Bandscheiben-Forum

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> Spondylodese L5/S1, Wie danach liegen?
Ilkawin
Geschrieben am: 20 Jun 2022, 17:10


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Hallo und vielen Dank für die schnelle Aufnahme.
Ich habe in gut einer Woche einen Termin für eine Spondylodese L5/S1 und würde gerne, soweit es möglich ist, mich darauf vorbereiten. Ich beschäftige mich schon einige Zeit mit dem OP Termin, eigentlich wäre er schon vor ein paar Wochen gewesen, aber ich hatte mir eine Corona Infektion eingefangen und musste ihn verschieben. Jetzt soll es aber losgehen.
Ich habe hier schon einiges gelesen z.B. dass man danach erstmal nicht viel sitzen sollte. D.h. viel liegen, wie muss ich mir das vorstellen? Muss ich flach liegen? Ich arbeite normalerweise viel mit dem iPad, aber wenn ich wirklich flach liegen muss, geht das natürlich nicht lange. Wie habt ihr das gemacht?
Außerdem werde ich wohl ein Korsett bekommen. Trägt man das direkt auf der Haut?
Beugen und drehen ist nicht erlaubt. Das sind auch jetzt Bewegungen, die mir im Rücken wehtun. Wie ist das in den Wochen nach der OP, merke ich einen Schmerz, wenn ich mich falsch bewege, oder hat es dann gleich negative Auswirkungen auf die Verknöcherung und man bemerkt es gar nicht?
Bei mir wird ventral operiert und die Bandscheibe soll ausgeräumt werden und durch einen Cage ersetzt. Schrauben und Stangen wird es wohl nicht geben. Wie hält denn der Cage dann? Ich kann mir das alles noch nicht so richtig vorstellen.
Ich hatte schon ein Vorgespräch, allerdings sind mir in den Wochen danach noch einige Fragen in den Kopf gekommen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den operierenden Arzt noch vor dem Termin sehe, deshalb würde ich gerne wissen, ob es hier dazu Erfahrungen gibt.
Vielen Dank und LG Ilkawin
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paul42
Geschrieben am: 22 Jun 2022, 14:35


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Hallo Ilkawin


Willkommen im Forum.

Nach der OP sollte man einiges berücksichtigen.

Die OP ist ein richtig großer Eingriff und "schnell" gemacht, aber der Heilungsverlauf dauert bis zu 2 Jahre bis die Verknöcherung zwischen den Wirbeln abgeschlossen ist.

Es sind eigentlich drei große Etappen das erfordert Geduld, Disziplin und Zeit.
Erst die Wundheilung, begleitend dazu die Regeneration beteiligter Nerven und schließlich soll alles miteinander Verknöchern.

Zunächst solltest du deinen Arzt fragen, warum er auf das Schrauben Stab System verzichtet :kinn

Das birgt aus meiner Sicht ein gewisses Risiko, das der Cage verutscht oder in die Deckenplatten des WBK einbricht.
Bei nicht zentraler Lage besteht auch ein Risko angrenzender WBK Segmente.

Das hört sich zwar weniger dramatsich an, aber du soltest dabei eher langfristig denken.

Nach etwa 1 Woche erfolgt die Entlassung aus der Klinik und dann beginnt die Herausforderung im Alltag.

Achte auf die Höhe des Bettes. Rücken und Seitenlage sind erlaubt, aber Bauchlage verboten.

Lege dir Vorräte an, weil große Einkäufe erstmal nicht möglich sind.
Officiell darfst du 1-2 Kg tragen

Du musst drauf achten, dass du den Oberkörper nicht beugst oder den Rücken verdrehst.
2 Zahnputzbecher sind dabei eine große Hilfe.

Alles was mit Händen nicht erreicht werden kann müssen nun die Beine aus der Kniebeuge machen

Jede Art von falscher Belastung beantwortet der Körper zeitnah mit Schmerz.

Das lernt man sehr schnell seinen schmerzfreien Bewegungsradius zu finden, was geht und was man erstmal besser weglässt.

Es wird also ein ständiger Wechsel zwischen Laufen und Liegen und ganz wenig sitzen.
Ich kann aus eigener Erfahrung(2009) und vielen Anderen mitteilen, dass das Sitzen für viele zu Anfang sehr unangenehm ist.

Vielleicht besorgst du dir ein Stehpult an dem du arbeiten kannst,
Für den Rücken wäre das sicherlich es die beste Variante.

