Bandscheiben-Forum

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> MRT HWS Einschätzung, BSV C5/6 mit Foramenstenose
rekre89
Geschrieben am: 27 Jun 2022, 13:17


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Hallo zusammen

Ich habe bereits vor ein paar Tagen einen Post betreffend meiner Symptomatik und meinen offenen Fragen dazu gemacht.
Hier nun noch die MRT Bilder zur Einschätzung. Vielleicht kann jemand beurteilen wie schlimm das ganze tatsächlich ist, vorallem die Foramenstenose.

https://ibb.co/5KGQY9s (hier bin ich nicht sicher ob es das richtige Bild ist)
https://ibb.co/NmFGXvj
https://ibb.co/zs4J4v5


Befund zum MRT war folgender
Wahrscheinlich situationsbedingte Streckhaltung, erhaltenes sagittales und koronares Alignement.
Signal- und leicht höhengeminderte, dehydrierte Bandscheibe C5/6 mit einer 9 mm breitbasigen rechts foraminalen Hernie, zu einer hochgradig bis absolut diskogenen Foramenstenose führend.
C6- Wurzel foraminal komprimiert. Übrige zervikale Bandscheiben intakt, ohne Hernie. Reguläres Alignement der Facettengelenke, keine relevante Degeneration. Normales Kaliber, normales Signal des Myelons, dargestellt bis BWK 4.
Beurteilung: Rechts foraminale Diskus hernie C5/6 mit konsekutiv hochgradiger diskogener Foramenstenose, foraminale C6- Kompression.


Vielen lieben Dank und viele Grüsse
Rekre
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paul42
Geschrieben am: 27 Jun 2022, 14:40


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Hallo rekre89

ich bin zwar nur Laie, aber deine Schilderung an Beschwerden und dem Befund sprechen schon dafür das sich Bild und deine Beschwerden decken.

Man schaut bei dem Bild von unten oben also muss sich auf die linke Seite der Aufnahme konzentrieren, weil das dann rechtsseitig ist.
Hier mal zur Orientierung. Klick mich
Erfreulichweiser hast du ja bald deinen Termin beim NC erhalten.

Ich sehe es ähnlich wie Pauline, dass eventuell eine OP notwendig wird um das BS Material zu entfernen.

Zunächst solltest du erst das Gespräch beim neuen Arzt abwarten und auch nach konservativen Behandlungsmöglichkeiten fragen.

gute Besserung

paul42
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blumi
Geschrieben am: 27 Jun 2022, 18:14


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Hallo Rekre,
man sieht zumindest einen Teil des Vorfalls, der seitlich rausgeht und auf die Wurzel drückt. Wahrscheinlich ist es genau das Bild darüber oder darunter, auf dem man es noch besser sieht, aber was du auch hier schon sehen kannst ist das die rechte und linke Seite sehr unterschiedlich aussehen ( normalerweise ist das sehr symmetrisch)
Da du noch keinen Kraftverlust hast, wäre es eine Option mittels PRT ( also Betäubungsmittel und Cortison direkt an die Nervenwurzel spritzen) die Nervenwurzel zu beruhigen . Somit würde deinem Körper noch Zeit gegeben, den Vorfall selbst abzubauen. Da die Problematik nicht knöchern ist kann er das durchaus noch. 3 - 6 Monate ( manchmal bis zu einem Jahr) kann das dauern. Keiner kann dir garantieren, dass das funktioniert. Gut ist zumindest, dass dir der Vorfall nicht auf das Rückenmark drückt und du diesbezüglich keine bleibenden Schäden zu erwarten hast.
Solltest du eine Schwäche im Arm feststellen, musst du dir schon Gedanken über eine zügige OP machen,.da ein stabiler Arm für deinen Beruf schon zwingend ist. Solange das nicht so ist, kannst du konservativ noch einiges machen.
Neben Spritzen ist Cortison auch als Tabletten eine Option, Vitamin B- Komplex zur Nervenregeneration, spezielle Medikamente gegen Nervenschmerzen, Entlastung ( z.B. auch Krankschreibung, Urlaub etc), möglichst wenig Sitzen, liegen mir flachem Kissen etc.

