Bandscheiben-Forum

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> Tipps für die Zeit nach der Versteifung
frühling
Geschrieben am: 26 Nov 2018, 13:14


Boardmechaniker
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Hallo Hase,

ich schliesse mich den anderen zu 100% an.

Ich möchte dir die Frage bezüglich der Waschmaschine noch beantworten.
Ich habe sie mit meiner Greifzange befüllt und entladen, ebenso den Trockner.
Oder ich habe die Wäsche gleich auf den Tisch befördert mit der Zange und konnte sie so dann aufhängen.
Dauert halt etwas, aber die Zeit ist ja zur genüge da. :z

Mit der Greifzange macht es Sinn eine vernünftige aus dem Sanitätshaus zu besorgen auf Rezept.
Meine erste aus dem Baumarkt hat nur eine Waschmaschine überlebt.

Meine Spondy war im Januar 2017 von L3-L5.
Ich habe KEINE Reha gemacht und habe es noch keinen Tag bereut.

Ich war 1 Jahr vor der Spondy noch in Reha und konnte sehen wie es den lieben Spondys dort teilweise ergangen ist.
Das war für mich nicht erstrebenswert.
Selbst mein Doc war froh, als ich ihm gesagt habe ich möchte keine Reha haben.

Ich habe nach einigen Wochen mit MT angefangen, vorsichtige Massagen bekommen gegen die Muskelschmerzen in den Beinen usw.
Mein Physio hat vorwiegend dann am Gangbild gearbeitet was sehr gelitten hatte durch die Schmerzen und die Schonhaltung vor der OP.

Mach die für dich noch wichtigen Sachen im Haushalt vor der OP und schau das du alles in Griffhöhe hast.
Wenn du alleine lebst kannst du dir ja auch entsprechende Vorräte, z.B. Getränke, im Vorfeld zulegen.
Kleinere, leichte Besorgungen kannst du dann aber auch sicher mit einem Rucksack bald wieder selber machen und mit einem
kleinen Spaziergang verbinden.

Ich bin die ersten Wochen 3-4x tägl so ca. 5 Minuten gelaufen und dann aber auch gerne wieder hingelegen.

Die OP ist kein Spaziergang, aber sie ist machbar mit viel Geduld und Zeit.

Ich habe übrigends heute kaum Beschwerden mit der Spondy. Ausser über den Winter, die Kälte vertrage ich schlecht, ziept es ab und an.
Bäume kann ich keine mehr ausreissen, aber ich bin diese grausamen Schmerzen endgültig los.
Natürlich muss ich mich vernünftig verhalten und auf den Rücken aufpassen.

Ich wünsche dir eine gute Zeit, viel Geduld und gute Besserung

lg frühling

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Hase1982
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 11:20


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Ihr Lieben,

ihr wisst gar nicht wie dankbar euch bin, für eure Erfahrungen und Tipps und Tricks. Das hilft mir sehr, mich darauf einzustellen und es dann leichter zu haben (soweit die Hoffnung ^^)

Ein Seitenschläferkissen bzw. ein Stilkissen habe ich schon in regen Gebrauch, sonst wären die letzten Monate nicht aushaltbar gewesen.

Eine Frage hab ich noch (ich hoffe ich nerve nicht :D)

Wie habt ihr es mit bspw. Zähneputzen und Gesicht waschen gemacht, die tägl. Dusche hab ich schon abgeschrieben (da muss ja dann auch wieder alles trocken gewischt werde... :D)
Würde da evtl. so ein Hocker (zum Hoch und Runter machen) oder eine Stehhilfe sinnvoll sein? Auf die Idee hat mich nämlich mein Bruder gebracht, nur bevor ich mir sowas anschaffe und es nachher nur einstaubt, hab ich gedacht ich frag mal die Experten. :z

Tausend Dank, ihr seid super :klatscht

Liebe Grüße,
Hase

@ Cécile: Natürlich ist Staub nur auf Bauchnabelhöhe :D
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wassermann13
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 12:13