Viele Grüße

paul42
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Ilkawin
Geschrieben am: 23 Jun 2022, 13:17


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Hallo Paul,
Danke für deine Antwort. Ich habe mir mit meinem Arzt einen erfahrenen Wirbelsäulenspezialisten ausgesucht und denke er wird die richtige Methode wählen. Da ich mich auf diesem Gebiet gar nicht auskenne, vertraue ich ihm.
Einen Steharbeitsplatz habe ich schon seit 2 Jahren, kann aber zur Zeit auch nicht gut stehen.
Ich frage mich eigentlich eher, wie ich mir das Liegen vorstellen muss. Muss ich ganz flach liegen, oder eher, wie in einem Liegestuhl?
Es geht auch darum zu überlegen, wie ich die Zeit rumbringen kann. Im aufrechten liegen, kann ich am iPad arbeiten. Was natürlich nicht geht, wenn ich ganz flach liegen muss.
Ich kann ja nicht Wochen lang Hörbücher hören.
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Stefan77
Geschrieben am: 24 Jun 2022, 07:56


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Hallo,

unter das Mieder habe ich einen Baumwolleschlauch getragen. Die habe ich in mehrfacher Ausführung im Krankenhaus bekommen. Dann schwitzt man nicht so extrem darunter und kann die wechseln.

Das Liegen wirst Du selbst erfahren. So wie es Dir gut tut. Bei mir war es am Besten in der Seitenlage mit Seitenschläferkissen zwischen den Knien. Kann ich nur empfehlen.

In leicht sitzender Position war bei mir garnicht möglich, denn da ist dann der Druck auf den unteren Rücken.

Wie Paul schon schreibt, ist das Wichtigste die Genesung.

Da ist die Arbeit zweitrangig! Denn viele Versuche hat man nicht.

Grüße

Stefan
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Ilkawin
Geschrieben am: 24 Jun 2022, 20:42


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Danke Stefan für deine Ausführungen.
So ein Kissen habe ich auch schon, das ist wirklich sehr hilfreich.
Das mit der Arbeit ist mir nicht so wichtig, aber ich mache mir Gedanken, wie ich die Zeit rumbringe. Da wäre es super, wenn ich etwas machen könnte.
Besten Gruß
Ilka
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paul42
Geschrieben am: 25 Jun 2022, 15:33


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Hallo Ilka,

Du darfst vermutlich zunächst erstmal nur flach oder in Seitenlage liegen, aber du darfst die Beine anstellen.
Mit leicht angestellen Kopf und einem 1- 2 Kopfkissen vor den Knie würde das reichen.

Mittlerweile gibt es auch KH wo jedes Bett mit einen tablet über einen Schwenkarm ausgerüstet ist.

Mir wurde vor meiner OP von der KG erklärt, wie ich mich danach zu verhalten habe.

Wie man aus dem Bett kommt oder sich im Bett umdreht werden sie dir alles noch zeigen.
Die werden dich danach schnell wieder mobilisieren damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt.

Mein Operateur hatte mir striktes Rehaverbot erteilt und dafür bin ich heute noch dankbar.

Das soll zwischen WBK verheilen wie ein Knochenbruch, weil der Cage ja sicherlich eine Knochenspende als Grundstein erhält.

Die ganzen täglichen Anwendungen sind für viele Betroffenen eine zu große Belastung nach so einer großen OP.

Alles was du danach brauchst, lässt sich ambulant besser zeitlich verteilt und viel schonender organsierien.

In den ersten 3 Monaten muss zunächst die Wundheilung völlig stressfrei ablaufen.

Es darf sich anschließend nicht zuviel Narbengewebe bilden als unbedingt nötig.

Ruhe und Entspannung und immer wieder kleine kurze Spaaziergänge wenn der Druck im Rücken zu stark wirkt

Für die OP alles Gute :up :up

paul42
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mr201
Geschrieben am: 25 Jun 2022, 17:32


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Also ich bin auch jemand der viel mit Handy, Tablet usw. rumdaddelt...

Meine Erfahrung nach meiner Spondy: Im KH habe ich kaum gedaddelt, Serien oder TV geschaut usw.

Gerade die ersten Tage nach der OP habe ich viel geschlafen und war vollgepumpt mit Medis....

Mein Tipp: Mach dir keine Gedanke wegen Langeweile oder Arbeit... das wird sich alles zeigen...

Finde dich damit ab, dass die nächsten Monate andere Dinge wichtig sind und höre auf deinen Körper.

Bei mir war die Spondy ein voller Erfolg und mir geht es viel besser als vorher und ich habe eine verbesserte Lebensqualität.

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Ilkawin
Geschrieben am: 25 Jun 2022, 18:37


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Danke, eine ReHa bekomme ich auch nicht.
Ich bin nur gerne vorbereitet 😉
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Ilkawin
Geschrieben am: 25 Jun 2022, 18:39


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Hallo mr201,
Ich bin nicht so der Typ Fernseh glotzen. Da drehe ich total durch bei dem Schwachsinn. Deshalb würde ich lieber an meinem iPad zeichnen und mir so die Zeit vertreiben. Stelle mir vor, dass es. Ach den ersten Tagen, sonst ziemlich langweilig wird.
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Markus8283
Geschrieben am: 30 Jun 2022, 18:12


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Hey-)

Was gibt es denn neues zu berichten?

Grüße
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