Bandscheiben-Forum

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> Eure Erfahrungen ?
Fussel
Geschrieben am: 12 Jun 2019, 08:16


Öfter dabei
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Liebe Forenmitglieder!

Ich hoffe, dass ich hier einige "Unsicherheiten/Unklarheiten" durch Eure Erfahrungen beseitigen kann.

Ich werde im Oktober 58 Jahre alt und laboriere nun schon etliche Jahre mit den Symptomen einer
Rezessusstenose,L4/5 und L5/S1 bds herum.

( bei L5/S1 NPP/ Osteochondrosen).


Die 2. PRT brachte leider nur für ca 14 Tage eine Verbesserung.

Die Gehstrecke, die ich bewältigen kann wird stetig geringer. Ich habe einen GDB 60 mit Merkzeichen G erhalten.

Nach einer Rehabiiltation 2014 erhielt ich eine Leistungsbeschreibung :
Arbeiten 3 bis 6 Stunden, leichte Arbeiten, überwiegend im Sitzen, zeitweise im Stehen und Stehen.

Ich war zunächst nach der Reha krank geschrieben weil meine Arbeit als Krankenschwester nicht
zu den Einschränkungen passte.

Nach kurzer Zeit meldete sich mein Arbeitgeber : Er habe einen leidensgerechten Arbeitsplatz für mich.

Also nahm ich die Arbeit auf.

Nach kurzer Zeit wurde jedoch so geplant, dass die Arbeit keineswegs mehr leidensgerecht war,
obwohl dem Integrationsfachamt der Stationsschreibtisch als mein Arbeitsplatz präsentiert worden war.

Immer wieder wurde mir dann nahegelegt, mehr als 6 Stunden normale Stationsarbeit zu arbeiten,
aber auch so geplant, dass gar keine andere Chance bestand. ( z.b die Schicht alleine im Dienst,
allenfalls mit einer nicht examinierten Aushilfe, die mit der Station nicht alleine gelassen werden darf.)

Mittlerweile kann ich diese Arbeiten nicht mehr ohne Schmerzproblematik ausführen, und mich nach
dem Dienst zuhause auch nicht mehr bewegen. Die Beine blockieren, ich habe Paraesthesien und kann
am alltäglichen Leben nicht mehr teilnehmen.

Seit ca 2 Jahren arbeite ich mit einer Schmerztherapie ( Fentanyl, Lyrica, bei Bedarf Novalgin zusätzlich)

Krankengymnastik und Physiotherapie habe ich bis zum Exzess hinter mir.

Am 21.6 habe ich einen Vorstellungstermin in der Neurochirurgie um eine Operation zu besprechen.


Ich bin seit 40 Jahren Krankenschwester in dieser Klinik und gelte eigentlich als " unkündbar" ( wobei jeder weiss, dass
das nicht viel bedeuten muss. )

Was habe ich für Möglichkeiten und was muss ich unbedingt beachten ?

Allerliebste Grüße und herzlichen Dank

Eure Fussel



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karin59
Geschrieben am: 12 Jun 2019, 14:30


