stuhl). Hier weiß ich nicht, ob es an der Panik lag oder mit den Beschwerden zusammenhängt.


Jetzt wo ich mich zurück erinner, hatte ich schon vor den ganzen extremen Beschwerden vorboten. Vorallem im Bett liegend, habe ich gemerkt, dass es im Nacken leicht kribellte links stärker als Rechts und es fühlte sich leicht Taub an. Nachts bin ich dann oftmals aufgewacht und hatte das Gefühl gleich eine Panikattacke zu bekommen. :(


Momentan geht es mir etwas besser, ich habe nicht mehr so die extremen Beschwerden, was ich vorallem auf den wieder regelmäßigen Fitnesssport zurückführe.


Das war jetzt viel Text und hoffentlich habe ich euch nicht so sehr damit verwirrt. Ich weiß selber, dass ich etwas konfus geschrieben habe, allerdings liegt das etwas an der emotionalität, da ich schon einiges durchmachte.


PS. Ich habe seitdem auch stärkere Probleme mit den Augen bekomme, allerdings weiß ich nicht, ob das dazu gehört oder ich es mir nur dazu fantasiere. (Probleme waren unter anderem mit der Pupille)


Viele Grüße
caipi
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Caipi20
Geschrieben am: 13 Dez 2016, 09:56


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Mir ist noch eingefallen: Sobald ich eine Schmerztablette nehme, verstärkt sich dieses komische Gefühl im Kopf.
Seitdem nehme ich auch kaum noch Tabletten bei der Migräne und halte sie einfach aus.
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Schnütchen
Geschrieben am: 13 Dez 2016, 14:22


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Hallo,

google doch mal ob das Okzipitalsyndrom bei dir passt....!!!!!

Gruß
Ute
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Caipi20
Geschrieben am: 13 Dez 2016, 19:24


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Hallo,

vielen Dank. Das klingt ziemlich passend!
Das mit den Ohren habe ich vergessen zu erwähnen, ich habe ständig Druckausgleich/Knacken auf den Ohren und öfters als früher Tinitus.

Allerdings habe ich nicht wirklich Schmerzen, es ist ja "nur" ein Taubheitsgefühl.

Was genau ist Weichteilentzündung im Rachen?
Beim MRT wurde bei mir eine "voluminöse" Tornwaldt-Zyste entdeckt, die mir (warscheinlich) auch Probleme in der Hals Gegend bereitet (Kloßgefühl, Engegefühl, Probleme beim Atmen).


Also Behandlung erstmal Sport, Sport und Sport? Ggf. noch Ostheopathie oder Physio? Bekommt man sowas verschrieben?

Bearbeitet von Caipi20 am 13 Dez 2016, 19:28
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Haribo
Geschrieben am: 13 Dez 2016, 20:57


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Servus,

hast gut und nachvollziehbar geschrieben und auch zur richtigen Zeit.

Empfehlung:

1. Disziplin

Korrekte Haltung, Pausen, Bewegung, gesunder Lifestyle

2. Physiotherapie

2 x Woche ( 1x Massage und 1 x angeleitete Übungen)

3. Muskelaufbau im Gym ( Gibt genug Tipps für Thema etc. auf Youtube)

3 x 45 min Woche

4. Schenke dir einen höhenverstellbaren Schreibtisch, ca. 1200 Eur

Arbeite dann regelmäßig auch im Stehen

Zieh die vier Punkte durch und du bist bis Ostern 100% beschwerdefrei und du bleibst Jahrzehnte beschwerdefrei!

Osteopathie kann man machen aber die anderen Dingen gehen vor und müssen zuerst sein. Wenn noch Geld über, der Osteopath nimmt es bestimmt gern. :winke

Gibt Vollgas und Berichte von deinen Erfolgen!

LG
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odysseus
Geschrieben am: 13 Dez 2016, 21:57


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Hallo Caipi,

das tut mir leid, dass Du in jungen Jahren schon solche Beschwerden hast.

Ich stelle die Frage hier oft (vielleicht zu oft - aber so ist das halt manchmal, wenn man sein Steckenpferd hat bzw. selbst von etwas betroffen ist):
Bist Du hypermobil? Also z.B. überstreckbare Ellenbogen und Knie, sehr bewegliche Finger, Hüfte etc.?

Ich frage nach, weil es ja schon auffällt, dass Du in mehreren Körperbereichen gleichzeitig Probleme hast. Ich selber habe eine hypermobile Bindegewebserkrankung, die lange nicht erkannt wurde und die viele meiner Symptome erklärt. Hätte ich das früher gewusst, hätte ich mit zielgerichteter Therapie vielleicht manche Symptome noch abfangen können. Denn bei Hypermobilität ist es besser, wenn man nicht nur nach Schema F vorgeht.

Falls das zutreffen könnte, Dich das interessiert und Du mit englisch klarkommst, kann ich Dir einen Link zu einem englischsprachigen Vortrag schicken, in dem ganz gut verschiedene Problemfelder und Therapieansätze bei hypermobilen Bindegewebserkrankungen aufgeführt werden.

