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Komplette Version Berufskrankheit

Bandscheiben-Forum > Berufsgenossenschaft
Topsy
Hallo Ihr Lieben,
meine Hausärztin will meine Wehwehchen der Berufsgenossenschaft melden, damit sie als Berufskrankheit anerkannt werden. Sie sagt, dass so etwas im Pflegebereich anerkannt wird, wenn man mehr als 10 Jahre die schwere Arbeit gemacht hat. Hat Jemand von Euch schon so eine Prozedur mitgemacht oder davon gehört?
Tschau Topsy
tigerentchen3
Hmmmmmm, meins in der BWS war mal ein sogenannter Arbeitsunfall. Hatte eine Pat. ins Bett gebracht und die hatte eine Wassermatratze und hat aufgeschwungen beim Reinlegen. Folglich kam die Pat. zurück. Ich wollte sie wegfangen, was mir auch gelang, aber dabei stieß ich mit dem Rücken gegen ein Regal. Wurde damals vom HA behandelt(Spritzen usw) hatte es auch in der Pat.akte vermerkt, aber leider nicht ins UNfallbuch aufgenommen(war damsl noch 19 J. undziemlich unerfahren) Heute kann ich mich darüber ärgern. Da es nu schon über 10 Jahre her ist, sind die Pat. akten leider nicht mehr da.Und die Protusion im LWS-Bereich sind akut zwar auf einem Konzert zum Vorschein gekommen, aber auf die Jahre in der Pflege zurückzuführen(auch über 10 Jahre). aber daß es als Berufskrankheit anerkannt werden kann hat noch keiner der Ärzte verlauten lassen. Habe zwer über das Versorgungsamt jetzt 30 % anerkannt bekommen, aber das macht ja noch keine Vorteile.
Topsy
@ tigerentchen hallo,
also die Patientenakten müssen 30 Jahre aufgehoben werden. Im Krankenhaus gibt es ein Archiv dort müssen die so lange aufbewahrt werden weil die Patienten das Krankenhaus oder die Beschäftigten,
bis zu 30 Jahren nach der Behandlung zivilrechtlich verklagen können. Da biste platt
bis bals Topsy
Inka
Hi Topsy,

also ich war 30 Jahre lang im Pflegeberuf, aber meine BSV´s usw wurden nicht als Berufskrankheit anerkannt.

winke.gif Inka
Harro
Hi Ihrs
zum Thema Berufskrankheiten der Wirbelsäule hab ich mal folgendes ausgebuddelt.

Berufskrankheiten Bandscheibe:

§ 1
Berufskrankheiten
Berufskrankheiten sind die in der Anlage bezeichneten Krankheiten, die Versicherte infolge einer den Versicherungsschutz nach den §§ 2, 3 oder 6 des Siebten Buches Sozialgesetzbuch begründenden Tätigkeit erleiden.


2108 Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten oder durch langjährige Tätigkeiten in extremer Rumpfbeugehaltung, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können
2109 Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Halswirbelsäule durch langjähriges Tragen schwerer Lasten auf der Schulter, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können
2110 Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjährige, vorwiegend vertikale Einwirkung von Ganzkörperschwingungen im Sitzen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können



Wirbelsäulenschäden sind Berufskrankheit
Bandscheiben-Schäden durch schweres Heben oder Tragen bei der Arbeit werden weiterhin als Berufskrankheit anerkannt, obwohl es sich bei Wirbelsäulen-Erkrankungen auch um eine weitverbreitete Volkskrankheit handelt. Das hat das Bundessozialgericht in Kassel (BSG) in einem Grundsatzurteil entschieden (Az. B 2 U 12/98 R). Lendenwirbelsäulenleiden sind zu Recht in den Katalog der anerkannten Berufskrankheiten aufgenommen worden.

Und noch ein Link, wo auch einiges erklärt wird.
http://www.tu-harburg.de/bim/Forschungsb_D...9-5.10.012.html

Also denn, kämpft um euer Recht, auch du Inka.

Harro, der jetzt in den wohlverdienten Bandiurlaub geht. zwinkert.gif

PS. Ohne Rechtsbeistand geht bei diesem Thema garnix. blues.gif
tigerentchen3
Huhu Topsy,

also ich weiß, daß das im KH so ist, aber in den Altenheimen werden die Akten meist nur 10 Jahre aufgehoben und die sind bei mir schon vorbei, als das war mit der BWS.
Könnte ja aber evtl. noch mal den Doc anrufen. der mich damals und die letzten Jahre danach behandelt hat. Meinste, das hat Sinn ??
Süßnase
Hallöchen,

ich arbeite(te) 18 Jahre als Krankenschwester, ABER als Berufskrankheit wurde ein BSV noch nie anerkannt...soweit mir bekannt ist...

Wäre aber eigentlich sinnvoll, denn dann würden die Verantwortlichen ENDLICH ein bisschen mehr auf ihre "Untergebenen" achten!

In der Pflege arbeitet frau für Gotteslohn und läßt sich gerne das Kreuz kaputt machen...ja ja die hilflosen Helfer...

Und auch ich hatte jahrelang die Einstellung, dass das alles irgendwie mit nem kaputten Kreuz geht...ABER jetzt ist Schluss!!!

Mich kriegen keine zehn Hottemaxe mehr in mein Krankenschwesterdasein zurück!!!

LG

Süßnase hammer.gif
Hansi
biggrin.gif

Hallo Miteinander,

Harro hat das Richtige ausgegraben.
Das Heben und tragen schwerer Lasten steht in diesem Fall wohl außer Zweifel.
Der Pflegebereich ist körperlich mit schwereren Lasten verbunden als die Tätigkeit im Krankenhaus z. Bsp.
Bettlägerige werden aus dem Bett gehoben, in die Badewanne verfrachtet, wieder raus, rein ins Bett. Das dann noch ohne Hebewerkzeug, so also wie viele Pflegedienste arbeiten müssen. Und das allein vor Ort. Wenn da keine Berufskrankheit durchsetzbar ist, wo dann?
Aber Harro schreibt auch im letzten Satz das Richtige.
OHNE RECHTSBEISTAND GEHT NIX!!!!
Das geht nur mit einem Rechtsnwalt, da Emotionen ein schlechter Ratgeber sind.
Hier zählen nur Fakten, Gesetze und Verordnungen. Und man muss den Nerv haben es durchzuziehen und nicht mittendrin zu verzweifeln.
Aber durchsetzbar ist es meines Erachtens nach auf jeden Fall.


Liebe Grüße

Hansi

lilja 4-ever
wink.gif Hallo

das klingt nicht sehr ermutigend....

aber weiterkämpfen! winke.gif

Liebe Grüße angel.gif
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