Hilfe - Suche - Mitglieder - Kalender
Komplette Version Nachteilsausgleich

Bandscheiben-Forum > Versorgungsamt/Schwerbehinderung
wi-ro
Nachteilsausgleich - eine Zusammenfassung

1. Einkommens- und Lohnsteuer
Zuständig: Finanzamt

1.1 Pauschbetrag wegen der Behinderung
Höhe des Pauschbetrags
GdB Jährlich (Euro)
25-30* 310
35-40* 430
45-50 570
55-60 720
65-70 890
75-80 1060
85-90 1230
95-100 1420

* kann nur bei bestimmten Voraussetzungen geltend gemacht werden (Bescheinigung des Versorgungsamtes oder evtl. Rentenbescheid zur Vorlage beim Finanzamt notwendig)
Der Pauschbetrag wird für das ganze Jahr gewährt, wenn die Behinderung mindestens ein Tag im Jahr vorgelegen hat.
Bei Veränderung des GdB während eines Jahres:
Der Pauschbetrag für den höheren GdB gilt für das ganze Jahr
Der Pauschbetrag kann rückwirkend ab vom VA festgesetzten Beginn der
Behinderung in Anspruch genommen werden – auch bei rechtsgültigem Steuerbescheid.
Außergewöhnliche Belastungen bei behindertengerechter Gestaltung eines Wohnhauses
ie Aufwendungen dürfen keinen wertbildenden Faktor bilden (das Haus darf durch diese Einbauten nicht mehr wert sein)
Die Aufwendungen müssen sich von den normalen Baukosten unterscheiden
Anstelle eines Pauschbetrags können auch außergewöhnliche Belastungen (durch Belege nachgewiesen oder glaubhaft gemacht) geltend gemacht werden, wenn dies steuerlich günstiger ist.

1.2 Berücksichtigung von Krankheits- und Kurkosten
Zuständig: Finanzamt
Laufende und typische Krankheitskosten sind durch den Pauschbetrag abgegolten
Steuerlich berücksichtigt werden können:
Außerordentliche Krankheitskosten (z.B. eine Operation, auch wenn diese mit der
Behinderung zusammenhängt)
Kuren (vor Antritt der Kur muss durch ein amtsärztliches Attest die Notwendigkeit bescheinigt werden. Die Heilbehandlung muss unter ärztlicher Kontrolle erfolgen)

1.3 Abzugsbetrag bei Beschäftigung einer Haushaltshilfe
Zuständig: Finanzamt
•Aufwendungen für eine Haushaltshilfe können bis zu einem Betrag von 924 €
jährlich als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden
(Voraussetzung: GdB 50)


1.4. Abzugsbetrag für Kraftfahrzeugbenutzung zwischen
Wohn- und Arbeitsstätte
Zuständig: Finanzamt
gilt ab GdB 70 oder mit Ausweiskennzeichen G
Die tatsächlichen Fahrtkosten für Hin- und Rückfahrt
Hierzu gehören:

-Betriebskosten
-Abnutzung
-Laufende Reparaturen
-Pflege
-Garagenmiete
-Steuern
-Versicherung
-Beiträge für Automobilclub

Ohne Einzelnachweis:
PKW: 0,30 € je gefahrenen Kilometer (könnte sich im Rahmen des Subventionsabbaus ändern)
In beiden Fällen:
Auch Leerfahrten können geltend gemacht werden (wenn der Behinderte zur Arbeit gebracht werden muss)
Ab GdB 80 oder 70 und Merkzeichen G
In angemessenem Rahmen (3000 km jährlich) können auch Privatfahrten geltend gemacht werden – pauschal 900 €
Bei Ausweiskennzeichen aG, Bl und H bis 15000 km pro Jahr – pauschal 4500 €
Höhere Aufwendungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt.
Gdb 50 und 70 (ohne Merkzeichen G)
Fahrten, die ausschließlich wegen der Behinderung notwendig geworden sind (z.B. zur Massage) nachgewiesen durch Fahrtenbuch

