Bandscheiben-Forum

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> Tipps für die Zeit nach der Versteifung
Hase1982
Geschrieben am: 24 Nov 2018, 20:07


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Hallo Ihr Lieben,

auch wenn ich noch nicht operiert bin, schreibe ich trotzdem hier in diese Abteilung, da ich Tipps und Tricks für die erste Zeit nach der OP für zu Hause von euch erfahren möchte.

Zu mir:
Rückenbeschwerden seitdem ich denken kann.
Skoiliose in der BWS.
Erste Probleme mit den Bandscheiben mit 21 Jahren, dann mit KG und Training mehr oder weniger Ruhe.
2012: BSV L4/L5 und L5/S1, welche auch, nachdem ich 7 Monate alles konservative ausgereizt hatte, operiert wurden. Dann nach 5 Monaten schmerzfrei. :klatscht
2013-2017 lieb und artig Rückentraining gemacht. :D
2017 erneute BSV in den selben Segmenten.
L4/L5 ließen die Beschwerden nach mehreren PRTs deutlich nach, aber L5/S1 wurde nicht besser und schließlich im Dezember 2017 erfolgreich operiert. Schmerzen ließen nach und die Ausstrahlung war weg.
In der AHB fingen die Schmerzen dann wieder an und leider nahm mich der Arzt nicht ernst.
Erneutes MRT nach der AHB im Januar 2018 ergab, dass Bandscheibenmaterial nachgerutscht ist und die Segmente fast unverändert aussahen.
Dadurch das die Dura während der letzen OP verletzt wurde, wollten die Ärzte erstmal nicht operieren.
Also wieder konservativ und PRTs, alles ohne Erfolg.
Im September 2018 Verlagerung der BSV, nun hab ich nicht nur rechts sonder auch links Ausstrahlung und Taubheit in den Beinen und Füßen. Außerdem Abnutzung an den Gelenken und Wirbeln und eine Zyste die auch noch Raum fordert.
Für Januar 2019 ist eine Versteifung (TLIF) beider Segmente angesetzt.

Da ich ja noch etwas Zeit habe mich auf die OP vorzubereiten, würde ich mich sehr über eure Erfahrungen und natürlich über Tipps freuen.
Ich lebe alleine und im 2ten Stock, deswegen mach ich mir halt ein paar Gedanken wie ich mir die Zeit vereinfachen kann. Ich hab einen super Freundeskreis und liebe Nachbarn, die schon Hilfe angeboten haben. Aber ich liebe meine Selbstständigkeit und frage super ungern nach Hilfe. Wahrscheinlich ist das auch mit mein größtes Lernfeld während dieser blöden Rücken-Odyssee. :D

Vielen Dank schon einmal im Voraus <3
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Stefan77
Geschrieben am: 24 Nov 2018, 21:52


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Hallo,

es ist ratsam genügend Fertigessen im Haus zu haben und ALLES was man im normalen Leben braucht in Griffhöhe zu stellen.

Also auch Wäsche, Ladegeräte, Badezimmerbedarf, Getränke, Geschirr, etc. Auch die Sachen im Kühlschrank.

Ebenso Wäsche die Du einfach anziehen kannst. Weite Hosen, Pullover, etc.

Ist Dein Bett und Sofa erhöht? Ich habe mir auf das Sofa eine weitere Matratze gelegt. So kam ich besser hoch. Ebenfalls hatte bzw. habe ich eine Toilettensitzerhöhung.

Eine Greifzange wäre auch von Vorteil. Die bekommt man auch verschrieben wenn man fragt.

Bekommst Du ein Mieder für die erste Zeit?

Es wäre auch ratsam dem Hausarzt und Apotheke eine Person zu nennen, die für Dich die Medikamente und Rezepte abholen kann.

Und für die langen Zeiten im Liegen sich schon mal vorab was zur Ablenkung besorgen. Bücher, Fernsehen, Filme, etc..

Grüße

Stefan
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Hase1982
Geschrieben am: 24 Nov 2018, 23:01


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Hey,

vielen Dank, das sind ja schon einmal einige Sachen, die ich beherzigen kann.

Mein Sofo und Bett sind eigentlich relativ hoch, so das die Beine fast im 90° Winkel sind, wenn man sitzt.

Das größte Problem stellt wohl mein Kühlschrank da, der steht tief und das Gefrierfach ist klein. Naja ich werde mal schauen wie ich das lösen kann :)

Von einem Mieder hat mein Doc nicht gesprochen, aber das werde ich beim nächsten Gespräch abklären.

Noch einmal vielen Dank!

