Bandscheiben-Forum

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> Hallo, ich bin neu, Spondy vor zwei Wochen
Uli2
Geschrieben am: 05 Aug 2022, 15:33


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:;
Hallo ihr Lieben,

ich bin ein neues Mitglied, verfolge das Forum aber schon seit etlichen Wochen, weil es wirklich gut gemacht ist.
Meine Spondy erfolgte vor zwei Wochen (L4-S1).

Ich bin froh, es hinter mir zu haben. Da ich sozusagen vom Fach bin war die Patientenperspektive für mich sehr spannend und interessant .
Ich hatte großes Glück mit der Klinik. Ich habe bewusst eine Strecke von 130 km in Kauf genommen und mich nicht in der Klinik operieren lassen, in der ich arbeite .
Die pflegerische, ärztliche und physiotherapeutische Versorgung war in jeder Beziehung optimal. Eine solche Perfektion hatte ich nicht erwartet. Ich musste ausnahmsweise 3 Tage liegen. Danach war ich schnell wieder fit. Ich habe bis kurz vor der OP meinen Körper so intensiv wie möglich trainiert. Das zahlt sich aus!

Die Situation aktuell ist tagsüber gut, die Schmerzen sind gering und mit dem Korsett komme ich gut klar.

Die Nächte sind trotz Oxycodon furchtbar. Die Nervenwurzeln L5/S1 rechts nerven. Weiterhin bestehen (noch) Sensibilitätsstörungen und eine Fußheberparese. Die Parese bessert sich aber (ich nutze auch Ten Die Tatsache, dass es tagsüber gut läuft, lässt mich hoffen. Offenbar benötigen sie Nervenwurzeln noch etwas Zeit und warum die sich ausgerechnet die Nacht aussuchen um mich zu ärgern keine Ahnung. Verschiedene Matratzen, unterschiedliche Liegepositionen ausprobiert, hilft aber gar nichts. Ich bleibe optimistisch.

Herzliche Grüße
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paul42
Geschrieben am: 05 Aug 2022, 18:17


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Hallo Uli,

willkommen im Forum.

Unter Berücksichtigung deiner langen Rückengeschichte brauchst du sicherlich viel mehr Geduld.

Du brauchst auch tagsüber erstmal Entspannungsphasen anstatt jetzt mit Tens alles zu stressen. Ich halte es für deutlich verfrüht und völlig ungeeignet.
Das war ne große OP und der Körper brauch nun Ruhe und Entspannung.

Die Narbe brauch drei Monate um völlig stresfrei zu verheilen.

Was du an Medis nimmst, ist richtig starkes Zeug , aber Opiate werden bei Nervenschmerzen eher nicht eingesetzt.

Wann hast du die nächste ärztliche Kontrolluntersuchung?

Das der Nervenschmerz noch vorhaben ist, ist aber normal ,aber er sollte weniger intensiv sein, aber der Stress in Beinen wird durch Tens aus meiner Sicht nur verstärkt.

Du kannst mal Seitenlage mit einem Kissen zwischen den Knie versuchen.

Die Matratze sollte jetzt eher hart sein, damit die WBS einen Widerstand hat.

gute Besserung

paul42
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Uli2
Geschrieben am: 05 Aug 2022, 19:04


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Hallo Paul,
herzlichen Dank für deine Antwort. Ja, in der Tat ist meine Geschichte recht lang, die erste Bandscheibenoperationen war schön mit 23 Jahren, die vierte 1994.

Das Tens nutze ich für die Fußheberparese um den Muskel zu aktivieren.
Das Op-Gebiet lasse ich komplett in Ruhe.

Ja, bei mir hilft das Oxycodon schon, allerdings muss ich es etwas höher dosieren zur Nacht .
Heute tagsüber hatte ich kaum Schmerzen. Die OP Wunde verheilt auch gut .

Meine Matratze ist schon optimal. Die härtere Version von meiner Frau verschafft auch keine Besserung.
Die Kontrolle erfolgt Mitte Oktober.

Wird schon :-)
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Uli2
Geschrieben am: 06 Aug 2022, 09:52


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Moin zusammen,

es ist in der Tat erstaunlich, wie groß die Unterschiede in Bezug auf die Schmerzen zwischen Tag und Nacht sind. Ich weiß, dass die Chronologie eine Rolle spielt und Schmerzen in der Nacht verstärkt auftreten, aber diese Unterschiede sind schon krass.

Bereits gegen 18:00 Uhr nehmen die Schmerzen im rechten Bein (Nervenwurzel L5)stark zu, werden immer stärker.Herumlaufen bringt keine Linderung.

Etwa 2 Stunden nach Einnahme von retardiertem Oxycodon schlafe ich mit relativ wenig Schmerzen (3-4) ein. Gegen 3:00 Uhr nachts ist die , Hölle los.
Habe alles ausprobiert: Harte Matratze, weiche Matratze, , Rückenlage, Seitenlage, aufstehen und einige Schritte laufen. Kein Unterschied!

Gestern Abend habe ich die Oxycodon Dosis verdoppelt und super geschlafen.
Morgens lassen die Schmerzen immer rasch nach, auch ohne Schmerzmittel!?

Gibt es jemanden mit ähnlichen Erfahrungen?
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paul42
Geschrieben am: 06 Aug 2022, 13:35


PremiumMitglied Silber
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Hallo Uli

sicherlich ist jeder Fall sehr unterschiedlich.

An solche Schwankungen zwischen Morgens und Abends kann ich nicht mehr erinnern aber 2009 ist ja schon etwas her.

