Bandscheiben-Forum

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> Behandlung auf beginnende,, chronische Polyarthritis
Pauline69
Geschrieben am: 13 Jan 2023, 16:29


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Hallo Ihr Lieben,

ich muss mir jetzt mal meinen Frust von der Seele schreiben :count

Wie die meisten von Euch wissen, besteht bei mir seit März letzten Jahres, der Verdacht auf eine chronische Polyarthritsis - Rheumafaktor negativ!

Der Befund ist zustande gekommen, weil ich im Sommer 2021 im linken Handgelenk mutiple Sehnenscheidenentzündungen hatte, ein halbes Jahr später eine Kapselentzündung im rechten Zeigefinger Grundgelenk. Der Radiologe stellte den Verdacht auf, mein Orthopäde schickte mich zum Rheumatologen.

Der Rheumatologe (dieser ist ehemaliger Chefarzt der Rheumatologie eines unserer Krankenhäuser) erhob dann die Vedachtsdiagnose, siehe oben.
Ein zweiter Rheumatologe, bei dem ich letztes Jahr, einen Termin parallel vereinbarte, der aktueller Chefarzt einer Rheumatologie eines anderen Krankenhauses bei uns ist, sagte, das ist kein Rheuma, das wäre alles degenerativ, bedingte Arthrose.

Mein Schulteroperateur, dem ich im April letztes Jahres mitteilte, dass man bei mir den Verdacht auf chronische Polyarthritis gestellt hätte, sagte, NEIN, sie haben kein Rheuma, sie haben überhaupt keine Rheumahände und nirgendwo geschwollene Gelenke!

Mein Neurologe war im Mai letzten Jahres sehr erstaunt darüber, dass man sofort mit MTX „losschießen“ würde! Und fand das vollkommen übertrieben! Er war erfreut, über das Absetzen im September.

Im September 2022 wurde, von dem Kompagnon meinen behandelnden Rheumatologen, entschieden, das MTX, welches ich 6 Monate nahm und keinen Erfolg auf meinen Zeigefinger erzielen konnte, versuchsweise abzusetzen.
- außer meines Zeigefingers machte auch, in dieser MTX-freien Zeit, nichts anderes Probleme -

Kurz vor Weihnachten hatte ich dann einen Termin bei meinem behandelnden Rheumatologen, der das MTX, wegen des Zeigefingers, wieder ansetzen möchte, erhöht von 12,5mg auf 15mg.

Darüber ist mein Orthopäde informiert!

So nun mein Problem:
Aktuell macht mir meine rechte Schulter sehr ähnliche Probleme, wie die linke Schulter vor zwei Jahren.
Das MRT liest sich fast 100% identisch.
AHA Abstand 7mm. Diverse Tendinitis, Entthesiopathien, Bursitis und eine aktivierte AC-Gelenksarthrose mit perifokaler Weichteilkomponente und Cauda-Neigung des Acromions.

Mein Orthopäde hat sich voll und ganz darauf eingeschossen, dass dies jetzt alles „Rheuma“ bedingt wäre :heul
- war es vor 2 Jahre nicht, da es damals noch nicht diagnostiziert worden war -
Das ärgert mich sehr!
Ich mag ihn, er war mir bisher immer eine sehr große Hilfe und wir sind, mittlerweile, befreundet!

Mit tut, beziehungsweise tat, lediglich immer mal wieder ausschließlich das rechte Zeigefinger-Grundgelenk weh!
In das er mir 2x eine Kortisonspritze gab!

Das linke Handgelenk ist seit Sommer 2021 beschwerdefrei!

