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Komplette Version Entscheidung zur Versteifung L3-5/evtl. S1

Bandscheiben-Forum > Spondylodese- (Versteifungs-) Forum > Spondylodese der LWS
Ecki387
Hallo Zusammen,
es scheint wohl nötig zu sein den Bereich L3-5/ evtl. S1 zu versteifen. Nach 3 minimal-invasiven OPs ( 2001/2020/2021 ) bessert sich der Zustand nicht. Aktuelle Probleme: Fussheber rechts, Taubheit und Kribbeln rechtes Bein, Zehen rechts gehorchen nicht mehr, Zehen links fangen anscheinend auch an. Schmerzen beiderseits im Bereich Ischias ( nicht dramatisch, aber wie ein Muskelkater ). Bericht sagt dazu:
- L3-4: erhebliche Spondylarthrose, breite medio-bilaterale Bandscheibenprotrusion, deutliche Einengung Recessus und Neuroforamen rechts, geringer ausgeprägt auch links
- L4-5: Zustand nach Laminotomie rechts, keine relevante Spinalkanalstenose, jedoch breite medio-bilaterale Bandscheibenprotrusion mit beidseits hochgradiger Einengung der Neuroforamina, betont rechts
- L5-S1: Bogenschlusstörung als Normvariante, hypertrophe Spondylarthrose mit beidseits knöcherner Einengung der Neuroforamina

Habe natürlich heftig Respekt vor so einer OP ( überlege noch ob in KS oder GÖ ). In dem Zusammenhang interessiert mich mal wie bei Euch die Entscheidungsfindung OP ja oder nein stattgefunden hat. Bei mir stehen aktuell nicht die Schmerzen im Vordergrund, die habe ich nicht so doll. Ja, wie Muskelkater, Kribbeln, Taubheitsgefühl, aber es ist eher das Problem das ich kaum noch größere Gehstrecken schaffe. In Zahlen: vorher 15 - 20.000 Schritte pro Tag, aktuell 3 - 5.000. Wenn es dann doch mal mehr sind verstärken sich gleich die Symptome. Und: ich habe Angst das es zu weiteren Ausfällen in den Beinen kommt und ich den richtigen Zeitpunkt einer OP versäume.

Gerne höre ich von Euren Gedanken und Erfahrungen zur Entscheidungsfindung OP ja/nein.

gruß
ecki387
Schnütchen
Hallo Ecki,

Diese Entscheidung ist nicht einfach.

Was sagen denn die Ärzte?
Wie dringend ist es?

Wie groß ist dein Leidensdruck?

Wann der richtige Zeitpunkt ist, ist schwer zu sagen.

Ich hoffe für dich, das noch andere dir von ihren Erfahrungen berichten.

Lg...Ute
mr201
Die Entscheidung liegt ganz bei dir. Die Frage ist wie hoch dein Leidensdruck ist. Bei mir war die Versteifung ein voller Erfolg. Gibt also nicht nur negative Berichte...

Würde mir auf jeden Fall mehrere Meinung einholen. Die schreibst Kassel oder Göttingen. Kann dir in der "Nähe" noch einen Arzt empfehlen der mich operiert hat.

Dr. Bang in Nordhausen.

VG Matze
Ecki387
Hallo Zusammen,
Leidensdruck..., das ist sicher der springende Punkt. Solange ich mich nicht bewege und auf dem Sofa liege ist alles gut. Zum Leidensdruck gehört es m.e. aber auch das die Bewegungen enorm eingeschränkt sind. Laufen/joggen nicht mehr möglich, Wandern und Spaziergänge auch nicht mehr. langes stehen, Gartenarbeit usw. > nicht mehr möglich. Urlaubsreisen..., traut man sich auch nicht mehr so richtig, was ist wenn was passiert??
Oder was waren bei Euch die entscheidenden Punkte für eine Entscheidung pro/contra Versteifung?

gruß
Ecki387
paul42
Hallo Ecki,

schwieriges Thema, wann der richtige Zeitpunkt zur OP ist.

Eigentlich macht das jeder mit selber aus.
3000- 5000 Schritte schafft manch anderer nicht Mal im Alltag. smhair2.gif

Ich kann dir dazu keinen Vergleich benennen , weil ich damals keine 100 m mehr laufen konnte. Mir ist das Knie beim Laufen wegesackt und an den Treppenstufen bin ich oft hängen geblieben.
Aus den beginnenden Gefühlsstörungen wurden heftige Krämpfe in den Zehen und Waden.

Deine Symptome zeigen aber schon, dass es deinen Nerven an ausreichend Platz fehlt.
Entscheidend ist aber immer der persönliche Leidensdruck und das Schmerzlevel.
Bei neurologischen Ausfällen solltest du dich drauf einstellen, dass dann bald Handlungsbedarf besteht.

Der Befund geht tendenziell eher in Richtung Versteifung, aber akut ist noch kein Druck eine Entscheidung zu treffen.

Spondylarthrose ist die Folge einer degenierten BS in Form von Höhenminderung im BS- Fach im WBK- Segment, so dass der Gelenkspalt sich an den Facetten zumindernd mindert.
Mit der Zeit entzündet sich der Knorpel was dann zur Arthrose am Knorpel führt.

Der Platz für beteiliigte Nerven wird durch die Einengung der Neuroforamen und des Recessus immer geringer.
Klick mich

Eine BS Vorwölbung ist die letzte Vorstufe für einen BSV.

L5 -S1 scheint hier im Befund besonders wichtig zu sein.

