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Bandscheiben-Forum > Medikamente
Pat123
Hallo liebe Leute,
ich nehme derzeit 2x Naproxen 500mg und 3x Myditin 4mg.
Ich bin tatsächlich nach einer Woche Einnahme , zum größten Teil schmerzfrei. Ich habe aber Angst vor den Spätfolgen , durch die Dauereinahme.
Habt dir da Erfahrung mit diesen Medikamenten bzw. über die Dauereinnahme? Oder sind diese für die Dauereinnahme überhaupt geeignet?
Hab sie vom Schmerztherapeuten erhalten.

Danke und liebe Grüße
blumi
Hallo Pat,

super, dass du nahezu schmerzfrei bist.

Naproxen gehört als Prostaglandinsyntesehemmer in die Gruppe der NSAR, die nicht zur Langzeitmedikation vorgesehen sind. Das hängt vor allem an dern Risiken für den Magen-Darm-Trakt (weshalb längerfristig ein Magenschutz empfehlenswert ist), aber auch an Nieren- und leberschäden, die das verursachen kann. Solltest du das also längerfristig einnehmen müssen unbedingt Leber- und Nierenwerte regelmäßig kontrolliert werden und ein Magenschutz, wie z.B. Pantoprazol, regelmäßig eingenommen werden.

Myditin ist ein sehr effektives zentrales Muskelrelaxans (ich liebe es auch). Allerdings lässt sich ein relaxierter Muskel nicht gut trainieren. Du solltest also, wenn es dir möglich ist, nach einiger Zeit versuchen die Dosis zu reduzieren (z.B. auf 2 mg) und vielleicht sogar dahin kommen, diese nur noch abends zu nehmen.

Aber erst einmal Schmerzfreiheit zu erreichen ist gut, 4 - 6 Wochen kannst du damit schon erstmal probieren.

LG, Elke
Pat123
Hallo,
vielen Dank für deine Antwort.
Ja werde die Medikamente erstmal ein paar Wochen behalten.
Nierenwerte sind super aber ein Leberwert ist geringfügig erhöht.
Schade dass man diese Medikamente nicht länger nehmen kann.

Liebe Grüße
Pat123
Hallo,

gibt es eigentlich Schmerzmittel ,die für längere Anwendung gedacht sind?

Liebe Grüße
Pat123
Hallo,
welche Schmerzmittel nehmt ihr schon länger und regelmäßig?

Liebe Grüße
Juergen73
Hallo Pat,

Zitat
gibt es eigentlich Schmerzmittel ,die für längere Anwendung gedacht sind?

das solltest du einen Schmerztherapeuten fragen.

Im Forum gab es mal einen Beitrag wo ein Arzt einem Patienten 4000mg Ibu täglich über ein ganzes jahr verordnet hat. Es kann gut gehen muß aber nicht.

Zitat
welche Schmerzmittel nehmt ihr schon länger und regelmäßig?

Das ist bei jedem anders und was dem einem hilft schädigt den anderen.

Zu Magenschonern kannst du dich mal klick durchlesen.
blumi
Hallo Pat,

die Krux bei Schmerzmitteln ist, das sie wirksam, aber alle nicht ohne Nebenwirkungen sind.

Die aus der NSAR-Gruppe (Ibu, Diclophenac, Naproxen) können den Magen-Darm-Trakt (Blutungen), Nieren und Leber schädigen. Die neueren Coxibe wie Arcoxia oder Celebrex sind diesbezüglich etwas risikoärmer, haben aber ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte. Daher empfiehlt man keine Dauereinnahme, bei bestimmten Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis oder aktivierten Arthrosen wirken sie aber mit am besten.

Novaminsulfon hat durch seine zentrale Wirkung diese Nebenwirkungen nicht, allerdings besteht hier die Gefahr einer Agranulozytose, die tödlich enden kann. Daher war das Schmerzmittel eine zeitlang sehr umstritten, allerdings sind die Fälle sehr selten, so dass das Risiko nach Abwägung eventuell in Kauf genommen werden kann, es steigt aber auch mit der Dauer der Einnahme.

Die Alternative sind Opioide, die im Prinzip besser verträglich sind. Allerdings machen sie abhängig, beeinträchtigen die Aufmerksamkeit, sind im Prinzip eine Art von Droge. Und es besteht die Gefahr der Dosissteigerung mit der Zeit, daher sind solche Medikamente nur als BTM unter strengen Auflagen zu bekommen (z.B. brauchst du bei Auslandsreisen Bescheinigungen dafür etc.).

Antidepressiva können längerfristig eingenommen werden und wirken vor allem auf das Schmerzgedächtnis und schmerzmodifizierend. Aber auch hier gibt es eine Menge Nebenwirkungen (Gewichtszunahme, Müdigkeit, Nierenschäden, um nur einen kleinen Teil zu nennen).

Für bestimmte Schmerzbilder wie ausstrahlende Nervenschmerzen wirken Stoffe aus dem Bereich der Antikonvulsiva wie Gabapentin oder Pregabalin. Hier können Übelkeit, Durchfall, Persönlichkeitsveränderungen, Müdigkeit der limitierende Faktor sein.

