Bandscheiben-Forum

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> Pathologisches EMG bei Neuroforamenstenose, Und nun?
blumi
Geschrieben am: 03 Jan 2020, 14:40


BoardIngenieur
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Hallo ihr Lieben,

Ich hatte ja aufgrund rezidivierender Schwächen, Neuropathischen Schmerzen und Kribbelparästhesieen im Bereich C5, C 6 und C 7, mehrheitlich links, aber auch rechts, ein upright -MRT der HWS durchführen lassen. Dies deshalb, weil Aufgrund der Prothese ( M6-C) im MRT der Bereich nie wirklich einsehbar war und auch die Myelographie nur bedingt aussagefähig, da das Kontrastmittel an dem Breitbasigen Prolaps Th 9/10 hängen geblieben ist.
Da hierbei knöcherne Neuroforamenstenosen in C5, C 6 und C 7 neben einem neuen medialen Prolaps C4/5 gefunden wurden, stellte ich mich neurochirurgisch vor.
Empfohlen wurde zunächst eine Abklärung per EMG, um eine genauere Zuordnung der Beschwerden zu ermöglichen.
Somit war ich heute bei einer Neurologin, und hier wurden nun höhergradige Pathologien in der Reaktion der Kennmuskeln für die Nervenwurzeln C 7 beidseitig, C6 links und geringgradiger auch C5 links festgestellt.

Dies erklärt meine Beschwerden gut, nur, was mache ich jetzt damit?
Da die Stenosen knöchern sind, wird Physiotherapie nicht viel bringen, ebensowenig wie andere konservative Therapien, oder doch?
Eine OP würde bedeuten über mehrere Etagen, und vorher eine Prothese die im Weg ist, entfernen?
Andererseits abwarten und nichts tun, wo es jetzt schon Auswirkungen auf die Muskel gibt, bis nichts mehr geht, damit riskieren, dass ich meinen Arm perspektivisch nicht mehr gebrauchen kann?
Ich bin ein wenig ratlos :sch

LG, Elke
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Quantix
Geschrieben am: 03 Jan 2020, 17:40


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Hallo blumi,
ich hab in dem Buch „Den Rücken selbst heilen“ von Martin Marianowicz gelesen, dass der Körper mit genügend Zeit auch solche „Nervenleitungsprobleme“ selbst „verbessern“ kann. Zu deinen Fragen kann ich dir leider keine Antworten geben, jedoch würde ich dir wirklich dieses Buch ans Herz legen. Du kannst es dir ja auch erst einmal in der Bücherei ausleihen (so hab ich es gemacht). Unter anderem gibt es in diesem Buch ein MRT-Bild der Lendenwirbelsäule von Marianowicz und das sieht wirklich übel aus. Viel schlimmer als die meisten MRT-Bilder, die ich hier im Forum gesehen hab. Ich würde es als „Mutmach“-Buch bezeichnen und vielleicht hilft dir das durch die schwere Zeit, die die gerade durchmachst.
Alles Gute
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cecile.verne
Geschrieben am: 04 Jan 2020, 09:52


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Hallo Elke

Du machst Deine Sache wirklich auch ganz gut...., :B Nein, Spass bei Seite: wenn sich bereits knöcherne Zubildungen soweit geformt haben, dass Du Schmerzen und Ausfälle hast, ist wohl eher weniger an eine Regeneration der Nerven zu denken. Nichtsdestotrotz würde ich jetzt mal noch einen Monat abwarten und zusehen, ob sich was verändert. Vielleicht könnte Dir auch eine Hochdosis-Steroidtherapie helfen, um den Bereich zum ev. Abschwellen zu bringen.
Wenn in einem Monat alles dasselbe ist oder gar schlimmer, ev. nochmals ein EMG zum Vergleich. Dann würde ich wenn nötig zur OP gehen.

Ich bin ja C4-6 versteift und habe so gut wie keine Einschränkungen. Gaaaanz wichtig ist aber, wie ich mich nachts lege, denn damit steht und fällt, ob ich unter Nackenschmerzen leide. Heisst, in Rückenlage so gut wie kein Kissen unter dem Kopf; in Seitenlage exakt darauf achten, dass der Kopf so gebettet ist, dass die HWS und LWS in absolut horizontaler Lage liegt. Das kannst Du am einfachsten damit bewerkstelligen, dass Du zwei kleine Sofakissen aneinanderstossend hinlegst. Bei der Lagerung in Rückenlage liegst Du im Spalt der beiden Kissen, in Seitenlage rollst Du automatisch auf das eine oder andere Sofakissen. Unbedingt auf einer Uebermatratze aus viskoelastischem Material liegen, gerade bei jemandem wie Du mit den Schäden in HWS und LWS!!

