Bandscheiben-Forum

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> BSV in der HWS mit Symptomen in der BWS
Kochi3413
Geschrieben am: 28 Jan 2022, 20:33


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Hallo liebe Mitglieder!


Vorerst zu mir: bin Anfang 30, und mache regelmäßig viel Sport (Kraftsport, Kraftausdauer sowie Kampfsport).

Seit Anfang 2021 hatte ich 3-4 Vorkommnisse (z. B. beim Liegestütze machen, beim kontrollierten Fall auf die rechte Körperseite) woraufhin ich jedesmal sofort einen starken stechenden Schmerz zwischen meinen Schulterblättern - unmittelbar linksseitig neben der BWS - verspürt habe. Diese Schmerzen gingen nach 3-4 Tagen weg und es blieb eine Verspannung sowie am Ende des Jahres ein "Blockade gefühl" zwischen den Schulterblättern bei Bewegung. Diese Blockade Gefühle waren dumpf und nicht unbedingt unangenehm.
Im Sommer 2021 war der besagte stechende Schmerz zwischen den Schulterblättern so stark, dass ich kaum schlafen konnte. Dies ging über Nacht nach etwa 2 Tagen weg.

Ging zum Arzt - - > laut Arzt lediglich muskuläres Problem (kein MRT o.ä.)

Dezember 2021 wurde beim Hals beim Kampfsport nach unten gedrückt. Hierbei konnte ich erneut den stechenden besagten Schmerz an gleicher Stelle wahrnehmen mit folgender Verspannung über mehrere Tage. Auch das ging weg. Allerdings blieb dieses Blockade Gefühl seitdem dauerhaft. Ab und an auch ein leicht stechender, aber aushaltbarer Schmerz.
Seit 7 Tagen habe ich nun enorm stechende Schmerzen zwischen den Schultern. Diese sind nach so stark, dass ich wieder nicht schlafen kann. Bisher ohne Besserung. Weiterhin habe ich ein leichtes Taubheitsgefühl im linken gesamten Arm sowie teilweise Schulterschmerzen. Der linke Trizeps ist auch nicht so kräftig wie sonst. Allerdings kann ich weiterhin alle Bewegungen ausführen, merke jedoch dass doch nicht viel Kraft ist.

Heute kam das MRT Ergebnis: https://ibb.co/hDGSB7N
(sorry schlechte Qualität)

Dort sieht man einen Vorfall bzw eine Vorwölbung in der HWS. (hoffe ihr seht das ähnlich wie mein Arzt)

Nun meine Fragen:
1. Die Taubheit im Trizeps soll ja relativ normal sein bei einem BSV in der HWS. Ist das so?! Und ab wann wird es kritisch? Hier liest man immer wieder, dass Kraftverluste bedingt durch den Druck auf den nerv schlimm sein sollen. Ist das nicht normal wenn der nerv eingedrückt wird?!
2. Wieso habe ich dauerhaft seit 7 Tagen extreme Schmerzen im Liegen zwischen den Schulterblättern? Ich habe absolut keine Schmerzen im Bereich der HWS. Im Laufen bzw Sitzen merke ich die Schmerzen ebenfalls zwischen den Schulterblättern. Allerdings sind diese auszuhalten. Sobald ich mich hinlegen (egal welche Position) tritt nach kurzer Zeit an besagter Stelle ein stechender Schmerz ein, welcher trotz starker Medikamente nicht aushaltbar ist und mir das Schlafen momentan bis auf 1,2 Stunden unmöglich macht.
3. Habt ihr Tipps für Schlafpositionen?


Meine BWS wurde im MRT ebenfalls kontrolliert, laut Arzt gibt es hier keine Auffälligkeiten.


Ich bedanke mich schonmal recht herzlich bei euch, wünsche euch ein schönes Wochenende und hoffe dass meine besagten Symptome hier nicht schon 100 mal durchgekaut wurden :) :) :)
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Jekyll114
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 09:08


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Hinsichtlich der Tricepsschwäche hatte ich zuletzt nur noch einen Kraftgrad von 2,5 auf einer Skala von 0 - 5,0. Dann wurde es höchste Zeit für eine OP…….
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blumi
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 11:35


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Hallo!

Das auf deinen Bildern kann schon gut ein Vorfall sein. Wirklich sehen kannst du das besser im Querbild. Was auffällt ist die Kyphose, also die Biegung nach vorne. Normalerweise hat die HWS eine leichte Lordose, also eine Kurve nach hinten. Häufig ist es so dass es bei einem Bandscheibenvorfall zu einer reaktiven Steilstellung kommt. Bei dir besteht sogar eine Krümmung in die Gegenrichtung. Daran und an den Abstützreaktionen (Anbauten und Ausziehungen) an den Knochen kannst du erkennen, dass es sich grundlegend um ein nicht ganz frisches Problem handelt, auf das sich jetzt der Vorfall wahrscheinlich draufgesetzt hat.

