Bandscheiben-Forum

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> ein gutes Wirbelsäulenzentrum / Orthopädie / NC
Elesse
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 12:15


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Liebe Leute,

ich habe seit etwas mehr als 3 Monaten einen breitbasigen (mediolateral) BSV in der HWS (Höhe C5/C6). Dieser BSV ist aufgrund eines unglücklichen Sportunfalls passiert. Da der Durchmesser meines Spinalkanals auf dieser Höhe 6mm beträgt, wird mir von jedem bis jetzt konsultierten Arzt zur OP (Fusion mit einem Cage) geraten. Ich habe keine ventral Schmerzbeschwerden (nichtmal direkt nach dem Unfall). Auf den MRT Bildern sieht man nach über 8 Wochen Physiotherapie keine Veränderung des Bildes. Mein Myelon wird weiterhin bedrängt. An Symptomen verspüre ich gelegentlich (vor allem nach sportlicher Aktivität) ein Kribbeln im Steißbein sowie gelegentliches Ziehen am linken Oberschenkel. Dazu kommt noch ein Gefühl eines Stromschlags in den beiden Handgelenken wenn ich etwas kräftiger springe und unsanft auf den Fersen lande. (das erschwert mir natürlich mein Training)
Einmal wurde mein rechtes Oberschenkel nachts taub aber ich konnte es nach einem kurzen Augenblick zum Glück wieder bewegen. Direkt nach dem Unfall waren meine beiden Hände taub, was sich allerdings nach 4 Tagen wieder gebessert hat. Mehrere Wochen danach haben noch einige Finger gekribbelt. Das ist jetzt aber vollständig weg. Jetzt schläft nachts noch gelegentlich mein linker Arm ein.

Ich habe mich fast schon zu einer OP entschieden, da der Gedanke mit einem 6mm schmalen Spinalkanal ohne Puffer fürs Rückenmark vor allem bei Verletzungen auf Dauer zu riskant ist. Die jetzigen Beschwerden sind nicht allzu wild und ich verstehe, dass sich einige von euch noch nicht zu einer OP entscheiden würden.

Ich bin auf der Suche nach einem Krankenhaus bzw. einem Arzt nähe Dortmund, Bochum, Essen oder auch ganz NRW, der seinen Job einfach gut macht. Ich habe leider (in einem anderen Bereich) sehr ungelungene Operationen hinter mir (ebenfalls Bereich NC) und würde gerne auf Nummer sicher gehen, dass der Operateur viel Erfahrung hat. Ich habe bereits schon zwei widersprüchliche Meinungen dazu erhalten, auf welcher Art und Weise entschieden wird, welches Cage eingebaut wird. In einer Uniklinik wird ausschließlich ein Titancage einer bestimmten Firma eingebaut (sehr gute Langzeitergebnisse), während in einer anderen Klinik mir gesagt wurde, dass man erst nach dem Öffnen des BS-faches über die Art und Material des Cages entschieden wird....weil die Anatomie hier eine sehr große Rolle spielt. Jetzt bin ich sehr unsicher und möchte erfahren, wie ihr euch entschieden habt bzw. ob ihr eine Klinik empfehlen könnt.

Vielen Dank und viele Grüße

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Elesse
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 12:17


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- ventral in einem der ersten Sätze:)
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Jürgen73
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 12:34


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Hallo Elesse,

willkommen im Forum.

hat dir noch keiner gesagt das ruckartige Bewegungen, auch springen kontraproduktiv für deine Beschwerden sind?

Glaubst du das eine OP ein Allheilmittel ist?

Gebe als erstes mal deine sportlichen Aktivitäten auf und denke daran das du eine große Baustelle in deiner HWS hast.

Das soll jetzt nicht heißen das du nie wieder Sport machen kannst, aber zumindest in den nächsten Monaten nicht.

Du hast keine Ausfälle also ist auch erstmal keine OP nötig.

Suche dir einen guten Physiotherapeuten. In Berghofen wüßte ich einen.

Als NC würde ich dir Dr. Geist im MVZ Stadtmitte vorschlagen.
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Elesse
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 12:39


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Hallo Elesse,

Zitat

willkommen im Forum. -
Danke, ich freue mich, dass ich euch gefunden habe.

Zitat

hat dir noch keiner gesagt das ruckartige Bewegungen, auch springen kontraproduktiv für deine Beschwerden sind?
- ja, aber in den ersten 8 Wochen.

Zitat

Glaubst du das eine OP ein Allheilmittel ist?
- nein, aber mein Spinalkanal würde danach die ursprüngliche Weite haben.

