Bandscheiben-Forum

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> HWS- Prolaps, HWS- Prolaps/Fragen
Leni1
Geschrieben am: 29 Jul 2020, 22:05


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Hallo Ihr Lieben,

bei mir (40 Jahre, weiblich), wurden folgende Diagnosen gestellt: Breitbasiger dorsaler Prolaps C5/6, zum Teil auch knöcherne
Apositionen mit mäßiger Spinaler Stenose, Neuroforamenstenose links führend mit Möglicher C6 Wurzelirritation.
Ich habe starke Nacken, Schuler und Armschmerzen mit leichtem Kribbeln in zwei Fingern. Vor einem Jahr haben 3 PRT´s Beschwerdefreiheit erziehlt, diesmal ohne Erfolg. Auch mit 200 mg Palexia bin ich nicht ganz Schmerzfrei.
Nächste Woche habe ich eine Vorstellung in der Neurochirurgie Tabea in HH. Hat jemanden Erfahrungen mit dieser Klinik gemacht?
Eine konservative Behandlung kommt für mich nicht in Frage, da ich selbstständig bin und nicht über Monate zu Hause bleiben kann. In diesem Zustand kann ich aber nicht arbeiten. Wie schätzt Ihr den Schweregrad des Befundes ein? Ich habe wahnsinnige Angst vor Spätfolgen einer solchen OP und vor den Postoperativen Schmerzen :-(. Kann mir jemand sagen, wie lange ich nach der OP zu Hause bleiben muss.

Über Eure Antworten würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße
Leni1
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blumi
Geschrieben am: 30 Jul 2020, 07:25


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Hallo Leni1,

Wie lange geht das mit den Schmerzen denn bei dir schon? Wie viele PRTs hattest du und nimmst du außer dem Palexia noch weitere Medikamente (Muskelrelaxantien/ NSAR/Antidepressiva/Medikamente gegen Nervenschmerzen?). Hattest du physiotherapeutische Anwendungen? Osteopathie? Eigenübungen? TENS?
Wie schläfst du, hast du ein gutes Nackenkissen bzw. schläfst du auf dem Rücken flach? Hast du schon einmal versucht, ob dir eine Orthese vorübergehende Erleichterung bringt?

So wie du das beschreibst, wäre die Operationsindikation eine schmerzbedingte und nicht Aufgrund von Kraftverlust/pathologischen Reflexen, sprich drohender dauerhafter Nervenschädigung.
Das ist durchaus auch eine OP-Indikation, und 200 mg Palexia ist schon eine ordentliche Dosis, wenn die nicht ausreicht sind die Schmerzen stark.

Aber man sollte in so einem Fall wie bei dir sicher sein dass die konservative Behandlung ausgeschöpft ist.

Du schreibst
Zitat

Eine konservative Behandlung kommt für mich nicht in Frage, da ich selbstständig bin und nicht über Monate zu Hause bleiben kann


Das kann dir aber nach einer Operation genauso gehen. Mir wurde 2018 und auch jetzt 2019 von Anfang an drei Monate Krankschreibung postoperativ als Richtschnur prognostiziert. Die Verläufe sind aber sehr unterschiedlich, es gibt einige, die schon nach ein paar Tagen wieder mit der Arbeit angefangen haben, und andere, wie z.B. ich nach meiner ersten OP, bei denen die Arbeistaufnahme nach 5 Monaten noch scheiterte und ich erst nach 7 Monaten und nach einem Aufenthalt in einer Schmerzklinik wieder arbeitsfähig war. Jetzt bei meiner 2. Operation wäre es mir nach 2 1/2 Monaten gut genug gegangen zum Arbeiten.

Was ich damit sagen will ist, dass dir keiner den postoperativen Verlauf prognostizieren kann. Bestenfalls geht es dir danach rasch sehr gut und die Schmerzen verschwinden, schlimmstenfalls ändert die Operation gar nichts an deinen Beschwerden. Wenn die Beschwerden hauptsächlich der Nervenkompression geschuldet sind sollte eine PRT zumindest eine kurzfristige Besserung (für einen Tag?) bewirken.
Die Tatsache, dass die PRT gar nichts bewirkt lässt mich zweifeln, ob dir eine OP eine schnelle Besserung bringt, und ob nicht die muskuläre Komponente mittlerweile überwiegt.

Ich habe mich 2018 nach 11 Wochen Schmerzen, die sich nicht besserten, für eine OP entschieden. Sicherlich war die Entscheidung für eine Prothese für mich fatal, eine Versteifung mittels Cage wäre wahrscheinlich der bessere Weg gewesen. Auch hatte ich zu der Zeit eine beginnende Bizepsparese (4/5), die mir Angst gemacht hat, weil ich beruflich mit meinen Händen und körperlich arbeite. Im nachhinein bereue ich, dass ich nicht zumindest den Versuch mit einer Therapie in der Klinik für manuelle Medizin und Schmerztherapie gemacht habe, die mir nach einem halben Jahr Leid nach der OP so gut helfen konnten.
Die Operation hat gut gegen den Armschmerz geholfen und zunächst auch gegen die Parese (da ist mittlerweile wieder eine Neuroforamenstenose). Den Nacken- und Kopfschmerz hat sie nicht gebessert.
Und mit ihr began ein Leidensweg, der mittlerweile zu fünf Wirbelsäulen-OPs geführt hat, auch wenn ich den kausalen Zusammenhang sicher nur vermuten, aber nicht beweisen kann.

