Bandscheiben-Forum

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> Kribbeln u. Blasenprobleme bei BSV BWS?
Paul Kersey
Geschrieben am: 22 Mär 2017, 19:39


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Hallo liebe Foristen,

scheinbar gehöre ich auch zu den Leidensgenossen, die von BSV in der BWS geplagt sind.

Vor ca. acht Wochen habe ich ein Kribbeln in den Beinen gespürt, welches glücklicherweise recht bald verschwunden ist. Seit ca. zwei Wochen habe ich das Gefühl, dass mein Harndrang sich verstärkt hat und ich öfter auf Toilette muss als sonst. Außerdem laufen nach dem Pinkeln immer zwei- drei Tropfen heraus. Zudem habe ich bei Sitzen oder Liegen ein leichtes Wärmegefühl im Analbereich (kein Kribbeln, Taubheit o.ä.). Außerdem nachts beim Einschlafen Zucken in den Beinen, keine Schmerzen. Da ich von den Symptomen sehr geschockt war, ging ich zum Hausarzt, der wegen meiner Skoliose auf einen BSV tippte und mir eine Überweisung zum MRT für die HWS und LWS/ Cauda Equina gab. Beide MRTs waren unauffällig, ein MRT für die BWS wollte er mir nicht geben. Zitate: "In 99% der Fälle sind die BSV in anderen ebenen der BWS". Da die Symptome nicht besser wurden, habe ich auf eigene Kosten ein MRT BWS veranlasst. Dieses hat folgenden Befund:

Zitat

Befund:
Diskrete Hyperkyphose der Brustwirbelsäule ohne Anzeichen einer skoliotischen Fehlhaltung.
Unauffällige Darstellung des zervikalen Myelons, kein Myelopathiesignal.
Keine thorakale Spinalkanalstenose.
Alterskorreliert unauffällige Konturierung der thorakalen Wirbelkörper ohne Nachweis von Sinterungen
oder posttraumatischer Residuen.
Unauffälliges Signalverhalten der im Untersuchungsvolumen enthaltenen Skelettabschnitte.
Signalverlust der Bandscheiben BWK 7/8 und BWK 8/9 mit Nachweis medialer Bandscheibenherniationen von jeweils 3-4 mm. Kontakt zum thorakalen Myelon erahnbar

Beurteilung:
1.Thorakale Bandscheibenherniationen BWK 7/8 und BWK 8/9 von jeweils ca. 4 mm mit Kontakt zum thorakalen Myelon ohne Anzeichen einer thorakalen Spinalkanalstenose.
2.Kein Nachweis einer thorakalen Myelopathie oder einer foraminalen Nervenwurzelaffektion.


Der Radiologe meinte in der Besprechung, dass derartige BSV üblicherweise keine derartigen Symptome verursachen. Hausarzt meine dasselbe, hat mir aber eine Überweisung zum Neurologen sowie zum Urologen gegeben. Die neurologische Untersuchung ist erst in 1,5 Wochen. Bin jetzt zutiefst beunruhigt, da ich gelesen habe, dass Störungen der Blasenfunktion beim BSV einen medizinischen Notfall darstellen. Der Hausarzt und der Radiologe klangen jetzt nicht so, als müsste ich mich direkt bei der nächsten Notaufnahme vorstellen. Wird bei so etwas tatsächlich sofort operiert bzw. muss ich tatsächlich unters Messer?

Einen Link zu den Bildern habe ich unten angehängt.
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Paul Kersey
Geschrieben am: 22 Mär 2017, 20:24


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Hier der Link zu dem Bild:

http://www.fotos-hochladen.net/view/im0000021ctmkg3pwh.jpg

Angefügtes Bild

Bearbeitet von Harro am 23 Mär 2017, 07:41
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milka135
Geschrieben am: 22 Mär 2017, 22:26


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Hallo Paul,
also, auf diesem Befund sehe ich zwar Bandscheibenvorwölbungen.
Aber ein heranreichen von Bandscheibenbefunden oder anderen WS-Befunden ans Rückenmark löst nicht eine neurog. Blasenentleerungsstörung aus.

