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Komplette Version Antrag BK 2108

Bandscheiben-Forum > Berufsgenossenschaft
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Maxl788
Hallo Bandis,

das ist mein erster Beitrag und deshalb stelle ich mich kurz vor. Ich bin 34 Jahre und litt seit April 2016 an einem Gleitwirbel L5/S1 mit Ausstrahlung in beide Beine. Nach der gescheiterten konservativen Behandlung mit Spritze, Reha und KG, bin ich vor 6 Wochen versteift worden.
Nun zu meinem Anliegen......
Ich hatte von Anfang an meine Zweifel an einem angeboren Gleitwirbel und habe mich deshalb dazu entschlossen es der BG als Berufskrankheit zu melden. Mittlerweile habe ich die Anträge bei mir und bin mir nicht so sicher wie ich die beruflichen Anforderungen darstellen soll. Denn anscheinend ist das ziemlich wichtig für Dosisberechnung.
Mein ausgeübter Beruf war Heizungsbauer und Installateur.

Wäre für jeden Rat dankbar

MfG

Markus
Busch38
Hallo,

du musst angeben, was ( mit Gewichtsangabe ) , wie lange ( Zeit, Strecke) , wie oft getragen oder gehoben wurde.
Dies möglichst genau und umfassend.

z.B: Heizkörper ( 30 kg ) im Lager angehoben, 30 m zum Transportfahrzeug getragen, dort hineingehoben.
aus Fahrzeug gehoben, 50m und 1 Treppe getragen, abgestellt, dann ausgepackt, gehoben und in Halterung gehängt.

Dies über wie viele Jahre. ( min. 10 Jahre )

Hast du auch Bandscheibenvorfall gehabt ?

Weiter Infos über Anerkennung findest du auch im Konsensbeschluss zur Bk2108

Gruss
Maxl788
Hallo Busch,

danke für deine schnelle Antwort.
Ich habe das 18 Jahre lang gemacht und keine Ahnung mehr wie die einzelnen Tage abliefen ;-).
Die Bandscheibe beim Gleitwirbel war ein Vorfall, ansonsten ist alles Altersentsprechend.

Gruss Markus
Busch38
Hallo,

die einzelnen Tage ist klar, dass man die nicht mehr weiss.

Beschreib das, was du regelmässig machst.

Gewicht der Heizkörper etc. und wie du sie trägst. Wie oft durchschnittlich .
Arbeitgeber wird dazu auch befragt.

Wurde ein Begleitspondylose festgestellt ?

Gruss
Maxl788


Hallo Busch,

ich habe leider keine Ahnung was eine Begleitspondylose ist.
Mit den Beschreibungen hab ich angefangen und nachgerechnet. Mit dem Heben und Tragen sieht es eher schlecht aus, dafür macht arbeiten mit extremer Rumpfbeuge sehr viel gut.

Gruss Markus
paul42
Hallo Maxl788,

Ich möchte dir einen Tipp geben, bevor du viel Zeit und Nerven lässt.
Ich habe den gleichen Beruf gelernt und bin von ähnlicher Diagnose betroffen.
Ich lebe seite 2009 mit ner Versteifung und hab auch lange versucht eine Anerkennung zu der beruflichen Belastung zu erhalten. Ich habe 15 Jahre auf dem Bau geschafft und nebenbei noch Leistungssport betrieben.
Ich hab einen GdB von 40 und dachte da geht was. Nee mit der BS geht gar nichts, ist schließlich eine Volkskrankheit und ist jeder Versicherung nicht Vertragsbestandteil.

Bandscheibenvorfälle haben immer eine lange Vorgeschichte und werden als Unfalltrauma nicht anerkannt. Wirbelgleiten führt zu überdurchschnittlichen Verschleiß der BS.

Ich mag kein Urteil abgeben, aber vermutlich ist das Wirbelgleiten doch angeboren. Das lässt sich leicht feststellen ob die Wirbelkörperbögen vollständig beidseitig knöchernd entwickelt sind.
Sicherlich kann Instabilität auch andere Ursachen haben, aber in 80% aller Fälle ist es angeboren.

