Bandscheiben-Forum

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> Schwere Entscheidung, Operation mit 21 Jahren?
.Sophia_
Geschrieben am: 03 Jun 2020, 08:47


Stammgast
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Hallo Kalle,

die von dir ausgesuchten Alternativen Therapiemethoden hören sich super an.
Letztendlich ist es leider immer ein austesten, da jeder Körper anders auf Therapien Anspricht und der Bandscheibenvorfall ja auch bei jedem anders gelagert oder ausgeprägt ist.

Ich z.B. habe auch sehr sehr gute Erfahrungen mit Neuraltherapie gemacht. Allerdings dann schon nach der Op.
Schröpfen war bei mir auch immer sehr gut.

Nordic Walking muss er austesten, da man dabei ja schon relativ hart immer mit der Ferse Auftritt da tut manchen flottes spazieren gehen besser aber ein Versuch ist es wert.

Ich hätte noch die Vorschläge:

Akupunktur
Schlingentisch
Kinesio Tapes

Und wie schon gesagt evtl. PRT Spritzen.

Dein Sohn muss schauen, was ihm gut tut und sollte er was ausprobieren dass ihm nicht gut bekommt, dann lässt man es eben wieder sein.

Ich würde auch wie Ronja schon sagte, das mal bei dem Neurochirurgen absprechen. Der wird am Besten einschätzen können was aktuell sinnvoll ist.

Manchmal sind z.B. Therapien, die die Muskulatur entspannen auch nicht immer gut da der Körper unter Umständen die Verspannungen nutzt um den Bereich zu stützen und stabilisieren.
Das vergessen viele häufig, dass es auch ein Schutzmechanismus des Körpers sein kann.
Ich brauche meine lieben Verspannungen z.B :)

Ich weiß nicht ob sowas momentan wegen Corona stattfindet aber ich habe damals als meine Rückenkarriere anfing einen Rückenschul- Kurs besucht.
Ich konnte den leider aufgrund starker Schmerzen nicht ganz beenden habe aber viele hilfreiche Infos auch im Bezug auf das Rückengerechte Verhalten im Alltag mitgenommen.

Liebe Grüße
Sophia

Bearbeitet von .Sophia_ am 03 Jun 2020, 09:00
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Kalle2
Geschrieben am: 03 Jun 2020, 10:54


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Hallo Zusammen

Vielen Dank.

Es ist schwer die richtige Entscheidung zu treffen, ein Termin beim Chirurgen steht für nächste Woche an.

Leider hat mein Sohn durchaus Ausfälle und Schmerzausstrahlung bzw. Sensibilitätsstörungen.

Ihr sprecht vom Neurochirurgen, bei dem mein Sohn auch einen Termin hat. Eine Zweitmeinung wäre ja sicher kein Fehler (nicht 10 Meinungen aber 2).

Viele WS-Chirurgen sind ja Orthopäden. Ich wüsste nicht was jetzt gegen einen guten orthopädischen Operateur spricht, wenn es sich auf diesem Fachgebiet spezialisiert hat aber vielleicht übersehe ich das etwas.

PRT finde ich für einen 21-jährigen fragwürdig, zumal es ja den Sequester zunächst nicht nachhaltig beeinflusst und die Strahlenbelastung nicht unerheblich ist.

Ist eben ein Grenzfall bei meinem Sohn, relative Op-Indikation und das in dem Alter. Natürlich möchte man da noch mal über konservative Möglichkeiten nachdenken.

Wir warten jetzt mal was der Chirurg meint.

Herzliche Grüße Kalle
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Ronja
Geschrieben am: 03 Jun 2020, 12:54


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Hi Kalle,

Ausschlaggebend ist das, was der Neurochirurg sagt.
Nur er kann korrekt beurteilen, ob es eine OP-Indikation gibt.
Kein Orthopäde. Ein Orthopäde soll seine Knochen (die Wirbelsäule gehört da auch dazu, aber nicht die Bandscheiben) und Knorpel behandeln und operieren, aber bitte keine Schäden an Nerven usw beurteilen. Das ist nicht sein Fachgebiet.

Mein Orthopäde hat für mich lediglich eine Empfehlung abgegeben, aber zur entsprechenden Abklärung an den NC verwiesen.
Mein Freund der wegen einer anderen Sache in der Klinik lag, bekam ein neurochirurgisches Konsil, die eine OP befürwortet haben. Ebenso der Neurochirurg, der die Zweitmeinung ausstellte und ihn dann auch operiert hat.

LG, Ronja
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Pauline69
Geschrieben am: 03 Jun 2020, 13:57


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Hallo Kalle,

ich kann Ronja‘s Aussage nur vollstens unterstützen.

Die OP Indikation sollte nur ein Neurochirurg stellen.
Schließlich sind durch einen Bandscheibenvorfall sensible Nerven betroffen. Da würde ich auch keinen, etwas grob-motorischen orthopädischen Chirurgen dran lassen, sondern nur einen Neurochirurgen.
Der Orthopäde gibt die Empfehlung, der Neurologe empfiehlt ggf. aufgrund von sensiblen und motorischen Ausfällen eine OP Indikation und der Neurochirurg beurteilt die klinischen und neurologischen Symptome und entscheidet letztendlich, ob operationswürdig, dringend oder eher nicht.

