Bandscheiben-Forum

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> Periduralkatheter, ...nicht nach Racz
FuerstKlaas
Geschrieben am: 13 Mai 2005, 16:09


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Hallo zusammen,

nachdem ich im LWS-Forum schon lang und breit über meinen Weg hin zum Katheter berichtet habe, möchte ich hier nach abgeschlossener Behandlung meine Erfahrungen mitteilen.

Um es kurz zu machen: Bei mir hat es kaum etwas gebracht. :(

Der Katheter, der bei mir gelegt wurde, unterscheidet sich vom Razc-Katheter durch 2 Eigenschaften:

1. Er wird von der Seite auf Höhe der betroffenen Bandscheibe gelegt (bei mir L5/S1), nicht von unten durch den Wirbelkanal, wie beim Racz-Katheter.
2. Die Wirkstoffe, die verabreicht werden, sind teilweise andere.

Lt. Auskunft meines NC liegt die Erfolgsquote zwischen 80 und 90 Prozent.

Die Behandlung läuft folgendermaßen ab:

Am Freitag wird unter CT-Steuerung der Katheter gelegt. Der Katheter wird unmittelbar danach auch gleich zum ersten Mal "bestückt", d.h., die Wirkstoffe werden per Spritze eingegeben. Der Katheter wird am Rücken mit der Haut vernäht, um ein Verrutschen zu vermeiden, der Schlauch mit dem "Einfüllstutzen" wird auf den Bauch verlegt. Die ganze Konstruktion wird sauber verbunden und verklebt und ermöglicht so, dass man bequem auch auf dem Rücken liegen kann und dass sich nichts verschiebt. Doof nur: Man darf die ganze Zeit über nicht duschen oder baden.
Das Legen des Katheters erfolgt unter örtlicher Betäubung, ich habe es trotzdem etwas gemerkt, vor allem, als durch die anfangs eingeführte Hohlnadel der Katheter selbst bis an den Nerv herangeführt wurde. Ist aber auszuhalten und auch schnell vorbei. Anschließend erfolgt der Transport ins KH per Krankenwagen (aber ohne Blaulicht ;) ).

Von Samstag bis einschließlich Dienstag morgen erhält man dann die Bestückungen, jeden Tag zwei. Diese Bestückungen taten bei mir nicht weh, manchmal merkte ich, wie die Wirkstoffe angeschossen kamen, wenn der durchführende Arzt etwas mehr "Druck" auf die Spritze gab. Ansonsten liegt man den ganzen Tag nur herum. :)

Am Dienstag morgen wird nach der letzten Bestückung der Katheter entfernt und man kann nach Hause.

Wie gesagt, bei mir hat das leider kaum etwas gebracht. Die Schmerzen sind nur geringfügig besser geworden, dafür ist eine Parese des Fußhebers hinzugekommen. Sobald ich ca. 10 Minuten stehe oder sitze, habe ich das dringende Bedürfnis, mich hinzulegen, da der Schmerz dann über die linke Pobacke und den linken Oberschenkel bis ins linke Knie ausstrahlt, während die Wade von der Schonhaltung im Sitzen und beim Gehen ebenfalls wehtut, etwa wie Muskelkater. Alles in allem ist das kein Zustand, den ich irgendwie aussitzen möchte, sondern den ich möglichst schnell beseitigt wissen will.

War heute wieder beim NC, zur Erfolgskontrolle. Nach seinen Worten wird sich da als Nachwirkung der Katheterbehandlung nichts mehr verändern. Allerdings hätte ich die Chance, dass sich innerhalb von 1-2 Jahren der Zustand verbessert. So lange will ich aber nicht warten, ich weiß auch nicht, ob die Nerven dann nicht doch irreparabel geschädigt wären. :frage