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Hallo Hase,
du hast ja schon einiges an Informationen bekommen, das meiste ist bei mir auch so abgelaufen.
Hatte vor 3 Wochen nochmal eine Verlängerung-Spondy L4-S1 und ganz ganz wichtig ist viel Geduld :-)
Ich habe mir dieses Mal auch eine Greifzange vorher besorgt, da mir immer sehr viel auf den Boden fällt und Bücken nicht so schnell klappt...
Mit der Greifzange bediene ich ab und zu auch meine Waschmaschine um die Teile auszuräumen und dann in kleinen Mengen zum Aufhängen ins Wohnzimmer zu bringen, dauert alles natürlich länger, aber ich habe viiiiel Zeit.
Ich habe mir vor der OP ein paar Turnschuhe so gebunden, dass ich sie mit einem langen Schuhlöffel gut anziehen kann und an der Schnüren nichts mehr ändern muss.
Ich hatte am Anfang einen Stuhl am Waschbecken stehen zum Zähneputzen, mittlerweile kann ich mit geradem Rücken und den Popo ganz nach hinten schiebend, durch Muskelkraft der Oberschenkel, leicht in die Hocke gehen um mich ans Waschbecken bücken...Physio im Krankenhaus hat mir das gezeigt...
Ich bin in der Anfangszeit auch dazu übergegangen Haar-Trockenshampoo zu benutzen, da das Haare waschen mir sehr schwer gefallen ist, mittlerweile klappt das aber auch wieder gut :-)
Drücke dir für die OP ganz fest die Daumen und bei Fragen einfach melden.
LG Anja :z
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frühling
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 12:26


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Hallo Hase,

du nervst nicht.

Deine Zähne kannst du dir mit 2 Zahnbechern ganz einfach putzen.
Den einen Becher nimmst du zum reinspucken, dann brauchst du dich nicht bücken.

Duschen geht ein paar Tage nach der OP, keine Sorge.
Du kannst täglich mit Duschpflaster duschen bis die Fäden raus sind.

Man wird da sehr erfinderisch und du hast ja auch Zeit dafür.
Die Beine und Füsse habe ich mir anfangs nicht abgetrocknet sonder gewartet bis es von alleine trocken war.

Auch hier gilt alles in der richtigen Höhe bereitlegen.
Hosen und Strümpfe dann im Liegen anziehen da geht das am einfachsten.

Sicher findet sich jemand der dir deine Dusche dann auch saubermacht nach dem Duschen.

Wenn du Kinder hast würde dir auch eine Haushaltshilfe zustehen.
Manche Krankenkassen genehmigen das auch so, da müsstest du mal mit deiner Kasse reden.

lg
frühling

Bearbeitet von frühling am 27 Nov 2018, 12:29
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paul42
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 12:53


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Hallo Hase :;

Frühling hat völlig Recht :D

Zum Zähneputzen benutzt man am besten gleich 2 Zahnputzbecher.
Einen zum Auspucken und einen zum Ausspülen des Mundes.
Ansonsten gibt das ne riesen Sauerei weil man sich kaum beugen kann.

Für die Gesichts und Körperreinigungreinigung nimmste einen Waschlappen.

Duschen ist eigentlich machbar, wenn man nicht gerade in der Badewanne stehend duscht.
Ich hab zu Anfang gar nicht gewußt wie ich in die Wanne reinkommen soll, geschweige denn auch wieder rauszukommen. :kinn

Auf jeden Fall hilft so eine Anti- Rutschmatte.
Ein Stuhl oder Hocker sollte neben dem Wannenrad stehen.

Haarewaschen hab ich auf den Knien am Wannenrad gemacht, in dem ich den Hocker als Auflage des Oberkörpers benutzt habe. Ich habs nur mit einer Hand gemacht, mit der anderen hab ich mich abgestützt.
Vielleicht gehste vor der OP auch nochmal zum Friseur und zum Zahnarzt.
Solche sitzenden Behandlungen sind nach der OP nicht so klasse, weil man halt länger sitzen muss.

Wichtig ist, dass du die Kniebeugen beherrscht, dass ermöglich es dir, ohne Krümmung des Oberkörpers, Dinge zureichen die man gewöhnlich bisher durch Beugen des Oberkörpers erreichen konnte.
Ich habe meiner Therapeutin ne Socke auf den Boden geworfen und gefragt wie da zu Hause rankommen soll.
Die Beine stehen etwa schulterbreit die Füße und Kniee sind leicht nach außen gestellt und dann kannste dich mit geraden Rücken nach unten bewegen und das Hinterteil absenken.
Das brauchste für jeden Toilettengang und im Alltag hilft dir das auch, ohne das du Rückenschmerz verspürst.
Für die Waschmaschine hilft dir die Kniebeuge auch.

Übrigens ist es auch keine Schande, wenn man jemand im Supermarkt mal um Hilfe bittet, weil man die Dinge nicht erreicht.

viele Grüße
paul42
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Hase1982
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 12:54


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Vielen Dank Frühling und Anja (und Hallo Namensvetterin) für die Badezimmer Erfahrungen und Tipps :ap

Das mit der Haushaltshilfe kläre ich mal ab, auch wenn ich ohne alles (Mann und Kinder) bin. Vielleicht hab ich ja Glück.

Nun sind meine Fragen für das erste :D beantwortet. Aber vielleicht melde ich mich noch mal.

