Bandscheiben-Forum

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> Wechselnde Schwäche im Bein, Kennt das jemand/ woher kommt das?
blumi
Geschrieben am: 18 Aug 2022, 10:17


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Hallo,

Ich bin mal wieder sehr irritiert von meinem Körper.
Kurz zur Vorgeschichte: 2x L4/5 operiert, 1x links BSV (2019) 1x rechts Hemilaminektomie und Zystenexstirpation (2020) , 2 x Denervation L3/4 bis L5/S1. Seit November 2021 wieder krank, zuerst wegen S1- Syndrom rechts, konservativ gebessert, dann Hallux- OP linker Fuß, dann Fußheberparese links im Februar, nach 3 PRT rückläufig, im April zur Schmerztherapie ohne Effekt, unter Akupunktur im Juli Symptome gebessert, allerdings unter Palexia, Gabapentin und Duloxetin. Jegliche übliche Hausarbeit oder Gartenarbeit geht nicht, Spazieren/ Wandern schon, auch länger, nie Schmerzfrei.
Seit 1 1/2 Wochen habe ich wieder zunehmend Probleme, allerdings völlig inkonstant.
Gestern war es ganz nervig, ich konnte kaum laufen. Die Fussohle links kribbelte, Zehen 2 und 3 waren taub, Schienbein und seitliche Wade sowie seitlicher und vorderer Oberschenkel, der Fuß platschte, also Fußheber war eingeschränkt, aber auch die Oberschenkelkraft, also irgendwie L4 und L5.
Dazu die üblichen Schmerzen im linken Bein.
Gegen Mittag ließen die Kraftdefizite nach, ich lief wieder ganz normal, es blieb lediglich ein Muskelkaterartiges Gefühl, dafür Kribbelte die Rechte Wade und der rechte Ischiasnerv schmerzte???
Und so sind die ganzen letzten 1 1/2 Wochen. Eine Nacht kann ich vor Schmerz garnicht Schlafen, die nächste wie ein Murmeltier. Einen Tag ist Sitzen bei kurzen Autofahrten kaum auszuhalten, den nächsten merke ich kaum etwas dabei. Und ich kann es an nichts wirklich festmachen.

Ich weiß ja, dass Verläufe ein auf und ab darstellen. Aber es müsste ja tendenziell aufwärts mäandern, ich habe das Gefühl es geht eher langsam inkonstant abwärts.
Ich kann mir das nicht so richtig erklären. Ich hatte mir schon mal ein funktionsröntgen machen lassen, weil ich dachte, vielleicht verschiebt sich da ja was und die Wechselsymptome kommen daher, aber da hat sich nichts geändert zum Vorbefund:
Zitat

Gefügestörung L4/L5. Chondrosis intervertebralis mit Spondylose und deutlicher Spondylarthrose.

Ich habe jetzt mal den Neurochirurgen meines Vertrauens angerufen und einen Termin ausgemacht. Das war Gestern, wo mir die Symptomatik doch zu denken gab. Heute ist zwar noch ein Kribbeln und eine Taubheit da, aber keine Schwäche mehr, das geht hin und her, ob man damit was anfangen kann? Kennt das jemand, und was kann die Ursache sein?

LG, Elke
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karin59
Geschrieben am: 18 Aug 2022, 12:26


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Hallo Elke,
So, wie Du das beschreibst, ist es für mich ein nicht kompletter Nervenschaden.
Weil die Symptomatik habe ich dauerhaft, bei Nervenschaden L5/S1.
Es sieht so aus, als wenn diese beschädigte Nervenstelle ab und zu berührt wird.
Ob das zu reparieren ist, weiß ich nicht. Das hängt von der Dauer der Symptomatik ab.
In meinem Fall habe ich lange nach der OP gehofft auf Besserung, die nie eintrat.
Mir wurde gesagt, dass ein Nerv sich 1mm am Tag regenerieren kann, aber ob, dass kann keiner sagen.

Ich hoffe, dass dies Dir erspart bleibt. Es ist höchst unangenehm auf Dauer.
Was früher automatisch angesteuert wurde, muss heute bewusst angefordert werden, so das zwei Sachen gleichzeitig manchmal schwierig sind. Z.B. eine Kellertreppe hinabsteigen und etwas auf dem Arm halten. Worauf soll ich mich da zuerst konzentrieren? Auf einem Tritt stehen beim Fensterputz, da muss ich mich auf das Stehen konzentrieren, das putzen muss dann mehr oder weniger automatisch funzen.
Kurz gesagt, mein Gleichgewicht in den Beinen ist da, aber muss bewusst gesteuert werden.