Ich will jetzt die kommende Woche wieder ganz normal zur Arbeit gehen und sehen, ob ich den Alltagsbetrieb aushalte. Sollte das nicht klappen (wovon ich ausgehe), ist der nächste Schritt eine offene OP, da lt. NC mit einer mikroinvasiven OP nicht alles zu entfernen sei. KG hat seinerzeit ja auch nichts gebracht, daher werde ich mich wohl zur OP entschließen, auch wenn ich da so gar keinen Bock drauf habe (OP ist OP, dann das Risiko Narbenbildung...). Das bedeutet dann wieder vier Tage KH und anschließend noch 1 Woche krank zu Hause.
Sollte ich den Alltagstest bestehen, muss es auch noch besser werden, weil selbst, wenn es auszuhalten ist, weiß ich - wie gesagt - nicht, wie lange die Nerven den Druck aushalten.

Fazit: Obwohl es bei mir nicht wirklich geholfen zu haben scheint, würde ich die Katheter-Therapie ausprobieren, bevor ich mich zur OP entschließen würde. Die Therapie ist nicht besonders aufwändig oder strapaziös und hat nach Auskunft meines NC keine schlechten Erfolgsaussichten. Ich persönlich halte diese Methode für weniger risikoreich als z.B. eine offene OP. Stationär durchgeführt handelt es sich um eine Leistung der Krankenkasse. Dass es bei mir nichts gebracht hat: Irgendwer muss wohl auch zu den 10-20 Prozent gehören, bei denen es nicht funktioniert. :sch

Das war´s im Groben. Sollte ich was Wichtiges vergessen oder Ihr Fragen haben, lasst es mich bitte wissen!

Frohe Pfingsten!

Klaas
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FuerstKlaas
Geschrieben am: 26 Mai 2005, 20:01


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Hallo, ich schon wieder

Nachtrag:
Seit ca. 2 Wochen bin ich so gut wie schmerzfrei, nur das linke Bein ist stellenweise noch taub und ich komme links nicht auf die Zehenspitzen. Der Neurologe meint aber (nach einem weiteren EMG, bei dem er keine wesentlichen Schädigungen feststellen konnte), dass das innerhalb von 4-6 Wochen verschwindet, weil andere Nervenbahnen die Funktion der jetzt unterbrochenen übernähmen.

Naja, ich habe mich für das Hoffen entschieden.

Ob der jetzige Zustand noch eine Nachwirkung der PDK-Therapie ist oder ohnehin jetzt eingetreten wäre, kann ich allerdings nicht beurteilen. Lt. NC, bei dem ich eine Woche nach der Behandlung zur Nachuntersuchung war, als ich noch Schmerzen hatte, kann das keine Therapiewirkung mehr sein.

Letztlich ist mir das aber auch völlig egal, Hauptsache, es geht wieder besser.

Grüße, :winke

Klaas
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hoppelhase
Geschrieben am: 26 Mai 2005, 22:21


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Hallo, schade, dass die Tortur dir nicht geholfen hat.
Zu einer OP, microchirurgisch kann ich dir aus eigener sehr guter Erfahrung nur raten. Zu lange warten würd ich auch nicht . Ich hatte nur drei Monate Schmerzen - und der arzt hat bereits gemein, bei mir wäre es höchste Eisenbahn gewesen. Der Bandscheibenabriss war bereits mit dem Nerv verklebt - und es wäre ohne OP immer nur schlimmer geworden. Ich denk auch heute nioch immer, dass ich den Nerv spüre - einfach den gesamten Verlauf, von der Wirbelsäule bis zu großen Zeh. Hab zwar keine Schnmerzen mehr, aber eben dieses anormale Bewußtsein auf der rechten Seite. Das meint mein Operateur wäre halt die sanfteste Art von Schmerzgedächtnis. Müsste sich innerhalb der nächsten 6 Monate noch ganz legen. Sprich ich hatte großes Glück!
Ich würde mich echt sofort wieder operieren lassen ( siehe meine Beiträge) und ganz fest an den Erfolg glauben. So als Trost noch für dich, dass minimalvasiv nicht in Frage kommt. Eine gute Bekannte hat sich vor fünf Jahren in München in der Alphaklinik operieren lassen. Die hat nach der OP Monate gebraucht, bis sie wieder so fit war wie ich nach meiner microchirurgischen, offenen OP. Ich hab mich erst vor ein paar Tagen mit ihr u nterhalten und sie hat sich wieder gewun dert, was ich schon wieder alles machen kann. Wir haben uns dann noch über die OP-Stellen ausgetauscht, da ich meinte, dass ich halt eine echte Narbe hätte, die ich schon noch spüre. Sie entgegnete nur, dass sie den seitlichen Einstich von ihrer OP auch immer noch merke und da ein kleiner Narbenknoten übrig sei.
Meine Bekannte ist aber auch voll froh, dass sies hat machen lassen und hatte seither keine Probleme mehr mit den Bandscheiben. Sioe ist selber Ärztin und hatte mir im Februar diesen Jahres die Überweisung zum Neurochirurgen gegeben und den Tip zu wem ich gehen soll.