Schließl. wird ja, NICHT das RM zusammengedrückt.

Um den Befund genauer beurteilen zukönnen müsste ich einen Querschnitt sehen.

Urologe könnte richtig sein. Denn bei deiner Beschreibung von Blasenentleerungsstörung denke ich an Harnwegsinfekt oder Prostata.

Harnwegsinfekte können auch mit einem Wärmegefühl einhergehen. Prostata kann aber auch einen Harnwegsinfekt zur Folge haben.

Ggf. holste dir einen Termin beim Wirbelsäulenchir. oder Neurochirurgen!

Kannst dir auch mal Urinstreifen aus der Apotheke holen. So könntest schon mal testen ob du einen Harnwegsinfekt (HWI) hast.
Wobei NICHT jeder HWI im Morgenurin einen Nitrit zeigt. Kommt auf die Bakterienart an. Wobei die meisten Bakterien und insbesondere gänstige Bakterien (Ekloi-Bakterien) mit Nitrit im Morgenmittelstrahlurin einhergehen.

Liebe Grüße,
Milka :;
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Paul Kersey
  Geschrieben am: 23 Mär 2017, 00:49


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Hallo Milka,

vielen Dank für deine Nachricht, mit einer so schnellen Rückmeldung hatte ich gar nicht gerechnet. :D

Gerade habe ich keinen Zugriff auf die Bilder, ich würde versuchen, morgen oder übermorgen nochmal ein Bild hochzuladen, auf dem der Querschnitt zu sehen ist. Wenn du dies nochmal beurteilen könntest, wäre das sehr nett.

Zwischenzeitlich konnte ich privat mit einem Neurologen telefonieren, der mit meinen Eltern befreundet ist. Er ist zwar kein Wirbelsäulenexperte, hat sich aber den Befundbericht des Radiologen durchgelesen (Bilder konnte er auf seinem Computer leider nicht ansehen). Er meinte, dass der Befundbericht sich nicht so schlimm liest und er nicht glaubt, dass diese Vorfälle solche Symptome hervorrufen. Selbst wenn glaubt er, dass kein Neurochirurg bei so einem Symptombild operieren würde, da bisher keine Lähmungserscheinungen, Muskelschwächen oder "echte" Inkontinenz aufgetreten ist.Das hat mich etwas beruhigt.

Den Tipp mit dem Neurochirurgen/ Wirbelsäulenchirurgen werde ich beherzigen, hole mir morgen dann direkt mal eine Überweisung.

Liebe Grüße und einen schönen Abend
Paul
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murmel
Geschrieben am: 04 Apr 2017, 13:08


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Hallöchen Paul :;

Würde mich der Meinung von Milka anschließen!
Wie ich immer sage: Man kann auch Läuse und Flöhe haben.
Würde auf alle fälle mich beim Urologen vorstellen!
@Paul
Außerdem nachts beim Einschlafen Zucken in den Beinen

Lass dir von deinem Hausarzt eine Blutuntersuchung machen!
Ob da Mangelerscheinungen sind da sind! (Magnesium, Vitamine etcetera)

Vor allen mach dich nicht verrückt!

Gruß murmel :bank
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Paul Kersey
  Geschrieben am: 14 Apr 2017, 17:21


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Hallo Murmel,

danke für deine Worte.

