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Komplette Version Neuer Bandscheibenvorfall

Bandscheiben-Forum > Berufsgenossenschaft
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Helmut 45
Hallo,

nach langer Zeit melde ich mich wieder mal mit einem Problem. Wie in meinem aktualisierten Profil zu ersehen ist, läuft bei mir eine Klage vor dem SG wegen Erhöhung meiner MdE von 20 % auf 30 %. (BK 2108)

Nach einem Bg´lich beauftragten Gutachten war ich auch bei einem vom Sozialgericht beauftragten Gutachter. Das 1. Gutachten war natürlich negativ, beim 2. Gutachten, das ich noch nicht habe, sieht es nicht viel besser aus. Beide Male wurde mir bestätigt, dass wahrscheinlich mindestens 1 weiterer Bandscheibenvorfall dazugekommen ist. Und jetzt komme ich zu meinem Problem:

Bei mir wurde 2005 eine Spondylodese L3/L4 durchgeführt. Durch die bei einer CT oder MRT entstehenden Metallartefakte kann laut Gutachter das Gewebe im betroffenen Bereich nicht gesehen bzw. nicht beurteilt werden und deshalb wurden solche Untersuchungen nicht gemacht.

Dazu nun meine Frage: Muss ich mich damit abfinden, oder gibt es andere Möglichkeiten, einen Bandscheibenvorfall festzustellen?

Grüße von
Helmut
paul42
Hallo Helmut

Grundsätzlich stimmt die Aussage das sich durch Artefakte oft nicht alles erkennen lässt.

Wenn beide GA einen erneuten BSV bestätigen sollte es auch so im Gutachten stehen.
Damit wäre der Beweis einer Verschlechterung bei Z.n. Spondylodesese L3/L4 bzgl. GdB eigentlich ausreichend belegt.

Ich würde an deiner Stelle in einem radiologischen Institut nachfragen.
Oder besser dein Doc klärt das telefonisch mit einem Radiologen.

Eventuell könnte noch eine Myelographie (Röntgen+ Kontrastmittel) gemacht werden.

Kannst du vielleicht mal erläutern was mit (BK 2108) gemeint ist? Da stehe ich auf dem Schlauch ph34r.gif

Ob es wirklich auch für 30% reicht kann ich leider nicht einschätzen

alles Gute und Toi Toi

paul42

Helmut 45
Hallo Paul,

vielen Dank für Deine Antwort!

Zuerst zur BK 2108: Das ist eine Berufskrankheit der Nr. 2108 der Berufskrankheitenverordnung (BKV). Genau gesagt:

"Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten oder durch langjährige Tätigkeiten in extremer Rumpfbeugehaltung, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können"

Zu den Gutachtern: Ich hatte meine verstärkten und neu hinzugekommenen Beschwerden schriftlich festgehalten und den Gutachtern übergeben. Im mündlichen Gespräch wurde mir bestätigt, dass meine Beschwerden glaubhaft sind und dass sich der Zustand von weiteren Bandscheiben wahrscheinlich bis hin zum Vorfall verschlechtert haben.

Im 1. Gutachten, das mir vorliegt, steht nichts davon. Zu meiner Person steht, dass ich gut kooperiere, es keine Hinweise auf eine Aggravation gibt und dass meine geäußerten Beschwerden sowie die erhobenen klinischen und radiologischen Befunde stimmig sind. Zu meinen Dauer-Schmerzen und Verschlechterung meines Gesunheitszustandes steht, dass dieses von mir subjektiv empfunden wird.

Was soll man davon halten?

Viele Grüße,
Helmut
paul42
Hallo Helmut

Danke für den Hinweis auf BK 2108

Die mündlichen Aussagen des GA sind leider ohne Bedeutung, zumal mit dem Hinweis auf subjektives Beschwerdeempfinden letztlich im Gutachten wieder alles in Frage gestellt wird.

Was man davon halten soll? nein.gif Sieht nach einem GA aus der sich die Kohle einsteckt und sich nicht festlegen will aufgrund fehlender Plausibilität.

Ich denke du solltest wirklich versuchen eine schriftliche Aussage eines Radiologen zu bekommen.

Wenn sich aufgrund der Artefakte eine weitere Untersuchung unbrauchbar zeigt sollte zumindest von ärztlicher Seite eine schriftliche Aussage in deinen Unterlagen sein, die den Verdacht auf erneuten BSV "objektiv" von ärztlicher Seite bestätigen.

