Bandscheiben-Forum

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> Wiedereingliederung, Probleme/Zuständigkeiten
Nanu
Geschrieben am: 26 Sep 2020, 01:24


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Hallo ihr lieben,

ich befinde mich gerade bei der Wiedereingliederung und bin im Moment etwas ratlos. Nach der Op war ja soweit erst mal alles gut, abgesehen von ner Taubheit im Fuß, die sich gegen Ende der Au besserte. Seit 2 Wochen gehe ich wieder 4 Stunden arbeiten, zumindest auf dem Papier, praktisch hat das des öfteren jedoch nicht so gut funktioniert, da ich schmerzen hab, sehr schnell an mein Grenzen komme und nicht wirklich in meiner eigentlichen Funktion eingesetzt werden kann. Seit beginn der Wiedereingliederung ist der Fuß wieder taub und das bessert sich momentan nicht, auch nicht über das Wochenende (wenn vorhanden). Mein Chef meinte daraufhin, ich soll das noch mal mit dem Arzt besprechen, und ihm scheint das zu früh zu viel, zumal ihm die Situation gerade generell zu heiß ist. Ich bin im süßen Handwerk tätig wo Gewichte Heben, ungünstige Positionen, rutschige Böden etc an der Tagesordnung sind. Also wollte ich das klären, zumal am Montag die neue Stufe anfängt. In der Arztpraxis teilte man mir dann jedoch nur mit, dass man nichts mehr tun könnte, der Fall Wirbelsäulentechnisch abgeschlossen ist und ich alles weitere mit meinem Hausarzt besprechen soll, oder wenn es nicht bessert evtl nen Neurologen oder Schmerztherapeuten aufsuchen soll, mich aber deswegen nicht mehr bei ihnen melden brauche ??? . Mein Ha meinte jedoch vor 3 Wochen er sei für sowas nicht zuständig und überweist einen grundsätzlich an Fachärzte. Eigentlich würde ich das gerne durch ziehen, und wenns nur ist um gewissen Leuten zu beweisen, dass es geht, aber andererseits habe ich nicht das Gefühl, dass es mir körperlich gut tut (meine Physio meinte die Woche, dass die Ws wieder so empfindlich sei, wie nach der Op, was ihr zu denken gibt und weiteren Behandlungsbedarf hat). Meine Chef hab ich bislang nicht erreicht um das weitere vorgehen abzusprechen und irgendwie fehlen mir auch grad die Worte um ihm das zu erklären. Wobei ich aus ihm auch nicht schlau werde. Einerseits mahnt er mich zur Vorsicht und hätte mich lieber nicht da, andererseits setzt er mich schon wieder Nachts/Feiertags ein, wo man es sich wirklich nicht leisten kann auszufallen, da die Kollegen sonst durch die Hölle gehen. Am liebsten würde ich meinen Ag fragen, ob sie mich kündigen können. Dann wären wir alle raus aus der Nummer, da ich eh nur noch bis Januar dort arbeite und mich danach Beruflich fortbilden möchte. Andererseits wäre es halt schon gut, zu wissen, ob der Beruf weiter ausgeübt werden kann, bevor man Geld und Zeit in nen Meister steckt. Ihr seht, mein Vertrauen in Ärzte ist grade mal wieder unterm Gefrierpunkt gelandet und ich bin etwas ratlos.

Hattet ihr sowas schon mal? Oder wisst ihr, wer dafür zuständig ist? Gibts sonst irgendwelche Tipps und Ratschläge? Abbrechen? Augen zu und durch?

Liebe Grüße
Nanu
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Pauline69
Geschrieben am: 26 Sep 2020, 06:50


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Hallo Nanu,

das ist eine Frechheit Deiner Wirbelsäule Praxis, zu sagen, sie könnten nichts mehr für Dich tun. Und Dein Hausarzt macht es sich sehr leicht.

