Bandscheiben-Forum

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> cervikale Wurzeldekompression von dorsal, wer hat damit Erfahrungen gemacht?
blumi
Geschrieben am: 05 Dez 2020, 15:18


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Hallo,

Ich habe auf Höhe meiner Bandscheibenprothese C5/6 eine Neuroforamenstenose links, die mir seit über einem Jahr Nervenschmezen bereitet. Als ich im März wegen zunehmender Paresen C6/7 bds. und C5/6 links (bei deutlichem chronischen nervenwurzelschaden im EMG) eine Cagefusion auf C6/7 bekam, meinte mein Neurochirurg, wir sollten bezüglcih der Etage darüber erst einmal die Wirkung abwarten, da es zwischen den Nerven ja auch Querverbindungen gäbe und die Stabilisation auch für die Etage darüber positive Auswirkungen haben könnte.

Tatsächlich hat sich die Motorik wieder nahezu normalisiert, worüber ich auch sehr glücklich bin. Die immer wieder einschießenden Schmerzen C6 links bleiben aber leider. Ich hatte versucht, Gabapentin bis auf 900 mg zu reduzieren, das hat aber die Schmerzen wieder so verstärkt dass ich wieder Steigern musste bis auf 1800 mg (zusätzlich nehme ich noch Duloxetin und bei Bedraf Palexia, wenns mal ganz unangenehm wird). Da ab 1800mg meine Konzentrationsfähigkeit nachlässt habe ich in Absprache mit meiner Schmerzärztin eine Cortisonstoßtherapie durchgeführt. Welche dazu geführt hatte, dass ich Gabapentin vorübergehend wieder auf 1200 mg reduzieren konnte, also ist meine Nervenwurzel noch nicht so geschädigt dass sie sich nicht mehr erholen kann.

Allerdings musste ich das unter Augenärztlicher Kontrolle des Augeninnendrucks machen, da ich mittlerweile einen grünen und grauen Star entwickelt habe und Kortison für beides schlecht ist. Bei der höchsten Dosis (die am besten half) stieg der Augeninnendruck, so dass die Maßgabe für mich ist, Cortison ja, aber nur niedrig und nicht lang und unter Druckkontrolle. Das macht das ganze zu einer eingeschränkten Option.

Da ich auch gerne die Medikamente auf Dauer absetzen oder doch zumindest reduzieren würde, habe ich mich daran erinnert, dass mein Neurochirurg die Option angesprochen hatte (vor der Versteifung) dass sollte die Prothese tatsächlich eingesteift sein (was wir vermuten, aber noch nicht gesichert haben) man von dorsal die Foramenstenose beseitigen und die Nervenwurzel freilegen könnte. Das hört sich in meinem Ohr nach einer vergleichsweise weniger belastenden Operation an.

Daher wollte ich fragen, ob hier auch einige mit einem solchen Eingriff gute Erfahrungen gemacht haben, da ich nächste Woche einen Termin bei dem Neurochirurgen habe und mir überlege, die Option mit ihm zu besprechen.

LG, Elke
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Claudia1981
Geschrieben am: 05 Dez 2020, 17:33


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Hallo Elke,

das heißt dann von hinten? Kann mir nie merken was diesmal und ventral heißt. :P

Ich hab zwar so eine OP noch nicht gemacht aber so weit ich weiß ist es auch nicht ganz ohne. Es werden die Muskeln abgetrennt um an die Knochen ran zu kommen...Sehr schmerzhaft....ist halt wieder ne OP...Aber wie bei allem stellt sich die Frage....Schmerzen oder was tun....

Überleg es dir gut....

LG Claudia
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blumi
Geschrieben am: 06 Dez 2020, 08:58


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Hallo Claudia,

Ich bin ja auch hin und her gerissen. Irgendwo habe ich gelesen, dass so etwas auch Endoskopisch geht, wo man die Muskeln nur zur Seite schieben muss. Allerdings war das im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall, den ich ja auf dieser Ebene definitiv nicht mehr haben kann , :z ,
insofern weiß ich nicht ob das auch bei mir eine Option wäre.

Es ist halt ein knöchernes Problem. Und das wird daher nicht besser werden. Konservativ mache ich sowieso viel, manuelle Therapie, Tapen, Gerätetraining im Fitnessstudio, Eigenübungen zu Hause, tägliches Tens, Osteopathie habe ich nach dem dritten Versuch aufgehört weil es die Beschwerden eher verschlechtert, Schwimmen geht nur mit aufladbarer Halskrause und im Moment leider sowieso nicht, walken wenn möglich täglich.

Wenn das mit dem Cortison risikolos wäre würde ich die Option immer mal wieder eine PRT im Intervall sicherlich vorziehen. Aber ich habe Angst um meine Augen, meine Mutter ist durch den Grünen Star auf einem Auge blind und dadurch schon sehr eingeschränkt.

Wenn ich die Medis weiter hochdosiere ( da ist noch Luft nach oben) bin ich nicht mehr arbeitsfähig, und zumindest 50% will ich schon weiterarbeiten, ich liebe meinen Job und psychisch tut mir das Arbeiten sehr gut.

Daher meine Idee da noch mal,ran zu gehen.

LG, Elke
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Carpenter
Geschrieben am: 06 Dez 2020, 10:29


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Hallo Elke,

ich meine, dass Milka von ihrer OP nach Frykholm (ältere Methode, die von hinten durchgeführt wird), berichtet hat. Bei ihr wurde ausschließlich die Nervenwurzel freigelegt.

Vielleicht sprichst Du Milka einmal an?