Ich könnte mir aber gut vorstellen, wenn die Beschwerden auf dem Weg der Besserung sind, dass ein Neurochirurg weiterhin ein abwartendes Verhalten vorschlägt, vielleicht in Kombination mit PRT Spritzen und Physiotherapie.
Zumal Dein Sohn, aufgrund des Alters, wahrscheinlich noch keine knöchernen Verengungen haben wird, oder?
Ich würde einer Operation in diesem Alter extrem kritisch gegenüber stehen und es nur machen lassen, wenn NICHTS anderes mehr geht!!!
Unerträgliche Schmerzen, die auf keine konservative Therapie anschlagen oder eine ausgeprägte Lähmnung.
Wird erst einmal an die Wirbelsäule ran gegangen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es in absehbarer Zeit weitere Baustellen dort geben wird.

Lasst Euch wirklich gut beraten!
Viele Grüße
Pauline


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Kalle2
Geschrieben am: 03 Jun 2020, 17:18


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Hallo Zusammen

Habe verstanden, dass der Neurochirurg der richtige Ansprechpartner ist, wobei ich es interessant finde, dass die meisten Bandscheibenoperateure, die mir empfohlen wurden Orthopäden sind, Neurochirurgen gibt es gar nicht so viele.

PRT finde ich wegen der Strahlung problematisch und es behandelt ja den Schmerz und nicht die Wurzelreizung als mechanisches Problem, habe da aber zu wenig Ahnung davon.

Herzliche Grüße Kalle
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Pauline69
Geschrieben am: 03 Jun 2020, 21:02


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Hallo Kalle,

eine PRT Spritze behandelt durch das enthaltene Kortison den angeschwollenen, entzündeten Nerv.
Dadurch kann es durchaus zu einer langfristigen Verbesserung der Beschwerden kommen.
Ein Bandscheibenvorfall in der LWS kann von alleine heilen, dauert in etwa 6-12 Monate.
Die PRT Spritze könnte in dieser Zeit die nötige Linderung der Beschwerden bringen.
Auch während einer Bandscheibenoperation werden mehrere CT Bilder gemacht.
Und ich glaube, die Strahlenbelastung eines CT‘s stufst Du etwas zu hoch ein.
Ein Urlaubsflug hat mehr Strahlenbelastung.
Aber da haben wir hier Teilnehmer, die sich mit dem Thema Strahlenbelastung deutlich besser auskennen, als ich.

Viele Grüße
Pauline
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blumi
Geschrieben am: 04 Jun 2020, 07:53


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Hallo Kalle,

um das mal ein wenig aufzudröseln:

Wenn ein Orthopäde in einem Wirbelsäulenzentrum als Wirbelsäulenspezialist arbeitet, kann er durchaus der richtige Ansprechpartner sein. Das trifft aber nur auf eine kleine Zahl der Orthopäden zu.

Das Problem liegt in der Überschneidung der beiden Fachgebiete, da die Neurochirurgie sich auf Nervengewebe (Hirn, Rückenmark, Spinalnerven und periphere Nerven) spezialisiert und die Orthopäden von der Knochen/Knorpel-Sicht an die Problematik herangehen. Da bei einem Bandscheibenvorfall das gebiet des einen (Knorpel) das Gebiet des anderen (Spinalnerven) tangiert, liegt da genau der Überschneidungpunkt. Die meisten Bandscheiben-Spezialisten sind mittlerweile Neurochirurgen.

Mit der Strahlenbelastung ist das so eine Sache:

- Ein CT, dass größere Bereiche des Körpers untersucht, würde man bei einem 21 -jährigen ablehnen wegen der Strahlenbelastung, es sei denn, es geht um Lebn und Tod und die Problematik ist nicht anderweitig abklärbar.

- Das CT-Fenster, dass für die PRT benutzt wird, ist wesentlich kleiner und damit auch die Strahlenbelastung wesentlich geringer, da zieht der Vergleich mit dem Interkontinentalflug, den Pauline beschrieben hat. Auch die Dauer der Bestrahlung ist kürzer.

D.h. CT ist nicht gleich CT, da lohnt es sich sicher, den Radiologen zu fragen, der meist die PRTs duchführt, der kann das noch genauer erläutern.

Meist wird intraoperativ kein CT, sondern eine Durchleuchtung gemacht, die von der Strahlenbelastung deutlich geringer ist als ein CT.

Bevor ihr euch für eine OP entscheidet, würde ich zu einem Stationären Aufenthalt in einer Klinik für manuelle Medizin und Schmerztherapie raten, dahin kann man auch in Coronazeiten eingewiesen werden, und wenn nicht ihr da anruft sondern der Arzt und auf die Dringlichkeit hinweist, bekommt ihr auch relativ zügig einen Termin. Man kann diese Kliniken im Netz unter dem Stichwort ANOA finden, da könnt ihr mal schauen was sich in eurer Nähe befindet. Denn dort kann deinem Sohn alles an konservativer Behandlung zukommen, was er brauch (da können am Tag bis zu 8 verschiedene Anwendungen und Kurse zusmmen kommen, das geht im ambulanten Setting nicht.

LG, Elke
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maeranha
Geschrieben am: 04 Jun 2020, 17:32


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Hallo,
wenn Du in der Nähe von Köln wohnst kann ich Dir sagen wo Du hin solltest, müssen ja nicht alle die gleichen Fehler machen.
Und ja, die Empfehlung ist meist Neurochirurg, aber da gibts auch Nieten und es gibt Orthopäden die sind Obervollpfosten aber letztendlich war es nach 4 Jahren Odysee ein Orthopäde der erstmalig richtig zugehört hat und gehandelt hat. Und zwar keiner der Hand, Fuß, Schulter und was weiß ich was macht, sondern NUR Wirbelsäule.
Und noch etwas, es war ein Wirbelsäulenzentrum das nicht weiter wusste und mich zu Ihm geschickt hat.....das sagt vieles.....
Mit freundlichen Grüßen
Peter
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