Jetzt bietet er mir 3 Behandlungsmöglichkeiten an.
1. Ibuprofen
2. Kortisonspritze, bei der er aber gleich dabei erwähnt, dass sie mir nur eine kurzfristige Hilfe sein wird
3. und das empfiehlt er, mit MTX wieder zu beginnen
- da jetzt plötzlich alle Entzündungen im rechten Schultergelenk, seines neuesten Erachtens, rheumabedingt sind -

Ich möchte nicht wieder mit dem MTX beginnen!
Außer der eventuell, darauf zurückzuführenden, starken Sonnenallergie letzten Sommer, hatte ich zwar keine Nebenwirkungen, aber ich soll es ja jetzt erhöht einnehmen und somit ist auch das Risiko auf Nebenwirkungen erhöht.

Vielleicht denke ich auch blöd und falsch, aber ich wehre mich innerlich sehr gegen das MTX!
Vielleicht bin ich jetzt auch bockig, aber das kann ich nicht ändern!
Ich ärgere mich so, dass mein Orthopäde jetzt sagt, dass gehört zur chronischen Polyarthritis!
Versteht Ihr, was ich meine?

Wie würdet Ihr vorgehen?
Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?
Mich separat bei meinem Schulteroperateur vorstellen?
Eine Rheuma-orthopädische Klinik aufsuchen?
Sehe ich das falsch?

Danke, fürs lesen und Eure Mühe
Pauline

Bearbeitet von Juergen73 am 14 Jan 2023, 07:55
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Frühlingsgefühle
Geschrieben am: 13 Jan 2023, 20:38


Öfter dabei
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Hallo Pauline,
wenn ich es wäre würde ich das St. Josefs Stift in Sendenhorst aufsuchen. Die Rheumatologie hat einen sehr guten Ruf.

Zusätzlich würde ich einen sehr guten Schmerztheraputen aufsuchen bzw.muss die Chemie passen. Das ist manchmal etwas sucherei.

Du hast Schmerzen die ja unter Kontrolle bleiben müssen. Jedenfalls ist es ja nicht die Lösung hier da mal Cortison zu nehmen. Ich weiß es kann Wunder bewirken hat aber eben auch Nebenwirkungen. Ich muss immer sehr gut überlegen, ob ja oder nein.

Dann die Rheumatologie als 2. Meinung, ob nun wirklich MTX sein muss oder anderes usw.

Zu guter letzte ist es leider so, das es nicht für alles das Patentrezept gibt und man sich leider arrangieren muss.

LG
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Pauline69
Geschrieben am: 13 Jan 2023, 21:25


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Hallo Frühlingsgefühle,

vielen Dank!

Ich hatte bereits am Donnerstag versucht mit Sendenhorst Kontakt aufzunehmen. Leider ging niemand ans Telefon.
Auch mir ist bekannt, dass diese Klinik einen exzellenten Ruf hat, ich habe eine gute Freundin, die mit ihren 49 Jahren schon 5 Gelenkprothesen hat, alle, außer der Schulter, in Sendenhorst bekommen.
Sie haben sogar eine Klinik für Rheumaorthopädie.

Auch habe ich bereits mit meinem Schulteroperateur Kontakt aufgenommen und in um seinen Fachmännischen Rat und seine Einschätzung gebeten. Ich habe ihm sowohl die Bilder, als auch den Bericht geschickt und das Thema „Rheuma“ kurz angeschnitten.

Ich habe in den letzten 4,5 Jahren schon relativ viel Kortison erhalten. Ich selbst möchte, dass es nicht so weitergeht!
Nur, MTX möchte und werde ich, vorerst, auch nicht nehmen.
Dann helfe ich mir vorerst mit Ibuprofen oder Celecoxib.

Wir haben bei uns in der Stadt ein ambulantes Schmerzzentrum, eine andere Freundin von mir ist dort, das einzige, was die tun, ist eine Unmenge an Schmerzmittel zu verordnen. Die zweite Stelle ist in einem Klinikum bei uns, mehr gibt es nicht.
Ich möchte aber eigentlich auch nicht einfach nur die Schmerzen unterdrücken, zumindest nicht auf Dauer, sondern gegen die Ursache etwas tun.