Zitat

1. Die Taubheit im Trizeps soll ja relativ normal sein bei einem BSV in der HWS. Ist das so?! Und ab wann wird es kritisch? Hier liest man immer wieder, dass Kraftverluste bedingt durch den Druck auf den nerv schlimm sein sollen. Ist das nicht normal wenn der nerv eingedrückt wird?!


Du hast ja in der Nervenwurzel unterschiedliche Bereiche, die, die Sensibilität und z.B. Schmerzen weiterleiten und die, über die die Motorik gesteuert wird (dies noch überlappend, d.h. eine Nervenwurzel steuert mehrheitlich einen Muskel, aber nicht allein, so dass du bei der Schädigung eines Segmentes keinen Muskel völlig lähmst). Daher ist es meist so, dass sich eine Einengung primär durch Kribbeln, Taubheit und Schmerzen bemerkbar macht und selten sofort und alleinig durch den Kraftverlusst. Wenn der Nerv längerfristig gequetscht wird (also mehrere Wochen bis Monate) gehen Nervenfasern kaputt, so dass der Muskel von immer weniger Axonen angesteuert wird. Dies hat einen Kraftverlusst zur Folge. Daher ist ein Kraftverlusst, insbesondere ein ausgeprägter, immer ein Zeichen für einen drohenden Dauerschaden, daher ernst zu nehmen. Bis zu einem gewissen Grad können sich Nerven auch regenerieren, sobald sie entlastet sind, daher heißt das nicht, sofort operieren, wenn ein Kraftverlusst vorliegt. Du kannst grob sagen, bei einem Kraftverlusst beginnt die Uhr zu ticken und du solltest dich ernsthaft darum bemühen, eine Entlastung der Nervenwurzel zu erreichen. Dies kann durchaus konservativ sein, über manuelle therapie, Kräftigung der Tiefenmuskulatur, Übungen zur haltungskorrektur, Kortison zum Abschwellen der Nervenwurzel, PRTs. Aber darunter sollte sich eben zügig eine Tendenz zur Besserung zeigen.

Zitat

2. Wieso habe ich dauerhaft seit 7 Tagen extreme Schmerzen im Liegen zwischen den Schulterblättern? Ich habe absolut keine Schmerzen im Bereich der HWS. Im Laufen bzw Sitzen merke ich die Schmerzen ebenfalls zwischen den Schulterblättern. Allerdings sind diese auszuhalten. Sobald ich mich hinlegen (egal welche Position) tritt nach kurzer Zeit an besagter Stelle ein stechender Schmerz ein, welcher trotz starker Medikamente nicht aushaltbar ist und mir das Schlafen momentan bis auf 1,2 Stunden unmöglich macht.

Ich hab dir ja zu allererst erklärt, dass die Haltung deiner HWS extrem ist. Deine Muskulatur, also im wesentlichen Skaleni, Sternokleidomastoideus und Trapezius versuchen nun, ein Stabilisierendes gerüst zu Schaffen um eine Heilung zu erreichen. Was eine logische Körperreaktion ist macht die hier nun zu schaffen: Dein unterer Trapeziusanteil ist vermutlich mehr oder weniger in einer Dauerkontraktion, um der Vorbeugung deiner HWS entgegenzuwirken. Dies führt irgendwann dazu, dass sich Muskuläre Triggerpunkte bilden, an denen die Schmerzen dauerhaft vorhanden sind.

Zitat

3. Habt ihr Tipps für Schlafpositionen?


Individuell unterschiedlich. Ich konnte bei meinem akuten BSV nur noch ohne Kissen schlafen, manchmal mit Orthese, damit der Hals stabil bleibt. Andere kommen gut mit speziellen Nackenkissen klar, damit kann ich mittlerweile auch gut auf der Seite Schlafen. Generell gillt: ein Kissen sollte nicht zu hoch sein und nicht zu breit, damit der Hals nicht noch zusätzlich abgeknickt wird.

LG und gute Besserung,
Elke
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Kochi3413
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 12:47


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Hallo und vielen Dank für diese umfangreiche Antwort!

Ist es denn möglich, dass diese Überanspruchung der von dir erwähnten Muskeln, für den leichten Kraftverlust des Trizeps bzw. der linken Brust Muskulatur oder dem leichten Taubheitsgefühl möglicherweise verantwortlich sind?
Kann es sein, dass die faszien bzw. der dauerhaft angespannte muskel an sich auf den Nerv drückt?



