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Komplette Version Dekompressions-OP L4/L5

Bandscheiben-Forum > Erfolgreich operiert
Bandscheibinator
Hallo zusammen,

ziemlich genau 6 Monate nach meiner Dekompressions-OP L4/L5, ist es denke ich an der Zeit einen Bericht zu schreiben, der möglicherweise dem ein- oder anderen Leidensgenossen etwas Mut macht. Ich habe während meiner Rückenkarriere hier viel Input bekommen und hoffe so, etwas davon zurückgeben zu können.

Ich bin 34 Jahre alt und eher ein sportlicher Typ. Ich laufe viel und fahre auch öfters Mountainbike. Im Januar 2014 spürte ich plötzlich durch ungeschicktes Heben eines 15 kg schweren Gegenstands aus der Drehung heraus einen starken Schmerz im Bein. Ich habe mir nix weiter dabei gedacht - Hexenschuss halt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich lediglich morgens nach dem Aufstehen Probleme, humpelfrei zu laufen. Drehen im Bett war auch schmerzhaft und Bücken ging ganz schlecht.

Nachdem es nach einem Monat nicht nennenswert besser wurde, bin ich zum Orthopäden, der einen positiven Lasègue feststellte und mich ins MRT schickte. Einen Monat später Termin zum MRT. Befund: Banscheibenprotrusion L4/L5 mit beginnendem Vorfall. Gelenkverplumpung Wirbelgelenk mit möglicher Wurzelalteration L5 in eng angelegtem Spinalkanal. Mit diesem Befund vom Radiologen bin ich zurück zu Orthopäden, der die Bilder allerdings selbst beurteilte mit den Worten "Der Vorfall ist alt, der macht nichts mehr. Das ist eine Arthrose. Da kann man nix machen außer Spritzen.". Da ich das nicht wollte, habe ich erstmal bis Juli 2014 nichts weiter unternommen. Ich war weiter sportlich aktiv und bin regelmäßig gelaufen, war sogar im Halbmarathontraining. Laufen war das einzige, was quasi beschwerdefrei ging.

Im Juli dann Termin bei einem anderen Orthopäden, da ich immer noch starke Schmerzen beim Bücken hatte und mein Bein morgens immer noch schmerzte. Dieser sah sich die Bilder an und sagte "Schade, dass man nicht gleich was gemacht hat." IBU 600 und KG wurde verschrieben. Die Krankengymnastik verschlimmerte das Problem jedoch innerhalb von 3 Wochen so massiv, dass ich nun fortan nachts nach ein paar Stunden von einem furchtbaren Schmerz im Bein eingeholt wurde, der auch mit IBU 600 nicht zu bändigen war und mich fast ununterbrochen begleitete. Zu diesem Zeitpunkt nahm ich 3xIBU 600 pro Tag weil der Dauerschmerz schier nicht auszuhalten war. An Sport war gar nicht mehr zu denken. Ich bekam daraufhin eine epidurale Injektion mit Kortison, die mich zumindest zwei Monate lang wieder einigermaßen durchschlafen ließ.

Nach einer dreiwöchigen ambulanten Reha im Oktober war ich auf dem Weg der Besserung - bis es Mitte Dezember ohne erkennbaren Grund wieder los ging mit den furchtbaren Beinschmerzen. Mein Orthopäde riet mir daraufhin zur OP, da die Beschwerden schon so lange anhielten. Zu diesem Zeitpunkt hätte man mich direkt in der Praxis operieren können - es wäre mir egal gewesen, da die Schmerzen und der ständige Schlafmangel einen auf Dauer echt in die Knie zwingen können.

Nach dem Termin beim Neurochirurgen wurde ich also im Februar 2015 operiert. Bei der OP stellte sich eine ausgeprägte Spinalkanalstenose dar und es wurde eine Zyste entfernt, die auf den Nerv gedrückt hat. Direkt nach der OP war der vernichtende Beinschmerz verschwunden, nur der vergleichsweise einfach zu ertragende Wundschmerz war zu spüren. Ich konnte endlich wieder wie ein normaler Mensch schlafen! In den ersten Monaten danach hatte ich auf Grund der veränderten Statik immer mal wieder mit ISG-Blockaden und kleineren Wehwehchen zu kämpfen, die sich aber mittlerweile fast erledigt haben und kein von der Intensität her nicht mal ansatzweise mit dem Zustand vor der OP zu vergleichen waren. Seit Mai habe ich wieder das Lauftraining aufgenommen und mache zusätzlich viel Core-Training um Bauch und Rücken stark zu halten.

Ich habe es bis jetzt nicht bereut, die OP gewagt zu haben.
Topsy
Hallo,

vierlen Dank für deinen ausführlichen Bericht, denn so etwas baut verzweifelte Bandis manchmal wieder auf.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und paß auf dich auf
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Angepasst von Shaun Harrison
Übersetzt und modifiziert von Fantome et David, Lafter