Zum Thema Wirbelgleiten ist das hier sicherlich nicht verkehrt:

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Eins ist mal klar, freiwillig zahlt niemand. kinnkratz.gif

Klick mich

Klick mich

Beschäftige dich ein bisschen mit dem Thema.
Du solltest dir dazu auch Beratung des VdK oder Sozialverband Deutschland e. V. einholen, ansonsten fliegt dir der Antrag vermutlich um die Ohren.

Ich würde an deiner Stelle auch prüfen, ob die DRV nicht auch für dich zuständig sein könnte, denn du wirst ja dort Beriträge entrichtet haben.
Mit dem Antrag erzeugst du eigentlich ein Rentenbegehren gegenüber der BG oder zumindest teilweise , musst du wissen, denn voll erwerbsfähig wird man dich für andere Berufe sicherlich einschätzen.

Gedanklich kann ich dir folgen, dass es dir stinkt, aber von der BG einen Ausgleich kassieren und weiter eigentlich erwerbsfähig zu sein, wird nicht funktionieren.

Es schwingt immer der unausgesprochenene Gedanke im Raum "Reha vor Rente" und da verhält sich jeder Leistungsträger gleich.

Entschieden wird aber nach gesetzlicher Grundlage und zur Entscheidung wird man dich zur Begutachtung auffordern.

Letztlich muss du dir vorab Klarheit verschaffen was ein solcher Antrag für dich, Bestenfalls und Schlimmstenfalls für Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Wer Klage erhebt, ist immer in der Beweislast.

alles Gute
paul42
Maxl788
Hallo Paul42,

danke für deinen ausfühlichen Erfahrungsbericht und den infos.
Mir ist bewusst,das meine Chancen auf Anerkennung sehr gering sind. Grundsätzlich war mein Wirbelkörperbogen schon komplett abgebrochen und lag auf dem Sakral drauf.
Meiner meinung nach bzw. hab ich das auch schon in einem Orthopädischen Fachbuch nachgelesen, das i.d.R keiner mit einem Gleitwirbel geboren wird. Laut dem Buch enstehen diese zwischen dem 15 und 18 Lebensjahr. Die Ärtze des Buches haben an Laichen-Wirbeln experimentiert und festgestellt das der Wirbelbogen bricht, wenn eine last von oben auf eine Hohlkreuzhaltung wirkt. Das passiert bei unseren Beruf häufiger wenn man beispielweise einen sehr langen und schweren Heizkörper über die Treppe trägt und der untere Träger den HK auf der Brust abliegt.
Selbst mit dem Wissen wird es ziemlich schwer, da wie du schon geschrieben hast, wird das immer als angeboren abgehakt und ist sogar ein Hinderniss bei dem Antrag.
Hab noch ein paar Fragen an dich, vielleicht hast du mal Zeit und Lust sie zu beantworten.

Hast du 40% GdB auf eine einsegmentiale Versteifung?
Wie gehts dir jetzt mit deinem Rücken?
Was meinst du mit DRV? (die Zahlen vermutlich eine Umschulung oder was auch immer ;-) )
Welche Konsequenzen können durch so einen Antrag entstehen?

Gruss Markus






paul42
Hallo Markus

Hattest du einen Arbeitsunfall?

Was du da gelesen hast, ist grundsätzlich nicht verkehrt, aber das Charakteristikum des angeborenen Gleitwirbels ist halt, dass in der Wachstumsphase des Körpers dieser Teil des Wirbelbogens halt nicht verknöchert, sondern eher knorpelartig ausgebildet ist. Mit zunehmender körperlicher Belastung fängt dieser dann an in eine Richtung geschoben zu werden.

Es sollte sich anhand der Bilder unterscheiden lassen, ob es sich dabei tatsächlich um eine Fraktur handelt oder Fortschreiten einer degenerativen Veränderung ist.

Mir hatte der Orthopäde schon bei meinem ersten Hexenschuss 1987 gesagt, Junge du bekommst mal Probleme mit deinem Rücken. Jetzt sind 30 Jahre vergangen, aber so ganz Unrecht hat der Doc damals nicht gehabt.