LG Cécile

Bearbeitet von cecile.verne am 04 Jan 2020, 09:54
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Pauline69
Geschrieben am: 04 Jan 2020, 10:15


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Hallo Elke,

Du wirst doch bestimmt mit den neuen Messungen einen weiteren Termin beim Neurochirurgen machen, oder?

Wie Du schon sagst, werden sich die knöchernen Stenosen durch nichts konservatives verbessern lassen, das denke ich auch.

Ich hatte vor meiner OP auch hochgradige Neuroforamenstenosen bei C5/C6 und C6/C7 vor allem links, aber auch rechts.
Die Bizepsparese hat sich nach der OP etwas schneller erholt als die Trizepsparese, beim Trizeps habe ich jetzt nach 14 Monaten immer noch leichte Schwächen mit KG4 in allen Bereichen.

Liebe Grüße
Pauline


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blumi
Geschrieben am: 04 Jan 2020, 11:28


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Hallo ,
Pauline, ich treffe den Neurochirurg ja Donnerstag im OP wegen der Facettendenervation, entweder kann ich ihn da darauf ansprechen oder wir machen einen Termin, er hat das mit den Messungen ja angestoßen.

Cecilie, ich bin ja normalerweise eine totale Seitenschläferin, dafür habe ich ein Nackenkissen, mit dem ich bisher gut zurechtkam.
Seit ca. einer Woche geht das leider nurnoch selten, weil die Seitenlagerung selbst bei Optimaler Armlagerung neuropathische Schmerzen auslöst. Daher schlafe ich zur Zeit ohne Kissen in Rückenlage, wegen meiner LWS-Beschwerden allerdings auch mit zwei Kissen unter den Beinen( nahezu Stufenbett). Etwas schwierig zum Einschlafen. Das mit der Auflage habe ich bisher noch nicht versucht, weil ich eigentlich den Eindruck hatte auf meiner weichen Matratze mit speziellem Lattenrost, der je nach Körperzone unterschiedlich nachgibt, nicht schlecht zu liegen. Aber das wäre eventuell noch eine Option.
Nochmal Cortisonstoss ist sicher auch noch einen Versuch wert. Vielleicht auch PRTs auf allen betroffenen Etagen. Gabapentin erhöhe ich gerade etwas, da ich bisher ja mit einer sehr niedrigen Dosis auskam. Alles konservative probieren was geht.
Ich werde das nochmal besprechen und sehen was er meint, ggf. auch nochmal an anderen Stellen einen Rat einholen ( als ich in der Charité vorstellig war lagen die EMG-Befunde noch nicht vor.)
LG, Elke
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Carpenter
Geschrieben am: 04 Jan 2020, 15:08


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Hallo Elke,

ich habe auch hochgradige knöcherne Verengungen auf C 6/7 und auf C 5/6. Daran hat sich jetzt seit vier Jahren nicht so viel verändert bzw. es ist sicherlich nicht weniger geworden, wobei ich 2017 und 2018 kaum Probleme hatte. Das erste Halbjahr 2019 hatte ich wieder sehr heftige und dauerhafte Schmerzen im rechten Arm plus zeitweise Parästhesien, allerdings keine Paresen.

Im Juni war ich dabei, ernsthaft über eine OP nachzudenken, mein NC riet zu einem Cage und meinte, PRTs wären zunächst sinnvoll, um die Etage genau zu bestimmen. Ich hatte insgesamt fünf Injektionen, ab der dritten eine deutliche Schmerzlinderung und seit der fünften bin ich nahezu beschwerdefrei. Das hält bis heute an. Es kann natürlich sein, dass der gute Zustand sich irgendwann wieder verschlechtert. Aber da ich jetzt mit 63 in Rente gehe, fällt die Belastung durch die Schreibtischarbeit weg und ich kann noch mehr für meinen Körper tun.

Vielleicht ist es bei Dir ja auch noch einen Versuch wert, bevor Du Dich erneut operieren lässt, und Deine Prothese findet mit der Zeit besseren Halt.