Freundliche Grüße
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blumi
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 13:35


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Hi,

nein, Faszien machen keinen Kraftverlusst. Faszien sind von der Struktur her wie dünne Häute, die drücken keine Nerven ab und machen keine Nervenschäden an sich.
Da musst du schon Gewebe haben, das direkt an der Nervenwurzel einen chemischen Reiz oder eine massive Einengung hervorruft.

Hilfreich kann mal einen Neurologentermin für dich sein, denn da kann direkt gemessen werden, ob Schäden an der nervenwurzel vorliegen (mittels EMG).
Wichtig ist für dich perspektivisch, an der tiefen Halsmuskulatur zu arbeiten, und mit Kampfsport wäre ich sehr, sehr vorsichtig.

Du hast and der HWS ein sichtbares strukturelles Problem, und das muss entweder durch die Tiefenmuskulatur oder operativ so stabilisiert werden, dass dein Körper damit wieder zurecht kommt. Das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten entscheiden.

Bei was für einem Arzt bist du denn?

LG, Elke
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Kochi3413
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 14:08


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Hi,


Ich bin momentan bei nem Neurochirurgen. Bei ihm hatte ich bisher eine Auswertung zwecks mrt der BWS ohne Feststellungen. Bis dahin ist er von nem funktionellen Problem ausgegangen. Das mrt Bild der HWS sieht er erst am Montag. Bin gespannt was er dazu sagt...
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Kochi3413
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 15:26


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Achso als kleiner Nachtrag was ich nicht so verstehe:

Ich kann definitiv sagen, dass diese muskelschwäche definitiv erst seit den letzten Schmerzen da ist, weil ich vorher normal trainiert habe. Betrifft nicht nur den Trizeps sondern auch die Brust.
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Lulu
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 16:01


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Hallo kochi,

auch ich würde das mit Deinen Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen und auch ganz fix den Kampfsport einstellen.
Ich hab erst vor kurzer Zeit Hws akut hinter mir, mit OP.
Liegen war in der Zeit schlimm, am schlimmsten das Messer im Schulterblatt.

Jetzt, nach der op kann ich wieder ohne Schmerz i. Schulterblatt gut auf dem Rücken liegen...allerdings mit anschmiegsamen Hirsekissen, wo der Kopf sich gut einschmiegt.

Du kannst Dir auch eine weitere Meinung einholen....das steht dir zu. Am besten Uniklinik oder grosse Klinik mit einer Ws-chirurgie.

Alles Gute
Lulu
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Kochi3413
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 16:49


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Hey lulu

Falls das falsch rübergekommen ist: nehme das überhaupt nicht auf die leichte Schulter. War ja wie gesagt schon im letzten Jahr zweimal beim Arzt deswegen weil ich besorgt war. Jedesmal wurde gesagt es ist nur funktionell - wahrscheinlich muskulär. Dann habe ich mir natürlich nichts dabei gedacht und so weiter gemacht wie vorher..

Mir gings hier jetzt nur ums beantworten von Fragen, die ich bis Montag nicht beantwortet kriege. Weil man macht sich ja schon Sorgen und es einem nicht schnell genug geht, sich einigermaßen zu beruhigen bzw. den Mechanismus der da abläuft erklärt zu bekommen :)
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Pauline69
Geschrieben am: 29 Jan 2022, 18:13


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Hallo kochi,

ja, eine Trizepsachwäche passt zu einem Bandscheibenvorfall, aber auch nur zu einem auf der richtigen Höhe!
Zudem muss dafür auch das Neuroforamen eng sein, also der zur Bandscheibenhöhe zugehörige Nerv bedrängt werden, das alles sieht man auf dem MRT in den Querschnittbildern.

Bevor ich operiert worden bin, hatte ich ca. um die 3 Jahre immer wieder sehr heftig stechende Schmerzen im Nacken, dachte ich hätte einen „steifen Hals“ von einem Luftzug.
Erst als dann ein Kribbeln im Arm dazu kam und der stechende Schmerz im Nacken und am Schulterblatt nicht mehr weggehen wollte, bin ich zum Orthopäden. Trotz Behandlung, Physio und Kortison, stellte sich dann auch sehr schnell eine Trizepsschwäche ein.
Es folgte also der zügige Gang zum Neurologen, der ebenfalls einen sehr deutlichen Kraftverlust feststellte, die Messungen aber waren noch recht unauffällig.

Dass mit dem nicht schlafen, bzw. liegen können, kenne ich auch!
Versuche es mal mit einem Heizkissen.
Welche Schmerzmittel nimmst Du aktuell?

Gute Besserung und viele Grüße
Pauline

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