Bandscheiben-Forum

Dieses Forum ist eine private Initiative von Betroffenen.
Nur durch das persönliche Engagement von Admins, Moderatoren und Betreuern - jenseits eines kommerziellen Betriebes - sind wir in der Lage, ein Forum zum neutralen Erfahrungsaustausch - unabhängig - zu betreiben.
Wir bitten daher alle Firmenrepräsentanten, unsere Unabhägigkeit zu unterstützen und durch Verzicht auf Produkt- und Firmennennungen das Forum werbefrei zu halten.

Die Informationen, die in diesem Forum gegeben werden, sind von Laien für Laien,
und können und sollen in keinem Fall eine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.


  
 
Reply to this topicStart new topic

> Grad der Behinderung beantragen? Sonstige Tips
DieDani
Geschrieben am: 18 Jul 2020, 23:01


Neu hier
*

Gruppe: Mitglied
Beiträge: 2
Mitgliedsnummer.: 28.538
Mitglied seit: 18 Jul 2020




Hallo zusammen, ich bin seit heute neu hier im Forum.
Mein Name ist Dani, und ich werde in diesem Jahr 43 Jahre alt. Von Beruf bin ich Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege. Meinen Beruf übe ich jetzt 22 Jahre, davon 15 Jahre auf der Intensivstation aus. Ich habe eine Odyssee von Ärzten hinter mir, Orthopäden, Schmerztherapeuten, Hausarzt.
Eigentlich bin ich zur Zeit in orthopädischer (neuer Orthopäde) Behandlung wegen meiner LWS zur Facettengelenksinfiltration (2tes Mal) gewesen. Nachdem ich jedoch 5 Tage Kopfschmerzen am Stück vom Nacken ausgehend hatte, habe ich um eine Bildgebung gebeten (hatte ich schon bei einigen Ärzten zuvor bei anhaltenden Nackenbeschwerden).
Manchmal habe ich, dass meine Arme eingeschlafen sind und ich darüber wach geworden bin, fanden die Ärzte nicht dramatisch, die Ausstrahlenden Schmerzen in Schulter und Oberarm habe ich auf mein Z.n. Impingement beide Schultern (li.2x operiert, re 1x) geschoben. Das Ameisenlaufen im Nacken habe ich auf die Verspannungen geschoben, und das Kribbeln im linken Fuß auf die LWS. Der Arbeitsplatz ist in einigen Bereichen nicht besonders ergonomisch (arbeite seit zwei Jahren nach einem BÄM Gespräch (wegen der Schultern) hart an Veränderungen).
Rückenschmerzen und Verspannungen sind A und O bei vielen mittlerweile bei uns.
Bei der LWS bin ich lange fehl oder nicht behandelt worden, ausser mit Pillen, erst vor 1-2 Jahren kam die Rettung mittels Facettengelenksinfiltration. Nun habe ich bereits die 2te PRT an der HWS hinter mir, erst nur links, dann beidseitig, die Verspannungen werden auf jeden Fall weniger. Physio bekomme ich auch, aber mit den Terminen ist es schon allein wegen dem Schichtdienst schlecht.


Der MRT Befund lautet: flache Lordose der HWS, keine Skoliose. Kein Nachweis knöcherner Destruktionen. Breitbasige Protusion der Bandscheibe HWK 3/4 und HWK 4/5 ohne wesentliche Kompression. Breitbasige Protusion der Bandscheibe HWK 5/6 bis biforaminal beidseits, Neuroforamenstenose und Nervenkompression C6 rechts, Einengungen links mit möglicher Affektion der linken C6 Wurzel. Mittelgradige Spinalkanalstenose HWK5/6, Breitbasige Protusion HWK 6/7 ohne Kompression. Unkarthrose HWK 3-6 beidseits. Moderate multisegmentale Spondylose. Keine Spondylarthrose.

Meine Frage ist nun, hat jemand von euch versucht einen Grad der Behinderung zu beantragen und wieviel kann man so bekommen, ich hab schon mehrfach gegoogelt, aber manchmal sthet da nur was von 10, könnte aber auch 30 werden... hat jmd Erfahrung? Kann man das als Berufskrankheit versuchen geltend zu machen?
Wenn sonst noch jemand Tips hat, bezüglich Übungen , Medikamentenempfehlungen, etc. bin ich sehr dankbar.
Lieben Gruß an alle Betroffenen
PMEmail Poster
Top
blumi
Geschrieben am: 19 Jul 2020, 05:43


BoardIngenieur
***

Gruppe: *Mitglied*
Beiträge: 826
Mitgliedsnummer.: 27.696
Mitglied seit: 26 Okt 2018




Hallo Dani, willkommen im Forum :; ,

willkommen im Club der Menschen mit vielen Baustellen an der Wirbelsäule und weiteren Gelenken, die im medizinischen Bereich tätig sind :hair