Bogenschlussstörung als Normvariante bezeichnet sinngemäß eine Anomalie in der Entwicklung und Wachstumsphase des Wirbelkörperbogens.

Das führt oftmals zur angeborenen Instabiltät des Segmentes in Form eines Gleitwirbels.

Ich finde, du solltest dich vorab nochmal gründlich untersuchen lassen und durch weitere fachärztliche Meinung weiter informieren.

Wenn du Jahrgang 1959 bist, wirds vielleicht bald Zeit, weil du musst dich auch auf eine lange Genesungzeit einstellen.
2 Jahre musst du in etwa einplanen, obwohl du ein sein aktiver Mensch bist, der Bewegung gewöhnt ist.

Mit der OP ist es allein nicht getan, sondern der Heilungsprozess erfordert viel persönliche Geduld.

Du brauchst auf jeden Fall eine Klinik, die sich mit solchen großen Eingriffen an der LWS gut auskennt.

Viele Grüße

paul42
Ecki387
Hallo Zusammen,
danke für Eure Kommentare und Informationen. Habe nächste Woche Termin MRT Brustwirbelsäule > um abzuklären ob es da irgendwelche Zusammenhänge mit den Problemen in der LWS gibt. Danach Termin beim Neurologen zur Nervenmessung / aktuelle Situation Störung der Nerven durch die Stenose.
War bisher in Kontakt mit Neurochirugen
- Asklepios Seesen
- Wirbelsäulenzentrum Kassel
- Uniklinik Göttingen
Gespräch Uniklinik GÖ war sehr informativ, Arzt nahm sich viel Zeit und erklärte die Situation, aber auch die anderen Gespräche in Seesen und KS waren gut.
Tendenz KS und GÖ > versteifen L3-5/evtl. S1, Zeitpunkt aber eben abhängig von der weiteren Entwicklung der Beschwerden
Seesen > Klärung läuft noch in Zusammenhang mit MRT BWS
Wer hat noch Ideen / Meinung / Erfahrung zu einer sinnvollen weiteren Vorgehensweise.
Gerne auch Information was letztlich bei Euch der "springende Punkt" zur Entscheidung Versteifung war.

Gruß
Ecki387
paul42
Hallo Ecki,

um die Diagnose genauer zu klären könnte man ein Funktionsröntgen machen.
Noch genauer geht es bei einer Funktionsmylographie unter Zuhilfenahme von Kontrastmittel.

Auch ein upright MRT wäre noch eine Variante, wobei nicht viele Angebote vorhanden sind.

Die Untsucherungen haben gegenüber dem normalen MRT den Vorteil, dass die WBS auch bei Bewegung beurteilt werden kann.

Solange sich deine Beschwerden nicht weiter verschlechtern, bleibt genügend Zeit sich gründlich zu informieren und zu lernen.

Setzt den Fokus nicht gleich nur auf die OP, sondern bleibt aktiv solange es geht.
Manuelle Therapie und KG können dir nebenbei auch noch helfen.
Vielleicht hilft dir auch Bewegung im Wasser.

Jeder Bandi ist ein Einzelfall und das lässt sich schwer untereinander vergleichen was der springende Punkt ist.
Am Ende ist es ja immer eine fachärztliche med. Empfehlung die zur OP rät.

Grundsätzlich wird immer dann operiert, wenn sich neurologisch, erhebliche Ausfälle wie Lähmungen einstellen oder eine irreversible Schädigung beteiligter Nerven droht.

Eine Spondylodese/ Versteifung wird meist dann durchgeführt, wenn ein WBK Segment zu instabil geworden ist oder das BS- Fach aufgebraucht ist.

Wenn du möchtest kannst ja mal deine Bilder hochladen.


viele Grüße

paul42
mareike
Hallo Ecki,

ich bin von L 3 bis L5 versteift. Nach einem Jahr ging der Ärger los. L2 und L1 sind Gleitwirbel, die mir viel Schmerzen bereitet haben.

Ich bin im August vom Neurochirurgen Dr. Wojtas im Marienkrankenhaus Kassel an Stenose operiert worden und bin sehr zufrieden.

Wenn die Schmerzen noch nicht so schlimm sind, würde ich an deiner Stelle noch warten.

Wünsche dir, dass du die richtige Entscheidung triffst und alles Gute.

LG mareike
Ecki387
Hallo Zusammen,
Habe heute Entscheidung getroffen: werde nächste Woche in Kassel Marienkrankenhaus bzw. Wirbelsäulenzentrum operiert.
Versteifung im Bereich LWS 3/4/5/S1.
Entscheidung jetzt so getroffen weil sich der Zustand in den letzten Wochen schleichend verschlechtert hat. Es sind in erster Linie nicht die Schmerzen, die sind nicht permanent bzw. erträglich. Es sind die Einschränkungen in der Bewegung. Ich merke
- wie beide Beine immer schwächer werden
- laufend eine Art Muskelkater auf beiden Seiten im Bereich Gesäß/Oberschenkel
- teilweise kurze Aussetzer bzw. Kraftverlust in den Beinen

Hoffe das ist die richtige Entscheidung, ist eine Abwägung zwischen
- eigentlich geht es ja noch..., dann kann ich eben nur noch kurze Strecken gehen
- aber es wird ja doch immer etwas schlechter....
- Schmerzen sind zwar auszuhalten, aber treten auch öfter auf, dann IBU usw.

Gruß
Ecki387
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Angepasst von Shaun Harrison
Übersetzt und modifiziert von Fantome et David, Lafter