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Komplette Version Tramadol retard-Verträglichkeit/Abhängigkeit?

Bandscheiben-Forum > Medikamente
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jewelmouse
Liebe Forums-Leser,

mir wurde von meinem Orthopäden 2x am Tag 100 mg Tramadol retard verschrieben. Davor habe ich bereits Diclofenac und Iboprufen versucht, nix hat geholfen. Ich habe schreckliche nervale Schmerzen im ISG/Ischias Bereich. Manchmal so schlimm, dass ich nicht laufen kann. BSV wurde per MRT ausgeschlossen.

Langsam frage ich mich schon, ob es was Psychiatrisches bei mir ist rock.gif

Jedenfalls-das Tramadol hilft mir super! Ich habe damit (zum ersten Mal) keine Schmerzen. Jedoch spüre ich sofort wieder die Schmerzen, wenn die Wirkung weg ist bzw. verschwindet (meistens nach ca. 8 Stunden). Dann nehme ich es wieder. Leider wird mir ziemlich schwindelig von dem Zeug und ich bin auch sehr müde und übel wird mich auch. Kennt jdm. ein anderes Schmerzmittel das ähnlich gut wirkt, jedoch besser verträglich ist?

Ich habe nagtürlich auch Angst abhängig zu werden. Ich nehme momentan auch "nur" 2x am Tag 50 mg Tramadol-reicht mir aus.

Mein Orthopäde meinte, es wäre gefährlich wenn ich ein Schmerzgedächnis entwickele. Daher sollte ich das Tramadol bei Schmerzen auf jeden Fall nehmen.

Wie ist eure Erfahrung?

LG wink.gif
vrori
Hallo Jewelmouse,

herzlichen Glückwunsch zu deinem Orthopäden - wie sehr hat er Recht mit der Warnung der Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses...

ich wünsche mir, ich hätte vor einigen Jahren einen Arzt gehabt, der mir den Rat gegeben hätte.

Mein HA meinte ja jetzt sogar noch, in der chron. Schmerzphase, das ich Schmerzmittel nur nehmen soll, wenn es gar nicht mehr geht...ja, solche Schwachköpfe machen Medizin...

du solltest unbedingt auf deinen Orthopäden hören und versuchen unter Tramadol schmerzfrei zu sein - soviel wie nötig, so wenig wie möglich an Medis nehmen...

bei mir wurde das alles von den Ärzten auf die leichte Schulter genommen und ich sitze jetzt mitten in der feinsten Chronifizierung des Schmerzes und oben aufgesetzt hat sich noch eine secundäre Fibromyalgie....

Meine Schmerzärztin versucht jetzt mit der Gabe von BTM die Schmerzen zum "Schweigen" zu bringen - wennn das gelingt, dann erhält das Gehirn über eine längere Zeit keine "Signale" der schmerzverarbeitenden Nerven und somit soll es möglich sein, das Schmerzgedächtnis zu "überschreiben"....

damit es bei dir nicht soweit kommt, nimm das Tramadol und versuche möglichst schmerzfrei zu sein - für die zwischendurch möglicherweise mal auftretenden Schmerzspitzen solltest du dir zusätzlich ein schnell wirkendes Präparat (wie Diclo o. Ibu mit Magenschutz) verordnen lassen.
Gut wäre es ebenfalls, wenn du wegen der Medis einen Arzt/Ärztin für spezielle Schmerzmedizin aufsuchen würdest...

Alles Gute,
möglichst keine Schmerzen
LG
Vrori
Conny42
Hallo Jewelmouse !

Ich stimme dem, was Vrori geschrieben 100 % tig zu !

Allerdings helfen Tramal eigentlich nicht gegen Nervenschmerzen. Bitte belehrt mich eines besseren.

Diese Nebenwirkungen, die du schilderst, hatte ich Anfangs auch. Auch als ich die Dosis erhöht habe ging es mir ein paar Tage schlecht.
Jetzt merke ich nichts mehr.

Du solltest auf jeden Fall regelmäßig etwas gegen die Schmerzen nehmen. Wenn du ausreichend Retardmedis nimmst,
baut sich ein Medikamentenspiegel im Blut auf, der verhindert, das der Schmerz wieder zu stark wird.