Alles Gute, Elke
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rekre89
Geschrieben am: 27 Jun 2022, 18:44


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Danke Paul und Elke für eure Einschätzungen und Tipps und auch für den Link mit der Orientierungshilfe, das war sehr hilfreich.

@Elke
Also grundsätzlich ist es möglich, dass sich das ohne OP komplett abbauen kann? Stehen da die Chancen grundsätzlich gut?
Kann denn die Foramenstenose noch knöchern werden oder ist das hier ausgeschlossen?

Habe noch eben weitere Fotos hochgeladen, denke bei einem von denen sieht man es vielleicht besser?
https://ibb.co/QMt3Cqf
https://ibb.co/YdnJt5L
https://ibb.co/HX2r7kQ
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blumi
Geschrieben am: 28 Jun 2022, 08:55


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Hi,

ja kann man ganz gut erkennen. Ich hab das mal anderswo Bildlich mit einem Bombon (Spinalkanal) in Bonbonpaper (Nervenwurzeln) verglichen. Auf der "guten" Seite ist das Papier locker zusammengedrehet, (Nervenwurzel hat Platz) Auf der anderen wird das Papier von außen gequetscht, als hätte man Fäden drum gebunden.

Die Zeit, die ein Vorfall brauch, um sich abzubauen, ist ganz unterschiedlich. Manchmal tut er das auch gar nicht, ich hab so einen bei L3/4, der mir auf der L3-Wurzel liegt. Manchmal macht der mir bei bestimmten Bewegungen kurz Ärger. Aber solange es dabei bleibt, kann ich damit gut leben, ich hab den seit Mai 2019.
Nun ist dein Vorfsll nicht ganz klein, aber andererseits ist die Motorik noch nicht so sehr beeinträchtigt. Und du hast glücklicherweise viel Platz im Spinalkanal, so dass hier zu keiner Problematik kommen wird.

Wenn ein Körper einen Vorfall selbst repariert, kommt es in der Regel zu Narbenbildungen und auch zu knöchernen Anbauten. Die müssen aber nicht zwingend das Neuroforamen verengen, wenn sie z.B. eher die Hinterkante deines Wirbelkörpers betreffen, ist das bei dir unproblematisch und wird keinen Ärger bereiten.

Es wäre vielleicht nützlich auch einen Neurologietermin wahrzunehmen, denn die können gut untersuchen und damit oft schon früh Schädigungen an den Nervenwurzeln erkennen.

LG, Elke
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rekre89
Geschrieben am: 28 Jun 2022, 11:37


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Hi Elke

Vielen lieben Dank für ausführliche Antwort und die Ausführungen, das hilft mir auf jeden Fall weiter. Gestern und heute waren meine Symptome wieder ein wenig besser, ich hoffe diese Mal hält der Aufwärtstrend an und es geht nicht wieder los in ein paar Tagen mit mehr Schmerzen.
Bin auf jeden Fall gespannt auf den Termin am Donnerstag.

Danke dir für liebe Hilfe!

rekre
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paul42
Geschrieben am: 28 Jun 2022, 11:48


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Hallo rekre

der Vergleich von blumi ist gar nicht so verkehrt, aber von der süßen Seite hab ichs bisher noch nie bertratet :ph34r: :hair
Es geht ja um die räumliche Orientierung und im schriftlichen Befund wird immer die Lage des BSV beschrieben.
Klick mich
Auf jeden Fall nimmt dieser Vorfall ziemlich viel Platz ein.

Grundsätzlich versucht der Körper den BSV abzubauen, weil die BS besteht aus 80% eingelagerten Wassers.
Das ausgetretene Material quillt zunächst in den ersten 4 Wochen auf und das Volumen reizt die Nervenwurzel.
Durch die Reizung am Nerv entsteht eine Entzündungsreaktion, so dass der Körper dann anfängt das Material zu resorbieren.

