Bandscheiben-Forum

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> Ernährung, Zucker und Nervenschmerz
Carpenter
Geschrieben am: 19 Okt 2022, 15:20


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Hallo zusammen,

Ende August war ich mit allen Unterlagen und Befunden von Orthopäden, Radiologen und Neurochirurg bei meiner Hausärztin, da ich ständige Nervenschmerzen in den Beinen hatte. Eine Blutuntersuchung ergab per Zufallsbefund einen erhöhten Langzeitblutzucker, Bereich Prädiabetes. Das ist zwar noch kein Wert, den man medikamentös behandeln muss, mich aber doch handeln ließ. Seitdem verzichte ich überwiegend auf Zucker, d.h. keine Süßigkeiten, Eis, Kuchen, Kekse, Trockenobst, Marmelade, also offensichtlichen Haushaltszucker.

Erstaunlicherweise sind seitdem meine Nervenschmerzen weitgehend verschwunden, ich bin nahezu beschwerdefrei.

Gibt es hier ähnliche Erfahrungen? Eine neuerliche Bestimmung des Langzeitblutzuckers werde ich in diesem Jahr noch machen lassen und hoffe auf einen besseren Wert.

Viele Grüße von
Carmen
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paul42
Geschrieben am: 20 Okt 2022, 15:03


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Hallo Carmen

ich denke schon, dass hier ein Zusammenhang zwischen Blutzucker und neurologischen Beschwerden besteht.

Viele Patienten die an Diabetes erkrankt sind, haben oftmals auch die Nebendiagnose
Polyneuropathie.

Zucker ist zwar ein guter kurzzeitiger Brensstoff, aber ein zuviel verstoffwechselt der Körper vorrangig in Fettreserven.

Jede Versuchung fordert die Bauchspeicheldrüse um Insulin bereit zu stellen.

Dadurch wird aus meiner Sicht die Zellerneuerung beeinträchtigt, da der Körper ja vorrangig Zeit verbringt und Reserven anlegt und somit die Zellregeneration behindert.

Folge ist meist auch ein erhöhter Colesterinspiegel mit dem Risiko das auch Blutgefässe an den Gefäßwänden Ablagerungen bilden.

Neben dem Blutzuckerspiegel hat auch Vitamin B 12 ganz erheblichen Einfluss auf die Regeneration, bzw. Zellerneuerung.

Dafür bedarf es aber an Eiweiß tierisch oder planzlicher Quelle.

Wenn du Verbesserung der Beschwerden festgestellt hast solltest du den Weg weiter verfolgen.

Wenn du bereits den ganzen Verführungen des Alltags widerstehen kannst, werden sich auch die Werte im Blutbild weiterhin verbessern.

Wenn möglich solltest du die körperliche Aktivität durch Laufen, Spazieren gehen noch steigern je nachdem wie es die Tagesverfassung erlaubt.

Jede körperliche Aktivität im beschwerdefreien Radius hat deutlichen Einfluss auf den Stoffwechsel.

viele Grüße

paul42
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Carpenter
Geschrieben am: 20 Okt 2022, 17:19


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Hallo Paul,

danke für Deine ausführliche Antwort. Ich bin total schlank, bewege mich gern und oft und hätte insofern nie an erhöhte Blutzuckerwerte gedacht. Aber dann habe ich mir mal kritisch angeschaut, was ich regelmäßig so alles an Zuckerhaltigem zu mir genommen habe. Nicht gerade wenig.

Eine Polyneuropathie habe ich zum Glück nach Diagnose meiner Neurologin nicht. Bei ein wenig Recherche im Internet bin ich auf einen Beitrag in der DAZ (2012, Nr. 20, S. 6) gestoßen, in dem der Mechanismus der Nervenschmerzen erläutert wird. Zitat: "Die Schmerzen werden durch Methylglyoxal ausgelöst. Dabei handelt es sich um ein Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Zucker im Blut entsteht. Es bindet an schmerzleitende Nervenbahnen und erhöht ihre Reizbarkeit". Das erscheint mir ganz einleuchtend.

