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Komplette Version Antrag auf Anerkennung Berufskrankheit stellen?

Bandscheiben-Forum > Berufsgenossenschaft
Alex1976
Hallo zusammen,
mir wurde ab 11.11.2015 ein GdB von 30 wegen:

- degenerativem Wirbelsäulensyndrom mit Funktionsbeeinträchtigung
- Bandscheibenschaden
- Nervenwurzelreizungen und
- Lumboischialgie

zuerkannt.

Ich bin seit 23 Jahren Rechtsanwaltsfachangestellte und sitze rund 90 % meiner Arbeitszeit (lt. Reha sollte ich 1/3 sitzen, 1/3 stehen und 1/3 gehen - was sich aber in meinem Job schlicht und ergreifend nicht umsetzen lässt). Meine Frage nun: Sollte ich evtl. einen Antrag auf Anerkennung einer Berufskrankheit stellen? Macht das Eurer Erfahrung nach Sinn?? Wenn ja: mach ich das über den SoVD, selber oder sollte ich meinen Neurochirurgen darauf ansprechen, damit er das in die Wege leitet (ist er überhaupt für sowas zuständig?) Ich wär Euch dankbar, wenn Ihr mir hier auf die Sprünge helfen könntet.

Liebste Grüße
Alex
paul42
Hallo Alex

Ich glaube persönlich nicht, dass deine Beschwerden als Berufskrankheit durchgehen und anerkannt werden.

Im allgmeinen werden Rückenschmerzen als Volkskrankheit betrachtet, d.h. man geht davon aus das jeder im Laufe des Alteriúngsprozesses mit Rückenbeschwerden zu tun hat.
Erkrankungen der Bandscheiben sind in der Regel nicht Vetragsbestandteil der gesetzlichen Unfallversicherung und werden explizit auch in privaten Unfallversicherungen ausgeklammert und werden nicht versichert.

Es gibt zwar Ausnahmen für Arbeitnehmer die ständig große Lasten bewegen müssen oder berufsbedingt ständigen Vibrationen ausgesetzt sind, so dass von überdurchschnittlicher Belastung und Verschleiß des Rückens ausgegangen wird.
Beispiele dazu sind BK 2108 und BK 2109. Klick mich

Eine sitzende Tätigkeit, die überwiegend am Schreibtisch ausgeführt wird, gilt als leichte körperliche Tätigkeit.

Ohne Frage, aus med. Sicht ist dauerhaftes Sitzen ohne Veränderung der Körperhaltung Gift für die BS, aber meines Wissens nach wird es nicht als Berufskrankheit anerkannt.

Rein theoretisch wäre es dir möglich zu jeder Zeit deine Körperhaltung entsprechend anzupassen.

Ein GdB von 30 ermöglicht dir nach SGB IX § 2 Absatz 1-3 eine Unterstützung zu bekommen die dazu beiträgt eine Unterstützung zu bekommen die es ermöglicht deinen Arbeitsplatz zu erhalten und dich vor weiterer Verschlechterung zu bewahren, so dass die Teilhabe am Arbeitsleben im Vergleich zu Gesunden aufrecht erhalten werden kann.

Ich würde an deiner Stelle ein Beratungsangebot des SoVD in Anspruch nehmen, damit du deinen rechtlichen Anspruch und deine Möglichkeiten voll ausschöpfen kannst.

alles Gute daumen.gif
paul42
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Angepasst von Shaun Harrison
Übersetzt und modifiziert von Fantome et David, Lafter