Das wäre meine Erklärung. Hoffentlich kann der NC Dir Entwarnung geben.
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blumi
Geschrieben am: 18 Aug 2022, 13:03


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Hallo Karin,

Danke für die Erläuterung. So in etwa fühlt sich das auch an. Was mich irritiert ist der Eindruck, dass es eher langsam schlechter wird, nicht gleichbleibend oder besser.
Ich habe ja in den neurologischen Messungen nachweisbar Zeichen einer chronischen Nervenschädigung, mäßig in L4 und mäßig bis deutlich in L5, aber es war schon deutlich besser letztes Jahr und nach der PRT dieses Jahr, und nach der Akupunktur Anfang Juli hatte ich für kurze Zeit das Gefühl als ob alles wieder gut ist.
Und jetzt wird es rapide schlechter, auch der Rücken wieder. Eigentlich habe ich geplant, spätestens im Dezember wieder Halbtags mit arbeiten zu beginnen, das schwindet jetzt gedanklich gerade wieder....
Das letzte MRT stammt vom November, da war kein neuer Vorfall auf der Ebene L4/5, nur eine Vorwölbung und hält alles eng durch die hypertrophem Facettengelenke. Vielleicht könnte man da noch mal schauen? Aber die Frage nach der Konsequenz stellt sich dann....

LG, Elke
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karin59
Geschrieben am: 18 Aug 2022, 15:39


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Wenn schon nachweisbare Schädigung da ist, wird man für den Nerv selbst nicht viel tun können, denn sie besteht ja wohl schon länger.
Was die Konsequenz für alles Andere angeht....ja, bei Deiner Vorgeschichte denke ich, bist Du schon nahe einer Versteifung.
Aber das müssen Andere beurteilen.
Sollte sowas in den Raum gestellt werden, ...es ist nicht das Ende. Auch damit lässt sich leben.
Bei mir nun schon 12 Jahre. Man sollte sich " nur" an die Regeln halten und nicht alles verteufeln.
Ich bin nach meinen 3 OPs nun vollschichtig angestellt.
Naja, nicht optimal, wie Du weißt, aber wenn die Umstände passen, machbar.
Nur eben der Weg selbst ist dann sehr lang und steinig bis dahin.

Auf alle Fälle wird der Zustand auch bei mir schlechter. Die nervbedingten Schmerzen nehmen zu.
Bei längerem Stehen beginnt er sich breit zu machen und das Gefühl , die Schuh werden zu eng wird groß.
Auch wenn die Füsse kalt werden, ist es sehr schmerzhaft und es dauert lange, eh sich das beruhigt. Da helfen auch kaum dicke Socken.
Aber ich will Dir keine Angst machen. Man muss es annehmen.
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blumi
Geschrieben am: 20 Aug 2022, 19:57


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Hi,

Ja Karin, ich mache mir zur Zeit tatsächlich Gedanken, ob eine Spondylodese doch eine sinnvolle Option ist. Ich hatte jetzt mit Donnerstag und Freitag wieder zwei bessere Tage, aber heute beim Einkaufen einmal eine leichte Drehbewegung in der LWS gemacht weil ich mal einen Moment nicht aufgepasst habe und mich nicht perfekt bewegt habe.
Das hat wieder für Stunden Rücken, Bein- und Fußschmerz sowie eine Fußheberschwäche ( also einen Platschfuß beim Laufen) ausgelöst. Nach einer Palexia extra wurde das zwar wieder besser, aber irgendwie ist das so nix.
Ich kämpfe jetzt seit November um mehr Stabilität und erreiche sie einfach nicht. Und so kommt es immer und immer wieder zu Rückfällen.

Allerdings weiß ich auch nicht, ob mir eine Versteifung etwas bringen würde, und auch nicht, ob da eine Etage ausreicht. Weil drüber ja auch der Konstante laterale Vorfall ist, der mich zwar nur ab und an ärgert, aber wenn darunter versteift wird weiß ich nicht was damit passier.

Viele Unklarheiten, viel Unsicherheit, allerdings irgendwie klar für mich, dass ein weiter so mich nicht weiter bringt. schwierig...... :sch

LG, Elke
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karin59
Geschrieben am: 20 Aug 2022, 20:45


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Ja, das Gedankenkarussell dreht da richtig auf.

Ich bin ja damals kaum zum Nachdenken gekommen. Bei Diagnosestellung hatte ich Schmerzen, aber keine Ausfälle. Deshalb schlug ich dien Op-Termin aus. Knapp 1/2Jahr später wurde mir die Entscheidung über Nacht abgenommen.
Heute im Rückblick war die Op-Entscheidung für mich das Richtige.

Aber die Ursachen, Verläufe uvm. sind eben sehr individuell.
Du bist ja med. ausgebildet, da wirst Du sicher auch die richtigen Fragen beim NC stellen.
Obgleich eben wegen des Vorwissens ja auch mehr Ängste und Skepsis vorhanden sind.

Ich rate Dir , egal welches Vorgehen diskutiert wird, mit vielen Fragen zu löchern . Und sollte eine Spondy im Raum stehen, such ein Zentrum mit WS-Op als Tagesgeschäft.

Mir hat damals auch geholfen, sich die Frage nach Lebensqualität zu stellen. Kann ich so weiterleben ? Ausserdem vereinsamt man, wenn man immer wieder Nein sagen muss.

