Hallo,

die bisher vertretene Ansicht, dass zu einem belastungskonformen Schadensbild bei einer BK 2108 der unterste LWS-Teil - S5/S1, am meisten geschädigt sein müßte, wird nach den neuen Konsensempfehlungen nicht mehr generell verlangt. Das ist auch aus meinem Gutachten zu ersehen, in dem meine Schädigungen der LWS auf eine berufliche Verursachung zurückgeführt werden. Beispielsweise ist bei mir die WS von TH12 beginnend bis L4/L5 geschädigt. L3/L4 wurde versteift. Darüber und darunter befindet sich noch je ein beginnender BSV mit Nervenwurzelreizungen. L5/S1 ist nahezu ohne Befund.

Letzten Freitag konnte ich bei einem Besuch von Verhandlungen gegen die Berufsgenossenschaften in einer Verhandlungspause mit dem Richter sprechen. Dieser war immer noch der festen Meinung, dass zu einem belastungskonformen Schadensbild die größte Schädigung zu L5/S1 gehört. Meine Ausführungen zu den neuen Konsensempfehlungen hörte er sich etwas skeptisch an. Hoffentlich befaßt er sich noch etwas näher damit!

Diese Vorgeschichte ist notwendig, um meine folgende Frage, die ich mir auch seit Tagen selber stelle, zu beantworten:

Wenn allein altersbedingt L5/S1 am meisten geschädigt sein müßte, weil dort der größte Druck entsteht, wieso kann dann bei mir L5/S1 nahezu ohne Befund sein, die anderen Schädigungen aber anlagebedingt? Dazu muß ich noch sagen, dass ich keine der als krankhaft geltenden Schäden habe, die eine berufliche Verursachung ausschließen.

Ich suche nach einer logischen Schlußfolgerung, wie mein Schadensbild hätte entstehen können, ohne für die WS schwer belastend gearbeitet zu haben!

Viele Grüsse von
Helmut