Bandscheiben-Forum

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> Neue Medikamente, was kann ich erwarten
Dany53
Geschrieben am: 30 Mai 2022, 15:23


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Bisher bekam ich gegen die Schmerzen immer 3mal 800 mg Ibuprofen plus novalgin nach Bedarf und 2-3 Ortoton für die Nacht.
Nun hat der Arzt umgestellt auf Tilidin und Tolperison
Was kann ich erwarten? Für mich klingt das zunächst mal nach heftigen Nebenwirkungen? Oder kann ich da unbesorgt ran?
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blumi
Geschrieben am: 31 Mai 2022, 09:13


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Hallo Danny,

die Umstellung ist gut, denn hochdosiertes Ibuprofen ist auf Dauer gesundheitschschädlich (Niere, Magen-Darm) und sollte nur kurzfristiggenommen werden.

Tilidin kann dir in den ersten Tagen Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen machen, deshalb solltest du am Anfang nicht Autofahren, wenn sich dein Körper daran gewöhnt hat ist das kein Problem mehr. Tolperison wirkt zentral, also ganz anders als Orthothon, ich habe das im Vergleich deutlich besser vertragen, es macht Mundtrockenheit und kann auch müde machen.
Nimm dir ein paar Tage Zeit dich darauf einzustellen, insbesondere wenn dein Körper noch keine Opioide kennt kann er stärker darauf reagieren.

LG, Elke
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Pauline69
Geschrieben am: 31 Mai 2022, 10:06


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Hallo Danny,

als ich das erste Mal Tilidin 50 eingenommen habe, war mir amfolgendes Morgen sehr übel, ich hatte Kreislaufprobleme, musste mich übergeben und konnte an dem Tag nicht arbeiten.
Monate später versuchte ich es dann noch ein 1 Mal. Gleiche Symptome. Ich ließ es bleiben.

Als ich es dann aufgrund meiner Schulter OPs jeweils für 2 Wochen eingenommen habe, weil ich es im Krankenhaus schon bekam, hatte ich gar nichts mehr. Ich vertrug es bestens!
Auch die stärkere Dosierung, 100/8mg.

Viele Grüße
Pauline
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Kater Oskar
Geschrieben am: 31 Mai 2022, 11:22


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Hallo Dany,

DIE Frage

Zitat

Oder kann ich da unbesorgt ran?


kann man so einfach nicht beantworten. Opiate sind schon "heftige" Medikamente und "Nebenwirkungen" kannst Du bei wohl fast jedem Medikament erwarten. Aber Elke hat Dir ja schon geschrieben, warum es besser ist, auf eine regelmäßige und längere Einnahme von IBU zu verzichten. Viele halten IBU für ne Art "Lutschbonbon" gegen Kopfweh, nur......so ist es leider nicht. Mich hat ein Medikament gegen Erkältung, in welchem IBU nur mit drin war, in die Klinik gebracht. Nun ja, seit dem weiß ich, dass ich IBU nicht vertrage.

Auch Pauline hat ja schon was zu Nebenwirkungen geschrieben. Nur in dem Fall hätte, meiner Meinung nach, ihr Doc reagieren müssen.

So gibt es unterschiedliche Opiate mit unterschiedlichen Nebenwirkungen und, warum auch immer, eventuell kann Elke was dazu sagen, nicht jeder Patient verträgt jedes Schmerzmittel/Opiat gleich gut. Oft muss man dann probieren und aus testen, was natürlich nicht in ein zwei Tagen erledigt ist.

So habe ich 2006 mit Palladon angefangen und die gleichen Probleme wie Pauline gehabt. Es hat zwar gegen die Schmerzen geholfen, aber mir war nur noch kotzübel und ich konnte kaum noch was essen oder in mir behalten. Sobald ich aufstehen wollte kamen Übelkeit und Schwindel mit Macht, so dass ich den ganzen Tag im liegen verbracht habe. Dazu kamen dann noch Probleme mit dem Stuhlgang, aber auch das ist wohl ziemlich "normal".

Als ich mit meinem Doc drüber gesprochen habe, hat er mir was gegen die Übelkeit verschrieben und es wurde besser. Nach dem nächsten Gespräch mit dem Doc haben wir uns dann entschieden, die Medis gegen die Übelkeit erst mal rund um die Uhr zu nehmen. Ich weiß nicht mehr, wie lange das so ging, aber irgendwann habe ich das Zeug vertragen. Ich habe über 14 Jahre mit Opiaten meinen Job gemacht und mein Leben "schmerzarm" gelebt (bin leider Schmerzpatient, bei dem auch die OP nicht mehr geholfen hat). Ohne die Opiate wäre ich wohl 2006/2007 in Rente geschickt worden.

Ach was ich damals auch nicht wusste, nicht jedes Schmerzmittel/Opiat hilft gegen jeden Schmerz. So hatte ich damals (fast) chronisch starke Kopfschmerzen und habe meine Schmerzi gefragt, wieso es sein kann, dass ich Opiate nehme und Kopfschmerzen habe. Da habe ich erstmals erfahren, dass das Opiat gegen die Rückenschmerzen, aber eben nicht gegen Kopfweh oder ähnliche Schmerzen helfen würde. Gegen das Kopfweh half damals z.B. das Novamin Sulfon.