Liebe Grüße von Carmen
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Claudia1981
Geschrieben am: 06 Dez 2020, 13:10


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Hallo Elke,

ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen...man wägt ab was geht und was nicht und entscheidet dann....Fakt ist und damit hast du recht, eine knöcherne Einengung bildet sich nicht zurück, da hilft meistens nur eine OP.

PRT sind grundsätzlich keine Dauerlösung, denn das Kortison schädigt nicht nur die Augen....auch die Knochen...

Ich würde allerdings schon versuchen es noch etwas raus zu zögern, denn schließlich musste dein Körper ja schon einige OP‘s in kürzester Zeit wegstecken...vielleicht bringt die Physiotherapie (wenn’s denn wieder geht) etwas Linderung....

Alles gute meine Liebe! :s

Claudia
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paul42
Geschrieben am: 06 Dez 2020, 13:31


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Hallo Elke :;

ich kann Carpenter nur zustimmen. :up

Ich denke aber, den zufriedenen Bandi wirst hier nicht mehr finden, obwohl das OP Verfahren sich seit Jahren bewährt hat.
Die erfolgreich operierten Bandis sind oftmals schnell wieder weg, dabei wäre deren Erfahrung im Forum für andere so wichtig.

Das OP Verfahren nach Frykholm und Scoville ist ein minmal inversives OP Verfahren, welches von hinten / dorsal über den Nacken durchgeführt wird.
Im web stößt man zwar drauf, aber nicht umfassend informativ.
Ich mache dann immer folgendes, ich suche dann nach Dissertationen, ob ein Arzt zur Erlangung des Doktortitels schonmal eine Abschlussarbeit zum Thema verfasst hat.
Da wird man bei" Dissertation OP nach Frykholm" durchaus fündig. :z
Uni Marbung und Tübingen, z, B.
Die Doktorarbeit ist struktiert aufgebaut, so dass man von A- Z alle Information bekommt.
Du wirst dich sicherlich noch deine Doktorarbeit erinnern können, was da für ein Haufen Arbeit drinsteckt.
Aus meiner Sicht kann man sich an solchen Arbeiten gut orientieren um ne Vorstellung zum Thema zu bekommen.

So wie du schreibst, brauchst du eine Alternative, wenn du bei Kortision extrem wg der Augen aufpassen musst.
Claudia hat auch Recht, Kortision geht zu Lasten der Knochendichte.

Soviel Information wie in einer Doktorarbeit kann dir der Arzt in der Sprechstunde gar nicht geben.
Wenn die OP eine Option ist, dann brauchste den richtigen Operateur der sich mit OP Verfahren gut auskennt.

viele Grüße

paul42
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blumi
Geschrieben am: 07 Dez 2020, 15:22


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Hallo ihr alle,

Paul , danke für den Hinweis mit der Dissertation, da kann man sich tatsächlich gut in das Thema reinlesen.

Ich war heute ( virtuell) in der Sprechstunde meines Neurochirurgen. Er war erst einmal sehr zurückhaltend, eben auch weil ich dieses Jahr schon so viele OPs hatte. Meine Bedenken könnte er verstehen, meinte aber,.dass die Cortisondosis bei einer HWS- PRT wesentlich niedriger ist als bei der LWS ( wegen der Gefahr der intraarteriellen Punktion) Insofern müsste ich mir da keine Sorgen machen.
Ansonsten will er zunächst Diagnostik, neurologische Messungen da die alten schon vor einem Jahr gemacht wurden und ggf. ein Myelo-CT, da man durch die Prothese beim MRT nicht wirklich sieht, was Sache ist. Beim Neurologen bin ich Mittwoch in einer Woche.

Je nachdem was dann rauskommt müsse man dann entscheiden. Er meinte die OP würde nur noch selten gemacht, weil meist von vorne Operiert wird, dadurch dass da eine Prothese ist kommt er von vorne nicht mehr ran. Er meinte aber, dass er das daher ewig nicht mehr gemacht habe.

Ich bin Mal gespannt was die Untersuchungen ergeben und wie wir dann weiter verfahren können.

LG,. Elke
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blumi
Geschrieben am: 07 Dez 2020, 18:41


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Hallo nochmal,

Ich hab jetzt ein wenig im Netz geblättert und gesehen, dass das St. Gertrauden in Berlin solche OPs endoskopisch anbietet. Daher habe ich mal eine Mail an sie geschickt und meinen Fall geschildert.
Mal schauen, was die dazu meinen.
Es wäre halt viel schonender, vorausgesetzt es wäre möglich.

LG, Elke
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blumi
Geschrieben am: 16 Dez 2020, 17:24


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Hallo,
Ich war jetzt bei der Neurologin und im EMG zeigt sich für die C6- Wurzel jetzt ein sehr ausgeprägter chronischer Wurzelschaden. Deutlich mehr als im Januar, und da war er schon deutlich. Die Kraft, v.a. im Biceps, lässt auch wieder nach, während sich C7 sowohl von der Kraft als auch im EMG etwas gebessert hat.

Jetzt steht als nächstes ein Myelo- CT an, dann entscheiden wir weiter.
LG, Elke

Bearbeitet von blumi am 16 Dez 2020, 17:25
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milka135
Geschrieben am: 17 Dez 2020, 18:49


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Hallo Ihr lieben Fories,
also ich bin meinem Fryholm´s in Höhe C5/6 re. und Th1/2 re. sehr zufrieden.
Schmerzen waren nach den OP´s ein Witz im Vergleich zur LWS-Op, Th-OP, HWS-OP mit Peek.

Liebe Grüße
sächische Milka :;
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