Viele Grüße,
Anja Hase :D

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Hase1982
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 12:57


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Dir auch vielen Dank Paul :)
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karin59
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 14:19


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Hallo Anja ,

meine OP ist nun 8 Jahre her und ich muß sagen im Rückblick daß ich wegen zu vieler Tips zu zaghaft war.
Es gibt grundsätzliche Dinge, z.B. zu vermeidende Drehbewegungen und Beugungen, das Tragen von Lasten.
Das muß beachtet werden. Aber jeder für sich muß austesten was er selbst bewerkstelligen kann. Dazu gehört Arbeitsabläufe für sich abzuändern, dabei wirst Du erstaunt sein wieviel trotzdem geht.
Die Anfangszeit ist schwierig , keine Frage.
Dein Rücken zeigt Deine Grenzen bald und nachhaltig, so daß Du sofort mit geändertem Verhalten reagierst. Der Tagesablauf wird in erster Zeit sowieso geprägt vom Liegen, spazieren gehen und Haushalt sollten nur reduziert gemacht werden.
Bei mir waren Balken unter Bett und Sofa. Toilette konnte ich normal benutzen, wobei keine Stoppuhr dabei sein sollte :z
Heruntergefallenes hob ich mit der Greifzange auf, die WM wurde vom Tisch aus befüllt und danach auf einem Ständer aufgehängt. Dauert alles länger aber geht. Waschbecken war kein Problem, weil "nur" Beugebewegung verboten, aber nicht leicht in Knie gehen und gerader Rücken leicht vor. Dazu braucht eben vielbeschriebene Bauch- und Rückenmuskeln. Auch Staub gesaugt habe ich, aber nicht nach li/re, nur vor/zurück um nicht zu drehen.
Einzig das Fenster putzen war und blieb für mich problematisch. Arme länger über Kopf geht nicht mehr, sowie wegen Nervschädigung das Stehen und besteigen von Leitern oder Tritten.
Eine Duschbürste mit langem Stiel schrubbte nicht nur den Rücken sondern auch die Füsse
Meine Füsse konnte ich auch nicht trocknen, so hab ich mir geholfen indem ein Fuß den anderen mit dem Tuch abrubbelte. Schuhe ohne Schnürung sind vorteilhaft , für Reißverschlüsse hat mein Mann einen längeren Draht mit Hacken und Schlaufe an je einer Seite versehen, so daß auch das nach einigem Üben funktionierte. Für Socken gibt es einen Sockenanzieher.
Ganz wichtig finde ich, daß Du schreibst von Deinem familiären Umfeld und Freunden. Die kannst Du ohne Bedenken ansprechen, wer will wird helfen. Ansonsten ist es eine gute Übung um heraus zu finden was Freunde sind.
Es steht trotz allem noch ein sehr langer Weg vor Dir .
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Hase1982
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 14:34


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Danke Karin,

der Tipp mit Duschbürste werde ich schon jetzt beherzigen, da es auch jetzt schon problematisch ist. Wieso ich da nicht selbst drauf gekommen bin :B

Und ein Sockenanzieher scheint auch gut zu sein.

Da ich der Typ bin, der gerne über die Grenzen hinausgeht und dabei die Zähne zusammenbeißt, hilft es mir euer breites Erfahrungsspektrum sehr. Damit ich mich dann irgendwo da einordnen kann :D

Liebe Grüße,
Hase

Bearbeitet von Hase1982 am 27 Nov 2018, 14:35
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Klausie
Geschrieben am: 27 Nov 2018, 21:14


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Hey

Ich bin Unfall bedingt versteift wurden, daher nicht der "klassische" Fall.
Meine Wirbelsäule ist bis auf die Bruchstelle 1a.

Die stationäre Reha habe ich 6 Wochen nach dem Krankenhaus begonnen.
Es gab ein kontrollröntgen und danach hatte ich die Freigabe zur Reha erhalten.
Zur Reha habe ich mich richtig reingehangen und es hat mir extrem viel gebracht.
Zum Beginn der Reha kam ich gar nicht runter in die Hocke usw.
Ich habe mir dann zeigen lassen wie ich Sachen vom Boden aufhebe usw und das ganze hab ich unzählige Male bis zum Erbrechen geübt.
Am Anfang ging es gar nicht und mittlerweile haben sich die Abläufe eingeprägt und ich bücken mich z.b. gar nicht mehr sondern gehe nur noch in die Hocke.

Aber ich bin sonst Kern gesund, daher kann man das nicht vergleichen.

Dein Körper wird dir zeigen was geht und was nicht.

Mache die erste Zeit wie bereits geschrieben nicht zuviel und setzte dir kleine Ziele.

Die erste Zeit hat mich meine Partnerin beim duschen unterstützt.
Es war eine grauenhafte Zeit... aber auch die vergeht.

Verlier dein lachen nicht der Kopf spielt auch eine Entscheidende Rolle.

Mfg

Bearbeitet von Klausie am 27 Nov 2018, 21:19
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