Zitat

Gebe als erstes mal deine sportlichen Aktivitäten auf und denke daran das du eine große Baustelle in deiner HWS hast.
- das kommt nicht in Frage:) Ich habe sie aber angepasst, so dass ich eben low impact und nicht hi impact trainiere.

Zitat

Das soll jetzt nicht heißen das du nie wieder Sport machen kannst, aber zumindest in den nächsten Monaten nicht.

Du hast keine Ausfälle also ist auch erstmal keine OP nötig.
- JA, das stimmt aber bei einem beispielsweise Autounfall habe ich ein sehr hohes Risiko gelehmt zu sein - davor schützt micht auch nicht die aufgegebene Sportaktivität (leider)

Zitat

Suche dir einen guten Physiotherapeuten. In Berghofen wüßte ich einen. (den habe ich auch schon - deswegen fast keine Taubheitsgefühle mehr und niemals Schmerzen)

Als NC würde ich dir Dr. Geist im MVZ Stadtmitte vorschlagen.
- Danke!


edit Harro: Bitte Zitatfunktion des Bords benutzen

Bearbeitet von Harro am 15 Feb 2019, 13:37
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Jürgen73
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 14:13


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Moin Elesse,

Zitat


Gebe als erstes mal deine sportlichen Aktivitäten auf und denke daran das du eine große Baustelle in deiner HWS hast.
- das kommt nicht in Frage:) Ich habe sie aber angepasst, so dass ich eben low impact und nicht hi impact trainiere.


du bist dir wohl deiner Gefahr nicht bewusst.

Was kommt nach low impact? Rollstuhl impact?

Es kann jederzeit BSV Material nachrutschen. Auch eine OP kann auf Dauer das Risiko nicht vermindern.

Du hast da eine große Baustelle und verhalte dich dementsprechend. Sonst kannst du irgendwann Sport im Rollstuhl machen.

Das hört sich jetzt schlimm an. Aber es kann durchaus passieren.
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Elesse
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 14:26


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Es ist mir bewusst, dass das BSV Material nachrutschen kann. Aber das kann auch im Fall eines Unfalls passieren. Deswegen möchte ich so ein großes Risiko nicht angehen. Die Operation könnte das Risiko an der Stelle C5/C6 vlt. vermindern aber natürlich weiß ich, dass die Etagen drüber und drunter irgendwann gefährdet sind, da sie die Drehung für das versteifte Segment übernehmen müssen.

Du bist also der Meinung, dass sich der Vorfall doch noch etwas zurückbilden kann obwohl die 6-8 Wochen um sind? Dafür die weitere Schonung? Das würde ich gerne wissen. Und du scheinst viel Erfahrung mit BSV auf diversen Etagen zu haben:)

Ich habe bis jetzt 4 verschiedene Ärzte konsultiert (zwei WirbelsäulenCh und zwei NC), die unabhängig voneinander die Empfehlung für eine OP ausgesprochen haben. Würdest du trotzdem mit einer OP abwarten???
Ich habe mich übrigens bei der von dir empfohlenen NC für einen Termin angemeldet und werde mir noch ihre Meinung anhören.

Danke für deine Antwort!
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Jürgen73
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 14:44


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Hallo Elesse,

da wurdest du ja schon aufgeklärt was alles passieren kann.

Ich bin damals auch 12 Wochen nach dem BSV in der HWS zum skifahren gefahren und hab mich auch natürlich auf die Sch.. gelegt. Ist nichts passiert. Operiert werden sollte ich damals auch. Auch schon vor dem Unfall.

Allerdings wußten sie damals nicht wo weil die Symptome nicht zu den Vorfällen passten.

Mittlerweile bin ich ein bisschen schlauer und habe bin seit damals nicht mehr vom LKW gesprungen sondern immer geklettert.

Was machst du denn sportlich überhaupt?

Der Vorfall kann sich durchaus noch zurück bilden.

Nach ca. 12 Wochen tendierten fast alle Schmerzen gegen null.

Nur einen etwas irritierten Zeigefinger hab ich nach mittlerweile 14 Jahren immer noch. Und selbst das ist mit den Jahren immer weniger geworden.

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JuLiaJulie
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 16:49


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Hallo Jürgen,

darf ich dich noch etwas fragen? Ich habe ja auch einen BSV an der HWS und die Bedrängung des Rückenmarks. Hast du in den Jahren nochmals en Kontroll MRT machen lassen?
Ich wusste auch nicht, dass der BSV sich nach der Zeit von 6-8 Wochen noch verändern kann. Wäre ja super :)

Herzliche Grüße
Julie
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Jürgen73
Geschrieben am: 15 Feb 2019, 21:02


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Hallo Julie,

nein habe ich nie machen lassen.
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Pauline69
Geschrieben am: 16 Feb 2019, 21:34


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Hallo Ellese,

bei mir wurden im Mai 2018 zwei Bandscheibenvorfälle auf C5/C6 und C6/C7 festgestellt. Der untere war der größere, beide hatte deutliche Nervenbedrängungen bei einen mittelgradigen Spinalkanalstenose.