Wünsch dir Zuvdersicht und Optimismus
Gruß Hoppel
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Ralf
Geschrieben am: 26 Mai 2005, 23:54


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Hallo Klaas,

erstmal noch Danke für den Bericht.

Schön, daß es Dir nun wieder besser geht, da spielt es im nachhinein keine Rolle, ob es vielleicht doch der Katheter war.

Ich wünsche Dir, daß es so bleibt und noch besser wird.

Liebe Grüße

Ralf :winke
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Bobbylein
Geschrieben am: 30 Mai 2005, 14:40


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Hi Klaas!

Es ist eigentlich völlig egal was dir geholfen hat. Hauptsache es geht dir besser. Danke für deinen Bericht, er wird anderen bandis bestimmt eine große Hilfe sein, falls diese vor der ähnlichen Entscheidung stehen.

Gehst du dann seit dieser Woche wieder arbeiten? Und wenn ja, wie bekommt es dir?

Bobby
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FuerstKlaas
Geschrieben am: 30 Mai 2005, 18:35


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Hallo Bobbylein,

ich gehe seit 17. Mai schon wieder arbeiten, wobei ich versuche, möglichst oft zwischen sitzen, stehen und gehen zu wechseln. Ich versuche zwar immer, nicht allzu sehr in mich hineinzuhorchen, aber trotzdem tue ich es. Dabei fällt mir auf, dass sich der Restschmerz immer ein bisschen verändert: Mal tut´s im Sitzen etwas weh, dann beim Stehen, dann wieder gar nicht, jeden Tag was anderes. Nur die Taubheit, die bleibt immer gleich. <_<

Insgesamt habe ich aber das Gefühl, dass mir die Aktivität gut tut, wobei ich (Bürojob) soviel Bewegung wie möglich zu bekommen versuche (s.o.).

Jeden Abend mache ich für 5 Minuten noch 2 KG-Übungen. Ob das was bringt, weiß ich nicht, aber für den Kopf ist es gut und schaden kann es ja nicht.

Liebe Grüße, :winke

Klaas
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Bobbylein
Geschrieben am: 06 Jun 2005, 12:38


Dummschnacker
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Hallo Klaas!

Ja Bewegung tut ganz gut, das kenne ich aus eigener erfahrung. Was aber auch sehr hilfreich ist, das man etwas abgelenkt ist und sich nicht immer auf irgendwelche, evtl. kommende Schmerzen vorbereitet. Sicher ist es richtig seinen Körper zu beobachten, aber manchmal ist man einfach zu übervorsichtig.

Prima ist, das du einen Arbeitsplatz hast, an dem du möglichst viel Bewegungsfreiheit hast. Wenn meine Rente nächstes Jahr vorbei ist, dann kehre ich auch auf meinen alten Arbeitsplatz zurück, wo ich mir aussuchen kann, ob ich sitzen, stehen oder gehen möchte.

Weiterhin alles Gute :winke
Bobby
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