Ein guter Freund (Orthopädie-Uniklinikchef) stand 2 Tage nach seiner HWS-Versteifung bereits wieder am OP-Tisch und hat kleine Eingriffe durchführen können. Im geht es bis heute relativ gut damit. So kann das auch verlaufen.

Ich will dir damit nur sagen, dass du, wenn du dich für eine OP entscheidest, sicher sein solltest, dass dich eine konservative Therapie nicht auch zu einem Erfolg bringen kann. Denn wenn die Wirbelsäule einmal operativ behandelt wurde, können, müssen nicht, viele weitere Etagen folgen, weil es sich um einen Eingriff in deine Statik handelt, der nicht rückgängig zu machen ist.

Hol dir möglichst nicht nur eine Einschätzung, sondern mindestens noch eine Zweitmeinung.

LG und gute Besserung,

Elke

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Pauline69
Geschrieben am: 30 Jul 2020, 08:57


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Hallo Leni,

Elke hat im Prinzip schon alles gesagt, nur soviel, ich wurde im Oktober 2018 bei C5/C6 und C6/c7 operiert. Ich war bis Anfang Februar krankgeschrieben. Und vorher hätte ich auch nicht arbeiten können, es sei denn, ich hätte eine Job gehabt aus stehen, laufen und sitzen ohne tragen von irgendwelchen Gegenständen.

Nach der OP sind zusätzlich Nervenschmerzen aufgetreten an C8. Ich hatte ein starkes Brennen an den Handaußenseiten. Meinen Kraftverlust, auch ich hatte eine starke Bizeps und Trizepsschwäche, habe ich bis heute nicht ganz wiederherstellen können.
Die ersten Wochen nach der OP hatte ich das Gefühl, dass der Kopf viel zu schwer ist. Der Nacken verspannte täglich sehr stark. Dies lies nach ungefähr 4-6 Wochen nach. Durch die ambulante Reha bin ich insgesamt wieder zu mehr Kraft gekommen, aber eben nicht zu vollständigen Kraft im betroffenen Arm.

Viele Grüße
Pauline
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Leni1
Geschrieben am: 30 Jul 2020, 22:48


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Liebe Elke,

der Bandscheibenvorfall ist vor 1,5 Jahren aufgetreten. Damals haben mir 3 Prt- Spritzen geholfen. Damals habe ich für eine
zusätzliche Nervenentzündung in den Beinen, Palexia und Gabapentin genommen, wie stark also die Bandscheibenschmerzen im HWS waren, kann ich selber nicht sagen. Ich habe danach nichts weiteres unternommen, weil ich mit der Behandlung der Spinalnerven im LWS und den Beinschmerzen beschäftigt war. Seit zwei Jahren war ich bis vor kurzem in der KG.

Aktuell nehme ich Palexia, Tizanidin zur Nacht und Ibu nach Bedarf. Mein Physiotherapeut ist Urlaub. Er hat mich zwar zwei Mal gesehen und die Muskulatur gelockert, doch die Schmerzen sind geblieben. TENS verstärkt den Schmerz, genauso die Kälte.

Aktuell verliere ich im Linken Arm und der linken Hand die Kraft. Auch die heutige PRT Spritze brachte keinesfalls eine Linderung.
Die PRT´s vor einem Jahr wurden von der Seite gemacht, diesmal von Hinten. Der Neurochirug hat lediglich die MRT-Bilder gesehen und kein Befund des Neurologen. Ich hoffe, dass er überhaupt die Richtige Stelle anspritzt...

Komischerweise sind die Schmerzen am stärksten wenn ich sitze. Liegen kann ich nur flach auf dem Rücken oder auf der rechten Seit. Auf der linken geht es überhaupt nicht. Dabei bin ich ein Bauchschläfer.

Ich habe einen sitzenden Job und arbeite halbtags.

Aufgrund der langen Krankenvorgeschichte (Beine), viele KG´s, einem Aufenthalt in der Schmerzklinik im Februar, fehlt mir die Kraft weiter zu machen.
In meine Schmerzklinik kann ich erst im Februar wieder hin.

Palexia und Gabapentin schränken mein kognitives Vermögen ein und verändern mich in der Persönlichkeit. Ich kann es nicht wieder Jahrelang nehmen.

