Bandscheiben-Forum

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> BSV C6/C7 mit Wurzelkompression C8 - groß!
blumi
Geschrieben am: 24 Aug 2022, 12:57


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Hi,
Ich würde an deiner Stelle noch zusätzlich folgendes machen:
Stelle dich bei einem Neurologen vor. Dort soll ein EMG von den Kennmuskeln von C8 gemacht werden um einen Wurzelschaden auszuschließen, zusätzlich auch ein SsEP ( also eine Messung der langen Bahnen) um einen beginnenden Rückenmarksschaden auszuschließen. Sollten da Auffälligkeiten sein würde ich nicht zuwarten.

LG, Elke
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creeebexo
Geschrieben am: 25 Aug 2022, 16:51


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Hi zusammen,

die Überweisung zum Neurologen mit Vorstellung Anfang September hab ich bereits. Der Orthopäde meinte, letztlich gibt es nur zwei Varianten: der Neurologe sagt, Nerv hat was abbekommen, dann würde er es operieren lassen, er glaubt aber nach den Funktionstests die er gemacht hat nicht, dass da ein operationsnotwendiger Befund rauskommt. Die zweite Variante wäre, einfach mit dem Vorfall zu leben, sofern ich das für mich so akzeptieren kann. Eine PRT bietet er mir nicht an, weil er sagt, dass die Spritze gar nicht bis zum Ort des Geschehens kommt. Kann mich da nochmal jemand zum Nutzen und Einsatzgebiet der PRT aufklären?

Der Vorfall selber ist wohl jedenfalls sehr dunkel und damit bereits alt und eingetrocknet, aber eben dennoch sehr groß. Eine Verbesserung durch konservative Methoden sieht er hinsichtlich der Größe nicht mehr und hat mich deshalb an eine operierende Abteilung in der Schön Klinik in München überwiesen.

Hat jemand Erkenntnisse dahingehend, was eine OP mit der Wirbelsäule eines Menschen mit Hypermobilität macht?
Gibt es bei dieser Größe eines Vorfalls noch Bandscheibenerhaltende OP-Methoden oder hilft hier nur die Radikalkur mit Bandscheibenersatz?
Der Orthopäde sieht hier die Verbesserung über konservative Varianten ausgeschöpft - so richtig glauben kann ich das ehrlich gesagt nicht, wie sind eure Erfahrungswerte? Kann sich der Vorfall auch nach 6 Monaten nochmal verbessern? Oder ist das ein hoffnungsloser Fall? Ich meine - die Schmerzen aus dem Schulterblatt haben sich ja auch zurückgebildet.

Danke euch
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Pauline69
Geschrieben am: 25 Aug 2022, 18:47


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Hallo creeebexo,

Bandscheiben-erhaltene Operationen gibt es an der Halswirbelsäule in der Regel nicht, da im Normalfall von vorne operiert wird und man dabei nur die gesamte Bandscheibe entfernen kann, die dann durch eine Cage ersetzt wird.
Bei der Lendenwirbelsäule wird das von hinten gemacht, sodass man dann nur den herausgetretenen Teil der Bandscheibe entfernen kann.

Ob eine PRT bei C8 nicht herankommt, kann ich nicht beurteilen, kann mir das aber eigentlich nicht vorstellen.

PRT Infiltrationen werden eingesetzt, um, unter CT, ein Gemisch aus Betäubungsmitteln und Kortison ganz dicht an die entzündete Nervenwurzel zu injizieren.
Das soll die angeschwollene und entzündete Nervenwurzel zum abschwellen bringen.

PRT Infiltrationen sollten sowieso von Schmerztherapeuten verordnet werden, damit sie, bei gesetzlich versicherten Patienten, bezahlt werden! Bei Privatpatienten ist das egal.

Viele Grüße
Pauline
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blumi
Geschrieben am: 25 Aug 2022, 19:31


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Hallo creeebexo,

Also ich hatte 3 PRTs direkt an die Wurzel C8, und das hat super geholfen!
Natürlich muss das unter Sicht, also mittels CT, direkt an die Wurzel gespritzt werden damit es auch richtig wirkt und die Wurzel zum abschwellen bringt, also nicht frei Hand. Bei mir war es wegen einer etwas zu seitlich liegenden Schraubenspitze, die leider bis in das Neuroforamen hineinragt und damit die Nervenwurzel geärgert hat. Aber es hat super geholfen, sonst hätte ich mir die Schraube entfernen lassen müssen.
Zur OP ist wichtig zu wissen, dass eine Bandscheibenprothese bei Hypermobilität eine Katastrophe ist, da die unphysiologische Beweglichkeit der Prothese deine sowieso schon überanspruchte Haltemuskulatur gänzlich überfordert. Das musste ich leidvoll erfahren, ich hatte eine Prothese in C5/6 und kam damit nie zurecht, meine Halsmuskulatur war damit immer völlig verkrampft und entsprechend die Kopfschmerzen stark. Zusätzlich hat diese meine Statik überfordert und mit zu 6 weiteren Bandscheibenvorfällen beigetragen.
Seit ich die Prothese entfernt bekommen habe und eine Fusion von C5-7 habe geht es meinem Hals, Nacken, Kopf und Arm wieder gut. Also wenn OP, dann auf jedenfall eine Versteifung mittels Cage, das gibt Dir den nötigen Halt.

LG, Elke
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creeebexo
Geschrieben am: 30 Aug 2022, 21:54


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Hi zusammen,

ich habe heute die erste PRT und Facetteninfiltration einer 3er Serie bekommen und es scheint bereits zu wirken. Zudem bekomm ich celecoxib sowie Novalgin-Tropfen für die ersten zwei Wochen...also erstmal mit dem Hammer die Entzündungen raus aus dem Körper. Der Neurochirurg ist optimistisch, mein Rückenmark hat noch genug Platz wie ihr ja auch festgestellt habt, die Manuelle Therapie hat die C8 Wurzel außerdem bereits gut entlastet - aber die Entzündungen sind halt da. Geringe arthritische Zeichen die auch noch niemand gesehen hatte bisher. Guter Arzt, eine OP für ihn überhaupt gar nicht angezeigt.