Gegen die Schmerzspitzen habe ich dann noch Tramaltropfen. Aber die brauchte ich lange Zeit nur sehr selten.

liebe Grüße
Astrid
Ave
Hallo Jewelmouse

Zitat
Jedoch spüre ich sofort wieder die Schmerzen, wenn die Wirkung weg ist bzw. verschwindet (meistens nach ca. 8 Stunden).

Zitat
Ich nehme momentan auch "nur" 2x am Tag 50 mg Tramadol-reicht mir aus.


kinnkratz.gif Also wenn Du nach ca 8 Stunden wieder Schmerzen verspürst, dann reichen Dir die 2 x 50 mg Tramadol wohl nicht.
Jeder Mensch verstoffwechselt Medis anders. Bei Retardtabletten, die ihren Wirkstoff langsam, aber kontinuierlich in den Organismus abgeben, geht man von einem Wirkungszeitraum von 12 Stunden aus - dies ist aber nur ein Richtwert.
Vielen Menschen reicht dieser 12stündige Zyklus, andere "verbrennen" den Wirkstoff aber schneller.

In der Schmerztherapie ist wichtig, dass Schmerz gar nicht erst entsteht bzw gar nicht erst in die Höhe schnellen kann, weshalb man diese Langzeit-Medikamente entwickelt hat.
Ich denke, Du solltest Deinen Arzt darauf ansprechen, dass der Schmerzpegel nach 8 Std wieder ansteigt. Deswegen wäre es m. M. nach bei Dir sinnvoll, einen 8stündigen Zyklus mit 3 x 50 mg Tramadol zu versuchen. So kannst Du das "Loch", in das Du nach 8 Std fällst umgehen.

Zitat
Conny schrieb: Allerdings helfen Tramal eigentlich nicht gegen Nervenschmerzen. Bitte belehrt mich eines besseren.


Ja Conny... eigentlich zwinker.gif Aber es scheint wohl wirklich so zu sein, dass auch Opiate bei Nervenschmerzen Linderung bringen können (bin drüber gestolpert als ich mich da vor einiger Zeit mal durchs Web gegoogelt hab, gesucht hatte ich eigentlich was ganz anderes zwinker.gif )

Zitat
Unabhängig von der Ursache des Schmerzsyndroms setzen Schmerztherapeuten bei neuropathischen Schmerzen eine medikamentöse Basistherapie ein. Dazu gehören unterschiedliche Gruppen von Medikamenten: Substanzen wie Pregabalin oder Gabapentin, trizyklische Antidepressiva, Natriumkanalblocker und langwirksame Opiate. Diese Medikamente greifen an unterschiedlichen Orten der Schmerzentstehung ein und können auch miteinander kombiniert werden.


Quelle des Zitats

Erste Mittel der Wahl bei Nervenschmerzen sollten aber demnach die bekannten Anti-Epileptika wie z. B. Lyrica oder Gabapentin und bestimmte Antidepressiva wie z. B. Amitryptilin oder Doxepin sein.

Bei mir halfen selbst hohe Dosen Oxycodon (in Verbindung mit AD Doxepin) nicht gegen Nervenschmerz - erst Lyrica konnte meinem bösen Ischias den Garaus machen.

Nochmal zurück zu Jewel:
Zitat
Ich habe nagtürlich auch Angst abhängig zu werden.


Nimmt man Opioide/Morphine über einen längeren Zeitraum, entsteht eine körperliche Abhängigkeit. Um beim Absetzen des Medikamentes Entzugserscheinungen zu vermeiden/minimieren ist es wichtig, das Präparat über einen längeren Zeitraum langsam in kleinen Schritten herab zu reduzieren. Je langsamer man dabei vorgeht umso besser.
Gefährlich ist eine psychische Abhängigkeit, das Risiko dafür ist aber bei (bestimmungsmäßigen) Gebrauch von Retardtabletten verschwindet gering - eben dadurch, dass der Wirkstoff nicht sofort komplett in den Stoffwechsel übergeht, sondern in kleinen Dosen verteilt abgegeben wird.
In der Eingewöhnungszeit ist man bedröppelt, sozusagen den Kopf in Watte gepackt, aber das kommt daher, dass der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnen muss. Das dauert normalerweise 2 - 4 Wochen und danach ist man auch wieder klar in der Birne.
Bei Retardtabletten fehlt der "Kick" - durch die langsame Wirkstoffaufnahme.