Auf der Etage C5/6 hast du ja schon mächtig Ärger durch die Nervenwurzelkompression und Stenosen. Ich denke, da mit PRTs heranzugehen ist erst einmal ein guter Weg. Trotzdem habe ich noch ein paar Fragen:
- wie eng ist denn der Spinalkanal?
- Wie sieht es mit Kraftgrad und Reflexen in den Armen aus? Hast du einschiessende Schmerzen bis Daumen und Zeigefinger (wäre typisch)
- Ist bei dir neurologisch abgeklärt worden, ob die C6-Kompression eine Wurzelschädigung hervorruft (per EMG) und ob die Spinalkanalstenose eine Myelonschädigung hervorruft (per SEPs)? Das Kribbeln im Fuß könnte theoretisch darauf zurückzuführen sein. So etwas sollte abgeklärt werden.
- Was nimmst du im Moment an Schmerzmittel?

Dass du dir mit dem Weiterarbeiten zur Zeit nichts gutes tust, weißt du selbst. Klar, Sommerferien, ehedem knappe Besetzung, da hat man ein schlechtes gewissen, sich Krank schreiben zu lassen, aber was nicht geht, geht nicht. Und besser jetzt kürzer krank als irgendwann dauerhaft. Aber das weißt du selbst.

Zu deinen Fragen:

- Beim Grad der Behinderung ist nicht entscheidend, was du hast, sondern wieviel Einschränkungen es dir verursacht. Da du auf mehreren Etagen und Wirbelsäulenabschnitten Probleme hast und dazu noch in den Schultern hast du schon Chancen auf einen GB von 30. Das hat einerseits steuerliche Vorteile, andererseits kannst du einen Antrag auf Gleichstellung mit GB 50 (Schwerbehinderung) stellen, was dir einerseits deine Stelle absichert, auch wenn du krankheitsbedingt öfter fehlst (allerdings dürftest du als ITS-Fachschwester keine Angst um deinen Arbeitsplatz haben müssen), es erleichtert dir aber auch mit Hilfe von Betriebsrat und Behindertenbeauftragter veränderungen in deinem Arbeitsbereich für dich durchzusetzen. Es ist also auf jeden Fall einen Versuch wert, wenn du den Antrag stellst achte darauf jede körperliche Einschränkung genau zu beschreiben.

- Das mit der Berufskrankheit wird zur Zeit leider nichts, da Wirbelsäulenschäden im Gesundheitsbereich nicht als Berufskrankheit anerkannt sind (meines Wissens nach nur im Baugewerbe), es gibt da zwar Bestrebungen auf Änderungen, aber ob das nur eine Luftnummer wird oder tatsächlich wesentliches passiert, kann man nicht voraussagen.

- Mir hat es beim Autofahren/ Bahnfahren, also bei stärkerer Erschütterung, eine Cervikalorthese zu tragen, weil die den Kopf schön abstützt und es dadurch nicht zu einer Verstärkung der Verspannungen kommt. Sehr wichtig ist auch , dass dein Kopf gut liegt. Auf den meisten Kissen liegt man so, dass der Hals nach vorne gebeugt liegt, und sie sind meist zu hoch bzw. zu groß, sprich , du liegst im Schulterbereich mit auf dem Kissen, was ungünstig ist. Ich schlafe in Rückenlage komplett ohne Kissen, was am Anfang ungewohnt war, aber Kopf und Hals sehr entspannt. In Seitenlage benutze ich ein spezielles Nackenkissen, das den Kopf so abstützt, dass die HWS keine Abknickung erfährt. Manche kommen aber auch gut mit einem kleineren flacheren normalen Kissen zurecht, das musst du ausprobieren, richtig liegen ist das A und O.

- In der verspannten Phase können dir Muskelrelaxantien helfen. Die Auswahl ist groß, meist wird Orthoton gegeben, was aber bei einigen Schwindel und Leberwerterhöhungen auslösen kann. Tolperison (wirkt zentral) hilft einigen, ich persönlich komme mit Myditin (Pridinol) sehr gut zurecht, das nehme ich wenn dann nur Abends, entspannt sehr gut.
Ansonsten kommt es medikamentös darauf an was schmerztechnich im Vordergrund steht. Wenn du eher unter Nervenschmerzen leidest sind Medikamente wie Lyrica (Pregabalin) oder Gabapentin hilfreich, bei Nackenkopfschmerzen ist es schwieriger, weil die meisten Medikamente bei längerem Gebrauch Kopfschmerzen auslösen können. Unter den NSAR bin ich am besten mit Arcoxia gefahren, unter den Opioiden mit Tilidin oder Palexia bei sehr starken Schmerzen. Aber das ist individuell unterschiedlich.