2. Auto
2.1 Kraftfahrzeugsteuer
Zuständig: Versorgungsamt/Finanzamt
Ermäßigung 50% bei Merkzeichen G oder Gl
Alternativ:
Freifahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln
Ermäßigung 100% bei Merkzeichen aG
Zusätzlich:
Freifahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln

2.2 Automobilclubs
Zuständig: Automobilclub
Beitragsermäßigung, z.B.:
ADAC-Mitgliedschaft z.Z. 28,38 € jährlich ab GdB 50
zzgl. 4 € Aufnahmegebühr (entfällt bei Bankeinzug)
ADAC-Plus-Mitgliedschaft incl. Aller Leistungen des ADAC-Schutzbriefes
z.Z. 61,61 € jährlich ab GdB 50
zzgl. 4 € Aufnahmegebühr
(entfällt bei Bankeinzug)
AvD-Mitgliedschaft z.Z. 44,00 € jährlich ab GdB 50 zzgl. 5 € Aufnahmegebühr


2.3 Kraftfahrzeugversicherung – Sozialrabatt
Zuständig: Versicherungsunternehmen
Seit Freigabe der Versicherungsbedingungen 1994 bei den meisten Versicherungsgesellschaften
gestrichen.

2.4 TÜV
Zuständig: TÜV, Straßenverkehrsamt
Behinderungsbedingte zusätzliche Gebühren können ermäßigt werden.

2.5 Parkerleichterungen
Zuständig: Ordnungsbehörde/Straßenverkehrsamt
Seit 1.1.2001 europäischer Parkausweis für aG, bisheriger Parkausweis gilt
längstens bis 31.12.2010
Mit Parkausweis darf im Bundesgebiet geparkt werden
im eingeschränkten Halteverbot
auf für Anwohner reservierten Parkplätzen bis zu 3 Stunden
in Fußgängerzonen während der Ladenöffnungszeiten
an Parkuhren und –automaten ohne Gebühr und zeitlich unbegrenzt
auf reservierten Parkplätzen, die mit einem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet sind

2.6 Automobilhersteller
Zuständig: Automobilhersteller
Manche Autohersteller bieten einen Sondernachlass, VW zurzeit in Höhe von 15 %
auf einen Neuwagen bei GdB 50, G, aG. Peugeot gibt einen ähnlichen Rabatt –
Nachfragen lohnt sich in jedem Fall!)

2.7 Behindertentoiletten
Zuständig: CBF
Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF)
Pallaswiesenstraße 123 a
64293 Darmstadt
Tel: 06151/81220
Der CBF verschickt auf Nachweis Zentralschlüssel für die Nutzung von
Behindertentoiletten an BAB in Deutschland und im europäischen Ausland.
Den Schlüssel erhalten schwerbehinderte Menschen
- mit den Merkzeichen aG
- GdB mindestens 70 und Merkzeichen G
- GdB 90 oder 100
Preis: 13 €, 18 € in Verbindung mit einem Behindertentoilettenführer


3. Öffentliche Verkehrsmittel
3.1 Freifahrt
Erforderliche Unterlagen:
Schwerbehindertenausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck und Beiblatt mit
Wertmarke
Merkzeichen G, wenn keine Kraftfahrzeugsteuerermäßigung geltend gemacht
wurde
aG, gleichzeitig kann Kraftfahrzeugsteuerbefreiung beansprucht werden
Eisenbahn:
Zuständig: Fahrkartenausgabe, Gepäckabfertigung
Streckenkarte der DB für die 50 km im Umkreis um den Wohnort
Unentgeltliche Beförderung von Rollstühlen
GdB 80 erhalten die gleichen Vergünstigungen wie Senioren (Seniorernbahncard)

Flugverkehr:
Zuständig: Fluggesellschaften
Die Lufthansa gewährt einen Rabatt von 30% zwischen Deutschland und den USA (Ausnahme Hochsaison)
Die deutschen Linien- und Charterfluggesellschaften gewähren
Kostenlose Beförderung von Rollstühlen
Bereitstellung von Leihrollstühlen
Reservierung spezieller Sitzplätze (frühzeitig buchen)

