Bandscheiben-Forum

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> Kribbeln in Händen und Füßen?
sonnchen
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 09:30


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Hallo zusammen,

ich wollte mich kurz vorstellen, w, und 53 Jahre alt. Seit 17 Jahren habe ich immer wieder Probleme mit HWS. Eigentlich ist das von meinen Ärzten immer ein wenig abgetan worden. Der letzte Orthopäde bei dem ich vor über 15 Jahren war, hat mir nicht mal KG verschrieben, obwohl ich damals schon meinen Kopf kaum bewegen konnte. Die einzige Behandlung, die ich vor ca. 5 Jahren bekommen habe, habe ich selbst bezahlen müssen, das waren irgend welche homöopathischen Spritzen in den Nackenmuskel. Ich bin dann hin und wieder selbst zum Physio gegangen und habe das selbst bezahlt.

Seit Anfang Mai habe ich nun Parästhesien in Händen und Füßen, ein Kribbeln das ich nur merke, wenn ich länger sitze oder im Bett liege. Wenn ich morgens aufwache ist es meistens weg und fängt dann wieder an, sobald ich sitze. Vor kurzem bin ich nachts aufgewacht, weil mich ein Kribbeln überfallen hat, angefangen ganz oben an der HWS hinunter in den rechten Arm. Der hat dann weh getan und wurde anschließend einen ganzen Tag taub. Deshalb war ich nun endlich am Freitag im MRT. Der Befund: eine starke Steilstellung der HWS mit Krümmung in die falsche Richtung, außerdem einen inkompletten BSV bei C5/C6 und osteolytische Arthrose bei C5/ C6 und C6/C7. Die Radiologin ist der Meinung, dass das zwar das Kribbeln in den Händen erklärt, nicht aber das in den Füßen, da keine Stenose und keine Quetschung des Rückenmarks gefunden wurde.

Tatsache ist aber, dass das Kribbeln plötzlich zusammen, also in Händen und Füßen aufgetaucht ist.
Deshalb denke ich schon, dass es zusammen gehört. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht mit Kribbeln? Und welche Sportarten und Übungen kommen in Frage um die Steilstellung zu bekämpfen? Wie sollte man seinen Arbeitsplatz gestalten? Ich sitze leider den ganzen Tag vor dem PC...

LG Sonnchen
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Pauline69
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 12:31


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Hallo Sonnchen,

das Kribbeln im Arm wird ziemlich eindeutig durch den Bandscheibenvorfall ausgelöst.
C5/C6 ist für den Bizeps zuständig, also die Vorderseite des betroffenen Armes. Das kann auch weiter Ausstrahlen bis in die Hand, das wären dann Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger.

Wenn keine Spinalkanalstenose vorliegt, kann das Kribbeln in den Beinen eigentlich nicht durch die HWS ausgelöst werden. Aber, vielleicht hast Du auch einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule! Und es war purer Zufall, dass es zeitgleich aufgetreten ist!
Das Kribbeln ist aber auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass ein Nerv irritiert wird.
Solange es „nur“ beim Kribbeln bleibt, kannst Du es mit Physiotherapie versuchen, in den Griff zu bekommen, sollte sich Kraftverlust hinzugesellen, müsste man weitere Schritte unternehmen, wie zum Beispiel PRT Infiltrationen, die dann durch einen Schmerztherapeuten verordnet werden müssten, damit sie von der Krankenkasse übernommen werden!

Gegen die Steilstellung der HWS gibt es folgende, einfache Übungen: Du stellst Dich mit dem Rücken in den Türrahmen oder an eine Wand. Füße unten an der Fußleiste!
Du versuchst die Rückseite Deines Halses an den Türrahmen, bzw. die Wand zu drücken. Dabei machst Du ein Doppelkinn! Diese Übungen kannst Du so oft wiederholen, wie Du möchtest, zum Beispiel 3x20 Mal, mehrmals am Tag.
Die Muskulatur, die sich dadurch aufbauen soll, bringt Deine Halswirbelsäule in den richtige Krümmung.
Denn die Steilstellung ist ein muskuläres Problem!

Parallel dazu ist manuelle Therapie sehr sinnvoll! Sie löst die Verhärtungen in der Muskulatur.
Am allerbesten mit Wärme vorweg, dann ist alles schon etwas entspannt.