- Übungen: ganz wichtig, um den Nacken entspannen zu können, ist, dass die Schultern nicht hochgezogen werden (macht man bei Kälte und Stress oft automatisch).
Hilfreich dagegen sind zwei Übungen: 1) nimm zwei volle Flaschen , in jede Hand eine, und pemdele in Schrittstellung mit den Armen abwechsend vor und zurück
2) im Sitzen oder stehen: konzentriere dich auf die tiefste Stelle deines Schulterblattes und versuche, diese Richtung Beckenkamm zu ziehen (also nicht von den Schultern aus zu schieben). Zehn Sekunden halten, entspannen, das ganze zehn mal. Braucht ein bischen Übung, aber wenn du das raus hast entspannt es die Schulter-Nacken-Muskulatur sehr.
3) Wenn du dich bewegst versuche immer die Schultern locker zu lassen und dich aufzurichten, indem du dir eine am Hinterkopf befestigte Schnur vorstellst, die dich immer hochzieht. Das verbessert deine Haltung.

Aktive Anspannungs oder Dehnübungen darüber hinaus würde ich zur Zeit an deiner Stelle noch nicht machen, erst wenn die Beschwerden nicht mehr akut sind. Denk auch mal über die beantragung einer Reha nach.

LG, Elke
PMEmail Poster
Top
milka135
Geschrieben am: 19 Jul 2020, 16:17


PremiumMitglied Silber
****

Gruppe: *Mitglied*
Beiträge: 2.534
Mitgliedsnummer.: 22.958
Mitglied seit: 14 Jan 2014




Hallo Dani,
auch das tragen eines Loopschals hilft mir.
In schlimmen Phasen schlafe ich sogar mit einem Loopschal.

Mir hilft auch die Anspannübung:
Man lege sich ein Memoreykissen auf den Boden und lege sich flach drauf. Dann spannt man 10x wenige Sekunden mit den Hinterkopf ins Kissen (bei gestreckter HWS). Das soll man 3 mal tägl. machen mir hilfts zumind. gegen Kopfgelenkeblockierung, Verspannungen, Reizung des Nervus Vagus.

Achja, man kann auch Schulterenge von der HWS nämlich C5/6 bekommen. Wenn C5/6 gut oder zumind. halbwegs ausreichend therapiert, kann Schulterenge nur ein radiol. gewesen sein.

Liebe Grüße
Milka :;

Bearbeitet von milka135 am 19 Jul 2020, 16:18
PMEmail Poster
Top
DieDani
Geschrieben am: 19 Jul 2020, 23:28


Neu hier
*

Gruppe: Mitglied
Beiträge: 2
Mitgliedsnummer.: 28.538
Mitglied seit: 18 Jul 2020




Hallo und Danke schonmal für die lieben Antworten,
ich nehme schon seit längerer Zeit wegen muskulärer Verspannungen Ortoton, mein Hausarzt hat mir jetzt Gabapentin verschrieben. Auf der Arbeit ist es jetzt erstmal so geklärt, dass ich nicht unbedingt die ganz schweren Patienten bekomme und ich lagere die Patienten auch nicht mehr alleine. Ich habe mir das mit den Untersuchungen aufgeschrieben und werde das bei dem Orthopäden am 27. ansprechen. Den Befund habe ich ja noch nicht so lange schriftlich.
Beschwerden, also in den Arm einschießend hab ich z.B wenn ich den Kopf bis zu einem gewissen Punkt nach rechts drehe. Ansonsten habe ich halt viel Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, die aber nach den PRT´s schon weniger geworden sind.
Auf dem Rücken liegen und schlafen habe ich versucht, auch im Vorfeld, ehe ich den Befund hatte, aber das geht gar nicht. Ich habe so ein memoryfoam Kissen, was für Seitenschläfer geeignet ist, da liegen die Schultern nicht auf.
Ich denke über die Physiotherapie werde ich auch noch en paar Übungen bekommen. Ich war erst zum 2ten Mal da, wegen der Schichten und wegen deren Terminplan ist es schwierig.
Mich persönlich stören halt die Schmerzen, die eigentlich so gut wie permanent da sind, mal stärker, mal schwächer. Das Kribbeln an sich ist weniger bis weg, mag sein, dass es von den PRT´s kommt oder vom Gabapentin. Der nächste PRT Termin steht ja auch schon, und vorher klär ich den Rest mit dem Orthopäden und ggf. dann Neurologen. Ich habe schonmal vorsichtshalber Kontakt zu einem Neurochirurgen meines Vertrauens Kontakt via E-Mail aufgenommen und warte da auf Antwort. OP kommt jedoch erstmal nicht in Frage.
Liebe Elke in dem MRT Befund steht mittelgradige Stenose, was auch immer das dann heißen mag, solche Bilder und Befunde gehören nicht in meinen Fachbereich.

Danke an euch und alle, die mir noch weiter Antworten werden.
PMEmail Poster
Top

Topic Options Reply to this topicStart new topic

 

LoFi Version