Sollte es irgendwann, letztendlich, darauf hinauslaufen, dass es rheumatologisch bedingt ist, zumindest die Schulter, dann werde ich mich natürlich nicht dagegen sträuben.
Aber soweit bin ich noch nicht.

Ganz lieben Dank und liebe Grüße
Pauline
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blumi
Geschrieben am: 15 Jan 2023, 19:54


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Hallo Pauline,

Das mit Rheuma oder nicht scheint zum Teil wirklich eine ermessensentscheidung zu sein. Ich hatte mich ja auch in einem Rheumatologie- MVZ vorgestellt, das an eine Klinik angeschlossen ist ( zum Ausschluss bei dem V.a. Myositis, Spondylarthritis und Perispondylitis nach dem MRT). Nach Röntgen von Händen und Füßen sowie erneuter LWS- MRT- Begutachtung durch den dortigen Radiologen meinten die, dass seien alles aktivierte Arthrosen ( sowohl Finger- Hand- Zehen als auch LWS) und keine rheumatischen Veränderungen. Die ANAs sind sogar dezent erhöht - aber das schien keine Bedeutung zu haben.
Ich denke, deine Überlegung, dich noch mal in einer Spezialklinik diesbezüglich untersuchen zu lassen, gehen in die richtige Richtung. Eine eindeutige Diagnose, so oder so, ist für die weitere Therapieentscheidung einfach wichtig.
LG, Elke
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Pauline69
Geschrieben am: 16 Jan 2023, 10:03


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Guten Morgen Elke,

ganz lieben Dank für Deine Rückmeldung, Du hast mir wirklich damit geholfen!

Mir ist nämlich während des Lesens eingefallen, dass der zweite Rheumatologe, den ich letztes Jahr aufsuchte, Paralleltermin beim jetzigen Chefarzt unserer hiesigen Rheumatologie, ganz anderer Meinung war.
Ich habe mir daraufhin sofort den Bericht heraus gesucht.

Dort steht: Kein Hinweis auf eine rheumatologische Erkrankung
Keine floride Synovitis der Hände, keine geschwollenen oder druckschmerzhaften Gelenke, keine Deformierungen, alle Gelenke frei beweglich, auch im Bereich der unteren Extremität keine floride Synovitis.
Auch laborchemisch keine Hinweiseauf eine rheumatisch-entzündliche Erkrankung.

Röntgen: kein Hinweis auf entzündliche, ossäre Veränderungen.
Rechte Hand: ganz diskrete Gelenkflächen-Randausziehungen wie bei einer initialen Rhizarthrose.

Nochmals danke und liebe Grüße
Pauline
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Juergen73
Geschrieben am: 16 Jan 2023, 10:25


E-Bike Cruiser
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Moin Pauline,

ich kann dir auch nur empfehlen dich in Sendenhorst vorzustellen.

Normalerweise geht da immer jemand an das Telefon. Natürlich haben die dort auch Wartezeiten ob Stationär oder ambulant.

Die Ärzte sowie das Personal sind dort sehr nett.
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Pauline69
Geschrieben am: 16 Jan 2023, 11:18


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Hallo Jürgen,

Vielen Dank auch für Deine Antwort!

Das werde ich tun, auch wenn ich gerade der Meinung bin, dass ich gar keine chronische Polyarthritis habe.

Bin zu dem Ergebnis für mich gekommen, dass mein behandelnder Arzt, ehemaliger Chefarzt und ca. 70 Jahre alt, ganz gerne mit Kanonen auf Spatzen schießt und MTX für ihn, scheinbar, das Allerheilmittel ist.

Sondern, so wie es auch Elke beschrieb, einfach eine aktivierte Arthrose im MCP2 ist.

Und mein Orthopäde, selbst von Rheuma keine Ahnung, einfach auf den Zug mit aufgesprungen ist und jetzt meint, meine Sehnen in der Schulter sind Ergebnis der chronischen Polyarthritis.

Besten Dank und liebe Grüße
Pauline






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