Bandscheiben-Forum

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> endoskopische LWS-Operationen - Tessys, Ilessys, wer hat Erfahrung?
frauvommann
Geschrieben am: 04 Jan 2021, 14:25


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Hallo zusammen,

ist hier vielleicht jemand, der Erfahrung mit einer endoskopischen LWS- oder auch HWS-OP hat?
Ich habe eine Recessusstenose und eine Zyste im Spinalkanal, Höhe L4/L5 und mir wurde zu einer mikrochirurgischen OP geraten. Ich gehe davon aus, dass mein Operateur einfach keine endoskopischen OPs anbietet/kann.

Hat es Gründe, dass sich die endoskopischen OP-Verfahren nicht schon mehr durchgesetzt haben? Sie sind ja doch schon einige Jahre auf dem Markt.

Viele Grüße
frauvommann

Bearbeitet von frauvommann am 04 Jan 2021, 14:26
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Nanu
Geschrieben am: 05 Jan 2021, 22:06


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Hallo frauvommann,

ich war lange Patient in einer Praxis, die sowas standardmäßig durchführt. Bei mir wurde vor 7 Jahren eine Nucleoplastie durchgeführt, ist vom Zugangsweg ähnlich, von dem was während dessen passiert jedoch noch mal was anderes(da wird quasi der Bandscheibenkern verdampft). An dem Verfahren scheiden sich generell die Geister. Danach war es mäßig besser und es wurde darüber nachgedacht, eine Op in Erwägung zu ziehen. Da sagte mir der Arzt jedoch gleich, dass er zwar eine endoskopische Op bevorzugen würde, aufgrund meines Alters etc, er dies jedoch nicht empfehlen könne, weil die Vorfälle zu mittig liegen, weswegen man da auch mit sorgfältiger Planung keine Möglichkeit hätte, bei zu kommen, und die Stenosen den Weg zu sehr verengen könnten.

Naja letztes Jahr hat sein Nachfolger dann beschlossen, dass operiert werden müsste, auch er meinte gleich, dass es aufgrund der Lage und den weiteren Problemen nicht möglich wäre das Endoskopisch zu tun. Nach den Aussagen, scheint es sehr drauf anzukommen, wo und wie etwas im Kanal liegt, und wie die sonstigen Strukturen drum rum aussehen, ob man Endoskopisch ne Chance hat dran zu kommen oder nicht(auch wenns sich im Netz anders liest). Und wenn es doch was mehr sein sollte, als erwartet sind die Möglichkeiten scheinbar recht begrenzt. Das Verfahren eignet sich nur in nem engen, unkomplizierten Diagnosebreich. Auf Grund dessen, wird dann lieber gleich zum invasiveren Weg geraten. Das finde zumindest ich, angenehmer, als nach der Op oder während dessen, zu erfahren, dass der Plan geändert wird und doch mehr aufgemacht werden muss, oder, dass in kürze eine weitere Op ansteht weil bei der Endoskopie nicht alles entfernt werden konnte. Jede Vorop, auch wenn sie endoskopisch war hinterlässt nunmal auch Spuren im Körper. Daher wird wohl gerne mal "gründlicher" vorgegangen, zumal man auf Mrt Bildern auch nicht immer das wahre Ausmaß der Schäden sieht und Überraschungen der Endoskopie in dem Bereich Probleme bereiten.

Wenn ich bei dir was von Zyste lese, gehe ich mal davon aus, dass doch einiges an Material abgetragen werden müsste, was bei so einem kleinen Arbeitskanal einfach schwierig bis unmöglich oder eine unverhältnismäßig langwierige Angelegenheit werden würde, mit dem Risiko, etwas zu übersehen oder nicht greifen zu können.

Liebe Grüße
Nanu
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frauvommann
Geschrieben am: 06 Jan 2021, 19:24


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Hallo Nanu,

vielen Dank für Deine Erfahrungen.

Ich konnte gestern mit einem in endoskopischen Verfahren erfahrenen Wirbelsäulenchirurgen sprechen. Er sagte, dass man halt für die endoskopischen Verfahren eine entsprechende Erfahrung braucht.
Es scheint so zu sein wie in der Allgemeinchirurgie auch. Ich meine gelesen zu haben, dass man generell für endoskopische Verfahren länger braucht, um sie zu beherrschen.

Und heute hab ich auf youtube tatsächlich ein Video gefunden, das die endoskopische Entfernung einer Zyste zeigt. Die Zyste im Video ist sogar in etwa an der gleichen Stelle wie meine aber etwas größer als meine. Das lässt hoffen :D

Zystenentfernung endoskopisch

Die verhältnismäßig geringe Gewebeschädigung und geringere Ausfallzeit ist sehr verlockend, trotzdem, die Entscheidung bleibt schwierig ???

Im Moment steht aber bei mir nun doch noch keine OP an weil der Chirurg mir vorher noch Alternativen aufgezeigt hat :klatscht

LG frauvommann

Bearbeitet von frauvommann am 06 Jan 2021, 19:26
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Nanu
Geschrieben am: 08 Jan 2021, 22:11


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Hallo frauvommann,

spannend. Klar, ist ja doch alles etwas kleiner und vermutlich auch die Sicht erst mal ungewohnt.

So ne Entscheidung ist immer schwierig zu treffen. Es hat alles seine Vor und Nachteile. Am Ende hängt vieles von der Erfahrung des Operateurs ab, ganz unabhängig davon, welches Verfahren gewählt wird.
Das klingt gut. Dann hoffe ich, dass du mit den Alternativen die Beschwerden weg bekommst.

Liebe Grüße
Nanu
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