Eine wirklich gute und nebenwirkungsfreie Schmerzmedikation gibt es nun mal leider nicht, daher ist es ja auch so wichtig multimodal bei Schmerztherapien vorzugehen, um möglichst alle wirksamen alternativen Möglichkeiten beim Patienten zu mobilisieren. Aber auch hier ist es sehr unterschiedlich, was einem weiterhelfen kann.

Ich nehme schon ca. 2 Jahre Duloxetin (ein Antidepressivum) Gabapentin (konnte ich von 3300 mg auf jetzt 600mg/d reduzieren) und Arcoxio 60 mg. Letztere soll ich jetzt auf Anraten meiner Schmerzi nur noch jeden 2. Tag nehmen wegen des Herzinfarktrisikos, und das funktioniert leider nicht wirklich gut. Ich habe immer mal wieder für ca. ein halbes Jahr Palexia genommen, die habe ich jetzt nicht mehr fest, nur bei ganz akuten Schmerzexacerbationen nehme ich Palexia akut 50 mg. Myditin nehme ich abends eine halbe Tablette, weil dann die verspannten Muskeln gut loslassen können.

LG, Elke
Kater Oskar
Hallo Pat,

Elke hat Dir ja schon ausführlich geantwortet und für eine längere Anwendung von Schmerzmitteln auch was zu den Opioiden gesagt.

Diese werden in der Schmerztherapie

Zitat
gibt es eigentlich Schmerzmittel ,die für längere Anwendung gedacht sind?


für eine längerfristige Anwendung verwendet, wobei hier ein Schmerztherapeut die Anwendung überwachen sollte. Die Medis werden in verschiedene Stufen eingeteilt und je nach Schmerzintensität verordnet.

Zitat
welche Schmerzmittel nehmt ihr schon länger und regelmäßig?


Ich selbst wurde Mitte 2006 auf Palladon retard eingestellt und habe das bis 2020 regelmäßig in verschiedenen Stärken eingenommen. Dazu kam noch ein schnell wirkendes Palldon, welches ich bei Schmerzspitzen nehmen konnte. Nur so war ich in der Lage, meinen Job aus zu üben.

Am Anfang habe ich ziemlich mit den Nebenwirkungen kämpfen müssen, später war davon nichts mehr zu spüren. Worauf ich allerdings geachtet habe, war die Tatsache, dass ich keine Erhöhung der Dosis zugelassen habe, wenn ich mal mehr Probleme mit den Schmerzen hatte. Ich habe zwischendurch die Dosis sogar verringert, nachdem ich 11 Wochen in einer psychosomatischen und Schmerzklinik war und dort lernte, MIT dem Schmerz zu leben. Danach habe ich meine Schmerzi gebeten, die Dosis zu reduzieren und habe einen freiwilligen Entzug durch gemacht. Ich habe also danach mit dem Schmerz gelebt, den ich nur noch soweit bekämpft habe, dass ich (trotz Schmerzen) arbeiten konnte.

Da aber später mehr gesundheitliche Probleme, so auch in der Psyche, auftraten, kann ich zur Zeit den Job nicht ausüben. Somit habe ich 2020 einen totalen Entzug gemacht und nehme keine Schmerzmittel mehr.

Ich möchte noch erwähnen, dass in der Schmerztherapie nicht nur ein Medikament verordnet wurde, sondern verschiedene, so auch AD's. Leider muss ich sagen,, dass ich dies heute stark bereue, damals war es mir egal, ich wollte einfach schmerzfrei sein.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du einen Weg für Dich findest,

LG, Kater Oskar
Pat123
Hallo liebe Leute,
Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Jetzt weiß ich mehr. Meine Schmerzen sind nicht sehr stark. Bei mir sind eher statische Probleme in der Muskulatur. Meine Zähnknirschen verspannt sämtliche Muskel im Kopf und Nacken. Meine mittlere BWS macht mir auch Probleme. Woher das kommt keine Ahnung. Im MRT sind kleinere Abnutzungen zu sehen. In der HWS gibt es zwar eine Enge der Nervenwurzel C3/4 links. Aber ich glaube nicht , dass das meine Schmerzen erklärt. Meine Nackenschmerzen sind beidseitig . Ich glaub eher, dass das eine Folge meines Knirschens ist.
Ich habe aber bis jetzt keine Lösung für dieses Problem gefunden. Selbst mit Antidepressiva (Amitriptylin 75mg) keine Besserung. Der Besuch eines Psychologen brachte ebenfalls keine Besserung .
Aus Verzweiflung nehme ich diese Medikamente und die würden mir ja prinzipiell helfen aber nur wenn ich sie länger nehmen. Dass das aber zu mehr Krankheiten führen kann , wusste ich leider nicht.

Vielen Dank nochmal für eure Erklärungen.

Liebe Grüße
Juergen73
Hallo Pat,

Zitat
Meine Zähnknirschen verspannt sämtliche Muskel im Kopf und Nacken.


warst du deswegen schon einmal beim Zahnarzt?
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