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Hallo Fussel,

58 ist ein schwieriges Alter in Bezug Arbeit und Krankheit.
Da Du ja schon einen GDB 60und ein G hast, dazu noch die 3-6 Std würde ich nicht über diese Grenze Arbeiten. Dann hiesse es, dass Du voll einsatzfähig bist. Wenn Du Dich nicht in der Lage dazu fühlst und der AG nicht einlenkt, bleibt Dir nur der Antrag auf EMR oder der Arbeitsplatzwechsel.
Bei Deinem Rententräger solltest Du Dich nach Deiner Altersrente erkundigen.
Wenn Du mit 58 40Jahre gearbeitet hast, dann schaffst Du in 5Jahren die 45 Jahre, nach denen Du vorzeitig ohne Abschläge berentet werden kannst, denn dann bist Du " besonders langjährig versichert".
Mit dem GdB kannst Du mit 63J. ohne und mit 60J. mit Anschlägen in die Altersrente.
Das haben wir gerade bei meinem Mann durch. Er ist mit 60J. vorzeitig bereitet mit 10% Abschlägen.
Ich selber werde im Sept. 23 in die vorzeitige Rente für besonders langjährig Versicherte gehen,so der Plan.
Das ist eine Option für Dich, falls Du keine EMR bekommst.
Ein Arbeitsplatzwechsel ist schwierig aber auch noch denkbar.
Sollte operiert werden, würde ich danach in jedem Fall die EMR beantragen.
Voraussetzung für alles ist aber, dass Du nicht mehr in der Lage bist Deine bisherige Arbeit auszuführen.
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Fussel
Geschrieben am: 13 Jun 2019, 04:37


Öfter dabei
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Herzlichen Dank, liebe Karin !

Für das Geburtsjahr 1961 wäre eine vorzeitige Rente bei dem gdb von 61,5 Jahren mit Abschlägen möglich...


Ich würde diese Jahre natürlich gerne noch arbeiten gehen.


Sollte das auch mit neurochirurgischer Intervention nicht möglich sein, so würde ich warscheinlich versuchen müssen,

es auf eine krankheitsbedingte Kündigung ankommen zu lassen, sollten " alle Stricke" reissen.

Ich bin Krankenschwester in einer DRK Schwesternschaft.

Die Schwesternschaft darf eigentlich nicht aus diesen Gründen kündigen, wobei ich mich
auch darauf heutzutage auch nach 40 Jahren nicht darauf verlassen würde....

Das Problem, dass ich auf der Arbeit habe ist leider der massive Pflegepersonalmangel. Es ist keine 2. examinierte Schwester im Dienst
und die Abteilung wird teilweise mit Aushilfspersonal besetzt, dass sich leider auch mit dem speziellen Fachgebiet nicht auskennt.

Das bedeutet, man kann die Abteilung nach 6 Stunden oft nicht verlassen, weil man die Station nicht übergeben kann.

Du bekommst dann einen Schüler im ersten Jahr oder eine Pflegehilfskraft.


Nun, der Grund dafür nutzt mir ja eigentlich auch nicht viel.... kommt auf ´s gleiche heraus.


Es schaut so aus, dass ich für eine Operation im Moment für den Op Tag und den ersten Tag nach der Op
sogar eher für die einige Stunden "eigenes" Pflegepersonal hinzubitten würde, weil ich mitbekomme, wie die
Versorgung nach Operationen ausieht.

Allerliebste Grüße

Fussel










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karin59
Geschrieben am: 13 Jun 2019, 22:18


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Hallo Fussel
Ich kann nur für mich sprechen , aber ich war nach allen 3 Ops mit der Pflege zufrieden , trotz offensichtlicher Überlastung der Schwesternschaft.
Ich bin nach jeder OP aus dem Aufwachraum in mein Zimmer verlegt worden.
Die ersten Tage/ Nächte nach der Spondy war ich als Patient recht pflegeaufwändig. Bis zum ersten Aufstehen bräuchte ich den Schieber und das sehr oft, weil ich Infusion angeschlossen war. Und bei jedem Drehmanöver war auch Hilfe vonnöten. Das geht dann noch nicht selbstständig.
Ich kann mich nur nachträglich noch bedanken für die Geduld der Schwestern. Ich bekam die Unterbesetzung nie zu spüren. Aber es kommt auf den Menschen selbst auch an. Wie ich mit der Situation umgehe und wie verträglich oder fordernd ich selber bin.
Ausserdem gibt es sicher Bettnachbarn , die hilfsbereit sind. Bei mir war es so.
Also , sieh dem Ganzen mit etwas Gelassenheit entgegen in der Beziehung. Ausserdem bist Du ja vom Fach und das kann auch von Nutzen sein dabei.
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