Bandscheiben-Forum

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> 4x Prolaps BWS mit 36 Jahren
stereotyp
Geschrieben am: 05 Mai 2022, 10:34


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Hallo zusammen,

ich mache das hier einmal in aller Kürze und freue mich über jede Hilfe.

Ich bin 36 Jahre alt und habe nach einem Zusammenbruch am Ostermontag ein MRT der gesamten Wirbelsäule erwirkt.
Hierbei wurden 5 Prolapse (1x LWS und 4x BWS) festgestellt.

Da ich von einem Arzt bereits als Lügner beschimpft wurde (nachdem ich einen Prolaps und eine Protrusion in BWS laut MRT von 2012 erwähnte), da BSV in der BWS wohl so selten seien, macht mich meine jüngste Diagnose etwas skeptisch. Von den Ärzten bekomme ich aktuell nur Pillen und Ruhe verschrieben.

Wenn Vorfälle in der BWS so selten sind und bei mir schon vierfach mit einem Alter von 36 vorliegen... Da muss doch etwas dahinter stecken.
Daher frage ich einfach mal offen in die Runde: Kann mir jemand sagen, was vor sich gehen könnte?

Liebe Grüße
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blumi
Geschrieben am: 05 Mai 2022, 12:39


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Hallo Stereotyp,

so etwas kann unterschiedliche Ursachen haben.

Ich bin zwar schon 51, habe aber mittlerweile schon 7 Vorfälle und mehrere Vorwolbungen.
Die Vorfälle verteilen sich auf 3 HWS, ein BWS und drei LWS, die Vorwölbungen im gesamten BWS- Bereich.

Ich habe eine Hypermobilitaet der Wirbelsäule mit Insuffizienz der Tiefenmuskulatur. Früheres Leistungsturnen und danach ein stressiger Job, eine Zwillingsschwangerschaft und insgesamt wenig Zeit sich um mich zu kümmern haben meinem Rücken wohl den Rest gegeben.
Seit 3 Jahren Versuche ich gezielt meine tiefe Rückenmuskulatur aufzubauen, bin aber, was sich an fünf OPs in der Zeit zeigt, nicht sehr erfolgreich gewesen.

Wenn du so viele Vorfälle hast kann das an verschiedenen Dingen liegen,:
- knöchern, wenn z.B. Skoliosen oder sonstige Fehlhaltungen deine Statik beeinträchtigen
- Muskulär, wenn du durch Fehl- oder zu wenig Bewegung oder muskuläre Grunderkrankung einen zu schwächen Halteapparat hat
- Bindegewebig, wenn du überall zu Schwäche Bänder hast, z.B. auch viel umknickst und dich übersehen kannst

Was hast du denn für Beschwerden?
LG, Elke
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stereotyp
Geschrieben am: 06 Mai 2022, 09:21


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Guten Morgen Elke,

vielen Dank für die Hinweise soweit!

Eine (ich meine der Arzt nannte es) Hyperflexibilität wurde bei mir auch festgestellt. Mir ist einmal die Kniescheibe entglitten und in diesem Zuge erwähnte der Arzt es, mit Eingrenzung auf die rechte Körperseite.
Weitere Probleme dieser Art, ob nun Luxationen, Frakturen, etc. sind bei mir bisher nicht aufgetreten.

Ansonsten habe ich einen Bürojob, sitze also sehr viel und habe vielleicht zu wenig gesunden Ausgleich. Es ist im Grunde so, dass ich in der Woche viel sitze und am Wochenende grundsätzlich körperlich sehr fleißig bin (4HA Land mit Haus und Hof). Hausbau etc. sind natürlich stärkere Belastungen und vielleicht nicht die gesündeste Bewegung im Kontrast zur sitzenden Tätigkeit.

Wenn Bandscheibenvorfälle in der BWS so selten sind, frage ich mich einfach, warum sich dort in meinem Falle so viel tut.