Leider sind Opioide und Morphine immer irgendwie negativ behaftet, aber in der Schmerztherapie sind diese Medikamente ein Segen.
Wie viele Menschen sind von frei verkäuflichen Arzneien wie Ibuprofen und dergleichen (psychisch!) abhängig?
Liebe Jewel - mach Dir nicht so viele Gedanken wg Abhängigkeit, wichtig ist doch, dass Du durch das Medikament endlich Schmerzfreiheit erlangst.
Ich habe es gestern schon in einem anderen Thema geschrieben: Ich nehme seit 3 Jahren Opioide - zuerst Tilidin, jetzt Oxycodon.
Würde ich mich nicht alle 8 Std von meinem Handy dran erinnern lassen, dass ich meine Medis nehmen muss - ich würde so manche Einnahme vergessen! Und ich weiß nicht, ob es mich noch gäbe, denn die Medis machen meinen Schmerz erträglich.
Solange Du nicht mit kaltem Schweiß und völlig hibbelig auf die nächste Tablette zuzitterst und nach der Einnahme der Selbigen Farben hörst und Töne siehst, solltest Du dankbar für jede schmerzfreie Stunde sein.
Natürlich ist es gut, dass Du nicht gedankenlos alles in Dich hineinstopfst, was Dein Arzt Dir verschreibt, sondern dass Du hinterfragst, aber
Du bist nicht allein damit zwinker.gif

Alles Gute
Lg
Maria


jewelmouse
Schön, dass es dieses Forum gibt klatsch.gif klatsch.gif klatsch.gif

Eigentlich wurde mir von meinem Arzt auch 2x am Tag 100 mg verschrieben-habe sozusagen "eigenmächtig" auf 2x 50 mg runtergeschraubt. Vielleicht kann ich wirklich alle 8 Stunden 50 mg nehmen, mal schauen.

Man wird von Freunden und Aussenstehenden sofort als "Drogensüchtiger" dargestellt, von wegen "Oh mein Gott, du nimmst Tramal"!...Das ist das Blöde-von einem Bekannten wurde mir auch gesagt, dass ich mir die Schmerzen einbilde und ich lieber zum Psychiater sollte. Diese Leute verstehen es nicht, wie es ist, ständig Schmerzen zu haben und beim Laufen ein Gefühl zu haben, dass jdm. mit einem scharfen Messer in dich einsticht.. stirnklopf.gif

Naja, schön das man mich hier versteht.

Ja, ich gehe davon aus das es nervale Schmerzen bei mir sind. Auf jeden Fall keine muskulären Schmerzen (die habe ich eher im Nacken). Die muskulären Schmerzen im Nacken vergehen bei mir leider gar nicht-auch nicht durch Tramadol. Dagegen hilft mir am meisten immer Sport.

LG
Conny42
Hallo Jewelmouse !

Siehst Du, da haben wir den Fehler schon !

Nimm die Dosis, die der Arzt vorgesehen hat.
Was andere Leute denken, ist mir schon länger egal. Das kann keiner nachvollziehen, was unsereins durchmacht.

Sollte es sich um Nervenschmerzen handeln, die das Tramal ( Danke Maria, wieder etwas dazu gelernt ! ) nicht abdeckt
( wie bei mir ), gibt es immer noch spezielle Medis gegen Nervenschmerzen. Ich bekomme diese zusätzlich zum Tramal.
( Gabapentin ).
Solltest du diese Verspannungen mit Sport nicht in den Griff bekommen - auch dafür gibt es Medikamente.

Ich habe momentan eine ganze Batterie mit Medis, die ich nehmen darf.
Auch nach meiner OP, hat man mir schon versprochen, werde ich die Schmerzen haben, ähnlich wie bei einem Amputierten die Phantomschmerzen.
Das liegt, laut meinem Schmerzarzt, daran, das ich zu spät Medikamente genommen habe, und nun habe ich den Salat !

Also. schei... auf die Leute ! Laß sie reden und dich vernünftig mit Medikamenten einstellen. Dir muss es gut gehen !