Grundsätzlich ist es so, dass Du eine Wiedereingliederung jederzeit unterbrechen und abbrechen kannst. Dafür ist normalerweise der Arzt zuständig, mit dem Du die Wiedereingliederung auch angefangen hast und der Dich in der Zeit davon behandelt hat.
Ich habe 2x eine Wiedereingliederung gemacht, einmal über meinen Orthopäden und einmal über die Rentenversicherung. Beim ersten Mal haben wir mit 2 Stunden täglich begonnen, sind dann ganz langsam auf 3 und 4 Stunden gegangen. Bei 3 Stunden merkt ich, mehr geht noch nicht und wir haben die 3. Stufe des Plans, das wären 4 Stunden gewesen, zurückgesetzt auf 3 Stunden. Da der Arzt Dich ja sowieso alle 4 Wochen parallel dazu krankschreiben muss, hat er also nach 4 Wochen der Wiedereingliederung, die 3. Stufe ebenfalls auf 3 Stunden arbeiten gesetzt. Eine Wiedereingliederung darf 6 Monate dauern.

Auch meine Wiedereingliederung über die Rentenversicherung lief so. Und zum Schluss haben wir sie sogar abgebrochen, da ich erneut ins Krankenhaus musste. Nach dem stationären Aufenthalt haben wir dann eine neue Wiedereingliederung über die Krankenkasse begonnen.

Du steckst in einer ganz, ganz blöden Situation. Wer schreibt Dich während der Wiedereingliederung krank? Die Wirbelsäulen Praxis? Auf was für einen Zeitraum habt ihr die Wiedereingliederung geplant? Wer betreut Dich während dieser Zeit?

Viele Grüße
Pauline

Bearbeitet von Pauline69 am 26 Sep 2020, 06:52
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blumi
Geschrieben am: 26 Sep 2020, 07:02


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Hallo Nanu,

Der Wiedereingliederungsplan kann jederzeit geändert werden, auch abbrechen ist möglich.
Einfach weitermachen würde ich an deiner Stelle nicht, dein Körper zeigt dir gerade, dass es nicht geht (hat meiner gerade auch, deshalb habe ich Gestern krank gefehlt).

Wer hat denn den Wiedereingliederungsplan mit dir gemacht? Bei mir lief das diesesmal über die Reha, letztes mal über den Hausarzt.
Der Plan kann nämlich jederzeit abgeändert werden. D.h., man könnte ihn z.B. so abändern, dass nur 2 Stunden pro Tag die nächsten zwei Wochen geleistet werden, vielleicht würde dir das schon etwas helfen. und es muss auch klar sein, dass du faktisch nicht anwesend bist, d.h. du kannst zur Zeit nicht fest in Schichtplänen mit einkalkuliert werden.

Heben schwerer Dinge und in ungünstigen Positionen arbeiten ist ein No-go für dich. Du musst Wirbelsäulengerecht arbeiten und das bedeutet für dich, dass eventuell auch die einen oder anderen Abläufe so geändert werden müssen, dass die Positionen für deinen Rücken auch passend sind. ich kann z.B. an einem Ultraschallgerät nicht arbeiten, da der Monitor zu hoch ist und ich dafür den Kopf nach hinten überstreckt halten muss, was sofort Nackenkopfschmerzen auslöste. Ich hab jetzt mit meinem Chef abgesprochen, dass ich an sein Gerät darf, da ist alles optimal, ich muss nur schauen wann ich da rein kann um ihn nicht zu behindern.

Du musst akzeptieren, dass das eine oder andere so nicht geht, und nicht einfach Augen zu und durch, das funktioniert leider nicht, auch wenn man sich das wünscht. vielleicht lässt sich das eine oder andere ja positionell ändern, das kommt ja dann auch den anderen zu gute.

Auf keinen Fall würde ich kündigen, davon hast du nur Nachteile.

Das Verhalten der Praxis ist unmöglich. Theoretisch könntest du ja auch ein Rezidiv haben (hört sich jetzt nicht so an, aber gehört abgeklärt). Wenn du in dem Bereich Probleme hast müssen die sich kümmern. Punkt. Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung ( das kannst du im übrigen bei der Kasse und bei der Ärztekammer melden) :vogel .
Hast du einen guten Hausarzt? Dann würde ich an deiner Stelle mit ihm den weiteren Ablauf der Wiedereingliederung klären, einen Abbruch oder eine Reduktion der Stundenzahl würde ich auf jeden Fall empfehlen. Der kann dich zu einem Neurologen überweisen, so dass die Nervenbahnen gecheckt werden, und ggf. kannst du auch mit Medikamenten speziell gegen nervenschmerzen etwas bewirken.