Dass sich der Vorfall nur schwer abbauen kann scheint daran zu liegen, dass er subligamentär liegt. An einer kleinen Stelle sequestriert er aber evtl, die Chancen auf Verkleinerung sind da, aber eine Prognose ist unmöglich. Schon blöd, wenn ein Band hält und sich dadurch die Prognose verschlechtert :D Hoffen, dass es nicht schlechter wird, den Zustand soweit möglich verbessern, Schmerzen aus dem Körper halten.

Danke euch erstmal für die Hilfe!
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creeebexo
Geschrieben am: 23 Sep 2022, 11:57


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Hallo zusammen,

vielleicht hat jemand von euch noch einen Tipp für mich für die Probleme, mit denen ich aktuell noch kämpfe, auch wenn ich nach der zweiten PRT Spritze endlich durchschlafen kann, sind allerdings auch erst 10 Tage rum.

1. Wenn ich mich hinlege und mich darauf konzentriere, die Muskulatur soweit möglich zu entspannen, dann lässt insbesondere die vordere Tiefenmuskulatur am Hals los, was dazu führt, dass zum einen die Schultern absinken und dass der Kopf ein klein wenig nach hinten "fällt". Das ist nur absolut minimal und immitiert ja letztlich, was auch beim schlafen passiert. Aus einer leichten Flexion des Kopfes wird also dann eine nicht gehaltene Extension (schon allein dadurch, dass die Schultern nach hinten absinken). Das verursacht bei mir über Nacht oder wenn ich länger gelegen habe, dass der Wechsel von liegen zu stehen immer erstmal Anlaufschmerz mit sich bringt. Das Problem ist ja aber: die Entspannung ist ja genau das, wo ich irgendwie hin muss. Ich kann ja nicht schlafen mit Anspannung. Im Stehen ist das kein Problem, weil ich gelernt habe, aufrecht zu stehen und meine Muskulatur bereits so trainiert ist, dass der Kopf unbewußt gestützt wird. Ich hoffe, man versteht was ich sagen will.

2. Gleiches gilt für das bewusste Entspannen und fallenlassen meiner linken Schulter. Wenn ich das im Gehen oder Stehen mache und mich dann bewußt aufrecht hinstelle (Brust raus, Schultern auf dem Rumpf "ablegen"), dann zieht es im Nacken und in der Schulter. Wenn ich das also tue tut es weh, ich muss ja aber irgendwann aus der Schonhaltung mal raus, weil mir sonst andere Baustellen drohen - aktuell ist die linke Schulter höher als die rechte. Der Physio sagt: Muskulatur zwischen den Schulterblättern trainieren, der Neurochirurg sagt: bloß nicht trainieren während einer PRT-Serie. Dazu muss man sagen, dass selbst leichtes Training aktuell eher nicht so gut tut.

3. die Seitneigung meines Kopfs nach rechts scheint in den betreffenden Segmenten 6 und 7 blockiert zu sein. An verkrampfter Muskulatur kann das aus meiner Sicht nicht liegen, hier bin ich auf einem echt guten Weg. Auf Höhe des betroffenen Segments hab ich darüber hinaus eine krass Druckschmerzempfindliche Stelle, daran hat auch bisher keine Spritze etwas verändert. Die Stelle verhindert aber natürlich, dass ich an der Beweglichkeit dieses Segments irgendwie arbeiten kann, weil sowohl kleine Dehnungen nur in diesem Bereich als auch Massagen hier eher kontraproduktiv sind - ist das einfach die Nervenentzündung?

Die beiden einzigen Übungen von denen ich mittlerweile weiß, dass Sie mir tatsächlich eher guttun als schaden sind:
1. Kopf nach hinten in die Retraktion und Doppelkinn bilden
2. aus der Retraktion heraus den gesamten Rücken nach hinten durchbiegen - das mag gefährlich sein, aber ich übertreibe die Bewegung nicht und merke, dass ich dadurch mehr Bewegungsumfang gewinne

Für Tipps bin ich wie immer dankbar!

Viele Grüße
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blumi
Geschrieben am: 23 Sep 2022, 15:26


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Hallo,

wie ist das denn, wenn du auf dem Rücken schläfst?
Ich habe mit akutem HWS- Vorfall nur auf dem Rücken schlafen können, sogar nur ohne Kissen, weil sonst der Hals zu abgeknickt war. Leichter fiel mir das mit einem Sofakissen unter den Füßen, weil man dann eher in der Position bleibt. Ist als Seitenschläfer gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber ganz gut.
Als es schon etwas besser ging habe ich zunächst nur mit einer weichen Halsorthese in Seitenlage schlafen können. Das stützt die HWS gut, so dass sie nicht in Überstreckung kommt. Das hilft mir auch heute noch, wenn ich mich Mal zu sehen verspannt habe.
Eine gute Übung, um die Halsmuskulatur zu lockern, ist, im Stehen oder im aufrecht sitzen die unteren Schulterblattspitzen Richtung Becken zu schieben, dabei musst du allerdings darauf achten , dass der Zug wirklich von unten kommt und du nicht aus den Schultern schiebst. Das entspannt die obere Nackenmuskulatur enorm.
Auch gut finde ich in Seitenlage den obenliegenden Arm gesteckt Richtung Fuß zu schieben, dann 30 Sekunden halten, danach die Gegenseite.
LG, Elke
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