Das war das Wort zum Sonntag smilie_lachttotal.gif

liebe Grüße
Conny42 ( Astrid )
Ave
Hallo Jewel

Mir geht es da wie Conny. Ich diskutier mit solchen Leuten gar nicht mehr. Wenn mir einer ganz blöd kommt, dann frag ich scheinheilig:
"Hast DU schon mal Rückenschmerzen gehabt?" Die meisten antworten da natürlich mit "Ja, aber deswegen muss man sich nicht so haben", da kontere ich dann immer: "Erinner dich an den Schmerz, multiplizier den mit mindestens Faktor 3 und stell dir vor, dass du 24 Std am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr damit zurechtkommen muss - erst dann hast du eine Ahnung, was es heißt mit (chronischem) Schmerz zu leben!"

Aber mir ist es meist wirklich zu blöd, so dass ich mich von solchen Menschen abwende. Ich bin nicht der Lefdutti der Nation.
Und wer mit Begriffen wie "Drogensucht" um sich wirft, der zeigt, wie wenig gesunden Menschenverstand er/sie besitzt.

Was die Einnahme der Medis angeht - NIE eigenmächtig an der Dosis rumschrauben! Immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. zwinker.gif
Jetzt gugg mal, wie es Dir mit der vom Arzt verordneten Dosis ergeht, ich drück Dir die Daumen, dass die Schmerzen verschwinden und die Lebensqualität aufwärts geht.

@Conny: Du auch Neuropathie? Bei mir ist es der rechte Ischias, deswegen brauch ich die Lyrica weinen.gif .

Gute Besserung an euch beide!

Lg
Maria
Conny42
Zitat (Ave @ )
Hallo Jewel


@Conny: Du auch Neuropathie? Bei mir ist es der rechte Ischias, deswegen brauch ich die Lyrica  weinen.gif .

Gute Besserung an euch beide!

Lg
Maria


Hallo Maria !

Jepp, leider !

Bei mir ist es links. Ich hätte mir das Bein am liebsten abgeschnitten, hielt es nicht mehr aus.

Vielen Dank, das wünsche ich dir auch !

Ich hoffe, das ich nach der OP eine Erleichterung erfahren werde. Das ich nicht "geheilt" werden kann, weiß ich ja.

@Jewelmouse

Wie geht es dir ? Hast du die Medis mal so genommen, wie dein Arzt es vorgeschlagen hat ? Wenn dein Körper mit Schwindel usw. reagiert,
laß dich nicht abschrecken. Das ist normal, und du wirst dich bald besser fühlen !

liebe Grüße
( Conny42 ) Astrid
Rabina 1
Hallo erst einmal,

ich habe mal eine andere Frage zum Tramadol-Gebrauch:
Im Dezember wurde ich von meinem Orthopäden zur Schmerztherapie ins KH eingewiesen, eine Woche war ich vollkommen zugedröhnt, total neben der Spur. Nach 2-wöchigen KH-Aufenthalt wurde ich mit 2 x 100 mg Tramadol Retardtabletten und 1 x Amineurin 25 mg tgl. entlassen. In der letzten Woche war ich bei meinem HA und habe ihn gefragt, ob er mir auch meine Schmerztabletten aufschreiben könnte. Hat er auch ohne weiteres getan. Jetzt meine Frage: er meinte, dass ich 1 x 200 mg Tramadol und 1 x Amineurin pro Tag nehmen soll. Reicht es wirklich 24 Std., wenn ich das Tramadol nur 1 x täglich nehme?

Lg Grüße

Karola
masumol
Hallo Karola,

reicht nach meiner Meinung nach absolut nicht aus, nur einmal am Tag 1 x 200 mg zu nehmen. Richtig wäre es, 2 x 100 mg im Abstand von möglichst exakt 12 Stunden einzunehmen, damit sich im Körper ein gewisser Pegel zur Schmerzlinderung bilden kann, denn dieses Retard-Medikament wird erst allmählich im Verlauf von 12 Stunden im Körper abgebaut und gibt so allmählich seinen Wirkstoff ab.

Normalerweise lassen sich dieses Tramal-Tabletten ganz gut teilen, Du kannst natürlich auch noch mal Rücksprache mit Deinem Arzt halten, ich würde morgens und abends um 8 bzw. 20 Uhr jeweils eine halbe Tablette nehmen und mir beim nächsten Mal gleich die 100 mg- Version verschreiben lassen.

Die Amineurin sollst Du hoffentlich erst immer am Abend nehmen, die sollen nämlich u.a. den Schlaf fördern.

LG Mario
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