Ich hatte nachweislich eine Borreliose, welche mit Antibiotika behandelt wurde. Anschließend habe ich weiter Symptome gehabt, welche ich heute einfach der Brustwirbelsäule zuschreiben würde (auch damals schon). Leider habe ich das Tagebuch nicht mehr... aber diese Sachen verfolgen mich schon einige Jahre (mal mehr, mal weniger)

Symptome:

- Schwindel / Brainfog
- Druck im Nacken (Als wenn Jemand da rein drückt)
- Kopfweh
- Schmerzen in den Armen, im Rücken, in den Nieren, teils zwischen den Beinen. :braue
- Einschlafende Arme, Beine
- Aktuell (seit Ostermontag) Kraftverlust in den Armen mit Kribbeln, wenn ich zupacke. Es ist, als würde die Luft rausgehen....
- Insgesamt Erschöpfung und Kraftlosigkeit

Der Vollständigkeit halber anbei noch der Befund mit detaillierteren Informationen:

Befund BWS und LWS:
1- Breitbasige leichte Bandscheibenprotrusion HoheTH 4/5 ohne nachweislichen Myelonkontakt.

2. Im Segment TH 5/6 relativ frisch imponierender rechts paramedianer Bandscheibenprolaps mit
leichtem Myelonkontakt bei gut erhaltenem Reserveraum. Keine Myelopathie.

3. Im Segment TH 6/7 kleiner medianer Bandscheibenprolaps nach kaudal umgeschlagen mit
diskretem Myelonkontakt

4. im Segment TH 7/8 relativ frisch imponierender medianer flacher subligamentarer
Bandscheibenprolaps, noch ohne nachweislichen Myelonkontakt.

5. Beginnender flacher medianer/linksparamedianer subligamentarer Bandscheibenprolaps Hohe
LWK 2/3 ohne nachweisliche Wurzelirritation.

6. Angedeutete Bandscheibenprotrusionen LWK 3-LWK 5 ohne nachweisliche Wurzelirritation.

7. Flacher medianer frisch imponierender subligamentarer Bandscheibenprolaps am lumbosakralen
Ubergang ohne nachweisliche Wurzelirritation.

8. Minimal aktivierte Osteochondrosen Hohe TH6 - TH9. Spondylosis deformans der BWS.

Beurteilung:
1. Mehrere mediane Bandscheibenvorfalle der BWS Hohe TH5 - TH8 mit zum Teil diskretem
Myelonkontakt sowie ebenfalls initial frisch imponierende Bandscheibenvorfalle Hohe LWK 2/3 und
am lumbosakralen Ubergang hier ohne eindeutig erkennbare Wurzelirritation.

2. Kein Nachweis einer BWS- Oder LWS-Fraktur.
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Pauline69
Geschrieben am: 06 Mai 2022, 10:42


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Hallo stereotyp,

das ist schon ein ordentlicher Befund!
Warum die imponierenden Bandscheibenvorfälle überwiegend in der Brustwirbelsäule zu finden sind, ließe sich eventuell durch eine wirklich schlechte Haltung beim Sitzen zurückführen.

Grundsätzlich sagen alle Ärzte, das Bandscheibenvorfälle in der Brustwirbelsäule selten seien, aber mittlerweile kenne ich einige, die zu Bandscheibenvorfälle in der HWS oder LWS ebenfalls welche in der BWS haben.
Allerdings ein der Regel als Nebenbefund und nicht so ausgeprägt, wie bei Dir.

Ein Kraftverlust in den Armen ist meines Erachtens allerdings auf einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule zurückzuführen und nicht der Brustwirbelsäule.
Ich selber kenne das ausgeprägt durch meine Bandscheibenvorfälle bei C5-C7.
Um einen Kraftverlust auszulösen braucht es in der Regel Einengungen der Neuroforamen.