Vermeiden solltest Du alle Kopfbewegungen, bei denen Du den Kopf sehr lange nach vorne beugst. Wie zum Beispiel auf eine Tastatur schauen oder auf ein Laptop.

Viele Grüße
Pauline

Bearbeitet von Pauline69 am 11 Sep 2022, 12:35
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sonnchen
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 16:00


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Vielen Dank schon mal für die Tipps! Das mit dem "nicht auf die Tastatur schauen wird sehr schwierig für mich, ich bin Buchhalterin, das heißt, ich mache den ganzen Tag nichts anderes wie runter sehen auf die Unterlagen und dann auf den Monitor wieder hoch schauen. Da ich selbständig bin, kann ich das auch nicht abstellen :heul
Ich dachte schon an ein Stehpult und eine Vorrichtung die die Unterlagen in Sichthöhe hält, vielleicht bringt das schon etwas Entlastung.

In der LWS hatte ich eigentlich nie so richtig Probleme, es wäre wirklich ein sehr großer Zufall, wenn da auch ein BSV wäre. Die Radiologin hat aber gesagt, dass das untere Stück auch noch untersucht werden sollte.
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sonnchen
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 16:09


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Hallo Pauline,

jetzt noch eine Frage zu der Übung an der Wand, bzw. Türrahmen, ist es normal, dass man trotz Doppelkinn nicht mit der HWS an der Türrahmen kommt?

LG
Sonnchen
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Kater Oskar
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 16:48


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Hallo Sonnchen,

hatten wir erst vor kurzem in einem anderen Beitrag

Zitat

Ich dachte schon an ein Stehpult


da ging es auch um höhenverstellbare Schreibtische, welche allerdings ziemlich teuer sind.

Da ich nach der OP damals nicht sitzen sollte, haben mir Meine Kinder aus einer Tischplatte, vier Kanthölzern und einigen Winkeln schnell einen Stehtisch gezaubert, so dass ich an der Stirnseite des Esstisches mit der Familie gemeinsam essen konnte. Habe ihn aber auch noch lange zum Lesen oder für den Laptop genutzt.

Eventuell wäre das

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ja für Dich eine Möglichkeit.


LG, Kater Oskar

Bearbeitet von Kater Oskar am 11 Sep 2022, 16:50

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sonnchen
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 17:44


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Keine schlechte Idee! Sieht gut aus und zum ausprobieren genau richtig. Ich müsste nur unten noch einen Auszug für die Tastatur dran basteln. Mal sehen, ob ich meinen Lebensgefährten überzeugen kann :D

LG
Sonnchen
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Pauline69
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 17:55


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Hallo Sonnchen,

die Tastatur müsste auf einer Schrägen stehen, im 40-45 Grad Winkel vom Tisch, dass würde die Nackenposition schon um einiges entlasten!
Wenn Du den Kopf dauerhaft im ca. 90 Grad Winkel auf die Tischplatte schauen lässt, werden die Bandscheiben der Halswirbelsäule maximal belastet!
Der Gallertkern der Bandscheibe wird durch diese Bewegung auf der Vorderseite max. gequetscht und nach hinten, Richtung Spinalkanal, gedrückt.
Das führte auf Dauer automatisch zu einer Schädigung der Bandscheiben in der Halswirbelsäule.

Zu der anderen Frage, nein, es ist nicht normal!
Man sollte, zumindest nach ein bisschen Übung, mit der Rückseite des Halses den Türrahmen berühren können!
Wahrscheinlich ist Deine Muskulatur so verhärtet, dass das bei Dir im Moment nicht möglich ist.

Viele Grüße
Pauline
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Pauline69
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 17:58


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Pauline69
Geschrieben am: 11 Sep 2022, 17:59


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Bearbeitet von Pauline69 am 11 Sep 2022, 17:59

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sonnchen
Geschrieben am: 12 Sep 2022, 09:03


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ok, das muss ich dann natürlich so schnell wie möglich abstellen. Bei der Übung an der Wand/Türrahmen komme ich auch nicht mit der LWS an die Wand dran. Ich bin einfach stocksteif :traurig2 . Da mir auch die Hüfte weh tut und ich eine Augenentzündung habe, bin ich nun am überlegen, ob es vielleicht Morbus Bechterew sein könnte?
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