Es wird sicherlich ohne bildgebenen Befund schwer das Gericht vom Gegenteil zu überzeugen.

Bist du wieder allein oder hast du rechtlichen Beistand? Hast du mal versucht beim VdK oder Sozialverband Deutschland deinen Fall vorzutragen?

Bist du derzeit in ärztlicher Behandlung?


mfg
paul42
Tarzi
Hallo Helmut,

also bei mir ist auch Metall eingebaut, und unter dem MRT ist ein neuer Bandscheibenvorfall nur mit Gabe eines Kontrastmittels sichtbar !! Bei mir wurde auch ein normales MRT gemacht ohne Kontrastm. und da ist nichts zu sehen !! Als mich auf Grund meiner Beschwerde bei meiner behandelnden Klinik der Professor zum erneuten MRT schickte stand auf dem Überweisungsschein so viel das er total vollgeschrieben war, und dann folgte das neue MRT mit Kontrastmittelgabe und dann sahen sie die erneuten Bandscheibenwölbungen ohmy.gif). Nun vielleicht hilft dir das etwas weiter ohmy.gif)) alles liebe noch und alles Gute


Tarzi smokin.gif
Helmut 45
Hallo Paul,

du sprichst das subjektive Schmerzempfinden an, das im Gutachten eine große Rolle spielt. Dies ist sicherlich ein schwieriges Gebiet, da kein Schmerz, weder von mir noch vom Gutachter objektiv empfunden werden kann. Der Gutachter macht es sich m.E. zu leicht und legt sich nicht fest. Es fehlte nur noch, dass er meine Schmerzen als „nur subjektiv“ bezeichnet hätte. Ich frage mich jetzt fast, wieso es Schmerzklinken gibt und sich schon viele Leute wegen der Schmerzen umgebracht haben!

Ich warte jetzt erst noch auf das Gutachten, das das SG in Auftrag gegeben hat. Ich war letzte Woche auch noch bei einem Neurologen, der u.a. die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen hat. Was wird damit erreicht?

Was anwaltlichen Beistand betrifft, kann ich nur sagen, dass ich vom VdK ebenso wie von meinem befreundeten Anwalt enttäuscht war. Im Nachhinein mußte ich allerdings feststellen, dass ich Diesen keinen Vorwurf machen kann. Da durch das sozialgerichtliche Gutachten in 1. Instanz die medizinischen Voraussetzungen für die Anerkennung der BK 2108 mit einer MdE von 20 %bestätigt wurden, fehlte es an den arbeitstechnischen Voraussetzungen. Und da kann kein Anwalt helfen, denn da muss die Lebensbelastugsdosis in der erforderlichen Höhe nachgewiesen werden, in dem körperliche Belastungen durch Heben und Tragen berechnet werden. Dabei wird sogar mit Sekunden gerechnet! Das kann man nur in vielen, vielen Stunden selber machen.

Hallo Tarzi,

vielen Dank für deinen Beitrag! Ich werde kurzfristig versuchen, bei einem großen radiologischen Institut, wo ich schon fast Stammgast bin, eine entsprechende Auskunft zu erhalten, ob es noch Möglichkeiten gibt, meine Bandscheiben sichtbar zu machen.

Viele Grüße von
Helmut
paul42
Hallo Helmut


Bezogen auf die neurologische Untersuchung kannst du mal hier nachlesen.

http://www.diebandscheibe.de/wissen/neurologie.html

Durch das Verfahren lässt sich herausfinden in wie weit der betr. Nerv noch seine volle Funktion leisten kann um die Muskulatur anzusteuern.

viele Grüße

paul42
Helmut 45
Hallo,

nach längerer Pause habe ich wieder richtig Lust gekriegt, wie schon beim Anerkennungsverfahren, Fehler und Widerprüche in den Befunden und Gutachten zu suchen. Einige Zeit konnte ich davon nichts mehr sehen. Und ich denke, ich habe einige Angriffspunkte gefunden.

