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Komplette Version Älterer Bandscheibenvorfall

Bandscheiben-Forum > Behandlungsmöglichkeiten für Zuhause
Paloma
Hallo an alle,
Ich habe 2016 einen Bandscheibenvorfall untere LWS erlitten, den ich aber konservativ sehr gut überstanden habe. Nun hat mein Mann am 12.5. einen Schlaganfall erlitten und ich pflege ihn teilweise alleine. Nun fängt mein Rücken aber wieder an und schmerzt sehr, es kribbelt auch schon im li. Bein. Hat jemand Erfahrung mit einer Wirbrlsäulenbandage und würde das vielleicht beim Heben helfen?
Lg Uschi
cecile.verne
Hallo Uschi

toll, dass Du Deinen Mann so pflegst!!! Weniger toll, dass Dein Rücken dies nicht so gerne mitmacht.

Ich denke, ohne genaue Diagnostik ist es schwierig, Dir einen guten Rat zu geben. Wichtig im Alltag mit Deinem Mann ist, dass Du alle schweren Arbeiten rückengerecht durchführst. Vielleicht kann Dir Dein Hausarzt mal eine Serie Physio verschreiben damit Dir eine Physiotherapeutin genau sagen kannst, wie Du diese schweren Lasten zu heben hast.
Eine Bandage ist eigentlich in meinen Augen erst gut nach einer OP um Drehbewegungen zu verhindern, sonst sollte die Muskulatur stark genug sein, alles nötige zu übernehmen.

LG Cécile
Pinguin
Liebe Uschi,

zunächst einmal herzlich willkommen hier im Forum.
Die Pflege eines Angehörigen ist eine sehr starke Belastung sowohl für den Körper insplizit für den Rücken und nicht zuletzt auch für die Psyche.

Im Prinzip kann ich cecils Worten nur beipflichten.
ABER: auf längere Sicht solltest Du Dir vielleicht doch mal Gedanken über eine Entlastung bei der Pflege in Form einer Sozialstation machen.
bei schweren Arbeiten wie Duschen/Baden besonderen Transfers können die eine enorme Entlastung
für Dich sein.

Natürlich kannst Du Dir eine Orthese verordnen lassen, welche Du insbesondere bei Hebe- und Drehtätigkeiten Deines Mannes tragen solltest.
Zuvor aber , so denke ich, wäre es sinnvoll eine aktuelle Diagnostik anzustreben.
Da der Bandscheibenvorfall, welchen Du beschreibst ja schon eine Weile zurück liegt.
Heißt; auf Grund aktueller Beschwerden sollte ein Arzt zunächst ein MRT veranlassen.
Danach ist eine Vorstellung mit diesen Bildern bei einem Neurochirurgen äußerst wichtig.
Dieser Facharzt sollte Dir nach einer gründlichen Untersuchung sowie Beurteilung Deiner MRT Aufnahmen in Verbindung mit Deinen Beschwerden/Symptomen die Palette der konservativen Behandlungsmöglichkeiten
deutlich machen, um mit Dir gemeinsam zu entscheiden, welche davon für Dich in frage kommen und am effektivsten sein könnten.
Sicher wird darunter auch Physiotherapie sein.
Er wird Dir auch die Verordnung für eine Lumbalorthese ausstellen.

Aktuell kannst Du zu Deiner Entlastung bzw. Symptommilderung eine Stufenbettlagerung probieren.
Auch, soweit Dir bekannt solltest Du gerade jetzt Zeit für Dich finden , um Deine WS zu stärken.
Das sind kleinste Übungen, ohne großen Zeitaufwand (Ca. 10-15 Min.), die Deine Wirbelsäulennahe kleine Muskulatur
kräftigen, damit sie eine bessere Stabilität bekommt.
Diese Übungen sollten keine Schmerzen verursachen.
Schau mal bei Google nach, dort findest Du ganz sicher etwas zu diesem Thema.
Ansonsten kann Dich auch ein guter Physiotherapeut anleiten.
Die Teilnahme an einem Rückenschulenkurs, die die meisten Physiotherapiepraxen anbieten und welche auch die Krankenkassen finanzieren wäre ebenso sinnvoll.
Damit würdest Du gleich mehrere Komponente abdecken.
Du trainierst, bist in Gesellschaft, was sehr wichtig für pflegende Angehörige ist.

Ich nehme an, dass Dein Mann inzwischen einen entsprechenden Pflegegrad zuerkannt bekommen hat.

Eine Kombipflege würde dabei bedeuten, dass die Finanzierung eines unterstützenden Pflegedienstes gesichert wäre und auch für Deine Aufwendung noch Geld übrig bleibt.
Das nur mal so am Rande bemerkt. Vielleicht weißt du es ja auch schon.

Ich wünsche Dir auf diesem Wege ganz viel physische und psychische Kraft für die Pflege Deines Mannes und
für Dich persönlich schnelle und wirksame Hilfe um Deine Symptome wieder in den griff zu bekommen.
Völlige Schmerzfreiheit wird allerdings dabei ein Wunschdenken sein.

Eines noch; such Dir bitte einen Schmerztherapeuten, damit Du bei Bedarf auch medikamentös optimale Hilfe
erhältst.

Und es gibt bei den Krankenkassen Kurse für pflegende Angehörige.
Dort lernst Du unter anderem auch das richtige Heben/Drehen, lagern und bekommst Tipps für sinnvolle Hilfsmittel
welche Dich beim Transfer Deines Mannes gut unterstützen könnten.

Solltest Du noch Fragen haben, bin ich gerne bereit, sie Dir zu beantworten auch per PN ( wenn `s um Deinen Mann geht).

Für heute erst mal alles Liebe und Gute für Dich
Herzliche Grüße Konstanze
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