Hase
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Pimbo71
Geschrieben am: 25 Nov 2018, 07:31


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Hallo

Halt auch unbedingt auf die angebotene Hilfe der Familie und Nachbarn zurück greifen, wenn es anders nicht geht.

Musste ich auch lernen und bin es heute noch am üben.



LG Pimbo
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Klausie
Geschrieben am: 25 Nov 2018, 11:47


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Hey

Schonmal in Geduld üben, der Königsdisziplin. :)

Mfg
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Hase1982
Geschrieben am: 25 Nov 2018, 12:19


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Danke, ich werde mir Mühe geben :D
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paul42
Geschrieben am: 25 Nov 2018, 13:32


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Hallo Hase

du hast schon viele gute Tipps erhalten.

Wichtig ist das wirklich die notwendige Geduld gefunden werden muss um sich auf sich auf den Heilungsverlauf einzulassen.
Die OP ist schnell gemacht, aber nur der Grundstein für einen neuen Anfang.

Nach der OP ist Schonung und Entspannung angesagt.
Lege deine Hoffnung daher nicht gleich auf eine zeitnahe Reha.

Eine vollständige Verknöcherung kann bis zu 2 Jahren dauern.
Das macht 730 Tage und nach 14 Tagen ist eine AHB für viele Spondys viel zu anstrengend und zu komplex in der täglichen mehrfachen Anwendung.

Es geht grundsätzlich auch ohne.
Zu trainieren gibts da nach der OP erstmal gar nichts.

Was man lernen muss zu akzeptieren, dass der Körper einem zeigt, was geht und was nicht geht.
Die Quittung bekommst du gleich spätestens am nächsten Tag wenn du zu ehrgeizig bist.
Dann stellt sich sofort die Frage ob noch alles ok ist.
Das bedeutet dann Kopfkino, bis eigentlich nur der Arzt dann noch Entwarnung geben kann.

Man dreht sich in der Nacht nicht mal so eben um.
Das du dich mal mit dem Oberkörper nach vorne Beugen kannst um den Tisch abzuräumen kannst gleich vergessen. Du musst immer darauf achten das alles was nicht mit den Händen erreichbar ist einer Technik bedarf, damit der Rücken gerade gehalten werden kann.
Das geht viel über Kniebeugen mit geraden Rücken.

Das wird man dir sicher vor der OP noch zeigen, wie du dich am besten bewegen solltest.

Die ersten 3 Monate sollten der Wundheilung dienen. Die Narbe muss stressfrei verheilen, damit das Narbengewebe so gering als möglich gestresst wird.
Das bedeutet konkret, keine lokale Wärme, keine Wannenbäder, keine Fango und auch kein Rotlicht.
Das gilt auch für lokale Kälte im Bereich des OP Fensters.
Keine Massagen am Rücken.

Nach der OP besteht das alles aus einem stetigen Wechsel, zwischen Liegen und Laufen.
Du wirst nach der OP schnell mobilisiert, dass du wieder auf die Beine kommst.
Das Laufen funktioniert meistens ganz gut. Treppensteigen ist besser als Rampen zu benutzen.
Mach immer wieder kurze Spaziegänge auf ebenen Untergrund damit die Rückelmuskeln nicht den unebenen Untergrund ausgleichen müssen.

Vielleicht suchst du vorab auch noch nach richtigem Schuhzeug um bei Eisglätte sicher unterwegs zu sein.

Bis man wieder länger sitzen kann, dauert es seine Zeit. Das beschränkt man anfangs auf das Nötigste.

Ich trage meine Einkäufe nur noch im Rucksack.
Ich hab mir auch lange Besenstiele für Besen und Wischmopp besorgt.
Ein langer Schuhanzieher ist zum Anfang hilfreich.
Man bindet nicht mal so eben eine Schleife.
Socken lassen sich in Seitenlage im Bett gut anziehen.

Das alles erfordert viel Disziplin damit in Zukunft der Hinterkopf immer frei ist, und man nicht grübeln muss ob man vielleicht was verkehrt oder zu viel gemacht hat.

viele Grüße
paul42
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Hase1982
Geschrieben am: 25 Nov 2018, 18:18


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Hallo Paul,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Mein Doc meinte das die Reha nach 3 Monaten stattfinden wird, und dass es dann bergauf geht bzw. das man schon wieder arbeiten könnte.
Ehrlich gesagt stehe ich dieser Prognose etwas skeptisch gegenüber, da mein Körper bisher immer länger gebraucht hat, als Ärzte meinten. Aber um das Thema Arbeit kümmere ich mich erst in der Zukunft. (Der EM-Rentenantrag ist sowieso auf Anraten der Krankenkasse gestellt und das Gutachten steht bevor)
Dadurch das ich jetzt schon fast 16 Monate krankgeschrieben bin, fällt mir echt die Decke langsam auf den Kopf. Alles was man vorher gemacht hat, ist nicht mehr möglich bzw. nur eingeschränkt und wenn man die Rechnung an den darauffolgenden Tagen trägt. Aber wem erzähl ich das, ich denke mal das kennt jeder der hier ist. :)
Und dadurch dass ich mit dem Arzt "verhandelt" hab und ich somit den Dezember noch Aufschub hab, mach ich mir natürlich so einige positive wie auch negative Gedanken. :roll