4. Wohnen
4.1 Wohngeld
Zuständig: Wohngeldstelle der Gemeinde-/Stadt-/Kreisverawltung
GdB 100
Zuschuss zu den Aufwendungen für Wohnraum. Die Bewilligung ist abhängig von
der Höhe des Einkommens und der Belastung
Zuständig: Wohngeldstelle der Gemeinde-/Kreis-/Stadtverwaltung

4.2 Wohnungsbauförderung
Zuständig: Amt für Wohnungswesen der Gemeinde-/Kreisverwaltung
Zuständig: Amt für Wohnungswesen der Gemeinde-/Kreis-/Stadtverwaltung
Abhängig vom Jahreseinkommen
Das anrechenbare Einkommen vermindert sich um 4500€ bei GdB 100

4.3 Wohnungskündigung
Zuständig: Vermieter, Amtsgericht
Kündigung normalerweise bei Eigenbedarf möglich, Mieter kann widersprechen bei
außergewöhnlicher Härte. Gerichte haben eine Härte anerkannt, wenn:
Beendigung des Mietverhältnisses nachteilige Auswirkungen auf Krankheitsverlauf und Genesung befürchten lässt
Psychisch Kranke eine Kündigung nicht verarbeiten können

Genaueres in der Broschüre „Mieterschutz aktuell“ bei den Mietervereinen oder
Verlagsgesellschaft des Deutschen Mieterbundes mbH
Aachener Str. 313
50931 Köln

5. Kommunikation/Medien

5.1 Mobilfunk
Zuständig: Mobilfunkanbieter
Vodafone bietet einen Sondertarif für GdB 80

6. Beruf
6.1 Begleitende Hilfen im Arbeitsleben
Zuständig: Örtliche Fürsorgestelle/Integrationsamt
Die zuständigen Institutionen erbringen vielfältige Hilfen an behinderte Menschen
und Arbeitgeber, z.B.:
Technische Hilfen
Arbeitsassistenz
Behinderungsgerechte Zugänge zu Arbeitsplatz und Sozialräume

6.2 Fürsorge für schwerbehinderte Menschen im öffentlichen Dienstag
Siehe „Fürsorgeerlass“, download unter www.integrationsaemter.de

6.3 Mehrarbeit
Zuständig: Arbeitgeber
Nach § 124 SGB IX sind schwerbehinderte Menschen auf deren Verlangen hin von
Mehrarbeit freizustellen. (siehe auch SchwerbehindertenfürsorgeVwV)

7. Sozialversicherung/Pensionen
7.1 Vorgezogene Pensionierung bei Beamten
Zuständig: Dienstherr
Regel-Ruhestand für schwerbehinderte Menschen: 63 Jahre
Antragsruhestand mit Vollendung des 60. Lebensjahr ist möglich
(Versorgungsabschlag vermindert dann allerdings die Pension, außer man ist vor
dem 16.11.1950 geboren und war vor dem 16.11.2000 schwerbehindert)


8. Verschiedenes

8.1 Kurtaxe
Zuständig: Kurverwaltung, z.T. auch Hotel
Die Gemeinden räumen in der Regel Ermäßigungen der Kurtaxe auf 1/3 bis ½ des
vollen Betrages ein.
Ähnliche Regelungen bestehen in der Regel auch für den Besuch von öffentlichen
Sporteinrichtungen, kulturellen Einrichtungen oder Veranstaltungen.

diebelsalt1980
Hallo Zusammen,

Vodafone bietet nicht nur einen extra Tarif für Schwerbehinderte an sondern noch andere Vergünstigungen wie zb doppeltes Datenvolumen. Es lohnt sich auf jeden Fall mal nachzufragen.

Gruß Andreas
Dies ist eine "Lo-Fi"-Version unseres Inhalts. Zur kompletten Version mit mehr Informationen, Formatierungen und Bildern bitte hier klicken .
Invision Power Board © 2001-2022 Invision Power Services, Inc.
Angepasst von Shaun Harrison
Übersetzt und modifiziert von Fantome et David, Lafter