Der gerichtlich bestellte Gutachter (am 27.11.12), der selbst keine Röntgenbilder angefertigt hat, kann sich nur auf die Bilder und Befunde des von der BG bestellten Gutachters (vom 27.07.11) stützen. Und der hat nur Röntgenaufnahmen gemacht und mir dazu gesagt, dass er Bandscheibenvorfälle nur bei CT- oder MRT- Aufnahmen gesichert feststellen könnte. Und diese wurden nicht gemacht, obwohl er eine Verschmälerung der Bandscheibenfächer L4/5, L2/3, und L1/2 mit ventralen Osteophyten und eine Seitverkippung des LWK 2 mit seitlicher Randzackenausbildung festgestellt hat. Weiterhin eine multisegmentale Osteochondrose der gesamten LWS. Er bestätigt auch eine subjektive Verschlimmerung der LWS-Beschwerden und schreibt auch, dass sich objektiv eine deutlich eingeschränkte Flexion der LWS im Vergleich zum Vorgutachten von 2006 zeigt. Abschließend empfahl er noch eine Nachuntersuchung in ca. 1 Jahr. Warum denn das?

Was haltet Ihr von diesen Gutachten? Es kommt noch dazu, dass das letzte Gutachten (SG) nur knapp 20 Minuten gedauert hat.

Im Übrigen habe ich heute beim Röntgeninstitut in Leverkusen angerufen. Dort war ich schon oft und sie haben auch viele radiologischen Unterlagen von mir vorliegen. Es wurde mir bestätigt, dass man in meinem Fall sehr wohl Bandscheibenvorfälle sehen könnte, weil es eine „Plif-Spondylodese war. Was immer das auch heißen mag.

Ich denke, dass ich mir vom Hausarzt (der von der BG Vollmacht hat, mich im Rahmen der BK 2108 zu behandeln) eine Überweisung für eine CT oder MRT geben lasse. Nachdem der BG-Gutachter eine Nachuntersuchung empfohlen hat und bei den Gutachten keine gemacht wurden, ist die m.E. gerechtfertigt.

Ich würde mich freuen, wenn es zu diesem Beitrag die eine oder andere hilfreiche Meinung gibt.

Viele Grüße von
Helmut


Helmut 45
Hallo

ich war ja mittlerweile bei einem Neurologen in Castrop-Rauxel. Dort wurden die Messungen durchgeführt, auf die Paul per Link in seinem Beitrag hingewiesen hat. Diese Untersuchung wurde vom SG verfügt, nachdem ich da allerdings eine MRT erbeten hatte.

Jetzt stehe ich sozusagen auf dem Schlauch! So weit ich Pauls Link verstanden habe, geht es dabei um Messungen von Muskeln und Nerven. Jetzt taucht die Frage auf, ob dabei auch sichere Rückschlüsse auf neue BS-Vorwölbungen bzw. BS-Vorfälle gezogen werden können. Wenn nein, will ich das SG nochmals anschreiben und eine MRT beim Röntgeninstitut in Leverkusen verlangen.

Wer kann mir meine Frage beantworten?

Grüße von
Helmut
violac01
Hi,

nein ein Rückschluss auf einen ev. neuerlichen BSV kann damit nicht gezogen werden.

Es wird "nur" geschaut, ob die Nerven und Muskeln noch richtig funktionieren oder schon einen Dauerschaden haben.... bzw. bedrängt sind.

Du musst dir das so vorstellen:

die Nerven die oben an der WS austreten steuern die Muskeln. Wenn diese Nerven zum Bps. durch einen BSV bedrängt werden, werden sie irritiert und funktionieren nicht mehr richtig. Dadurch kann es auch zu Problemen in den Muskeln kommen. (ein geringes Problem sind die Verkrampfungen, die wir Betroffenen oft schmerzhaft spühren... ein stärkeres Problem, was eine baldige Entlastung des Nerves durch Op erfordert sind Lähmungen einzelner Muskeln)

Es kann aber auch andere Ursachen geben als ein BSV warum ein Nerv nicht funktioniert. daher ist der Rückschluss : nicht funktionierender Nerv = BSV unzulässig

Zitat
Und der hat nur Röntgenaufnahmen gemacht und mir dazu gesagt, dass er Bandscheibenvorfälle nur bei CT- oder MRT- Aufnahmen gesichert feststellen könnte.


dies ist eine absolute korrekte Aussage, es geht nur so! alles andere wären Vermutungen (auch Röntgen ist kein Nachweis, da man da die BS gar nicht sieht sondern nur die Knochen und eben die Abstände zwischen den Wirbeln)
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