Lass dich nicht unterkriegen, aber höre auch auf deinen Körper. Ich weiss wovon ich rede, ich habe auch immer wieder das Problem dass ich mehr will als gut ist, bist der Körper ein eindeutiges nein signalisiert :h

LG. Elke
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Nanu
Geschrieben am: 26 Sep 2020, 23:54


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Hallo ihr beiden,

danke für eure Worte. Das hilft mir schon mal weiter, und beruhigt mich etwas, da ich tatsächlich gestern Zweifel an meinem Geisteszustand hatte, und mir nicht sicher war, ob ich mich evtl zu unrecht über andere/die Situation aufrege :D .

Pauline du stellst mir fragen, die ich zum Teil, nicht mal beantworten kann, weil mir einiges neu ist. Der Chirurg hat den Plan gemacht, innerhalb von 2 Minuten, während er meinen Job belächelte und garantiert falsche Vorstellungen hat von dem was wir tun, wobei ich erfolglos versuchte das richtig zu stellen. Information dazu war eh gleich null. Im Sinne von den Plan können sie dann an der Rezeption abholen und unterschreiben lassen. Daher ging ich auch davon aus, dass er dann da weiterhin für zuständig ist(scheint ja nicht so verkehrt zu sein).

Verstehe ich das richtig, dass ich noch ne gesonderte Krankschreibung brauche?
Geplant sind 6 Wochen mit ner Steigerung alle 2 Wochen, also von 4 auf 6 und 8 Stunden. Betreuen in dem Sinne tut mich im Moment keiner da ja niemand dafür zuständig ist. Ne Krankschreiben übers Wochenende hat er mir noch mal ausgestellt (danach hatte ich an sich gar nicht gefragt), mit dem Hinweis durch die Sprechstundenhilfe, dass sie sie mir schicken und nicht mehr weiter verantwortlich sind, ich mich auch nicht melden brauch, da der Fall abgeschlossen sei. Ich frag mich ob das evtl damit zusammenhängt, dass meine Akte vom MDK angefordert wurde und die ihn evtl irgendwie stressen? Hatte das Problem in den letzten 7 jähren in der Praxis nicht einmal(war sonst aber allerdings bei nem anderen Doc). Normal haben die Mädels das alles immer weitergeleitet und der Doc zurück gerufen. Nun trifft er Entscheidungen ohne überhaupt nen Wort mit mir zu wechseln bzw mir das direkt mitzuteilen. Ich verstehe es einfach nicht. Aber nach der Geschichte vermute ich dass es eh nix hilft noch mal anzurufen. Die war echt deutlich obwohl es eine von den wirklich netten Damen war.

Das mit meinem Hausarzt ist eher ne Zwangsheirat, da er weit und breit der einzige war der neue Patienten genommen hat, als mein vorheriger aufgehört hat. Seine Standardsprüche sind wenig hilfreich. Sie sind zu jung für den schei***, ich kann dazu nix sagen, ich bin kein...(hier beliebigen Facharzt einsetzen). Ich schick Sie damit und Krankenhaus. Mehr hab ich bislang nie aus ihm raus bekommen wenns nicht grad um Husten, Schnupfen Heiserkeit geht. Aber er telefoniert gerne. Möglicherweise könnte er noch mal anrufen, wenn er sich nicht zuständig fühlt und doch noch irgendwas bewirken. Oder er lässt sich vielleicht mal was neues einfallen. Wenn nicht, überlege ich tatsächlich in die nächste Großstadt zu fahren und dort wen zu suchen. Denn das hilft so auch nur bedingt weiter.