Die Diagnose Wirbelgleiten wurde in einer ambulanten Reha 2002 nach einer schweren Knieverletzung als Nebenbefund gestellt. Nach der Reha war die Sache mit dem Sport als Handballtorwart und mit meinem Job erledigt. Nach der 2. ten Knie OP hatte ich schon einen GdB von 30.

Danach fing es mit dem Rücken erst richtig an, weil ich nur noch überwiegend sitzende Tätigkeiten ausgeführt habe. 2007 kam der BSV L4/l5 der dann 2009 zu einem BS Sequester geführt hat, weil ich jemanden erste Hilfe. geleistet hatte. Die Situation war zwar nach Definition ein Trauma, also Unfall, man geht jedoch davon aus, dass sowas immer eine Vorgeschichte hat, heißt schlicht weg ganz einfach, die sagen immer du warst vordem schon krank.

Ich musste dann L4/L5-S1 versteift werden. Nach der OP kam der GdB von 40.
Ich habe 2 Jahre gebraucht um mich von der OP, was die neurologischen Defizite betrifft, wieder zu erholen. Ich hatte seitens der Ärzte auch ein striktes Rehaverbot.
Bisher habe ich keine weiteren Einschränkungen mehr, aber ich gehe heute damit auch körperlich anders um als bisher.

Ich schreibe das eigentlich nicht gerne, weil ich viele kenne die auch mal mit Optimismus zum Arzt gegangen sind und deren Erwartung, sich bis heute leider nicht erfüllt hat.

Ich habe die Erfahrungen machen müssen, dass man sehr schnell zum Spielball der Behörden werden kann und habe viel Zeit damit verbringen müssen, sich ständig erneut zu erklären.

2 WBK und eine BS bilden ein WBK- Segment. Für die Beurteilung des GdB ist es unerheblich wie viele Segmente einen WBS Abschnittes (HWS, BWS, LWS) miteinander versteift werden, wobei es natürlich immer auf den Einzelfall mit ankommt.

Der Begriff "Umschulung" ist zwar im Sprachgebrauch geläufig, aber alle Leistungen die über die Deutsche Rentenversicherung laufen sind nach SGB IX gesetzlich geregelt.
Klick mich

Ich kann für dich nicht beurteilen, was für dich unschöne Konsequenzen sein könnten.
Nicht jeder Rentner ist glücklich, dass er Rentner ist.
Du musst wissen was du damit eigentlich erreichen möchtest.
Bevor du dich darauf einlässt, solltest du so informiert sein, um überhaupt abwägen zu können, dass deine derzeitige Entscheidung auch das Richtige ist und ob Aussicht auf Erfolg besteht.

Wenn aus deiner Sicht Ansprüche gerechtfertigt sind, solltest du dem auf den Grund gehen.

Für dich scheint es wichtiger zu sein, für dich zu klären wie es zukünftigt für dich weiter geht, anstatt den Konflikt zu suchen, ohne vorab zu wissen was dich dabei erwartet. kinnkratz.gif
Ein Rechtsstreit kann sich locker über Jahre hinweg ziehen.
Suche vorab die Beratungsstellen der Sozialverbände auf, damit du jemand an deiner Seite hast.
Ein privater Rechtsanwalt schreibt für Kohle jeden Sch... .

Nimm dir Zeit für die Genesung, dass ist im Moment das Wichtigste und nebenbei verschaffste dir langsam einen Überblick.

gute Besserung
paul42
Maxl788
Hallo Paul 42,

hab jetzt meine Unterlagen für den Antrag fertig

Nein Hatte keinen Arbeitsunfall. Meine LWS machte bis vor 2 Jahren trotz der Belastungen auf dem Bau keine Probleme, was irgendwie auch nicht so richtig in das Bild eines angeborenen Gleitwirbels passt. Von den Ärtzten hab ich leider nur Aussagen weder das eine noch das andere Bestätigen. Einer sagte z.B. das er jeden Gleitwirbel als angeboren begutachten würde solange der Patient keine Risikosportarten (Turnen, Delfinschwimmen ) ausgeübt hätte. Der Operateur sagte das es sein kann das er auch angeboren ist. Bei mir war es der 5 Lendenwirbel und der rest sieht noch gut aus.