Durch die OP wird der Nerv noch sehr gereizt sein und die OP-Dauer ist oftmals auch daran beteiligt, weil die Lagerung die Oberschenkel sehr strapaziert.

Meine OP hat 6,5 Std gedauert und den Druck in Beinen hab ich noch wochenlang gehabt.

Eigentlich waren die Schmerzen wie vordem, aber nicht mehr so instensiv und zunehmend weniger häufig.
Dann gab es auch Tage wo fast keine Schmerzen auftraten.
Mehr wie Ibu 600 wollte mir keiner geben.

Ich hab mir dann Verordnungen besorgt um die Beine mit Lymphdrainage und leichter Fußreflexzonenmassage behandeln zu lassen.

Mir haben auch kalte Beingüsse und Essig wickel geholfen und ich empfehle oft leichte Massagen und vornehmlich Austreichen vom Oberschenkel bis zum Fuß mit Olivenöl und Salz.

Ich bin viel barfuß gelaufen damit die Feinmotorik in den Zehen ihre Impulse bekommen.
Die Übungen von der KG die mir bereits vor der OP gezeigt worden habe ich morgens und abends gemacht.
Zielgerichte gerade Bewegung des angestellten Beines mit Ansteuerung des Unterschenkels und des Fußes.
Die Regeneration der Nerven ist ein sehr langer Prozess, ca. 1mm/ Tag.

Die Fußparese wird am längsten dauern, also stress das Bein jetzt nicht schon mit Tens.

Nach 1,5 Jahren konnte ich meinen großen Zeh erst wieder ansteuern.

Ich würde an deiner Stelle mal den Operateur fragen, ob vielleicht andere Medis mehr Linderung verschaffen.

Es gibt andere Medis die bei neurlogischen Beschwerden zum Einsatz kommen, aber da kann ich nicht mitreden.

Die Verknöcherung der WBK- Segmente brauch etwa zwei Jahre, macht 730 Tage und du hast noch nicht mal 4 Wochen hinter dir.

Ich rate zur Ruhe und viel mehr Entspannung, für Training und Tens ist deutlich zu früh.

Hast du Bilder von der Spondylodese?

viele Grüße

paul42
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Uli2
Geschrieben am: 06 Aug 2022, 14:01


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Hallo Paul,
herzlichen Dank für deine tollen Tipps.
Das Tens lasse ich dann mal weg. Die anderen von dir vorgeschlagenen Sachen werde ich ausprobieren.

Eine CD der Röntgenaufnahmen nach der OP haben sie vergessen. Ich habe diese jetzt schriftlich angefordert.


Nur IBU zur Schmerzlinderung ist schon krass. Darüber hinaus sind die Nebenwirkungen bei Langzeitanwendung nicht verantwortbar.
Ich unterrichte das Thema Schmerz und weiß, dass viele Ärzte keine BTM verschreiben. Ohne Oxycodon könnte ich das nicht aushalten.Novalgin bringt auch nichts. Ob mir das zusätzliche Antidepressivum hilft, kann ich nicht sagen. Alles was man sonst noch ergänzend geben kann hat auch wieder Nebenwirkungen.

Generell betrachte ich die Opiate als großen Segen - wenn man verantwortungsbewusst damit umgeht.
Wenn man es am Ende langsam ausschleicht halten sich die Absetzsymptome in Grenzen.


Dir noch ein schönes Wochenende 😀

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blumi
Geschrieben am: 07 Aug 2022, 20:55


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Hallo Uli,

Hast du mal probiert die Abstände zwischen dem Oxycodon zu verkürzen?

Ich nehme retardiertes Palexia und habe immer das Problem gehabt, dass ich in den letzten zwei Stunden vor der Einnahme starke Schmerzen bekam, d.h. Nachmittags zwischen 4-5 und Morgens bin ich auch oft um 5 wach geworden vor Schmerz. Meine Schmerztherapeutin meinte dann es gibt Menschen, die schneller verstoffwechseln, und hat mich von 2 x 100/ Tag auf 3 x 50/ Tag umgestellt, also 8 Stunden Abstand statt wie vorgesehen 12 Stunden.
Obwohl ich damit 50 mg weniger pro Tag habe komme ich wesentlich besser damit klar.

Vielleicht ist das bei dir ja auch so?

LG, Elke
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Uli2
Geschrieben am: 07 Aug 2022, 21:59


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Hallo Elke,

das ist tatsächlich eine gute Idee. Wenn es heute Nacht wieder so schlecht ist, werde ich deinen Tipp mal ausprobieren.

Die letzte Nacht war o.k.
Ich hatte mir wohl eine Infektion eingefangen und starke Gliederschmerzen und Fieber. Entweder haben diese den Nervenschmerz überdeckt oder es ist tatsächlich besser geworden.
Morgen werde ich es wissen.
Meine Frau hat versucht, den Unterschenkel sanft zu massieren, das hat die Schmerzen aber verstärkt.
Also bloß in Ruhe lassen.
Ich lerne, aber deine Idee ist wirklich gut.

Dir noch einen schönen Abend
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Uli2
  Geschrieben am: 08 Aug 2022, 09:59


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Die radikularen- Schmerzen in der Nacht haben abgenommen, super.

Was habe ich verändert?

Nur eine statt zwei Stunden Mobilisation (stehen, laufen, erhöht sitzen).
3x tgl. Coolpacks auf die Wunde.
Das betroffene Bein komplett in Ruhe lassen, keine Massagen, Einreibungen, kein Tens , gar nichts.

Vielleicht ist das die Lösung, vielleicht aber auch Zufall

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