Viele Grüße,
odysseus
PM
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Caipi20
Geschrieben am: 14 Dez 2016, 10:05


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Hypermobil nicht eher das Gegenteil. :)

Ich denke mal solche Probleme liegen bei uns in der Familie. Meine Mutter hat Beschwerden, meine Schwester auch ähnliche.

Ist sowas erblich?
Gut meine extreme Fehlhaltung hat das ganze schon gefördert, diese hat meine Schwester aber beispielsweise nicht.

Wie dem auch sei, ich werde wohl nur selbst etwas richten können ohne fremde Hilfe. Als Azubi kann ich mir keinen Physio leisten, geschweige denn einen neuen Schreibtisch!
Die Orthopäden lachen mich aus, wenn ich nach Physiotherapie frage und sagen ich solle tranieren.
Ich werde es erstmal selber probieren müssen mit gezieltem Rückentraining.
Schwimmen auch Hilfreich? Wenn ja, wie genau (z.B. 15 min Brust)?

Was sagt ihr zu meinen Beschwerden in der Brust? Ich nehme stark an, dass ich mir einfach, bedingt durch die ständige Fehlhaltung, meine Nerven entzündet habe? Die mir zwar nicht regelmäßg, aber immer mal wieder Probleme bereiten.
Da ich jetzt schon einige Jahre Trainingserfahrung besitze, hoffe ich die Probleme relativ zügig in den Griff zu bekommen.

Die Tornwaldt-Zyste lasse ich übrigens Anfang nächsten Jahres operativ entfernen.

VG
caipi
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Schrenz
Geschrieben am: 14 Dez 2016, 13:16


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Hey Caipi,

die Brustschmerzen werden sicherlich durch Muskelverspannungen ausgelöst. Brust- und Rückenmuskulatur hängen eng zusammen, so dass Brustschmerzen bei Rückenproblemen nicht ungewöhnlich sind. Ich konnte mir mit Hilfe eines Massageballs zumindest die Verspannungen um das Brustbein lösen, was schon sehr befreiend war (zeitgleich war ich allerdings dreimal die Woche zur Physio, so dass das Zusammenspiel erfolgreich war). Die Schmerzen im unteren Nacken, den Schultern und Oberarmen bekomme ich so aber nicht richtig in den Griff. Aber die Massagen tun gut, auch wenn sie am Anfang erstmal schmerzhaft sind. Ein Versuch ist es alle Mal wert!

Grüße vom Schrenz
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Caipi20
Geschrieben am: 14 Dez 2016, 15:31


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Danke für die Info!

Ostheopathen würde die Kasse(TK) bis einmalig 100€ übernehmen, habe auch noch eine Zusatzversicherung. Empfehlenswert?

Ich habe manchmal auch das Gefühl, dass mein Herz kleine Aussetzer macht bzw. Sprünge, vorallem beim Bücken. Ebenso als ich akutere Probleme hatte das Gefühl, dass ich keinen Puls habe.
Habe dadurch etwas Panik bekommen und nach einigen Sekunden, klopfte der Puls wieder spürbar stark und schnell (aufgrund der Panik).
Beim EKG war halt alles in Ordnung.
Ich vermute da eventuell einfach einen nidriegen Blutdruck? Wobei beim sporadischen Messen durch den Arzt war alles in bester Ordnung.
Ich mache gefühlt überall Baustellen auf, wo es vielleicht garnicht nötig ist. Aber ich denke ihr kennt das auch.

Außerdem habe ich auch öfter als früher bei starker Belastung bzw. beim Bücken, wenn ich mich wieder entspanne bzw. gerade Aufstelle, schießt mir das Blut in den Kopf und ich bekomme leichten Schwindel.
Das kennt man ja, allerdings ist es jetzt halt viel extremer als noch vor den ganzen Problemen.

VG
Caipi
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odysseus
Geschrieben am: 15 Dez 2016, 15:20


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Hallo Caipi,

ich kann grade nur kurz antworten.

Ja, hypermobile Bindegewebserkrankungen sind erblich. Es gibt da zum Beispiel das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos Syndrom.

Einige Symptome, die Du beschreibst, könnten durchaus zu einer Beteiligung der oberen HWS/Kopfgelenke/kraniozervikaler Übergang passen und zentral ausgelöst werden (Rückenmark/Hirnstamm). Es gibt auch erbliche Erkrankungen ohne Hypermobilität, die mit Auffälligkeiten im Bereich des kraniozervikalen Übergangs einhergehen. Wurde danach denn schon mal geschaut? Damit kennen sich unter anderem Ärzte, die auf Chiari und Syringomyelie spezialisiert sind, gegebenenfalls aus.

Ansonsten könnte das Thema autonome Dysreflexie bzw. Dysautonomie/neurovegetative Regulationsstörungen für Dich interessant sein; einige Unikliniken bieten dazu Diagnostik an.

Für die nächtlichen Symptome könnte eine Polysomnographie in einem neurologisch orientierten Schlaflabor hilfreich sein.

Wenn Du magst, kannst Du auch mal auf diese Seite schauen, da sind ein paar Informationen zu Instabilitäten der oberen HWS zusammengetragen:

www.instabile-halswirbelsaeule.de

Alles Gute Dir!

Viele Grüße,
odysseus
PM
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