Aber soweit ist es noch nicht. Lass Dich erstmal gut beraten.
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Techies
Geschrieben am: 20 Aug 2022, 21:37


Neu hier
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Beschwerdefreiheit nach PRT bei bekannter Nervenschädigung. Das liest sich so als würden athrotische / knöchernde Veränderungen einen Großteil deiner Beschwerden ausmachen. So ist es bei mir im Hals, eine PRT und alles scheint wie weggeblasen. Nur für eine gewisse Dauer, solange das Kortison im Körper wirkt und dir die Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken nimmt, die die Ausstrahlungssymptome verursachen.
Lass von einem NC überprüfen, ob dir durch eine Versteifung des Segments welches am meisten Probleme bereitet (möglicherweise L4/5), dauerhaft die Schmerzen genommen werden können. Die Rekonstruktion der Höhe bringt viel Platz, Vorwölbungen werden beseitigt sowie sämtliche Vernarbungen der Vor OPs können nochmal überprüft und reoperiert werden. Also eine maximale Entlasstung für die Umgebung. Ich nehme an, es ist eh schon alles ziemlich fest dort. Die dritte OP in einem Segment muss die Versteifung sein, weil sonst ist es ein Aufrühren eines Schlachtfeldes und das birgt die Gefahr noch mehr Verklebungen, Vernarbungen und Verknöcherungen zu verursachen.

Viele Grüße

Techies

Bearbeitet von Techies am 20 Aug 2022, 21:49
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daisy14879
Geschrieben am: 21 Aug 2022, 01:03


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Hallo

Für mich horcht es so an als ob der Nervenschaden noch nicht komplett ist.

Machst du physio täglich.

Bei mir ist es auch so einmal geht garnix dann kann ich wieder eingeschränkt auf krüken Haushalt machen.

Ich wünsche dir gute Besserrung

Ich hoffe der Neurochirurg kann dir helfen.
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blumi
Geschrieben am: 21 Aug 2022, 16:17


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Hi Manuela,

Meine Eigenübungen mache ich täglich, morgens und Abends, dazu unterschiedlich lange Spaziergänge je nach Zustand, Rückenschwimmen (Brust führt sofort zu Beinschwäche).
Akupunktur hatte kurzfristig zu Besserung geführt und mir eine Woche schönen Urlaub beschert ( nur Bergabgehen war nix, sonst wirklich gut erträglich) aber nach einer Woche Akupunktur- Pause waren die Beschwerden schlimmer als vorher.
MTT ist schwierig, manchmal geht es ganz gut, manchmal merklich direkt, dass ich im Rücken nichts halten kann, dann kracht es wie ein altes Zahnrad und ich weiß schon, dass ich für den nächsten Tag eine Schmerzspitze einplanen kann...daher mache ich das eher unregelmäßig, nur an Tagen, die schon gut beginnen, also ohne Taubheit oder Schwächen.
Medikamentös bin ich auf 3 x 50 mg Palexia retard plus 50 akut bei Bedarf eingestellt, Gabapentin habe ich jetzt wieder selbständig auf 2100 mg pro Tag gesteigert ( ich war schon auf 1200 runter, aber da musste ich jetzt etwas zugeben), dazu Duloxetin 60 mg.

Palexia habe ich jetzt auch schon wieder seit Dezember drin, Gabapentin und Duloxetin seit 2019 in unterschiedlicher Dosierung. Mir 51 Jahren würde ich eigentlich ungern dauerhaft solche Medikamente nehmen, sehe im Moment aber nicht wie es ohne gehen sollte.

Vielleicht kann die restliche Akupunktur ja noch mal etwas reißen , ich habe noch vier Sitzungen ab Montag, sonst weiß ich auch nicht weiter

:sch

LG, Elke
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paul42
Geschrieben am: 22 Aug 2022, 15:18


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Hallo Elke,

die Erklärung warum es schwankt, hab ich leider auch so nicht spontan parat, aber es scheint mir auch eher bewegungsabhängig zu sein.

Insbesondere bergauf und bergab geht total auf die LWS, weil der Oberkörper ja gerade gehalten sein möchte.

Das macht mir trotz Spondylodese auch zu schaffen und ist sehr viel anstrengender als Treppenstufen

Ich würde eine Funktionsmyleographie vorschlagen, weil es gegenüber dem Fünktionsröntgen noch mehr Hinweise geben kann.
Damit lässt sich durch Kontrastmittelverteilung auch eine seitliche Instabilität beurtelen, wenn sie vorhanden sein sollte.

Langfristig werden sich die Nerven nur erholen können, wenn der derzeitige Reiz durch Einengung oder Bedrängung wegbleibt und ausreichend Raum geschaffen ist.

Vermutlich ist die Spondylodese das einzige Verfahren, um einen nahezu dauerhaften anatomischen Zustand in der LWS zu schaffen.

Ich würde dir empfehlen die Charite CBF zur 2. Meinung zu Rate zu ziehen, weil sie in der Diagnose wirklich sehr gründlich sind und gemeinsam mit dem Prof. entscheiden, wie und was gemacht wird.

Das es dauerhaft schleichend schlechter wird, liegt vermutlich daran, dass die annderen Muskeln die bestehenen neurolgischen Beeinträchtigen zunehmend auch nicht mehr kompensieren können, während der chronische Reiz ja anscheinend immer mal wieder bewegungsabhängig vorhanden ist.

viele Grüße

paul42

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