Zitat

Heben schwerer Dinge und in ungünstigen Positionen arbeiten ist ein No-go für dich. Du musst Wirbelsäulengerecht arbeiten und das bedeutet für dich, dass eventuell auch die einen oder anderen Abläufe so geändert werden müssen, dass die Positionen für deinen Rücken auch passend sind. ich kann z.B. an einem Ultraschallgerät nicht arbeiten, da der Monitor zu hoch ist und ich dafür den Kopf nach hinten überstreckt halten muss, was sofort Nackenkopfschmerzen auslöste. Ich hab jetzt mit meinem Chef abgesprochen, dass ich an sein Gerät darf, da ist alles optimal, ich muss nur schauen wann ich da rein kann um ihn nicht zu behindern.

An sich hast du da recht. Super wenn sich sowas bei euch organisieren lässt. Wo es möglich ist versuche ich das auch oder zumindest das auszusuchen en was mir am besten erscheint, aber in der Praxis ist das kaum umzusetzen, da wir fast immer zu mehreren Hand in Hand arbeiten, wo für solche Individualitäten weder Zeit noch Platz ist. Spätestens wenn man 20 Bleche Schwarzwälder irgendwie unterbauen müsste scheitert man gnadenlos, zumal was für den einen Schritt optimal wäre für den nächsten Arbeitsschritt oft ungünstig ist. Oder es verreckt mal wieder was, das mitarbeiterfreundlich wäre, was aber die Zuständigen für die Instandhaltung, oft Monate lang, in kauf nehmen, da es sie nicht betrifft...

Hihi das mit dem auf den Körper hören, nehme ich mir so oft vor, und dann steigt man eben doch wieder voll ein und der Vorsatz ist weit weg. Nach dem Tag heute ist mir eigentlich klar, dass ich irgendwie noch mal nen Gang zurück schalten muss, unabhängig davon ob mein Chef noch mal die Pläne ändern muss oder nicht. Bin echt gespannt wie ich das am Montag geregelt bekomme und was mein Chef sagt.

Liebe Grüße
Nanu

PM
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Pauline69
Geschrieben am: 27 Sep 2020, 07:26


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Hallo Nanu,

ja, Du brauchst unbedingt parallel zur Wiedereingliederung eine Krankschreibung.
Manche Ärzte vergessen das gerne.

Zuerst, wann bist Du operiert worden?
Von wann bis wann warst Du in der Reha?
Hat der Sozialdienst der Reha die Wiedereingliederung mit Dir besprochen und beantragt?
Oder warst Du nach der Reha noch länger als 4 Wochen krankgeschrieben?

Wenn Du länger als 4 Wochen nach der Reha krankgeschrieben warst, ist die Krankenversicherung für die Wiedereingliederung zuständig. (ansonsten wäre es die Rentenversicherung gewesen)

Sowohl die Krankmeldung als auch die Wiedereingliederung macht normalerweise der Arzt mit Dir, der Dich vor Deiner Operation betreut hat. Ein ambulanter Neurochirurg oder ein Orthopäde oder manchmal auch der Hausarzt.
Je nachdem, bei welchem Arzt Du die Monate vor der Operation warst. Eine Wiedereingliederung kann auf 6 Monate ausgedehnt werden!

Du hast das Recht die Wiedereingliederung zu unterbrechen oder auch ganz abzubrechen, wenn Du merkst, dass das Arbeitspensum noch nicht machbar ist. Und Du kannst jede Phase der Wiedereingliederung verlängern. Dazu musst Du mit Deinem betreuenden Arzt nur besprechen, dass Du es noch nicht schaffst und GEMEINSAM einen Plan erstellen oder eben auch ändern. Zum Beispiel die jetzige 4-Stunden Phase auf 6 oder 8 Wochen ausdehnen.

Es kann gut sein, dass die Arztpraxis deshalb so schroff reagiert hat, weil der MDK Deine Unterlagen angefordert hat. Aber das soll nicht Dein Problem sein. Manchmal reagiert der MDK recht schnell. Was nicht heißt, dass, wenn zu recht, eine lange Wiedereingliederung nicht machbar ist. Der Arzt muss nur Deinen jetzigen Gesundheitszustand ausführlich beurteilen und seine persönliche Einschätzung dem MDK mitteilen.