Wie war es bei Dir, was konntest du im Haushalt nach der OP und wann machen. Bspw. stell ich mir das Thema Wäsche waschen und alles was damit zusammenhängt sehr interessant vor :D

Außerdem schreibst du das Spazieren gut getan hat, wie lang ist dieses "kurz" bei dir gemeint? Frage deswegen, weil ich momentan Strecken von max 10 Minuten einigermaßen schmerzfrei bzw. mit erträglichen Schmerzen meistere und es interessiert mich wie sich die OP auf meinen jetzigen Auslaufradius auswirkt :D (Mittlerweile kann ich mit Tieren in Gehegen nachfühlen :roll )

Viele Grüße,
Hase
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Stefan77
Geschrieben am: 26 Nov 2018, 07:54


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Hallo Hase,


die ersten Wochen war ich froh aufs Klo gehen zu können. Danach habe ich angefangen die Straße hoch und runter zu gehen. Also 5 Minuten waren am Anfang viel.

ICh durfte die ersten 6 Monate nicht sitzen. Wie Paul schon schrieb, man ist froh wenn man die ersten Wochen mit der Situation klar kommt und die Bewegungen irgendwie hingekommt.

Ich habe ein Seitenschläferkissen was mir gut geholfen hat. Das Drehen nachts ist das Schlimmste, denn davon wird man immer wach weil es schmerzt. Das kannst und solltest Du Dir von der Physio zeigen lassen im krankenhaus, am besten vor der OP.

Im Haushalt konnte ich sehr lang nichts machen. Das Thema Wäsche solltest Du den Freunden überlassen. Denn Bücken geht garnicht, und hinknien ist auch sehr schwierig.

Was wirklich sehr wichtig ist, ist die Tatsache dass eine Reha wirklich sinnfrei ist bis die Verknöcherung durch ist. Es heißt am Anfang dem Körper die Zeit geben die er braucht, auch wenn es schwer ist.

Wir haben alle die Erfahrung schon machen müssen was passiert wenn man denkt jetzt kann mehr machen.

Es gibt immer verschiedene Verläufeund jeder ist individuelle. Aber 3 Monate ist unrealistisch und man muss auch erkennen was man aufs Spiel setzt. Wie Paul schrieb, es ist der Grundstein. Und diesen gilt es nicht zu geföhrden.

Du solltest auch nicht für die Zeit danach mit Schmerzmitteln geizen und denken dass man es aushalten muss. Das ist kontraproduktiv und belastet einen zusätzlich. Auch im Krankenhaus lieber einmal mehr klingeln.

Grüße

Stefan





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cecile.verne
Geschrieben am: 26 Nov 2018, 09:38


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Hallo Hase

ich kann mich allen Vorschreibern nur anschliessen: es braucht extrem viel Geduld und anfangs ist man sehr geschwächt (so war es bei mir). Nur 5 Minuten spazieren waren eine Monster-Anstrengung. Haushalt geht nicht in den ersten Monaten ausser vielleicht Abstauben, aber ohne sich bücken oder drehen zu müssen (haha, Staub ist ja nur auf Bauchnabelhöhe...).
Fürs Kochen wirst Du dankbar sein, wenn Dir jemand am Tag wenigstens eine volle Mahlzeit kochen kann, denn in der Küche stehen geht schlicht und einfach nicht.

Reha würde ich auf keinen Fall vor 6 Monaten machen. Da kann der Schuss gewaltig hinten raus gehen, so früh, denn nichts ist verknöchert und die Gefahr von Lockerung oder Schraubenbruch sehr gross.

Mein Neurochirurge hat mir vor der OP gesagt, dass mit einer Arbeitsunfähigkeit von 5 - 6 Monaten zu rechnen ist. Bei mir sind es mittlerweile 19..... Auch diese Variante ist nicht ausgeschlossen, aber nicht die Regel.

Bitte geh am besten davon aus, dass Du während mindestens 2 Monaten auf viel Hilfe angewiesen bist. Etwas durchdrücken zu wollen bringt nichts!

Alles, alles Gute und viel viel Geduld
Cécile
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