Liebe Grüße von Carmen
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Pisa
Geschrieben am: 04 Jan 2020, 21:15


Öfter dabei
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@Quantix
Hi, interessanter Buchtipp! Kann mir auch nicht vorstellen, dass all die Wirbelsäulen der vielen Menschen ohne Beschwerden - gerade unter Hochbetagten - keine Degenerationen mit Stenosen und Nervenkompression etc. aufweisen...Gruß, pisa

Bearbeitet von Pisa am 04 Jan 2020, 21:17
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Swar
Geschrieben am: 05 Jan 2020, 02:53


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Hi blumi,
Man, drücke Dich einfach mal. Bin sprachlos.

Darf ich hier mal nachfragen, wie die Bildgebung des upright MRT waren? Bei mir ist im MRT nur in Prothesenhöhe nichts mehr zu erkennen. Lichtblitz.
Spare nämlich für eines. Danke.
PM
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blumi
Geschrieben am: 05 Jan 2020, 08:48


BoardIngenieur
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Hallo Swar,

Man sieht deutlich mehr. Die Prothese selbst ist zwar auch scharz, aber alle Strukturen drumherum sind erkennbar, d.h. wo im normalen MRT nur ein schwarzer Schatten zu: "wegen Artefakten C 5/6 nicht beurteilbar" führte, kann hier dieser Bereich eingesehen werden, und du kannst in Bewegung sehen, was mit der HWS passiert. Schwierig ist, dass noch nicht eindeutig geklärt ist, was solche Befunde für Konsequenzen haben sollen.

Zu Quantix und Pisa:

Ich habe das Buch schon letzten Sommer gelesen und halte es auch für sehr gut. Aber:
- die Tatsache dass es Strukturelle Veränderungen an der Wirbelsäule gibt, die keine Beschwerden machen, heist nicht, dass wenn sie Beschwerden, insbesondere auch motorisch machen, dies nichts miteinander zu tun hat, und das schreibt er auch nicht, er diferenziert da durchaus.
- ich bin auch nicht hochbetagt, auch wenn meine Wirbelsäule da offensichtlich manchmal anderer Meinung ist. D.h. ich bewege mich normalerweise sehr viel und bin sehr aktiv, ich war mein Leben lang keine Sofakartoffel, und auch kein Schreibtischtäter, d.h., vieles was er erläutert und beschreibt tue ich sowieso.

Ich hätte mir ja gewünscht dass im EMG nichts rauskommt, dass ich ich mich mal irre und die Beschwerden unspezifisch sind. Aber das ist leider nicht so.

LG, Elke
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blumi
Geschrieben am: 15 Jan 2020, 17:25


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Hallo,
Nun hatte ich heute den Termin beim Neurochirurgen, um den Neurologie Befund und dessen Konsequenzen zu besprechen.
Er meinte, auf Höhe C6/7 sei klinisch und bezüglich des Befundes das größere Problem. Durch die Kombination aus knöchernen Neuroforamenstenosen und der knöchern überbauten Vorwölbung mit maessiger Spinalkanalstenose entsteht hier eine Enge, die für die Muskelschwäche verantwortlich sein kann. Um sicher zu gehen dass ich von einer OP profitieren werde möchte er vorher eine diagnostische PRT. Wenn ich darunter eine vorübergehende Besserung habe würde er einen Cage auf der Ebene einbauen.
Zu C5/6 links besteht das Problem dass nicht klar ist, wie viel der Wurzelschäden noch Rest von der Zeit vor der OP stammt. Zudem ist das Foramen bereits in der OP freigefraest worden und jetzt schon wieder eng. Da würde er nur rangehen, wenn es eine absolute OP- Indikation wie z.B einen drohenden Querschnitt gäbe. Schauen, was da eventuell noch mit längerfristiger Physiotherapie etwas erreichbar ist, oder sich das ganze mit zunehmender Prothese Verknöcherung beruhigt.
Die C5-Veraenderungen sind nicht hoehergradig und auch Klinisch nicht so beeindruckend, außerdem hat hier der Vorfall seinen Anteil, der sich noch zurückbilden kann.
D.h. ich bekomme erstmal eine PRT und dann sehen wir weiter.
Da das im wesentlichen mit dem konform geht was die Charité meint habe ich schon zwei identische Meinungen, und vom Gefühl her kann ich da mitgehen. Nach der erfolgreichen Facettendenervation letzte Woche bei ihm und in dem Wissen, dass er Jahrelang HWS spezialisiert war und laut meiner Neurochirurgie vor Ort ein extrem guter Operateur ist, werde ich die weitere Diagnostik über ihn machen.

LG Elke

Bearbeitet von blumi am 15 Jan 2020, 17:27
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