Viele Grüße
Pauline

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stereotyp
Geschrieben am: 06 Mai 2022, 11:15


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Hallo Pauline,

vielen Dank für die Einschätzung.
Ist der Befund so schlimm? Der Facharzt bei welchem der Termin noch aussteht (17.05.) meinte im Vorabgespräch, dass der Befund überhaupt nicht schlimm sei.... -.-
Ich denke, da bin ich falsch. Merke ich ja selbst. :)

Zum Thema Sitzen:
Ich hatte die letzten Jahre einen Swopper, welcher seit Januar aber nicht mehr vorhanden ist.
Dieser Aktivstuhl tat wirklich sehr gut. Ich denke, auf einem normalen Stuhl, sitze ich evtl. tatsächlich nicht mehr korrekt.
Für gewöhnlich sollten sich die Probleme im Falle des falschen Sitzens jedoch in der LWS abspielen?

Mich beunruhigt die Situation einfach und habe das Gefühl, dass die Ärzte auch gar nicht wirklich hinschauen :-/
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blumi
Geschrieben am: 06 Mai 2022, 12:20


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Hallo Stereotyp,

Das Problem mit den "seltenen" BWS-Vorfällen ist meiner Meinung nach, dass viele Symptome, die durch BWS-Vorfälle entstehen, gar nicht damit in Zusammenhang gebracht werden und daraus folgend auch nicht diagnostiziert werden. Meine BWS-Vorfälle/Vorwölbungen imponierten z.B. auf der einen Seite so, dass ich primär an eine Gallen/Leber-Problematik dachte und auf der anderen Seite so, dass ein Herzinfarkt ausgeschlossen wurde, auf die Zusammenhänge mit der BWS kam ich erst viel später.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Hyperflexibilität nicht nur an deinem Knie, sondern generell an allen Bandstrukturen vorliegt, ist nicht gering. Wenn dann noch die Tiefenmuskulatur nicht trainiert ist bleibt dir nurnoch der knöcherne/knorpelige Halteaparat, der dann völlig überlastet ist. Lass dir in einer Physiotherapie beibringen, wie du diese Muskulatur stabilisieren kannst, das ist zur Zeit das einzige, was dir weiterhilft.

Von den Vorfällen hat laut Beschreibung nur einer Kontakt mit deinem Rückenmark, engt dies aber zum Glück nicht ein, so dass das keine OP-Indikation ist. Deine Beschwerden lassen sich von den befunden aber durchaus ableiten, bis auf die Armbeschwerden, da gebe ich Pauline recht, diesbezüglich würde ich noch ein HWS-MRT empfehlen.

LG, Elke
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mdt003
Geschrieben am: 06 Mai 2022, 13:31


Stammgast
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Hallo Stereotyp,

Ein MRT der gesamten Wirbelsäule hast du ja bekommen, oder? War da in der HWS was auffällig?

Darf ich fragen, wie sich dein Zusammenbruch genau geäußert hat und was in Zuge dessen für Untersuchungen gemacht wurden?
Warst du mal mit all deinen Beschwerden beim Neurologen?
Borrelien waren nach deiner Antibiotikum-Therapie wahrscheinlich nicht mehr nachweisbar, oder?

Liebe Grüße
Jessi
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stereotyp
Geschrieben am: 06 Mai 2022, 13:34


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Hallo,

es wurde die komplette Wirbelsäule (trotz anfänglicher Widersprüche) im MRT erfasst. Im HWS Bereich wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.

Der BSV in der LWS hat mich komplett in die Knie gezwungen. Entweder die Schmerzen waren so stark, dass ich einfach nicht gegensteuern konnte oder aber es handelt sich schlicht um motorische Ausfälle.
Die hielten sich etwa für 7 Tage (Mitte Februar) und waren dann wieder weg. Wie schnell Bandscheibenflüssigkeit vom Körper resorbiert wird, weiß ich nicht - ich würde aber nun annehmen, dass dies binnen dieser 7 Tage passiert ist.

Das Thema mit der Muskulatur werde ich nun mal angehen.
Hierzu vielleicht noch eine Frage:
Mein Doc meinte, ich solle mich erstmal komplett schonen und maximal etwas spazieren gehen oder mich im Wasser bewegen.
Ist es ratsam, hier eher zu entspannen oder ist ein direkter Start der Physio zu empfehlen?

Vielen Dank für den Input!!!
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