Als Beschwerden hatte ich zuerst starke Schmerzen im Arm, Schulter und Nackenbereich.
Nach einer erfolgreichen Schmerztherapie ging es mir soweit ganz gut.
Ich machte regelmäßig Physio und nahm Ibuprofen bei Bedarf.
Nach 4 Wochen bekam ich eine deutliche Schwäche im linken Arm, worauf hin mich mein Orthopäde zum Neurologen schickte. Dieser empfahl aufgrund der nicht stark ausgeprägten Schmerzen zu diesem Zeitpunkt nur eingeschränkt einen Operation.
4 Wochen später sollte ich zur Kontrolle kommen. Die Schwäche war etwas ausgeprägter, aber deutliche Schmerzen hatte ich nicht.
Nun wurde eine Neurochirurg konsultiert. Der Spinalkanal hatte zu diesem Zeitpunkt (August) eine Weite von 7mm. Dieses war, laut seiner Aussage schon recht eng, aber nicht ausreichend, um aus diesem Grund eine OP Indikation zu stellen, zumal ich über keine starken Schmerzen klagte.

Wir fuhren 14 Tage in den Urlaub, nur Erholung und Strand, jedoch bemerkte ich beim schwimmen und schlafen eine negative Veränderung. Ich konnte meinen Kopf nicht mehr in den Nacken legen.
Also wurde nach dem Urlaub ein neues MRT gemacht.
Das Ergebnis war, der untere Bandscheibenvorfall hatte sich vergrößert, die Nervenbedrängung war massiv und einer hochgradigen Spinalkanalstenose.

Zweiter Termin beim Neurochirurgen. Dieses Mal wurde mir eine Operation sehr nahe gelegt. Auch mir wurde gesagt, es bestünde eine deutlich, erhöhte Gefahr einer Querschnittslähmung. Schon ein leichtes Trauma könnte dazu führen. Das machte mir wirklich große Angst!
Ein OP Termin wurde, nach Rücksprache und langem Gespräch mit meinem Orthopäden, vereinbart. Doch diesen sagte ich, am Ende der vorstationären Aufnahme, ab. Meine Angst vor einer OP war zu groß.

Nur 3 Tage später bekam ich dann aber morgens direkt nach dem Aufstehen, solch unerträgliche, starken Schmerzen, dass ich kurz darauf zuerst bei meinem Orthopäden saß, eine Schmerzinfusion bekam, die überhaupt nicht wirkte und eine weitere Stunde später in der Notaufnahme des Krankenhauses, in dem ich mich auch hätte operieren lassen.

Dort bekam ich dann aber auch, nach einer langen Wartezeit, nur starke Schmerzmittel und ein OP Termin für eine Woche später wurde vereinbart. Durch irgendetwas ausgelöst hatte ich nun fast gar keine Kraft mehr im linken Arm, konnte den Arm nicht mehr über Schulterhöhe heben und Zeigefinger und Daumen waren taub.
Jetzt war es für mich keine Frage mehr, ich hatte plötzlich auch keine Angst mehr vor der OP und ich habe den Sinn für eine Operation gesehen.

Meine OP ist sehr gut verlaufen. Die Schmerzen waren sofort weg. Nach 3 Tagen konnte ich nach Hause. Nach änfänglichem, vorsichtigen Verhalten gab es wenig Einschränkungen. Nach gut 3 Wochen ging ich für 6 Wochen zur ambulanten Reha und heute nach 4 Monaten geht es mir wirklich gut. Ich bin voll beweglich, mache mittlerweile sehr viel Sport im Rehazentrum und fange gerade wieder an vorsichtig zu arbeiten.
Nur meine neurologischen Ausfälle sind noch nicht komplett behoben.

Ich würde diese OP heute sofort wieder machen, wenn ich selbst der Überzeugung wäre, dass sie notwendig wäre. Beim ersten Anlauf sagte mein Bauch nein, das ist nicht richtig, dass ist noch nicht notwendig, nach der Schmerzexercabation gab es keinerlei Überlegung mehr für mich.

Ich wünsche Dir alles Gute und gutes Gelingen bei Deiner eigenen Überzeugung.

Viele Grüße
Pauline

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