Material aus dem Gallertkern wird schneller abgebaut als Material vom Fasering.

Ein BSV kann aber auch verkalken oder sich an den Nerv anheften, daher ist der NC jetzt wirklich wichtig.

Du brauchst aus meiner Sicht die Einschätzung eines Facharztes für Neurochirurgie.
Mach dir ne Liste mit Fragen die dich dazu beschäftigen.

Aus meiner Sicht solltest du jetzt darauf achten, ob sich ein schleichender Kraftverlust einstellt.

Im Befund steht positiv gemeint, aber auch, das die Facetten noch völlig unauffälig sind, und daher ist deine Befürchtung auf knöcherne Foramenstenose ausgesprochen gering.

Hochgradig diskogene Formanenstenose bedeutet, dass die Einengung ursächlich durch BS Material das Neuroforamen und die C6 Nervenwurzel derzeit ganz schön bedrängt und auf die Nervenwurzel drückt.

Ich würde es erstmal konservativ ausprobieren, weil eine OP steht meistens immer am Ende, nachdem alles andere zuvor nicht geholfen hat. :up

viele Grüße

paul42
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Pauline69
Geschrieben am: 28 Jun 2022, 13:49


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Hallo rekre

Paul hat es mal wieder auf den Punkt gebracht, besser hätte man es nicht erklären können :ap :ap :ap

Gute Besserung und viele Grüße
Pauline
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rekre89
Geschrieben am: 28 Jun 2022, 15:06


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Hallo Paul

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Das mit dem Verkalken des BSV war mir tatsächlich neu :ph34r: und hört sich auch nicht schön an. Wie schnell kann das den passieren? Ich nehme an im MRT würde man das sehen? (MRT war vor 2 Wochen)
Die Verkalkung würde dann dementsprechend weiterhin den Nerv bedrängen?

Habe mir bereits eine Liste mit Fragen gemacht für den NC und werde die bis am Donnerstagmorgen noch ergänzen.

Auf den Kraftverlust achte ich mich ständig, bisher habe ich nichts wirklich bemerken können, ich hoffe sehr, dass bleibt auch so.
Und ja ich stimme dir zu, OP sicher erst wenn es nicht mehr anders geht.

Danke dir!

LG rekre
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rekre89
Geschrieben am: 30 Jun 2022, 11:38


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Hallo zusammen

Heute war mein Termin beim NC. Der Arzt war sehr angenehm, ruhig, hat sich Zeit genommen, hat meine Fragen beantwortet und auch kritisches von mir angenommen.
Zuerst nochmals alles untersucht, leichter Kraftverlust im Biceps festgestellt, aber offenbar noch nicht tragisch. Hat die Bilder anschaut und die Diagnose bestätigt.

Seine Empfehlung ist jetzt ein PRT und dann Physio. Da ich bezüglich der PRT bisher noch unsicher bin, habe ich noch keinen Termin ausgemacht.
Wahrscheinlich werde ich es aber machen.

Was mir nun aber doch ein wenig Angst mach ist der Kraftverlust. "Lustigerweise" habe ich, als ich Wartzimmer sass, das Gefühl gehabt, dass ich die Seiten des Magazins mit rechts nicht so gut greifen und umblättern kann und habe mich dann direkt wegen dem Kraftverlust gefragt. Auch beim hinfahren heute, sowie auch jetzt fühlt sich mein Arm irgendwie schwächer an als auch schon (aber vielleicht achte ich mich jetzt auch mehr).
Die PRT kann ja den Kraftverlust nicht wirklich stoppen oder geschieht das, wenn der Nerv sich beruhigt?
Oder kann es sein, dass der Kraftverlust nun fortschreitet?

Was meint ihr dazu?

LG rekre
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