Kündigen würde ich auch AUF KEINEN FALL!!!
Warum auch, erst einmal hast Du 6 Monate Zeit in den Beruf zurückzufinden.

Halt die Ohren steif und lass Dich nicht unterkriegen!
Viele Grüße
Pauline

Bearbeitet von Pauline69 am 27 Sep 2020, 07:29
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Kater Oskar
Geschrieben am: 27 Sep 2020, 11:19


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Hallo Nanu,

In Bezug auf die Krankschreibung schließe ich mich Pauline an

Zitat

Du brauchst unbedingt parallel zur Wiedereingliederung eine Krankschreibung.


möchte es aber noch mal anders formulieren.

Bei einer geplanten Wiedereingliederung bist Du grundsätzlich noch krank geschrieben und bleibst auch AU bis zum Abschluss der Maßnahme. Das heißt auch, dass Du während der Wiedereingliederung Krankengeld bekommst, was eventuell erklärt, warum der Chef so froh ist, Dich auf Arbeit zu haben.

D.h. für Dich auch, wenn Du während der Arbeit Probleme bekommst, bist Du nicht verpflichtet, die vorgesehene Arbeitszeit ein zu halten. Du kannst sofort abbrechen und es ggf. am nächsten Tag wieder probieren. Auch kannst Du bei Problemen (Elke hat es ja auch geschrieben) ganz einfach mal nen Tag aussetzen, aber dem Arbeitgeber informieren. Der darf Dich als Arbeitskraft eigentlich nicht einplanen.

Auch in Bezug auf die Verantwortlichkeit eines zuständigen Arztes schließe ich mich Pauline und Elke an. D.h., eigentlich ist es egal, wer die Wiedereingliederung begleitet, aber es muss schon ein (Dich) behandelnder Arzt sein, also meist der, welcher auch die Krankschreibung bisher ausgeschrieben hat.

In den meisten Fällen ist es ja s, dass man mit den Anfangsbeschwerden zu seinem HA geht und dann an einen NC überwiesen wird, oft also auch in ein Krankenhaus. Erfolgt hier die OP wird man danach zurück an seinen HA überwiesen, welcher nun die weitere Betreuung übernimmt. Der NC hat nun eigentlich nicht mehr unbedingt etwas mit der Nachbehandlung zu tun.

Kommt es allerdings zu Komplikationen oder Problemen, sollte durch den HA eine erneute Überweisung an den NC erfolgen, welcher nun dazu verpflichtet ist, diese Probleme, hier gehören auch Schmerzen dazu, ab zu klären. Wie Elke schon sagte, kann es ja auch ein Rezidiv sein, was auch nach Reha-Maßnahmen nicht so selten auftritt.

Auf keinen Fall solltest Du das ignorieren, es gehört ganz einfach abgeklärt.

Ich möchte hier jetzt nicht schwarz malen, aber wenn ich so lese, wie es an Deiner Arbeit zu geht, wäre ggf. auch darüber nach zu denken, ob der Job in Zukunft und auf Dauer für Dich überhaupt zu leisten ist. Ich weiß nicht, ob Du es hier schon gelesen hast, aber im Forum gibt es einen Spruch, den wir alle akzeptieren müssen.

Zitat

Einmal Bandi, immer Bandi


Deine Wirbelsäule ist geschädigt und teilweise geschwächt, das wird auch in Zukunft nicht anders werden. Es kann gut sein, dass Du es schaffst, in Zukunft gut und schmerzfrei damit zu leben. Aber trotzdem wird immer eine Schwachstelle bleiben, wobei bei Dir ja nicht nur eine Schwachstelle vorhanden ist. Du musst also in Zukunft in jeder Form rückengerecht/rückenschonend leben, damit Du keine größeren Probleme bekommst. Dazu gehört vor Allem auch eine Arbeit, die Du so noch ausüben kannst, ohne weitere Schäden zu verursachen.

Auch Dein Plan als Meister zu arbeiten wäre dabei zu überdenken.