Ich denke auch, dass Zucker ganz allgemein entzündungsfördernd wirkt. Klar fällt es mir manchmal schwer, auf z. B. leckeren Mohnkuchen zu verzichten, aber wenn der Verzicht mit keinen oder sehr geringen Nervenschmerzen belohnt wird, fällt die Entscheidung nicht schwer.

Liebe Grüße von Carmen
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blumi
Geschrieben am: 21 Okt 2022, 07:41


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Hallo Carmen,

Was mich wundert ist, dass deine Hausärztin den erhöhten Langzeitzucker noch als Prädiabetes bezeichnet.
Der langzeitzuckerwert ergibt sich ja aus dem Anteil des Hämoglobin, an das Zucker angelagert wird. Dieser steigt eigentlich erst dann, wenn die Grenzwerte häufig überschritten werden, d.h. bei einem manifesten Diabetes.

Zur Diagnose und Einteilung eines Diabetes ist der nicht geeignet, sehr wohl allerdings zur Überwachung einer Therapie.

Ich würde mich an deiner Stelle mal mit einem Diabetologen diesbezüglich in Verbindung setzen. Unabhängig davon machst du jetzt alles richtig mit Bewegung und Zuckervermeidung. Bitte vergiss dabei nicht, dass auch in einigen Obstsorten ( z. B. Trauben) extrem viel Zucker ist.

Diabetologen bieten auch eine Ernährungsberatung bei Erstdiagnosen an, das solltest du dir nicht entgehen lassen.

LG, Elke
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Kater Oskar
Geschrieben am: 21 Okt 2022, 07:51


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Hallo Carmen,

wie Elke schon sagte,

Zitat

Bitte vergiss dabei nicht, dass auch in einigen Obstsorten ( z. B. Trauben) extrem viel Zucker ist.


wobei ich bei meiner (früheren) HA bezüglich des Abnehmens auch darauf verwiesen wurde, dass viele Leute weniger essen um ne Diät zu machen, dabei aber die Getränke (Schorle, Fruchtsäfte oder Cappu) vergessen, welche teilweise auch sehr viel Zucker enthalten.

Hm Elke,

habe mal gehört, dass man Diabetes sehr gut in den Griff bekommen (oder auch los werden??) könne

Zitat

d.h. bei einem manifesten Diabetes.


wenn man es frühzeitig bemerkt, sich mit der Nahrung völlig umstellt und sich sehr viel bewegt??? Oder liege ich da jetzt falsch? Habe mich selbst nicht nicht damit beschäftigt, da es mich (noch??) nicht betrifft.

LG, Kater Oskar
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blumi
Geschrieben am: 21 Okt 2022, 12:31


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Hallo,

ne,.Kater, da liegst du genau richtig! Aber genau deshalb ist ja auch eine saubere Diagnostik so wichtig, um das Procedere zu klären. Es macht eben schon einen Unterschied welchen Diabetes und in welchem Stadium man den hat, und ein erhöhter Hba1c spricht ja eher dafür, dass der schon etwas länger besteht.

LG, Elke
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Carpenter
Geschrieben am: 21 Okt 2022, 13:10


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Hallo Elke, hallo Kater,

an Obst esse ich nur säuerliche Äpfel, Mandarinen, Kiwi - keine Trauben, Bananen etc. Softdrinks habe ich schon immer sehr selten getrunken und jetzt schon gar nicht.

Bezüglich des Langzeitblutzuckers weiß ich nur das, was meine Hausärztin mir gesagt hat. Der Mechanismus mit den roten Blutkörperchen ist mir klar. Da müsste sich doch eigentlich innerhalb von etwa drei bis vier Monaten mit neuen Blutkörperchen eine Verbesserung zeigen, wenn sich nicht mehr so viel Zucker anlagert, oder? Zumindest hoffe ich drauf.

Ich habe den Blutzucker vorhin mal in einer Apotheke messen lassen, da war der Wert 104 zwei Stunden nach einem Milchkaffee. Ist natürlich nur ein Einzelwert, aber zumindest okay.

Liebe Grüße von Carmen
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