Wichtig ist, dass Du Vertrauen zu Deinem Arzt hast und mit ihm redest, vor Allem wenn Du Fragen/Bedenken in Bezug auf Medikamente oder Therapien hast.

LG, Kater Oskar
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Pauline69
Geschrieben am: 31 Mai 2022, 14:14


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Lieber Kater,

ich gebe Dir so Recht!

Leider kennen sich einige Ärzte, so auch mein Orthopäde, nicht so wirklich richtig gut mi den Medikamenten aus!
Er ist für mich der wertvollste Arzt, den ich habe, was die Wirkung von Medis angeht,, ist er aber eher schwach.

Ich selbst hätte nie wieder eine Versuch mit Tilidin gewagt, hatte es für mich angeschrieben, nach der 1. Schulter OP bekam ich es im Krankenhaus, habe mir gar keine Gedanken gemacht und es vertragen.

Ich habe vorher Tramal sehr gut vertragen, hatte allerdings den Eindruck, dass es an Wirkung verloren hatte.

Dany, Du musst es versuchen! Entweder eins nach dem anderen, was ich bevorzugen würde, also heute nur mit Tilidin beginnen und wenn Du es ganz gut verträgst, erst morgen das Tolperison hinzunehmen.
Dann weiß Du auch, welches Du ggf. verträgst oder nicht verträgst.

Gutes Gelingen und gute Besserung!
Pauline
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Frühlingsgefühle
Geschrieben am: 03 Jun 2022, 16:42


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Hallo,
Ich habe fast alle Medis durch sogar Burbrenorphin. Tilidin vertrage ich gar nicht und ich liege von 1mal nehmen 2Tage flach. Diverse Psychofarmka vertrage ich auch nicht. Tramal auch nicht, dann totale Übelkeit aber Oxycodon geht aber wirkt derzeit nicht, schöne scheiße.
Also leider geht probieren über studieren.

Pauline:
Ein Orthopäde ist auch bezüglich Schmerzmittel längerfristig der falsche Ansprechpartner. So was gehört zum Schmerztherapeuten.

LG
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Pauline69
Geschrieben am: 03 Jun 2022, 18:21


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Hallo Frühlingsgefühle,

ja, das weiß ich, das sollte lediglich ein Hinweis sein, dass sich eben viele Ärzte nicht gut mit Schmerzmitteln auskennen :z
Ich hatte beim lesen nicht den Eindruck, dass Dany die Medikation von einem Schmerztherapeuten hat und somit wohl auch keinen Schmerztherapeuten hat.

Viele Grüße
Pauline
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Frühlingsgefühle
Geschrieben am: 03 Jun 2022, 20:36


Öfter dabei
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Hallo Pauline,
ich kann jedenfalls nur jedem generell raten der länger mit Schmerzen zu tun hat einen Schmerztherapeuten auf zu suchen. Denn schließlich ist der chronsiche Schmerz ein eigenständiges Krankheitsbild und sollte auch dementsprechend dokumentiert werden. Dieses kann für vieles wichtig sein! Abgesehen davon ist es einfach wichtig diesbezüglich in Fachhand zu sein.
LG
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Pauline69
Geschrieben am: 03 Jun 2022, 21:00


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Hallo Frühlingsgefühle,

da kann ich Dir auf der einen Seite nur zustimmen!
Auf der anderen Seite allerdings, das beobachte ich seit Jahren bei einer Freundin, wird man bei manchen Schmerztherapeuten oder manchem Schmerzzentrum auch sehr schnell mit sehr vielen Tabletten vollgestopft!
So nach dem Motto, viel hilft viel, ohne an der Ursache etwas zu verändern, die in ihrem Fall rein degenerativ ist.

Daher sehe ich einen Schmerztherapeuten auch kritisch.
Ich persönlich bin immer für das Minimum, das nötig ist.

Viele Grüße
Pauline

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Frühlingsgefühle
Geschrieben am: 03 Jun 2022, 21:40


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Hallo Pauline,
wenn deine Freundin klare Befunde hat das es degenerativ ist kann sie doch damit zu anderen Fachärzten gehen ganz egal was der Schmerztherapeut dazu sagt.
Mein Schnerztherapeut hört mich an und versteht mich wenn ich sage nein aber ich höre ihn auch an und wir werden uns einig.
Letzentlich kannst du nicht zwangsläufig sagen alle verschreiben viel und heißt ja noch lange nicht das es bei jedem Patienten so wäre. Manche Schmerzmittel sind aber gerade in der Kombination perfekt. Ich benötigte auch erst Zeit und mit dem 3.komme ich nun gut klar und oft ist es leider erstmal ein austesten wie was wieviel. Auch wenn man operativ handeln könnte oder hat können schmerzen bleiben leider. Das verstehen viele Patienten oft nicht. Ich bin derzeit am Cannabis testen ohne klare Befunde und Berichte vom Schmerztherapeuten hätte ich vermutlich keine Kostenzusage der Krankenkasse bekommen. Diesbezüglich bin ich wiederum beim anderen Arzt, dem Cannabis Guru schlecht hin. Mein GDB wurde auch erhöht aufgrund chronsicher Schmerz und ohne dem Schmerzarzt wäre es nicht möglich gewesen.
LG
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