Ich selbst habe meinen Meister im Maschinenbau gemacht und in dieser Funktion in einem Metallwarenbetrieb gearbeitet, in dem ich vorher als Automatendreher tätig war. In beiden Tätigkeiten in Schichtarbeit, würde ich nicht sagen, dass die Tätigkeit als Meister weniger anstrengend oder stressig war als an der Maschine. Ich würde eher vom Gegenteil ausgehen, was letztendlich (auch mit) dazu führte, dass ich später den Meister hin geschmissen habe.

Wie gesagt, gilt es über den weiteren Job gründlich nach zu denken.

In Bezug auf Deinen HA wäre eine Überlegung auch ganz gut. Für mich wäre ein HA, wie Du ihn beschrieben hast, absolut das Letzte. Gerade mit dem HA muss ein Vertrauensverhältnis bestehen und er muss über seinen Patienten nachdenken und ihm helfen, wo er kann. Mir hat mal einer gesagt, "Spezialisten haben es einfach, die haben nur ein kleines Gebiet, auf dem sie sich auskennen müssen. Ein Hausarzt muss das Ganze sehen, er muss Koordinator zwischen den Fachärzten sein und auch darum seinen Patienten gut kennen". Wobei ich hier die Spezialisten/Fachärzte in keinster Weise schlecht machen will, sie kennen sich auf ihrem Gebiet halt "absolut" aus und leisten einen Job, den ein HA eben auch nicht leisten könnte. Aber mit dem HA haben wir halt viel öfter und immer wieder mit anderen Problemen zu tun.

Ich weiß, dass es im Moment oft schwer ist, irgendwo in eine Praxis zu kommen. Dazu kommt noch das Problem, dass man ja vorher nicht weiß, ob es ein guter HA ist, wobei es aber auch zwischen HA und Patienten "stimmen" muss.

Ich selbst hatte über 30 Jahre ne tolle HÄ, die in Rente ging. Danach wurde die Praxis von einer jungen HÄ übernommen und ich war froh darüber. Leider musste ich schon beim ersten Besuch feststellen, dass wir miteinander nicht zu Recht kamen. Klar, ich bin kein einfacher Patient und weiß das auch. So dachte ich, dass es ja auch an mir liegen könnte und gab ihr ne Chance. Nach nem knappen Jahr wusste ich, dass es nicht geht und ich mich nach nem anderen HA umsehen muss. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr ich, dass sie geht und ein neuer HA die Praxis übernimmt. Na ja, ich bin mit nem schlechten Gefühl zu ihm hin und hatte wohl auch Vorurteile.

Jetzt bin ich schon ein Jahr bei ihm in Behandlung und.......bin absolut begeistert. Aber, das war eben auch Glück.

So, nun habe ich Dich zu getextet und ich will mal langsam zum Ende kommen. Wenn Du weitere Fragen hast, Du weist ja, wo "WIR" sind.

Ich drück Dir die Daumen und hänge hier noch mal nen Link zur

Wiedereingliederung

dran. Eventuell hilft es Dir ja auch ein Stück weiter.

LG, Kater Oskar



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Nanu
Geschrieben am: 28 Sep 2020, 18:01


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Hey ihr lieben,

der Papierkram treibt mich noch in den Wahnsinn. Oder meine Ärzte... Hab von meinem Ha grad die gleiche Info bekommen wie von euch. Er meinte im übrigen, für alles weitere sei der Betriebsarzt zuständig und es hätte da ein Gespräch geben müssen. Mal abgesehen davon hätte das Personalbüro längst eine fehlende Au beanstanden müssen. Da hat er nicht unrecht. Naja ich telefoniere denen allen morgen hinterher.
Pauline, zu deinen Fragen: Die Op war am 01.07.20 ist also schon was her. In einer Reha war ich nicht. Mein Ha meinte nun er könne sich um das weitere kümmern, war aber nicht grad begeistert darüber. Er hat mich an den Betriebsarzt verwiesen. Und von Novalgin Tabletten auf Tropfen umgestellt. Ob das jetzt zielführend ist, sei mal dahingestellt.