Hört sich so an als hättest du schon einen langen Leidensweg hinter dir. Freut mich das es dir jetzt gut geht.
Was machst du jetzt beruflich ?
Hab diverse Sachen im Kopf was ich machen könnte, denke nur, das eine sitzende Tätigkeit vermutlich noch mehr Probleme macht, ähnlich wie bei dir. Und Berufe bei denen man sehr viel Bewegung hat ohne sich körperlich wirklich zu Belasten fallen mir nicht ein.

Bin aktuell auch ein Spielball der Behörden ( Arbeitsamt, Krankenversicherung, DRV, Private Versicherungen, BG usw.).Ich war bis zur OP vor 7 Wochen noch selbstständig und das hat alles noch komplizierter gemacht. Das ist zeitweise wirklich ein Fulltime Job und kostet viel Energie. Von der BG erhoffe ich mir, das es als BK annerkannt wird und ich falle von anschlussinstabilitäten oder was auch immer darauf zurückgreifen kann. Rente ist für mich kein Thema.
Ich habe die Erfahrungen machen müssen, dass man sehr schnell zum Spielball der Behörden werden kann und habe viel Zeit damit verbringen müssen, sich ständig erneut zu erklären.
Meine Paresen haben die OP leider auch überdauert, vermutlich nicht so schlimm wie nach deinem Sequester. In der Reha hanem sie mir Lyrica verschrieben.
Was hast du die 2 Jahren gemacht bis die neurologischen defizite weg waren?

Gruss Markus
paul42
Hallo Markus,

meine Ärzte haben mir von einer Reha strickt abgeraten und ich habe mir nur 2 x 6 KG verschreiben lassen und hab mir dabei nur die Beine und Füße, sowie Zehen massieren, lassen.
1 Termin/ Woche und damit habe ich 12 Wochen überbrückt.
Lymhdrainage für die Oberschenkel, weil da hatte ich ständig Druck drauf.
Mein Rücken hat bei den Terminen keiner angefasst.

Die Behandlung war teilweise ziemlich unangenehm, die ganzen Reize haben geholfen damit die Reizweiterleitung in den Nerven wieder aktiviert wurde.
Ansonsten hab ich die Übungen im Bett gemacht wie ich sie im KH gelernt hatte.
Ich habe immer versucht die Füße und Zehen einzeln zu bewegen, ne Socke mit den Zehen zu greifen usw.
Was mir geglieben ist ein pelziges Gefühl am linken Sprungegelenk, was mich aber nicht einschränkt.

Ich habe mich im Forum angemeldet weil ich halt auch Spielball der Behörden geworden bin.
Ich hab zu meiner Geschichte in den Unterforen berichtet.
Ich habe fast 2 Jahre mit der DRV gestritten, bis sie mir >Teilhabe am Arbeitsleben< bewilligt haben.
Ich auch beim Vdk eingetreten um für den Eventual- Fall vorbereitet zu sein.
Ich habe meine Schriftsätze eigenhändig verfasst und nur durch eine Anwältin, Korrektur lesen lassen lassen.
Die erneute 2 jährige Ausbildung habe dies Jahr im Juli vor der IHK als Immobilenkaufmann erfolgreich abgeschlossen.

Als ich damals gemerkt wie die Anwälte drauf sind, habe ich mir einen Büchereiausweis der Charité Universitätsbibliothek besorgt und dann hab ich mich eigentlich erst mit dem Thema Bandscheibenbedingte Erkrankungen genau beschäftigt.

Ich habe immer nach Argumenten gesucht, bis ich verstanden habe, dass es den Anwälten völlig egal war, wie meine Aussichten auf eine möglichen Prozessgewinn gewesen sind.
Hat zwar Lehrgeld gekostet, aber den Fehler müssen ja andere Bandis nicht auch nochmal machen.

Mach das besser nicht alleine und suche dir den Rat einer unabhängigen Rechtsberatung.

alles Gute für deine Genesung
paul42
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