Ich weiß auch nicht mehr, was für mich richtig ist :-(

Liebe Grüße
Leni1
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Leni1
Geschrieben am: 30 Jul 2020, 23:32


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Ergänzend...
Vor einem Jahr hat mit Tabea- KH mikrochirurgische Foraminotonie (Frickholm) oder eine zentrale zervikale Discektomie und Fusion zu Wahl gestellt. Die damalige Diagnose lautete: Osteochondrose mit Bandscheibenprolaps C5/6.
Ein anderer Neurochirurg tendierte mehr zur zweiten Methode.

Ich werde hier im Forum nach beiden Methoden suchen.

Vielen Dank für die bisherigen Antworten!

LG
Leni1
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blumi
Geschrieben am: 31 Jul 2020, 05:36


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Hallo Leni1,

da hast du ja schon eine sehr lange Krankengeschichte hinter dir, und das mit dem Kraftverlusst in Arm und Hand hört sich nicht gut an.
Dass die Schmerzen im Sitzen am Stärksten sind ist normal, Sitzen ist die stärkste Belastung für die HWS, das solltest du zur Zeit wenn möglich meiden.

Ich kenne die PRTs an der Halswirbelsäule auch nur von der Seite und nicht von hinten, mach er die CT-gestützt? Dann sollte er zumindest im richtigen Bereich sein, aber frag doch mal, warum diesesmal anders vorgegangen wird.

Hat denn der Neurologe auch ein EMG gemacht und nach einer Wurzelschädigung geschaut? Wenn da Auffälligkeiten sind, würde das eher für eine OP sprechen.

Mir hat bei der ersten OP 2018 der Neurochirurg erklärt, dass Aufgrund meines auch breitbasigen Prolaps eine OP nach Fryckholm von hinten nicht in Frage kommt. Ob das so ist kann ich nicht beurteilen, aber da auch knöcherne Apositionen beschrieben sind und eine mäßige Spinalkanalstenose halte ich es für wahrscheinlicher, dass dir eine Cagefusion angeboten wird. Das ist nicht so schlimm wie es sich anhört, es schränkt die Beweglichkeit der Halswirbelsäule kaum ein, ich merke das zumindest nicht wirklich.

So wie du es jetzt beschrieben hast halte ich es für unwahrscheinlicher, dass du ohne OP noch mal zurechtkommst ohne deutliche Einbuße in deinem linken Arm.
Das was ich im Vor-Beitrag geschrieben habe gillt aber, nach dem was du auch über deine LWS geschrieben hast, um so mehr: jeder Eingriff verändert die Statik, d.h., es erfordert im Nachgang viel Aufbau deiner Tiefenmuskulatur, damit diese deine Gesamtstatik verstärkt und stabilisiert.

Ich wünsche dir alles Gute für deinen termin,

LG Elke

Bearbeitet von blumi am 31 Jul 2020, 05:53
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Leni1
Geschrieben am: 31 Jul 2020, 22:50


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Liebe Elke,

Danke für deine Rückmeldung und die Erklärung, weswegen es im Sitzen schlimmer wird.

Die Spritzen führt ein anderer Neurochirurgischer durch, als vor einem Jahr. Der andere, zu dem ich ein großes Vertrauen habe, ist im Urlaub und ich habe den Termin erst im September bekommen.
Die Spritzen von Hinten sind besser auszuhalten, wie von der Seite. Die fand ich wirklich Grenzwertig. Und ja, er führt die Injektionen unter dem CT durch.

Ich bin sehr gespannt, was der Arzt am Mittwoch vorschlagen wird. Ich werde jedenfalls den Gesamtverlauf meiner
Behandlung hier berichten.

Hab ein schönes Wochenende!
LG
Leni1
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Leni1
Geschrieben am: 02 Aug 2020, 00:08


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Ich habe doch eine Frage. Ich merke, dass die linke Hinterseite des Kopfes leicht kribbelt, so als ob mir die Haare zu Berge stehen würden. Meine Zunge fühlt sich leicht taub an und meine Füsse kribbeln auch. Hat das etwas mit der HWS zu tun? Normalerweise habe ich so etwas nicht.

LG
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blumi
Geschrieben am: 02 Aug 2020, 15:29


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Hallo Leni,

Ich hatte nach jeder PRT ein leichtes Taubheitsgefühl an der Zunge, unabhängig ob LWS oder HWS, habe das am ehesten auf das Lokalanästhetikum geschoben.
Das Kribbeln am Hinterkopf kann etwas damit zu tun haben, dass sich durch die Verspannungen im Nacken auch die flachen Muskeln über dem Schädel mitverspannen und dadurch feinste Hautnerven gereizt werden, zum Teil auch mal Größere Nerven wie der N. occipitalis. Mir haben da immer Übungen aus dem Bereich der progressiven Muskelrelaxation ganz gut geholfen ( z.B. Augenbrauen hochziehen, dann bewußt lockern, Augen zusammenkneifen, dann bewusst lockern).
Das Kribbeln in den Füßen heißt aufpassen: wenn es mehr wird oder noch eine Gangunsicherheit dazu kommt bitte in der Klinik vorstellen, das kann ( muss nicht) mal ein Zeichen für eine beginnende Myelopathie sein.

LG, Elke
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