Danke Kater Oskar, aus deinem Beitrag hab ich auch ein paar gute Informationen entnehmen können. Gut zu wissen, dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss wenn der Chef anruft und fragt warum man gegangen ist.
Klar, den Spruch kenne ich, bin ja leider seit 6 Jahren hier mehr oder weniger regelmäßig unterwegs. Das mit der Arbeit ist so ne Sache. Weniger Arbeit und weniger anstrengend wird es bestimmt nicht, da hast du natürlich vollkommen recht. Gut überlegt sein muss das alles, und ich denke natürlich im Moment auch viel darüber nach. Aber es wäre eine Selbstständigkeit möglich, wo man evtl ein besseres Umfeld schaffen kann, wenn man mit den Produkten in eine andere Richtung geht. Der Beruf des Konditors ist an sich ziemlich vielseitig. Ich mache für mein Leben gerne Pralinen und Schokoladen. Bei uns im Betrieb machen wir sowas kaum, da ich in einer zu groß gewordenen Handwerksbäckerei arbeite, und unser Kerngeschäft die Torten sind. Wir müssen im Moment jeden Tag improvisieren, da weder Platz, Personal noch Material vorhanden ist, das unserer Größe entspricht. So extrem ist das sicher nicht in jedem Betrieb. Etwas Zeit hab ich zum Glück noch, bis ich mich endgültig entscheiden muss.

Liebe Grüße
Nanu
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Nanu
Geschrieben am: 15 Okt 2020, 16:04


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Hey ihr lieben,

ich verfasse mal ein Update.
mein HA hat sich in der Zwischenzeit erbarmt, und die Wiedereingliederung abgebrochen. Ich sitze seit knapp 3 Wochen wieder zuhause und nehme Tilidin :heul .
Nach 2 Wochen rennerei war auch raus zu finden, wer die Betriebsärztin ist, und ein Termin mit ihr ist vereinbart. Nun warte ich noch auf den Termin Mitte nächster Woche in der lieblings Klinik meines Hausarztes. Hab schon irgendwie Angst davor aber nun gut. Mehr wie den Kopf abreissen können sie mir dort auch nicht. So lang geniesse ich die (fast) täglichen Anrufe von unserem Abteilungsleiter und der Chefsekretärin die dringend wissen wollen wann ich wieder voll einsatzfähig bin. So beschleunigt man die Vorgänge auch nicht, aber nachvollziehbar ist es natürlich, zumal die Hoffnung bestand, dass die Betriebsärztin die Krankschreibung evtl. kippt, dies aber am Telefon nicht getan hat, sondern definitiv meinte, bis alles weitere geklärt ist, soll ich keinen Fuss in den Betrieb setzen.

Liebe Grüsse
Nanu
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blumi
Geschrieben am: 15 Okt 2020, 16:19


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Hallo Nanu,

In was für eine Klinik soll’s denn gehen?

Das ist ja echt blöd, dass du jetzt wieder Tilidin brauchst, bist du denn bewegungsfähig und machst Eigenübungen oder geht das alles gar nicht?
Aber gut, dass dein Hausarzt sich gekümmert hat.

LG, Elke
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Nanu
Geschrieben am: 18 Okt 2020, 17:11


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Hallo Elke,

in die Helios Rossmann Klinik Brei**ch. Hab schon schlaflose Nächte deswegen. Ne Ärztin aus meinem Privaten Umfeld rät mir dringend davon ab... Und ich war vor 5 Jahren bereits zweimal dort und nur so semi begeistert. Ob das jetzt besser ist mit den anderen Leuten ist halt die Frage. Es nervt mich grade extrem mit dem Tilidin, anderseits ist es echt niedrig dosiert und damit gehts mir immerhin relativ gut. Mittlerweile kann ich meine Übungen wenigstens teilweise wieder machen, da bin ich auch echt fleissig, aber manche gehen immer noch nicht wieder. Ich mag doch nur wieder arbeiten gehen, vor allem weil der Winter kommt und damit auch wieder Sachen die viel spass machen.

Liebe Grüße
Nanu
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