Termin beim Urologen ist leider erst in zwei Monaten, mein Hausarzt hat aber eine Blut- und Urinuntersuchung veranlasst, die hoffentlich Aufschluss gibt. Es ist eben sehr seltsam, dass die Probleme (Blase, Zucken in den Beinen, Kribbeln etc.) zeitgleich und im Zusammenhang mit der Diagnose der BSV auftreten. Aber scheinbar sehen da die Ärzte keine Verbindung. Der Neurologe, bei dem ich zwischenzeitlich war, war leider kein bisschen hilfreich. Er hat mich gefragt, wo der BSV ist und hat mir dann gesagt: die Probleme können davon nicht kommen. Er hat sich noch nicht einmal den Befundbericht durchgelesen, geschweige denn die Bilder angeschaut und mich nach maximal zwei Minuten aus seinem Büro herauskomplimentiert. Untersuchung? Fehlanzeige! Mein Hausarzt war außer sich und will mich jetzt zu einem anderen (hoffentlich hilfsbereiteren) Neurologen schicken, denn irgendwas löst das Kribbeln ja aus. Naja, das Kribbeln in den Beinen und in der Leistengegend, dass zwischenzeitlich dazugekommen war, sind jetzt gottseidank etwas besser geworden.

LG und allen Bandscheibengeplagten frohe Ostern und ein paar erholsame Feiertage :;

Bearbeitet von Paul Kersey am 14 Apr 2017, 17:23
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Paul Kersey
Geschrieben am: 22 Apr 2017, 18:38


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So, jetzt habe ich auch den Termin bei dem anderen Neurologen hinter mich gebracht. Der hat sich zumindest die Bilder angeschaut und eine körperliche Untersuchung vorgenommen. Ergebnis: BSV sind nicht für die Beschwerden verantwortlich, angeblich alles psychisch bedingt. Überweisung zum Neurochirurgen wollte er mir nicht geben, ebenso wollte er keine apparative Diagnostik durchführen, dafür sei der BSV zu banal. Wenn zwei Neurologen unabhängig voneinander sagen, dass die BSV keine Beschwerden verursachen, werde ich das wohl glauben müssen. Es beruhigt mich aber etwas ;-)

Naja, bin nächsten Monat bei einem Sportmediziner in den USA, der derzeit meine instabile HWS mittels PRP-Therapie (Injektion von Blutplasma in die HWS zur Stabilisierung geschädigter Bandstrukturen) behandelt. Der Doc hat mir per Email mitgeteilt, dass er die BSV direkt mitbehandeln kann. Ich werde mal schauen und hoffe, dass es was bringt.

Ich wünsche Euch allen noch ein schönes und möglichst beschwerdefreies Wochenende!
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murmel
Geschrieben am: 22 Apr 2017, 23:32


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Glaube versetzt Berge :sonne
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milka135
Geschrieben am: 30 Mai 2017, 21:49


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Hallo Paul,
bis etwa Th 7/8 zeigt jede Höhe Kontakt zum Rückenmark jedoch ohne Kompression oder zumind. ohne echte Kompression.

Weil, nach dem Rückenmark in Richtung Facettengelenke noch gut der Hirnwasserraum sichtbar ist.

Wenn du gerader im MRT sein würdest. Hättest du evl. sogar einen besser sichtbaren Hirnwasserraum auch vor dem RM.

Also nur Lageabhängig.

Liebe Grüße
Milka :;

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Paul Kersey
Geschrieben am: 31 Mai 2017, 18:58


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Hi Milka,

vielen Dank nochmal für deine sachkundige Einschätzung, auch per PN. Ja richtig, das MRT wurde im Sitzen gemacht (Upright MRT), daher wohl die Krümmung der Wirbelsäule. Zumindest auf den Bilder sieht das Ganze dann ja tatsächlich nicht so wild aus, damit hast du ja die Meinung des Neurologen quasi bestätigt.

Im Sinne einer Zweitmeinung würde ich aber gerne nochmal einen Neurochirurgen drüber schauen lassen. Ich weiß, dass es wohl nur ein ein ganz paar Neurochirurgen in Deutschland gibt, die auf BWS-Vorfälle spezialisiert sind, würde aber ungerne für einen kurze Untersuchung quer durch Deutschland reisen. Meinst du, man kann auch zu einem "normalen" NC gehen, der hauptsächlich LWS und HWS behandelt? Ich möchte mich ja nicht operieren lassen, sondern hätte nur gerne eine weitere Meinung.

Liebe Grüße und einen schönen sonnigen Abend :sonne

Paul
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